WWWW vom 27.7.2015: Sandwesen, Sonnentau und Symbiosen

Böse Bakterien besser verstehen

Krankheitserregende Bakterien entwickeln Tötungsmaschinen, die gezielt wirken. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Freiburg haben den molekularen Wirkungsmechanismus eines Fischgiftstoffes aufgeklärt, der sich zukünftig als Krebsmedikament einsetzen lassen könnte.
Originalpublikation:
Thomas Jank*, Stephanie Eckerle*, Marcus Steinemann*, Christoph Trillhaase, Marianne Schimpl, Sebastian Wiese, Daan M.F. van Aalten, Wolfgang Driever & Klaus Aktories, “Tyrosine glycosylation of Rho by Yersinia toxin impairs blastomere cell behaviour in zebrafish embryos“. Nature Communications 2015.

Neue Sonnentauart auf Facebook gefunden

sonnentau
Ein internationales Team von Botanikern aus Brasilien, den USA und der Botanischen Staatssammlung München hat eine neue fleischfressende Pflanze aus der Gattung Sonnentau (Drosera, Familie Sonnentaugewächse – Droseraceae) beschrieben, die auf einem – gar nicht so abgelegenen – Berg in Südost-Brasilien entdeckt wurde. Diese neue Art, die Drosera magnifica (der „Prächtige Sonnentau“) genannt wurde, stellte sich als der größte bisher bekannte Sonnentau Amerikas heraus, und kann eine Gesamtlänge von 1,5 m erreichen.
Originalveröffentlichung:
Gonella, P.M., Rivadavia, F., Fleischmann, A. (2015). Drosera magnifica (Droseraceae): the largest New World sundew, discovered on Facebook. Phytotaxa 220 (3): 257-267.http://dx.doi.org/10.11646/phytotaxa.220.3.4

Gute Bakterien helfen Ameisen

Die Regensburger Zoologen Antonia Klein, Lukas Schrader, Prof. Dr. Jürgen Heinze und Dr. Jan Oettler haben in Kooperation mit Forschern aus Jena, Spanien, den USA und Neuseeland eine neue Bakterien-Art entdeckt, die in den Zellen der invasiven Ameise Cardiocondyla obscurior lebt. Die Bakterien tragen zur Gesundheit und Entwicklung der Ameisen bei.

Intelligente Stromzähler können Netz crashen

Seit Anfang 2010 ist es in Deutschland Pflicht, sogenannte „Intelligente Stromzähler“ in Neubauten oder grundsanierten Gebäuden zu installieren. Zusammen mit Tarifen, die je nach Tageszeit unterschiedlich sind, soll mit ihnen aktives Stromsparen möglich werden: Die programmierbare Waschmaschine beispielsweise soll dann laufen, wenn der Strom am billigsten ist. Wissenschaftler des Instituts für Theoretische Physik der Universität Bremen äußern jedoch Zweifel daran, dass dieser Ansatz immer das leistet, wozu er erdacht wurde – nämlich Stromschwankungen im Netz zu verringern.
Physical Review E 2015, http://journals.aps.org/pre/abstract/10.1103/PhysRevE.92.012815

Eisbärgenom entschlüsselt

Ein Wissenschaftlerteam rund um Prof. Axel Janke vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt hat erstmalig den männlichen Teil des Eisbärgenoms rekonstruiert. Die Forscher konnten 1,9 Millionen Basenpaare den Y-Chromosomen der Polarbären zuordnen. Sie zeigen in ihrer heute im Fachjournal „Genome Biology and Evolution“ veröffentlichten Studie, dass sich vor mehr als 100.000 Jahren zwei genetische Gruppen männlicher Eisbärlinien auseinander entwickelt haben.

Neues aus der Welt zwischen den Sandkörnern

Torsten H. Struck vom Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn, wies jetzt an Ringelwürmern nach, dass die Fauna des Sandlückensystems zwei evolutionäre Wege aufweist. Damit wird jetzt die derzeit wissenschaftlich favorisierte These widerlegt, die Tierarten im Sand seien vor allem durch progenetische Evolution (evolutionäre Vorverlegung der Geschlechtsreife) entstanden.

