WWWW vom 25.5.2015: Ein Wissenschaftsbuch aus Laos und Viagra gegen Malaria

Ich fange hier mit dem Thema an, das im Podcast an Schluss kommt. Freunde von mir aus Laos haben ein Projekt gestartet, dass “First Science Book in Laos” heisst. Es geht darum, ein Buch zu schreiben und vor allem zu drucken, dass Laoten Wissenschaft nahebringt, ohne gleich zu überfordern. Autor ist ein laotischer Freund von mir, Mii, der auch einen (bzw. den) laotischen Wissenschaftspodcast macht.
Weil kein Verlag in Laos das Risiko eingehen wird, das Buch vorzufinanzieren, brauchen Mii und Air 7500 Dollar, um das Buch zu drucken (2000 Auflage) und 1000 Exemplare davon zu verschenken.
Etwas mehr Informationen git es auf der Indigogo-Seite. Bitte, schaut es Euch an und helft, das Ganze zu realisieren. Danke!

Viagra hat eine neue Nebenwirkung

Der für Malaria verantwortliche Parasit Plasmodium falciparum hat einen komplizierten Entwicklungszyklus, der zum Teil im Menschen und zum Teil in der Anopheles-Mücke stattfindet. Zur Ausrottung dieser Krankheit müssen neue Behandlungsmethoden entwickelt werden, mit denen die Übertragung des Parasiten von den infizierten Menschen auf die Mücken vermieden werden kann. Man hat jetzt Substanzen getestet, die einen wichtigen Übertragungsweg blockieren. Dazu gehört auch Viagra.

Weitere Informationen:

Quellen:
– “Du Viagra pour enrayer le paludisme?”, Artikel der Zeitung Le Monde, 08.05.2015 –http://www.lemonde.fr/sciences/article/2015/05/08/du-viagra-pour-enrayer-le-palu…
– “Le Viagra : nouvelle piste contre la transmission du parasite du paludisme ?”, Pressemitteilung des CNRS, 7.05.2015 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/4023.htm

Brille hilft bei altersbedingter Sehschwäche

Spezialbrille
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) beeinträchtigt zunehmend das Sehen im zentralen Sehbereich. Sie wirkt sich nur auf die Mitte der Netzhaut (Retina) aus, so dass das Sehvermögen im äußeren Gesichtsfeld erhalten bleibt. Die AMD verursacht jedoch eine verschlechterte Sehschärfe, verzerrtes Sehen und vermindertes Kontrastsehen. Das Pariser Start-up-Unternehmen Light Vision hat nun eine „intelligente“ Brille entwickelt. Die Brille verfügt über eine Kamera, die die Umgebung filmt. Das so erhaltene Bild wird anschließend mit einer vom Unternehmen entwickelten Software verarbeitet: Die Kontraste werden erhöht und die Farben mitunter umgekehrt. Ziel ist es, dass sich die Brille automatisch dem Sehvermögen des Trägers anpasst.
Quelle: “DMLA : Light Vision développe une paire de lunettes “intelligente” “, BE France 300, 28.04. 2015 – http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/78363.htm

Klimaziel: Weniger könnte mehr sein

Eine neue Studie zeigt, was für klimapolitische Maßnahmen nötig wären, um die weltweite Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf weniger als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Grundsätzlich wäre eine solche Begrenzung machbar, so die jetzt in Nature Climate Change veröffentlichte Studie eines Teams von Forschern unter anderem des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Das 1,5-Grad-Ziel wird von mehr als hundert Ländern für sicherer gehalten als das international vereinbarte Ziel von 2 Grad Celsius.
Link zum Artikel, sobald er veröffentlicht ist: http://dx.doi.org/10.1038/NCLIMATE2572

Bakterien von der schiefen BAhn abbringen

Manche Bakterienarten fangen in der Nähe von Oberflächen an zu kreisen, ähnlich wie ein Fahrzeug, dessen Räder auf einer Seite von der Fahrbahn abkommen. Wie eng und in welcher Richtung die Bakterien ihre Kreise ziehen, hängt von der Gleitfähigkeit der Oberfläche ab, wie Jülicher Physiker mithilfe von Computersimulationen ermittelt haben. Die Berechnungen zeigen auch, wie sie sich durch modifizierte Oberflächen auf eine gerade Bahn lenken lassen.
Physical Sensing of Surface Properties by Microswimmers – Directing Bacterial Motion via Wall Slip;
Jinglei Hu, Adam Wysocki, Roland G. Winkler, Gerhard Gompper;
Scientific Reports, DOI: 10.1038/srep09586, 20 May 2015 (Web)

Savannen sorgen für CO2-SChwankungen

Seit über 50 Jahren nimmt die Landvegetation mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf, als sie wieder abgibt. Ändert sich diese Senken-Funktion, ist auch der CO2-Gehalt der Atmosphäre und damit das Klima betroffen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie haben nun zusammen mit internationalen Kollegen den Beitrag verschiedener Ökosysteme untersucht: Während Waldökosysteme die Gesamtstärke der Kohlenstoffsenke bestimmen, sind halbtrockene Ökosysteme wie Savannen und Buschland für den Großteil ihrer jährlichen Schwankungen hauptverantwortlich.

Per Dronenflug Kitze gerettet

Im Mai, wenn die Wiesen saftig sind und die Kräuter in voller Blüte stehen, bringen die Rehe ihre Jungen zur Welt. Während die Ricke nach Nahrung sucht, verharren die Kitze im hohen Gras, um Raubtiere nicht auf sich aufmerksam zu machen. Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität Jena haben jetzt die Setzplätze von Rehkitzen per Drohnenflug erkundet und den Landwirten der Geratal Agrar GmbH und Co. KG Andisleben mitgeteilt. Dr. Christian Thiel überflog mit einem Oktokopter – einer Drohne mit acht Propellern – einen Luzerneschlag von etwa 200 mal 700 Meter Größe, wobei das Areal fotografiert wurde. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sina Truckenbrodt wertete die Daten aus und machte dabei mutmaßlich acht Rehkitze aus.