WWWW vom 20.7.2015: Alte Backenzähne und neue Schmetterlinge

Neue Schmetterlingsfamilie beschrieben

schmetterlingEin Schmetterling sucht seine Verwandten: Nach langem Rätseln um einen Nachtfalter haben Wissenschaftler mithilfe der Methoden der integrativen Taxonomie nun die neue Schmetterlingsfamilie Pseudobistonidae beschrieben.
Weitere Informationen:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/zsc.12108/abstract
http://www.naturkundemuseum-bw.de
http://www.zfmk.de

Zahnarzt-Gewerbe 14.000 Jahre alt

Der älteste Nachweis für einen zahnmedizinischen Eingriff stammt aus dem Jungpaläolithikum, wie Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Universität Bologna und der Universität Ferrara herausfanden. Das Forscherteam untersuchte den kariösen Backenzahn eines 14.000 Jahre alten Individuums, dessen Überreste 1988 in der Felshöhle von Riparo Villabruna in Norditalien gefunden wurde.
Earliest evidence of dental caries manipulation in the Late Upper Palaeolithic. Sci. Rep. 5, 12150; doi: 10.1038/srep12150 (2015).
www.nature.com/scientificreports

Dramatische Änderungen bei Phytoplankton befürchtet

Produziert Phytoplankton in Folge der Klimaerwärmung zukünftig weniger organisches Material als heute? Bisherige Untersuchungen deuten auf eine solche Entwicklung hin, die auch Folgen für höhere Ebenen des marinen Nahrungsnetzes hätte. Eine aktuelle Studie australischer und deutscher Wissenschaftler stellt dies jetzt in Frage. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass die Planktongemeinschaft in fernerer Zukunft eine völlig neue Art der Produktivität entwickelt.

Originalarbeit:
Kvale, K.F., Meissner, K.J., Keller, D.P., 2015: Potential increasing dominance of heterotrophy in the global ocean. Environmental Research Letters,10, doi:10.1088/1748-9326/10/7/074009

Artenreichtum ist gut für die Biomasse

Eine multinationale Forschungsgruppe hat erstmals in weltweit koordinierten Forschungsarbeiten die Zusammenhänge zwischen pflanzlicher Biomasse und pflanzlicher Artenvielfalt in Ökosystemen untersucht. Dabei stellte sich heraus: Der größte Artenreichtum ist dort zu beobachten, wo die Produktion von Biomasse weder sehr niedrig noch signifikant hoch ist, sondern sich auf einem mittleren Niveau bewegt.

Proteine schützen eiserne Reserve der Zelle

Proteine, die die Eisen-Konzentration in der Zelle kontrollieren, spielen beim Kampf gegen bakterielle Infektionen eine wichtige Rolle, wie Heidelberger Wissenschaftler jetzt veröffentlichten.
Die Forscher untersuchten, wie Mäuse mit funktionierendem oder aber defektem Eisen- Kontrollsystem auf Salmonellen-Infektionen reagierten. Bei einer Gruppe der Tiere hatten die Forscher das IRP/IRE System in den Makrophagen, Bakterien-bekämpfenden Immunzellen, ausgeschaltet. Diesen Mäusen ging es gut, solange sie nicht infiziert waren. Nach Salmonellen-Infektion starben sie jedoch. Daraus schlussfolgern die Wissenschaftler, dass das Eisen-Kontrollystem für diese speziellen Abwehrzellen unverzichtbar ist, um die Infektion zu bekämpfen.

Manfred Nairz, Dunja Ferring-Appel, Daniela Casarrubea, Thomas Sonnweber, Lydie Viatte, Andrea Schroll, David Haschka, Ferric C. Fang, Matthias W. Hentze, Guenter Weiss, and Bruno Galy: Iron Regulatory Proteins Mediate Host Resistance to Salmonella Infection: CELL Host & Microbe 2015. DOI: 10.1016/j.chom.2015.06.017

http://www.dkfz.de

Wie Erinnerungen gespeichert werden

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben auf der Ebene einzelner Nervenzellen einen Mechanismus identifiziert, der bei der Gedächtnisbildung eine Rolle spielen könnte. Sie stellten fest, dass rückwärts wandernde elektrische Impulse einen Rezeptor im Innern der Zelle aktivieren und so die Calciumantwort in ausgewählten Bereichen einer Nervenzelle langfristig verändern.
Johenning FW, Theis AK, Pannasch U, Rückl M, Rüdiger S, Schmitz D. Ryanodine Receptor Activation Induces Long-Term Plasticity of Spine Calcium Dynamics. PLoS Biol. 2015 Jun 22;13(6):e1002181. doi: 10.1371/journal.pbio.1002181.