WWWW vom 18.5.2015: Quasar-Quartett, Unfruchtbarkeit und Bienenverhalten

Riesenglück: Vier Quasare in einer Region entdeckt

quasarquartett
Mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii haben Astronomen unter Leitung von Joseph Hennawi vom Max-Planck-Institut
für Astronomie das erste Quasar-Quartett entdeckt: vier seltene aktive Schwarze Löcher in direkter Nachbarschaft zueinander. Das Quartett befindet sich in einer der massereichsten Strukturen, die je im fernen Universum nachgewiesen wurden, und ist von einem Nebel aus kaltem Gas umgeben. Handelt es sich nicht um eine Zufallsentdeckung, Wahrscheinlichkeit eins zu zehn Millionen, müssten die Kosmologen ihre Modelle der Entwicklung der Quasare und der großräumigen kosmischen Strukturen noch einmal überdenken.

Gendefekt macht Männer unfruchtar

Bei mindestens einem Drittel der ungewollt kinderlosen Paare in Deutschland liegt die Ursache beim Mann. Meist funktioniert seine Spermienbildung nicht richtig. Ein Team aus Forschern der Universität Münster hat nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Pittsburgh (USA) und der Akademie der Wissenschaften in Poznan (Polen) einen Gendefekt als eine der Ursachen für diese Fehlfunktion identifiziert.
Weitere Informationen:
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406192 Link zur Studie

Zusammenspiel der Gene regelt Sozialverhalten bei Bienen

Das Sozialverhalten von Bienen ist nicht von einem einzigen Gen abhängig, sondern von einem hochkomplexen Zusammenspiel mehrere Genverbunde. Das hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) herausgefunden. Die Forscher haben zehn Bienen-Genome analysiert und miteinander verglichen, um herauszufinden, ob es gemeinsame genetische Grundlagen für das Sozialverhalten unterschiedlicher Bienenarten gibt.
Quellen:
Kapheim et al. 2015. Genomic Signatures of Evolutionary Transitions from Solitary to Group Living. Science, 14.05.2015; DOI: 10.1126/science.aaa4788

Sadd et al. 2015. The genomes of two key bumblebee species with primitive eusocial organization, Genome Biology, dx.doi.org/10.1186/s13059-015-0623-3

Barribeau et al. 2015. A depauperate immune repertoire precedes evolution of sociality in bees, Genome Biology, dx.doi.org/10.1186/s13059-015-0628-y

The Dress -Effekt lag am Licht

Ein Schnappschuss, auf dem ein spitzenbesetztes Kleid zu sehen ist, hat vor einigen Wochen weltweit in den sozialen Netzwerken für Kopfzerbrechen gesorgt. Warum sehen die einen ein blau-schwarzes, die anderen dagegen ein weiß-goldenes Kleid? Wahrnehmungspsychologen und -psychologinnen der Universitäten Gießen und Bradford sind der Frage in einem Experiment nachgegangen. Ein Ergebnis: „Mit einem roten Kleid wäre das nicht passiert“.
Titel der Publikation:
Karl R. Gegenfurtner, Marina Bloj and Matteo Toscani: “The many colours of ‘the dress’“, Current Biology 25, R1–R3, June 15, 2015

Micropayments durch Rechenleistung

Seitenaufrufe und „Likes” schmeicheln vielleicht dem Ego von Journalisten und Webmastern, damit werden aber keine Rechnungen bezahlt. Forscher der Universität Luxemburg haben jetzt eventuell eine Lösung gefunden. Sie fanden einen sicheren und anonymen Weg, wie Leser, Zuschauer und Gamer für Online-Inhalte zahlen können, ohne dass sie Geld überweisen müssen.

Weitere Informationen:
http://orbilu.uni.lu/handle/10993/19655 – Link zur Publikation
http://www.uni.lu – Homepage der Universität Luxemburg

Unbekannte Materie füllt dunkle Kugelsternhaufen

Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der ESO in Chile haben eine neue Klasse „dunkler“ Kugelsternhaufen um die riesige Galaxie Centaurus A zu Tage gebracht. Diese mysteriösen Objekte sehen normalen Sternhaufen zwar ähnlich, enthalten aber deutlich mehr Masse und könnten entweder unerwartet große Mengen an dunkler Materie enthalten oder tragen massereiche Schwarze Löcher in sich – keines von beiden hätte man erwartet, geschweige denn verstanden.
Die hier präsentierten Forschungsergebnisse von M. Taylor et al. erscheinen unter dem Titel “Observational evidence for a dark side to NGC 5128’s globular cluster system” in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal.

http://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso1519/eso1519a.pdf – Fachartikel

WWWW vom 11.5.2015: Rachegefühle, Orientierung von Waldmäusen und Blaulichtrezeptor

Waldmaus benutzt Magnetfeld zur Orientierung

waldmaus
Dass Zugvögel dank des Erdmagnetfelds den Weg zu ihren Winter- und Brutquartieren finden, ist schon lange bekannt. Dass dieser sechste Sinn auch ganz ähnlich bei der Waldmaus zu finden ist, fand ein internationales Team um Dr. E. Pascal Malkemper von der Universität Duisburg-Essen (UDE) heraus. Sie veröffentlichten die Ergebnisse jetzt in der Wissenschaftszeitschrift Nature Scientific Reports.
Weitere Informationen: http://www.nature.com/srep/2015/150429/srep09917/full/srep09917.html