Wir scannen ständig die Umgebung

Ohne dass wir uns ihrer bewusst sind, führt unser Auge ständig winzige Korrekturen der Blickrichtung aus, deren Zweck bisher nur unvollständig verstanden wird. Eine Gruppe von Forschern der Universität Tübingen am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) ging dieser Frage jetzt auf den Grund. Sie entdeckten einen engen Zusammenhang zwischen winzigen Augenbewegungen und der Konzentration von Aufmerksamkeit.
Chih-Yang Chen, Alla Ignashchenkova, Peter Thier und Ziad Hafed: “Neuronal Response Gain Enhancement Prior to Microsaccades.” Current Biology (2015), 16. Juli 2015 (Online-Publikation)

PODCASTEMPFEHLUNG:

Wer sich für Astronomie interessiert, sollte mal bei Amazed by the Universe reinhören. Gemacht von Adrian Kaminski (@AmByUniverse) und erreichbar unter https://amazedbyuniverse.wordpress.com/

WWWW vom 13.7.2015: Hummeln, Klimawandel und Mers-Impfung

Hummeln tun sich mit Klimawandel schwer

hummelDer Klimawandel verringert die Lebensräume von Hummeln, die zu den wichtigsten Bestäubern gehören. Das schlussfolgert ein internationales Forscherteam nach der Auswertung von Langzeitdaten aus Europa und Nordamerika. Die Südgrenze der Verbreitung der meisten Hummelarten habe sich auf beiden Kontinenten innerhalb eines Jahrhunderts bis zu 300 Kilometer nach Norden verschoben, die Nordgrenze dagegen nicht, schreibt das Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes Science.
Publikation:
Jeremy T. Kerr, Alana Pindar, Paul Galpern, Laurence Packer, Simon G. Potts, Stuart M. Roberts, Pierre Rasmont, Oliver Schweiger, Sheila R. Colla, Leif L. Richardson, David L. Wagner, Lawrence F.Gall, Derek S. Sikes, Alberto Pantoja (2015): Climate change impacts on bumblebees converge across continents. Science. 09 July 2015.

Karies-Bakterium mit ausgefeilter Überlebensstrategie

Um in ihrer Umgebung zu überleben und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Bakterien ständig neue Eigenschaften aneignen. Häufig dadurch, dass sie fremde DNA aufnehmen und in ihr eigenes Genom integrieren.

Neue Hinweise auf Zusammenhang zwischen Bakterienstatus und Allergien

Der Körper jedes Menschen beherbergt eine einzigartige Kombination von Milliarden unterschiedlichster symbiotischer Bakterien, die Mikrobiota. Ein Verlust dieser bakteriellen Symbionten begünstigt die Entstehung von Allergien. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München konnten dieses Phänomen in Zusammenarbeit mit Kollegen der Technischen Universität München und des Institut Pasteur aufklären und zeigen, wie die Mikrobiota auf das Gleichgewicht des Immunsystems wirkt: Die Anwesenheit der Mikroben blockiert spezifisch jene Immunzellen, die für das Auslösen von Allergien verantwortlich sind.
Original-Publikation:
Ohnmacht, C. et al. (2015). The microbiota regulates type 2 immunity through RORt+ T cells, Science, DOI: 10.1126/science.aac4263

Versorgung von Schwerstverletzten in Deutschland zufriedenstellend

Sterben weniger schwerverletzte Patienten nach einem Unfall, wenn sie in einem Krankenhaus versorgt werden, das sehr viele solche Patienten behandelt? Die Frage wird in Fachkreisen seit langem kontrovers diskutiert. Jetzt hat eine umfangreiche Studie Klarheit gebracht. Es ist zwar so, aber der Effekt is gering.

Zitierweise:
M. T. Zacher, K.-G. Kanz, M. Hanschen, S. Häberle, M. van Griensven, R. Lefering, V. Bühren, P. Biberthaler, S. Huber-Wagner and the TraumaRegister DGU®. Association between volume of severely injured patients and mortality in German trauma hospitals. British Journal of Surgery 2015, epub ahead of print

Mehr Antibiotika im Einsatz, Resistenzgefahr steigt

Global steigt der Einsatz von Antibiotika in Humanmedizin und Tierhaltung noch immer. Dies verstärkt die Gefahr der Entstehung von Bakterien mit übertragbaren Resistenzen gegen diese Wirkstoffe nicht nur in Krankenhäusern und Tierställen, sondern auch in der Umwelt, ist das Ergebnis eines Symposiums mit dem Namen he Environmental Dimension of Antibiotic Resistance.