Molekül unterstützt Heilung nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall verändert das Molekül Stat3 in Gefäßzellen das Milieu, das die Zellen umgibt, die sogenannte Matrix, und beeinflusst dadurch die Plastizität der noch intakten Nervenzellen. Forscher des Centrums für Schlaganfallforschung Berlin haben herausgefunden, dass der Transkriptionsfaktor Stat3 das Gefäßwachstum nach einem Schlaganfall stimuliert und überraschenderweise auch Einfluss auf das Milieu im geschädigten Gehirngewebe nimmt. Vermutlich wird die Plastizität der überlebenden Nervenzellen so gefördert und in der Folge die funktionelle Erholung verbessert.
Christian J. Hoffmann, Ulrike Harms, Andre Rex, Frank Szulzewsky, Susanne A. Wolf, Ulrike Grittner, Gisela Lättig-Tünnemann, Michael Sendtner, Helmut Kettenmann, Ulrich Dirnagl, Matthias Endres, Christoph Harms. Vascular Stat3 Promotes Angiogenesis and Neuroplasticity Long-Term After Stroke. Circulation. March 2015. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.114.013003.

Biologische Prozesse mit Licht steuern

Ein synthetischer Ionenkanal kann durch blaues Licht gesteuert werden, um damit die Aktivität von Nerven oder Muskeln zu kontrollieren. Eine aktuelle Studie stellt nun einen synthetischen Kaliumionen (K+)-Kanal vor, der reversibel durch blaues Licht aus einem inaktiven Zustand in einen aktiven Zustand geschaltet werden kann.
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org/content/348/6235/707.full?sid=d6aeb20c-cd82-42bb-884a-… Die Originalpublikation in “Science”
Mehr zum Thema in der hoch³forschen Winter 2014/15: „Viren als Vorbild“

Verwendung für Sonnenblumenstengel

Ingenieure des nationalen Forschungsinstituts für Agrar- und Umwelttechnik (IRSTEA) haben einen neuen Prozess entwickelt, um die sogenannten Nebenprodukte der Sonnenblumenölherstellung zu verwerten.Am Ende kommen Dämmstoffe heraus.

Quelle: “Le tournesol a la fibre isolante”, Artikel aus Le Moniteur, 21.04.2015 –http://www.lemoniteur.fr/article/le-tournesol-a-la-fibre-isolante-28282134

Gütesiegel für Anti-Milben-Matrazen

8 von 24 Stunden des Tages verbringt der Mensch durchschnittlich mit Schlafen. Aufs Jahr hochgerechnet sind es also fast 3000 Stunden, in denen man sich im Bett bzw. auf der Matratze aufhält. Hier fühlen sich allerdings nicht nur Menschen wohl, sondern auch ca. 0,1 – 0,5 mm große Milben. Für Milben herrschen in Matratzen perfekte Bedingungen: Eine durchschnittliche Temperatur von 25 Grad, eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 70 Prozent sowie Hautschuppen des Menschen, von denen sich die weißen Spinnentiere ernähren. Zu finden sind Milben aber nicht nur in Matratzen, sondern auch in Bettwaren, Polstermöbeln und Teppichen.
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de/de/inline/pressrelease_99585.xhtml?excludeId=99585

Süße Rache kann auch Unbeteiligte treffen

Psychologen der Universität Marburg zeigen: Rache kann selbst dann „süß“ sein, wenn sie gegen eine unbeteiligte Person gerichtet ist – allerdings nur, wenn diese Person und der ursprüngliche „Täter“ einer gemeinsamen Gruppe angehören. In drei Untersuchungen mit mehr als 300 Teilnehmern untersuchten die Forscher Rachehandlungen an Tätern und Stellvertretern. Die Ergebnisse der Studien wurden im „Journal of Experimental Social Psychology“ veröffentlicht.

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WWWW vom 4.5.2015: Vom Weltraum ins Innere der Zelle

Säulen der Schöpfung jetzt in 3D

säulenderschöpfung
Astronomen haben mit MUSE am Very Large Telescope (VLT) der ESO die erste vollständige dreidimensionale Ansicht der berühmten “Säulen der Schöpfung” erstellt. Die Beobachtungen zeigen, wie sich die staubhaltigen Strukturen im Raum verteilen und machen viele neue Details sichtbar – darunter auch ein bislang unbeobachteter Materiestrahl, der von einem jungen Stern ausgestoßen wird.

– Fachartikel
Fotos vom Very Large Telescope der ESO
Webversion der Pressemitteilung mit weiteren Bildern (auch in höher aufgelösten Versionen).

Helium im Quantenzustand

Einen vor 40 Jahren von dem russischen Theoretiker Efimov vorhergesagten Quantenzustand haben Physiker der Goethe-Universität in einem Molekül aus drei Helium-Atomen entdeckt. Das vergleichsweise riesige Molekül kann nur in dem von der Quantenphysik eröffneten Tunnelbereich existieren.
Publikation:
M. Kunitski et al.: Observation of the Efimov state of the helium trimer, in Science, 1. Mai 2015

Rezeptoren spüren Bewegungen

Alles Leben basiert auf der Fähigkeit, Reize aus der Umwelt wahrnehmen und darauf reagieren zu können. Rezeptoren übernehmen dabei eine wichtige Funktion. Bei der Untersuchung einer speziellen Klasse von Rezeptoren haben Wissenschaftler der Uni Würzburg jetzt eine unerwartete Entdeckung gemacht.
Scholz et al., The Adhesion GPCR Latrophilin/CIRL Shapes Mechanosensation, Cell Reports (2015)

http://for2149.uni-wuerzburg.de Mehr Informationen zur Forschergruppe
http://dx.doi.org/10.1016/j.celrep.2015.04.008 Zur Originalpublikation