Chancen für Mers-Impfung stehen gut

Im Kampf gegen das gefährliche MERS-Coronavirus (MERS-CoV) gibt es einen Hoffnungsschimmer: Möglicherweise reicht ein einziger Impfstoff aus, um alle momentan bekannten genetischen Linien von MERS-CoV effektiv zu bekämpfen. In diese Richtung deuten zumindest Ergebnisse der Universitätsklinik Bonn und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).
Publikation: Doreen Muth, Victor M. Corman, Benjamin Meyer, Abdullah Assiri, Malak Al-Masri, Mohamed Farah, Katja Steinhagen, Erik Lattwein, Jaffar A. Al-Tawfiq, Ali Albarrak, Marcel A. Müller, Christian Drosten, Ziad A. Memish; Infectious MERS-Coronavirus excretion and serotype variability based on live virus isolates from patients in Saudi Arabia; Journal of Clinical Microbiology; DOI: 10.1128/JCM.01368-15

WWWW vom 6.7.2015: Kleine Affen-Hirne ganz gross und Ozeane in Gefahr

Kleines Hirn mit viel Leistung

Dreidimensionales Computermodell des winzigen, aber komplexen Gehirns von Victoriapithecus, einem Altweltaffen, der vor 15 Millionen Jahren lebte. (MPI f. evolutionäre Anthropologie/ F. Spoor)
Dreidimensionales Computermodell des winzigen, aber komplexen Gehirns von Victoriapithecus, einem Altweltaffen, der vor 15 Millionen Jahren lebte. (MPI f. evolutionäre Anthropologie/ F. Spoor)
Der älteste Vertreter der Altweltaffen, der Victoriapithecus, machte im Jahre 1997 erstmals Schlagzeilen, als sein versteinerter Schädel auf einer Insel innerhalb des Viktoriasees in Kenia gefunden wurde, wo das Äffchen vor 15 Millionen Jahren lebte. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Fred Spoor vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und dem University College London (UCL) in Großbritannien machten jetzt erstmals sein Gehirn sichtbar: Das winzige aber erstaunlich faltenreiche Gehirn verdeutlicht, dass sich im Stammbaum der Primaten die Komplexität des Gehirns vor dessen Größe entwickelt haben könnte.
Originalpublikation:
L. Gonzales, B. Benefit, M. McCrossin and F. Spoor
Cerebral Complexity Preceded Enlarged Brain Size and Reduced Olfactory Bulbs in Old World Monkeys
Nature Communications, 3 July 2015 (DOI: 10.1038/ncomms8580)

Studie zeigt: E-Cars muessen leichter werden

Deutschland soll Leitmarkt für die Elektromobilität werden, das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gerade im Juni wieder auf der Nationalen Konferenz der Bundesregierung zur Elektromobilität herausgestellt. Welcher Forschungs- und Entwicklungsbedarf dabei noch im Bereich des Karosserie-Leichtbaus besteht, zeigt eine neue Studie der Forschungsplattform FOREL auf.

Weltmeere in Gefahr

Die Weltmeere brauchen eine sofortige und umfassende Reduktion der Treibhausgas-Emissionen durch den Menschen. Anderenfalls können weiträumige und größtenteils unumkehrbare Schäden im Lebensraum Meer eintreten, von deren Folgen vor allem auch Entwicklungsländer betroffen sein werden.
Mehr: http://www.sciencemag.org/lookup/doi/10.1126/science.aac4722.

Kleine Autozulieferer müsse globaler werden

Die deutsche Automobilindustrie strotzt förmlich vor internationaler Wettbewerbsfähigkeit. 90 Prozent der mit deutschem Markenlogo weltweit produzierten Fahrzeuge sind mittlerweile für ausländische Märkte bestimmt. Dies unterstreicht die überragende internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche, zugleich ist es ein Indiz für eine immense Abhängigkeit.
Link zur Studie „Investitionen folgen dem Wachstum – Auswirkungen auf den Automobilstandort Deutschland“: www.cati.institute/studien/

Seltene Leoparden als Buhmänner

Am Rande von Schutzgebieten für Wildtiere gibt es immer wieder Konflikte, weil Weidevieh von Raubtieren gerissen wird. Ein Beispiel ist der Golestan Nationalpark im Iran, in dem die größte Teilpopulation des gefährdeten Persischen Leoparden lebt. Ein deutsch-iranisches Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftlern der Universität Göttingen hat in den 34 Dörfern rund um den Nationalpark untersucht, was die Risse von Nutz- und Haustieren begünstigt.
Originalveröffentlichung: Khorozyan, I., Soofi, M., Hamidi, A.K., Ghoddousi, A. & Waltert, M. (2015): Dissatisfaction with veterinary services is associated with leopard (Panthera pardus) predation on domestic animals. PLoS One, 10(6): e0129221, doi:10.1371/journal.pone.0129221