Wie Ribosomen Eiweiße produzieren

Ribosomen, die die Eiweiße der Zellen herstellen und dabei einem festgelegten genetischen Programm folgen, entstehen selbst nach einem streng hierarchischen Aufbau-Plan. In einem interdisziplinären Ansatz haben nun Wissenschaftler um Prof. Dr. Ed Hurt vom Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg (BZH) und Prof. Dr. André Hoelz vom California Institute of Technology in Pasadena den Mechanismus entschlüsselt, der diesen Ablauf regelt. Dabei entdeckten sie ein bisher unbekanntes Protein: Dieses steuert die Vorgänge im Zellkern, die es der Zelle erlauben, ribosomale Proteine in der korrekten Reihenfolge in das entstehende Prä-Ribosom einzubauen.
Originalpublikation:
P. Stelter, F. M. Huber, R. Kunze, D. Flemming, A. Hoelz, E. Hurt: Coordinated ribosomal L4 protein assembly into the pre-ribosome is regulated by its eukaryote-specific extension. Molecular Cell (April 30, 2015), doi: 10.1016/j.molcel.2015.03.029.

Lavasee-Bilder vom Mond Io

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Mit den ersten detaillierten Beobachtungen eines Lavasees auf einem Mond des Planeten Jupiter erweist sich das “Large Binocular Telescope” (LBT) in Arizona als Wegbereiter für die nächste Generation von Riesenteleskopen (Extremely Large Telescopes, oder ELTs). Die hier angewandten interferometrischen Bildverarbeitungsmethoden für hohe Bildauflösung wurden von einem internationalen Forschungsteam entwickelt, zu dem Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn und vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg gehören.

Wissenschaftliche Veröffentlichung im Astronomical Journal (Englisch)

Gerät soll im Notfall Beatmung übernehmen

Die Sensatronic GmbH in Wismar hat in enger Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Rostock ein neuartiges sprechendes Notfall-Beatmungsgerät für die Unterstützung der Reanimation von Notfallpatienten durch Laien entwickelt. Dieses Gerät soll, anders als die bisher üblichen Beatmungsgeräte, autark arbeiten, also unabhängig von einer festen Gas-und Stromversorgung und durch Laien bedienbar sein.

WWWW vom 27.4.2015: Alte Galaxien und neue Impfstoffe

Wie Galaxien sich ausweiten

Die der Milchstraße ähnliche Galaxie NGC 891. Die Scheibenkomponenten verschiedener Sterngeneratione ... Adam Block, Mt. Lemmon SkyCenter, University of Arizona / Ivan Minchev, AIP
Die der Milchstraße ähnliche Galaxie NGC 891. Die Scheibenkomponenten verschiedener Sterngeneratione …
Adam Block, Mt. Lemmon SkyCenter, University of Arizona / Ivan Minchev, AIP

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Ivan Minchev, Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), hat mithilfe hochmoderner theoretischer Modelle das Rätsel um die Entwicklung der Galaxienscheiben gelöst. Die jetzt veröffentlichte Studie zeigt, dass sich Sternpopulationen gleichen Alters durch Galaxienkollisionen nach außen hin ausweiten.
Die Studie wird am 24. April 2015 in The Astrophysical Journal Letters publiziert. On the formation of galactic thick disks, Minchev et al. 2015, ApJL, 804, 1.

Experiment simuliert soziale Angst

An der Universität Regensburg konnten Prof. Dr. Andreas Mühlberger und Dr. Youssef Shiban vom Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie zusammen mit Prof. Dr. Inga Neumann vom Lehrstuhl für Tierphysiologie und Neurobiologie erstmals soziale Angst bei Menschen simulieren. Dazu entwickelten sie einen experimentellen Ansatz, durch den Probanden in einer virtuellen Realität soziale Angst lernten und dann direkt wieder verlernten.
Der Original-Aufsatz im Internet unter:
http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fpsyg.2015.00400/full

Uranisotope beweisen Leben vor 2,5 Milliarden Jahren

Neue Erkenntnisse über das frühe Leben auf der Erde: Forschungsergebnisse zeigen, dass die Isotopenzusammensetzung von Uran Rückschlüsse auf die mikrobiologische Aktivität in der frühen Erdgeschichte zulässt.

Vielversprechender Malaria-Impfstoff in letzter Testphase

Rund 250 Millionen Menschen erkranken jährlich an Malaria. Knapp eine Million sterben an der durch Parasiten verursachten und durch Mückenstiche übertragenen Krankheit. Kinder unter 5 Jahren sind am häufigsten betroffen, vor allem in Afrika.
In einer großen Phase III-Studie mit mehr als 17 000 Kindern im Alter von 6 Wochen bis zu 17 Monaten wurde der Malaria-Impfstoff RTS,S getestet. Jetzt liegen die Ergebnisse der Studie vor und machen Hoffnung, dass die Impfung noch dieses Jahr in die afrikanischen nationalen Impfprogramme aufgenommen wird.
Final results from a phase 3, individually randomised, controlled trial of the RTS,S/AS01 malaria vaccine in African infants and children, including an evaluation of the efficacy of a booster dose
http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)60721-8

Impfstoff-Fortschritt bei Chikungunya-Virus

Das von Stechmücken übertragene Chikungunya-Virus, Verursacher des Chikungunya-Fiebers, breitet sich immer weiter aus. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben Segmente des Virus-Oberflächenproteins E2 experimentell rekombiniert und so künstliche Proteine geschaffen. Mit der so erzeugten Domäne „sAB+“ ließ sich im Tiermodell erfolgreich eine schützende Wirkung gegen das Chikungunya-Virus erzeugen.
Originalpublikation

Weber C, Büchner SM, Schnierle BS (2015) A Small Antigenic Determinant of the Chikungunya Virus E2 Protein Is Sufficient to Induce Neutralizing Antibodies which Are Partially Protective in Mice. PLoS Negl Trop Dis 9(4): e0003684. doi:10.1371/journal.pntd.0003684

WWWW vom 20.4.2015: Pilze, Feinstaub und Salmonellen

Frühmenschen mochten Pilze

little mushrooms
Über die Nahrungsgewohnheiten der Menschen, die im Jungpaläolithikum, dem jüngeren Abschnitt der Altsteinzeit vor 18.000 bis 12.000 Jahren während der archäologischen Kulturstufe des Magdaléniens lebten, ist nur wenig bekannt. Besonders schwer lassen sich pflanzliche Nahrungsstoffe nachweisen, denn sie hinterlassen nur geringe Spuren im menschlichen Körper. Unter der Leitung von Robert Power vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forscherteam den uralten Zahnstein von Menschen aus dem Magdalénien untersucht, deren Überreste man in der El Mirón-Höhle in Spanien ausgegraben hatte. Die Forscher konnten nachweisen, dass diese Menschen bereits im Jungpaläolithikum zusätzlich zu anderen Nahrungsbestandteilen auch verschiedene pflanzliche Nahrungsstoffe und Pilze auf der Speisekarte hatten.
Originalpublikation:
Robert C. Power, Domingo C. Salazar-García, Lawrence G. Straus, Manuel R. González Morales, Amanda G. Henry
Microremains from El Mirón Cave human dental calculus suggest a mixed plant-animal subsistence economy during the Magdalenian in Northern Iberia
Journal of Archaeological Science; April 16, 2015, DOI 10.1016/j.jas.2015.04.003

Quantenwolke ist heiß und kalt zugleich

Eine Wolke aus Quantenteilchen kann mehrere Temperaturen gleichzeitig aufweisen. Das zeigen Experimente, die im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg und der Technischen Universität Wien (Österreich) durchgeführt wurden. Die Ergebnisse der Studie machen es möglich, dass sich die Gesetze der Quantenwelt besser mit einer statistischen Beschreibung zusammenführen lassen.
Originalveröffentlichung:
T. Langen, S. Erne, R. Geiger, B. Rauer, T. Schweigler, M. Kuhnert, W. Rohringer, I. E. Mazets, T. Gasenzer, J. Schmiedmayer: Experimental observation of a generalized Gibbs ensemble, Science 10 April 2015: Vol. 348 no. 6231 pp. 207-211, doi: 10.1126/science.1257026

Salmonellen bekämpfen Tumore

Bakterieninfektionen als Krebstherapie? Das klingt zunächst riskant und tatsächlich sind viele gefährliche Keime nicht das Mittel der Wahl im Kampf gegen Krebs. Zwar können sie zur Rückbildung fester Tumore führen, aber sie schaden auch dem Patienten. Andere Bakterien wiederum sind harmlos für den Kranken, helfen aber nicht gegen den Krebs. Wissenschaftlern am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig ist es nun gelungen, Salmonellen so zu verändern, dass sie zunächst eine aggressive Anti-Tumor-Wirkung besitzen.
Originalpublikation:
Michael Frahm, Sebastian Felgner, Dino Kocijancic, Manfred Rohde, Michael Hensel, Roy Curtiss III, Marc Erhardt, Siegfried Weiss.
Efficiency of Conditionally Attenuated Salmonella enterica Serovar Typhimurium in Bacterium-Mediated Tumor Therapy
mBio, 2015, DOI: 10.1128/mBio.00254-15

Licht verändert Nervenzellen

Ein internationales Team von Forschern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Tokyo Institute of Technology (Tokyo Tech) hat in einer gemeinsamen Studie aufgedeckt, dass sich Nervenzellen auf molekularer Ebene verändern, wenn sie über längere Zeit hin Licht ausgesetzt sind. In der aktuellen Ausgabe von NEURON erklären die Forscher, dass ein neuronaler Rückmeldemechanismus diese Veränderungen verantwortet.

Lernen wie wir verlernen

„Jemanden das Fürchten lehren“ – das ist keine leere Ausdrucksweise, wie Tübinger Neurowissenschaftler immer klarer erkennen. Eine Forschergruppe um Dr. Ingrid Ehrlich (Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen [CIN] / Hertie-Institut für klinische Hirnforschung [HIH]) studiert Mechanismen des bedingten Lernens auf Zellebene, besonders des emotionalen Gedächtnisses. Nun haben die Wissenschaftler einen großen Schritt hin zum besseren Verständnis von erlernten Furchtreaktionen gemacht.
Publikation: Douglas Asede, Daniel Bosch, Andreas Lüthi, Francesco Ferraguti, Ingrid Ehrlich: Sensory Inputs to Intercalated Cells Provide Fear-Learning Modulated Inhibition to the Basolateral Amygdala. Neuron (2015), 2. April 2015 (online-Publikation), 22. April 2015 (Print-Publikation).
http://dx.doi.org/10.1016/j.neuron.2015.03.008

Feinstaub belastet Bundesligaspieler

Die Luftbelastung durch Feinstaub in Deutschland führt zu messbaren Beeinträchtigungen der Leistung von Bundesliga-Profis. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) hervor. Die Autoren werteten detaillierte Spielerdaten über einen Zeitraum von mehreren Jahren aus und verglichen sie mit den Feinstaub-Messwerten am jeweiligen Spielort. Bereits bei Luftwerten deutlich unterhalb der geltenden EU-Grenzwerte ließen sich negative Produktivitätseffekte nachweisen, die sich bei extremer Luftverschmutzung vervielfachen.
Andreas Lichter, Nico Pestel und Eric Sommer
Productivity Effects of Air Pollution: Evidence from Professional Soccer
IZA Discussion Paper No. 8964, April 2015
http://ftp.iza.org/dp8964.pdf