Forscher finden Gendefekt für plötzliches Leberversagen

Akutes Leberversagen ist bei Kleinkindern eine seltene, aber lebensgefährliche Erkrankung. Problematisch ist dabei vor allem, dass sie häufig sehr plötzlich zum Beispiel bei Fieber auftritt. Die genauen Ursachen hierfür sind aber in rund 50 Prozent der Fälle ungeklärt. Wissenschaftler einer internationalen Kooperation unter n und dFederführung der Technischen Universität München (TUM), des Helmholtz Zentrums Münchees Universitätsklinikums Heidelberg haben jetzt durch eine genomweite Sequenzanalyse Mutationen in einem bestimmten Gen entdeckt, die mit dem Auftreten der Krankheit zusammenhängen. Betroffen war dabei der Stofftransport in der Zelle.
Originalpublikation
T. B. Haack, C. Staufner, M. G. Köpke, B. K. Straub, S. Kölker, C. Thiel, P. Freisinger, I. Baric, P. J. McKiernan, N. Dikow, I. Harting, F. Beisse, P. Burgard, U. Kotzaeridou, J. Kühr, U. Himbert, R. W. Taylor, F. Distelmaier, J. Vockley, L. Ghaloul-Gonzalez, J. Zschocke, L. S. Kremer, E. Graf, T. Schwarzmayr, D. M. Bader, J. Gagneur, T. Wieland, C. Terrile, T. M. Strom, T. Meitinger, G. F. Hoffmann und H. Prokisch, Biallelic Mutations in NBAS Cause Recurrent Acute Liver Failure with Onset in Infancy, American Journal of Human Genetics, June 2015.
DOI: 10.1016/j.ajhg.2015.05.009

Invasive Arten werden sehr oft vom Menschen eingebracht

Biologische Merkmale werden bei Studien zur invasiven Ausbreitung von Pflanzen überschätzt. Viel bedeutsamer seien vom Menschen geprägte Faktoren wie die Nutzung als Kulturpflanzen. Das schlussfolgert ein internationales Forscherteam aus einer Studie zu mitteleuropäischen Pflanzen, die wie die Einwanderer aus Europa inzwischen ebenfalls in Nordamerika heimisch geworden sind. Die Etablierung einer neuen Pflanzenart hänge vor allem von der Aufenthaltsdauer im neuen Lebensraum und der Anzahl der Habitate ab, in denen die Art in ihrer alten Heimat vorkomme.

Publikationen:
Pyšek, P., Manceur, A.M., Alba, C., McGregor, K.F., Pergl, J., Štajerová, K., Chytrý, M., Danihelka, J., Kartesz, J., Klimešová, J., Lučanová, M., Moravcová, L., Nishino, M., Sádlo, J., Suda, J., Tichý, L., Kühn, I. (2015): Naturalization of central European plants in North America: species traits, habitats, propagule pressure, residence time. Ecology. 96: 762-774.
http://dx.doi.org/10.1890/14-1005.1

PODCASTEMPFEHLUNG:

Schaut mal bei Podcastrad.io vorbei. Das ist zwar kein Podcast, aber eine Art Stream, der auch Wissenschaftspodcasts hat. Christian baut das gerade auf, also seid gnädig mit ihm :-)

WWWW vom 29.6.2015: Ur-Schildkröte und Depression bei Medizinstudenten

Missing-Link bei Schildkröten gefunden

Illustration wie die Schildkröte ausgesehen haben könnte
Illustration wie die Schildkröte ausgesehen haben könnte
Am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart haben Forscher eine international bedeutende Entdeckung gemacht. Bei Grabungen des Museums in Vellberg (Baden-Württemberg) wurden zahlreiche fossile Skelettreste geborgen. Deren wissenschaftliche Untersuchung zeigte, dass sich darunter ein weltweit einzigartiger Fund befand, der den Ursprung der Schildkröten klärt: Das Fossil einer 240. Mio. Jahre alten Ur-Schildkröte. Die neue Art bildet ein perfektes Bindeglied zwischen den frühen Echsen und den Schildkröten, ein sogenanntes Missing Link.