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WWWW vom 13.4.2015: Strom bei Depressionen, Ozeanversauerung und Digitalis

Was sich zwischen Halbleitern und Metallen abspielt

Wissenschaftlern der Universität Göttingen und des Forschungszentrums Jülich ist ein wichtiger Schritt zu einem besseren Verständnis von Metall-Halbleiter-Grenzflächen gelungen. Die Forscher untersuchten mithilfe eines neuen experimentellen Zugangs die Verteilung elektronischer Ladung an diesen Grenzflächen auf der atomaren Skala.
Originalveröffentlichung: T. Iffländer et al. Local Density of States at Metal-Semiconductor Interfaces: An Atomic Scale Study. Phys. Rev. Lett. 114, 146804 (2015).
Doi: 10.1103/PhysRevLett.114.146804.

Strom kann bei Depressionen helfen

Depression
Depressive Erkrankungen sind gekennzeichnet durch eine mangelnde Bewältigung und Kontrolle von negativen Eindrücken, Gedanken und Gefühlen. Mit Psychotherapie und antidepressiven Medikamenten kann zwar vielen Patienten gut geholfen werden, ein besseres Verständnis der neurobiologischen Grundlagen dieser Erkrankung könnte aber eine noch gezieltere und effektivere Therapie ermöglichen. In der neurologischen und psychiatrischen Therapieforschung werden schwache elektrische Ströme, die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS), als Behandlungsmöglichkeit der Erkrankung untersucht.
Plewnia C, Schroeder PA, Wolkenstein L. Targeting the biased brain: noninvasive brain stimulation to ameliorate cognitive control. Lancet Psychiatry 2015; 2:351-356. DOI:10.1016/S2215-0366(15)00056-5

Plewnia C, Schroeder PA, Kunze R, Faehling F, Wolkenstein L. Keep Calm and Carry On: Improved Frustration Tolerance and Processing Speed by Transcranial Direct Current Stimulation (tDCS).PLoS One. 2015 Apr 2;10(4):e0122578. DOI:10.1371/journal.pone.0122578

Wenn Sterne jünger sind als sie sein sollen…

Ein internationales Team von Astrophysikern unter Leitung von Cristina Chiappini vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam hat eine Gruppe Roter Riesensterne entdeckt, deren chemische Uhr scheinbar aus dem Takt geraten ist: obwohl die Sterne ihrer chemischen Signatur nach alt sein sollten, erweisen sie sich als jung, wenn man ihr Alter mittels Asteroseismologie untersucht. Die Existenz dieser Sterne kann nicht mit den Standardmodellen der chemischen Entwicklung der Milchstraße erklärt werden.

Weitere Informationen:
http://www.aanda.org/articles/aa/abs/2015/04/aa25865-15/aa25865-15.html Die Studie wurde am 10. April 2015 in Astronomy & Astrophysics publiziert: Young [α/Fe]-enhanced stars discovered by CoRoT and APOGEE: What is their origin?, Chiappini et al. 2015, A&A, 576, L12

Versauerung ließ Arten im Ozean sterben

Was vor 252 Millionen Jahren zum größten Massenaussterben in den Ozeanen führte, hat ein internationales Forscherteam anhand von Meeresbodenablagerungen in Kombination mit Computersimulationen untersucht. In ihrer Studie, die nun im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht wurde, konnten die Wissenschaftler_innen erstmals beweisen, dass eine Versauerung der Ozeane für das Sterben mitverantwortlich war.
Publikation:
Ocean acidification and the Permo-Triassic mass extinction
M. O. Clarkson, S. A. Kasemann, R. Wood, T. M. Lenton, S. J. Daines, S. Richoz, F. Ohnemueller, A. Meixner, S. W. Poulton, E. T. Tipper

Zu viele Infarkte bei jungen Menschen

Jeder 15. Patient mit einem schweren Herzinfarkt (STEMI, ST-Hebungsinfarkt) ist jünger als 45 Jahre, 80 Prozent der jungen Infarktpatienten sind Männer, 85 Prozent waren zum Infarktzeitpunkt aktive Raucher. Der dominierende Risikofaktor war der aktive Tabakkonsum, gefolgt von einer positiven Familienanamnese für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und Adipositas.
Quelle: P1369 – Akute ST-Strecken-Hebungsinfarkte bei jungen Patienten: Assoziation zu Risikofak-toren, Auswirkungen auf Infarktschwere und Trends zwischen 2006 und 2013 – Daten aus einem STEMI-Register; L. A. Mata Marin, J. Schmucker, H. Wienbergen, S. Bünger, A. Fach, E. Fiehn, R. Hambrecht

Vorsicht bei Digitalis-Therapie angebracht

Herzpatienten mit einem Implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD), die gleichzeitig mit Digitalis behandelt werden, haben eine deutlich höhere Sterblichkeit als ICD-Patienten ohne diese Medikation. Zu diesem Ergebnis kommen Julia Erath und Mitautoren (Frankfurt a. M. und Gießen) nach der Analyse der Daten von 1.020 Patienten, denen zwischen 1996 und 2009 ein ICD implantiert wurde und die bis zu zehn Jahre nachbeobachtet wurden.
Quelle: DGK Abstract V171 – Effects of Digoxin on Mortality in ICD-recipients: Results of a 10 year Follow-Up Study in 1020 Patients; J. Erath, M. Vamos, H. Ackermann, S. P. Linzbach, J. Schmitt, A. Steidl, S. Hohnloser; DGK Abstract P455 – Digoxin-associated mortality: A comprehensive meta-analysis of the literature; M. Vamos, J. Erath, S. Hohnloser.

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WWWW vom 6.4.2015: Interview mit Bitcoin.de-Chef Oliver Flaskämper

bitcoinWeil es ein Hörervorschlag war, oder geradezu ein Wunsch, und ich die ganze Sache hochinteressant finde, habe ich mich mit einem Bitcoin-Experten unterhalten. Oliver Flaskämper ist der Chef von Bitcoin.de. Dabei handelt es sich um einen Marktplatz, auf dem Teilnehmer Bitcoins gegenseitig handeln können. Es ist also keine Börse in die man Einlagen einzahlen muss. Bitcoin arbeitet eng mit der Fidor Bank AG zusammen und ist “vertraglich gebundener Vermittler“.

Wir sprechen über die bisherigen Erfolge der Bitcoins und die Frage, ob sie sich halten werden. Interessant in diesem Zusammenhang ein Artikel, den ich gelesen haben (und der Basis für eine Frage im Interview ist), in dem es um die Zukunft der verschiedenen Kryptowährungen geht.

Für alle Bitcoin-Anfänger gibt einen nett gemachten Film zur Einführung.

Und wer die Wissenschaft vermisst: Es gibt schon jede Menge Studien zu Thema, hier zum Beispiel oder hier.

Nächste Woche gibt es dann wieder andere Meldungen aus der Welt der Wissenschaft.

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WWWW vom 30.3.2015: Sauerkraut, Sommerzeit und frühe Menschen

Eltern leiden am meisten unter Zeitumstellung

Dank der Sommerzeit ist es zwar abends eine Stunde länger hell, aber vor allem in der Woche nach der Zeitumstellung sind wir erst einmal deutlich unzufriedener – das haben Wirtschaftswissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unter Verwendung der Daten von zwei Langzeitstudien herausgefunden.
Kuehnle, Daniel and Christoph Wunder (2015): Using the life satisfaction approach to value daylight savings time transitions. Evidence from Britain and Germany. SOEPpaper Nr. 744, Berlin.
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.499075.de/diw_sp0744.pdf

Frühe Menschen war nicht alle gleich groß

Schon die frühesten Vertreter unserer Gattung Homo unterschieden sich in Körpergröße und Statur stark voneinander: Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Tübingen und Cambridge. Bislang war wenig über Gewicht und Körperlänge unserer Vorfahren bekannt, die zwischen 2,5 und 1,5 Millionen Jahren vor heute lebten. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits zu dieser Zeit die für heutige Menschen typische große Bandbreite zu finden ist.
Publikation:
Will, M., Stock, J.T., Spatial and temporal variation of body size among early Homo, Journal of Hu-man Evolution (2015), http://dx.doi.org/10.1016/j.jhevol.2015.02.009
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0047248415000287

Strom aus Sauerkrautsaft

Krautergersheim im Elsass ist (wie der Name schon vermuten lässt) die französische Hauptstadt des Sauerkrautes: 70% des französischen Sauerkrauts werden hier hergestellt. Insgesamt werden ungefähr 80.000 Tonnen Sauerkraut pro Jahr in Frankreich aufbereitet. Ein Großteil wird exportiert, da die Franzosen im Durchschnitt “nur” 0,7 kg pro Jahr essen [1]. Diese riesigen Produktionsmengen benötigen viel Wasser: 30 Millionen Liter Sauerkrautsaft entstehen jedes Jahr durch den Aufbereitungsprozess. Dies entspricht dem Wasserbedarf einer Stadt mit 140.000 Einwohnern.
Quelle: “Du jus de choucroute transformé en biogaz”, Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, 20.03.2015 – http://www.developpement-durable.gouv.fr/Du-jus-de-choucroute-transforme-en.html

Das Schicksal der Besatzungskinder

In Deutschland sind mindestens 200.000 Kinder am Ende des Krieges und in der Nachkriegszeit von Soldaten der vier Besatzungsarmeen gezeugt worden. Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Greifswald haben in einer Studie jetzt erstmals die Bedingungen untersucht, unter denen die Besatzungskinder aufgewachsen sind – und die psychosozialen Folgen für die Betroffenen. Sie sind als “Kinder des Feindes” häufig stigmatisiert und diskriminiert sowie über die Identität ihres Vaters im Unklaren gelassen worden. Viele von ihnen sind auch heute noch psychisch stark belastet.

Mikroorganismen machen Energie aus Eisen

Mikroorganismen haben die bemerkenswerte Fähigkeit, in fast jeder noch so unwirtlichen Umgebung leben und überleben zu können. Aus praktisch jedem Material gelingt es Spezialisten aus dieser Gruppe, Energie zu gewinnen – zum Beispiel aus Eisen. Nun haben Geomikrobiologen vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen entdeckt, dass einige Eisen verwertende Bakterien Eisenminerale auch als Energiespeicher verwenden. Sie können winzige magnetische Partikel, Magnetitnanopartikel, die natürlicherweise in vielen Böden und Sedimenten vorkommen, als wieder aufladbare Batterie nutzen.
Originalpublikation:
Byrne J. M., Klueglein N., Pearce C., Rosso K., Appel E., Kappler A. (2015) Redox cycling of Fe(II) and Fe(III) in magnetite by Fe-metabolizing Bacteria. Science, in press.