Mehr Regen im Winter, Trockenheit im Sommer

Für die nächsten 90 Jahre sieht es schlecht aus, was das Wetter angeht, sagen Wetterforscher. Die Häufigkeit von Extremniederschlägen dürfte bis zum Jahr 2100 im Winter um etwa 50 % bis 100 %, im Sommer dagegen nur leicht zunehmen. Dieser Trend findet sich in den Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes für die Wintermonate zum Teil auch bereits wieder, für den Sommer lassen sich dagegen noch keine Änderungen feststellen

Weitere Informationen:
http://www.agrarrelevante-extremwetterlagen.de.

Mikroorganismen produzieren Strom auf Kupferplatten

Eine neue Studie zeigt: Kupfer ist ein Material, das für die Anoden mikrobieller Brennstoffzellen und verwandter bioelektrochemischer Systeme hervorragend geeignet ist. Es ist günstig, leitet sehr gut und anders als gedacht lassen sich Mikroorganismen sehr wohl darauf ansiedeln.
Veröffentlichung:

André Baudler, Igor Schmidt, Markus Langner, Andreas Greiner and Uwe Schröder,
Does it have to be carbon? Metal anodes in microbial fuel cells and related bioelectrochemical systems,
in: Energy & Environmental Science (2015),
DOI: 10.1039/c5ee00866b

Forscher optimieren Düsen

Am Institut für Thermodynamik für Luft- und Raumfahrt der Universität Stuttgart wurde eine neuartige divergente Düse entwickelt, die auch in großer Entfernung noch ein homogenes Strömungsprofil aufweist und für größere Auftreffflächen geeignet ist. Durch numerische Berechnungen lässt sich das Strömungsprofil durch den Einbau eines Zentralkörpers in die Düse optimieren. Eine Erhöhung der Pumpleistung ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen:
http://www.tlb.de
http://www.uni-stuttgart.de/itlr/

Stress bei Medizinstudenten nimmt zu

Medizin gilt als eines der Fächer, in dem die Studierenden besonders gefordert werden. Das bleibt nicht ohne Folgen: Dramatisch viele Medizinstudierende zeigen schon im Grundstudium Symptome von stressbedingten Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Das belegen aktuelle Studien von Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Die Forscher vermitteln aber auch Strategien, wie die Studierenden schon frühzeitig lernen können, stressbedingten Risikofaktoren vorzubeugen.

Weniger Versuchstiere einzusetzen Ziel neuer Forschung

Weniger Tiere für Versuchszwecke einzusetzen, sollte das Ziel von Wissenschaftlern in der medizinischen Grundlagenforschung sein. Einen Schritt in diese Richtung unternehmen in den kommenden zwei Jahren Dr. Benjamin Mayer und Professor Rainer Muche vom Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Universität Ulm. In einem vom BMBF geförderten Projekt überprüfen die Forscher die Anwendbarkeit verschiedener statistischer Verfahren im Hinblick auf die Berechnung optimaler Fallzahlen.

Was lässt uns ducken?

Reflexartig weichen Menschen und Tiere einem schnell herannahenden Objekt aus. Dadurch vermeiden sie Kollisionen oder entkommen Fressfeinden, die ihnen auflauern. Damit dies möglich ist, muss das Gehirn Richtung und Geschwindigkeit eines Reizes mit seinem Sehsystem berechnen und ein entsprechendes Ausweichmanöver einleiten. Wie das Gehirn dies bewerkstelligt, ist zum größten Teil unklar. Bis jetzt. Geholfen haben Zebrafischlarven.
ORIGINALVERÖFFENTLICHUNG:
Incinur Temizer, Joseph Donovan, Herwig Baier, Julia Semmelhack
A visual pathway for looming-evoked escape in larval zebrafish
Current Biology, online am 25. Juni 2015

DIE PODCASTEMPFHELUNGEN:

angegraben ist der wohl einzige deutschsprachige Podcast, der sich speziell archäologischen Themen widmet.

Soziopod ist ein Klassiker, aber immer wieder hörenswert.

WWWW vom 22.6.2015: Boote in Australien und einfühlsame Kleinkinder

Wie kamen Australier auf eine Insel in Mega-Ur-See?

Geologen und Archäologen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der La Trobe University (Australien) und der University of Wollongong (Australien) haben inmitten der australischen Wüste erstmals Belege dafür gefunden, dass der Lake Mungo-See vor 24.000 Jahren einen größeren Füllgrad hatte, als bislang angenommen. Diese Entdeckung wird maßgeblich dabei helfen, frühere Klimaveränderungen besser zu verstehen.
Originalpublikation:
Kathryn E. Fitzsimmons, Nicola Stern, Colin V. Murray-Wallace, William Truscott, Cornel Pop
The Mungo mega-lake event, semi-arid Australia: non-linear descent into the last ice age, implications for human behaviour
PLOS ONE; 17 June 2015; DOI: 10.1371/journal.pone.0127008

Magnetfelder beeinflussen Spiralarme einer Galaxie

Magnetfeld_Galaxie Magnetfelder existieren überall im Universum. Bisher war wenig darüber bekannt, ob Magnetfelder eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von kosmischen Objekten spielen. Rainer Beck vom MPIfR Bonn ist es gelungen, einen umfangreichen Satz von Radiodaten für die nahegelegene Galaxie IC 342 aus Beobachtungen mit dem amerikanischen VLA und dem 100-m-TeleskopEffelsberg zu erhalten. Die Daten haben es ermöglicht, ein geordnetes Magnetfeld in dieser Galaxie zu entdecken, das überwiegend entlang der optischen Spiralarme dieser Galaxie ausgerichtet ist.

Originalveröffentlichung:

Magnetic fields in the nearby spiral galaxy IC 342: A multi-frequency radio polarization study, von Rainer Beck, Astronomy & Astrophysics, Volume 578, Juni 2015, A93 (DOI: 10.1051/0004-6361/201425572):

http://www.aanda.org/articles/aa/abs/2015/06/aa25572-14/aa25572-14.html

Kleinkinder einfühlsamer als gedacht

Viele Menschen halten Kleinkinder für stur, egoistisch und unfähig, mit anderen zu teilen. Doch Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Manchester in Großbritannien haben jetzt herausgefunden, dass schon dreijährige Kinder über ein überraschendes Maß an Fürsorge und einen intuitiven Sinn für eine opferorientierte Gerechtigkeit verfügen. Kleinkinder geben verlorene Dinge lieber an deren rechtmäßige Eigentümer zurück. Wenn das nicht möglich ist, hindern sie wenigstens andere daran zu nehmen, was ihnen nicht gehört.

Originalpublikation:
Katrin Riedl, Keith Jensen, Josep Call, Michael Tomasello
Restorative Justice in Children
Current Biology, 18 June 2015, DOI: 10.1016/j.cub.2015.05.014

Firma stellt künstlich Spermien her

Da die Zahl aktiver Spermien bei Männern auf der ganzen Welt weiterhin sinkt, versuchen Forscher weltweit seit über 15 Jahren künstliche Spermien zu züchten, um auch diesen Männern den Kinderwunsch erfüllen zu können.
Kallistem ist ein 2012 in Lyon gegründetes Unternehmen, das sich auf die Prävention und Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit spezialisiert hat. Ende 2014 ist es ihm gelungen, in vitro funktionsfähige menschliche Spermien zu züchten, mit denen wiederum eine In-vitro-Fertilisation möglich wäre.

Stammzellproduktion besser verstehen

Blutstammzellen stellen die einzige lebenslange Quelle für täglich Milliarden neuer Blutzellen in unserem Körper dar. Allerdings ist ihre Anzahl sehr gering, und der Erhalt dieser Stammzellen durch ihre Selbsterneuerungsfähigkeit repräsentiert daher eine unabdingbare Voraussetzung für ein funktionierendes Blut- und Immunsystem. Bei der Selbsterneuerung einer Stammzelle entsteht durch Zellteilung mindestens wieder eine Stammzelle. Die molekularen Grundlagen bzw. die Regulation dieses Vorganges sind bis heute nur unzureichend verstanden. Bis jetzt Forscher ein Protein gefunden haben, das ausschlaggebend ist für die Produktion der Stammzellen.
Weitere Informationen:
http://www.cell.com/cell-reports/abstract/S2211-1247(15)00610-5

Materialfehler in 3D sehen

In der Materialwissenschaft waren dreidimensionale Bilder lange Zeit nicht gefragt. Schließlich waren die optoelektronischen Bauteile in Form von planaren Schichten aufgebaut. Innerhalb der Schichten waren die Strukturen homogen, so dass zweidimensionale Schnitte für eine vollständige Darstellung ausreichten. Das ist mittlerweile anders, berichtet PDI-Forscher Dr. Achim Trampert: „Bei Strukturen im Nano-Bereich reicht eine zweidimensionale Projektion nicht mehr aus, um zum Beispiel Defekte finden zu können.“ Daher etablierte er gemeinsam mit seinem Doktoranden Michael Niehle die Elektronentomographie am PDI.