Männerherraschaft bei Wikipedia

Forschende von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, der ETH Zürich und der Universität Koblenz-Landau haben in einer Studie sechs unterschiedliche Sprachversionen von Wikipedia mit drei wissenschaftlichen Datenbanken bekannter Personen aus der Zeitgeschichte verglichen und stellten fest, dass die Art und Weise, wie Frauen porträtiert werden, deutlich von der Darstellung von Männern abweicht und so bestehende Rollenbilder festigt.
Die gesamte Studie gibt es hier: http://arxiv.org/abs/1501.06307

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WWWW vom 23.3.2015: Bitcoin, Placebo und El Niño

Mittagsschläfchen hilft beim Erinnern

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Forscher der Saar-Uni haben nachgewiesen, dass bereits ein kurzer Schlaf von etwa einer Stunde die Gedächtnisleistung deutlich erhöhen kann. In der Studie untersuchten die Forscher 41 Probanden. Die Freiwilligen mussten Wörter und Wortpaare lernen. Anschließend wurde der Lerninhalt geprüft. Nach dieser ersten Prüfung schlief etwa die Hälfte der Teilnehmer, die andere Hälfte schaute eine DVD. Nach dem Schlaf hatte die Hälfte der Teilnehmer, die ein Nickerchen gehalten hatte, noch deutlich mehr Wortpaare im Gedächtnis als die Kontrollgruppe der DVD-Schauer.

Weitere Informationen:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1074742715000362

Quantenmaterie hilft Phasenübergänge zu verstehen

Dynamische Phasenübergänge sind ein grundlegendes Phänomen in der Natur. Man bezeichnet damit den Übergang eines Stoffes von einem Aggregatzustand in den anderen. Ein bekannter dynamischer Phasenübergang ist z. B. das Kondensieren von Wasserdampf zu Wasser oder das Gefrieren von Wasser zu Eis. Die Erforschung dieser Phasenübergänge ist nicht nur für die Physik, sondern auch für die Klimaforschung, die Medizin oder die Kosmologie von großer Bedeutung. Zwei Forschungsteams am Institut für Laser-Physik der Universität Hamburg um Prof. Dr. Andreas Hemmerich und Prof. Dr. Ludwig Mathey haben jetzt eine neuartige Form von Quantenmaterie in einem sogenannten superradianten Zustand untersucht, um das Verständnis dynamischer Phasenübergänge zu vertiefen.

Original-Artikel: Dynamical phase transition in the open Dicke model, Jens Klinder, Hans Keßler, Matthias Wolke, Ludwig Mathey, and Andreas Hemmerich, PNAS March 2015:

http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1417132112

Neue Formel zeigt Umweltbelastung von Lebensmitteln

In einem mehrjährigen Prozess hat ein wissenschaftliches Team des Wuppertal Instituts eine Methode entwickelt, den “ökologischen Fußabdruck” von Nahrung so zu berechnen, dass wesentliche gesundheitliche und umweltwirksame Faktoren integriert werden. Die Formel wurde beispielhalt auf ausgesuchte Mahlzeiten aus der klassischen Mittagsverpflegung angewandt.
Die neue Methode haben Melanie Lukas, Holger Rohn, Michael Lettenmeier, Christa Liedtke und Klaus Wiesen nun in dem wissenschaftlichen “Journal of Cleaner Production” unter dem Titel “The Nutritional Footprint – integrated methodology using environmental and health indicators to indicate potential for absolute reduction of natural resource use in the field of food and nutrition” (DOI: 10.1016/j.jclepro.2015.02.070) veröffentlicht.

Teures Medikament macht Eindruck auf Patienten

Patienten erwarten von einem teuren Medikament eine bessere Wirkung als von einem billigen. Tatsächlich steigert diese Erwartung den Behandlungserfolg. Diesen Zusammenhang belegt eine Pilotstudie mit Parkinson-Patienten, bei der allerdings keine echten Medikamente verabreicht wurden, sondern lediglich Scheinmedikamente (Placebos).
Quellen

Espay AJ, et al: Placebo effect of medication cost in Parkinson disease: A randomized double-blind study. Neurology. 2015 Feb 24;84(8):794-802
LeWitt PA, et al: The pharmacodynamics of placebo: expectation effects of price as a proxy for efficacy Neurology, 2015 Feb 24;84(8):766-7

Vielversprechendes Medikament gegen Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung mit hohem Leidensdruck. Ständige Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen machen es den Betroffenen schwer, ein normales Leben zu führen. Ärzte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) testeten nun einen neuen Behandlungsansatz.
Originalveröffentlichung:
Giovanni Monteleone, Neurath MF et al., Mongersen, an Oral SMAD7 Antisense Oligonucleotide, and Crohn’s Disease, N Engl J Med 2015;372:1104-13.
DOI: 10.1056/NEJMoa1407250

El Niño-Vorhersage entscheidend verbessert

Das aktuelle Wetterphänomen „El Niño“ ist von einem Team aus deutschen und israelischen Wissenschaftlern über ein Jahr im Voraus angekündigt worden – so früh wie nie zuvor. Dieser Durchbruch in der Vorhersage des wichtigsten natürlichen Klimaphänomens gelang mit Hilfe eines neuen Algorithmus, der auf einer Netzwerk-Analyse der Lufttemperaturen im Pazifikraum beruht. Solche langfristigen Vorhersagen können Bauern in Brasilien, Australien oder Indien helfen, sich vorzubereiten und die Aussaat entsprechend anzupassen.

Bitcoin in Thailand

Ich war bei einem Bitcointreffen hier in Bangkok und war überrascht dass es zumindest ein paar Läden gibt die Bitcoin akzeptieren. Ich lerne noch eine Menge darüber, wer etwas zum Thema beizutragen hat, kann gerne einen Kommentar hinterlassen.

http://www.bitcoinrealmthai.com