UV-Schutzkleidung soll besser werden

Sommer, Sonne, Sonnenschein – von vielen heiß ersehnt, doch leider nicht ohne Schatten-seiten. Neben Sonnenbrand oder allergischen Reaktionen auf zu viel Sonneneinstrahlung drohen unter anderem bestimmte Formen des weißen Hautkrebses. Vor allem Personen, die häufig im Freien arbeiten, sollten sich darüber im Klaren sein und Vorsorge treffen. Eine Präventionsmöglichkeit besteht im Tragen von UV-Schutzkleidung. Sie wird von den betroffenen Berufsgruppen jedoch wenig genutzt, da Tragekomfort, Design und Pflegeeigenschaften der Schutzkleidung bislang nicht überzeugen konnten.

PODCASTVORSTELLUNG:

Ich Depp habe beim Aufnehmen/Schneiden vergessen das Intro vom Modellansatz Podcast einzubauen, ich bitte um Nachsicht, es war noch früh am Morgen. Text der Webseite:

Bei genauem Hinsehen finden wir die Naturwissenschaft und besonders Mathematik überall in unserem Leben, vom Wasserhahn über die automatischen Temporegelungen an Autobahnen, in der Medizintechnik bis hin zum Mobiltelefon. Woran die Forscher, Absolventen und Lehrenden in Karlsruhe gerade tüfteln, erfahren wir hier aus erster Hand.

Gudrun Thäter und Sebastian Ritterbusch machen diesen Mathematik-Podcast, der sich aber nicht nur an Mathematiker wendet. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.

WWWW vom 15.6.2015: Männer, Fußball und Astronautenhaut

Exoskelett für Fabrikarbeiter

Robo_Mate
Arbeiter in der Produktion heben oft bis zu 10 Tonnen Material täglich. Laut Work Foundation Alliance (Lancaster, UK) leiden 44 Millionen Arbeiter in der EU an arbeitsbedingten Muskel-Skelett-Erkrankungen. Forscher haben im EUProjekt Robo-Mate jetzt ein Exoskelett entwickelt, das die Gewichtsbelastung auf bis ein Zehntel reduziert. Den ersten Prototypen stellten die Projektpartner am 12. Juni am Fraunhofer IAO in Stuttgart vor.

Vernetzte Therapie macht Fortschritte bei Jugendlichen

Wenn Kinder oder Jugendliche psychische Auffälligkeiten zeigen, ist eine multidisziplinäre und vernetzte Versorgung sinnvoll, wie sie in ambulanten Arzt-Praxen geleistet wird, die nach der „Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV)“ arbeiten. Dort arbeiten neben Kinder- und Jugendpsychiatern vor allem Sozial- oder Heilpädagogen sowie Psychologen und Psychotherapeuten, die häufig eine systemische Weiterbildung absolviert haben. Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) begrüßt, dass diese sozialpsychiatrische Arbeit jetzt evaluiert und als sehr erfolgreich bewertet wurde.
Die Evaluationsstudie des Zi ist im Internet veröffentlicht unter:http://www.kbv.de/media/sp/SPV_Abschlussbericht_2014.pdf

Fußballfans mögen Regierung nach einem Sieg ihrer Mannschaft mehr

Männer, die moderat bis extrem auf der Seite einer Fußballmannschaft sind, haben bis zu drei Tage nach einem Sieg bessere Laune, fühlen sich stärker – und finden die aktuelle Regierung besser. Das haben jetzt zwei Forscher anhand von Daten der vergangenen Frauenfußball-WM herausgefunden. Frauen übrigens sind unbeeindruckt vom Ergebnis eines Spiels, zumindest was ihre Laune angeht. Das könnte sooooo vieles erklären.

Effects of Women’s Football Broadcastings on Viewers’ Moods and Judgments: Investigating the Moderating Role of Team Identification and Sex. Holger Schramm and Johannes Knoll, Communication Research, DOI: 10.1177/0093650215583894

Helferproteine sind die Feuerwehr der Zelle

Kleine Hitzeschock-Proteine sorgen dafür, dass andere Proteine bei Stress nicht verklumpen und ermöglichen der Zelle zu überleben. Defekte dieser „kleinen Helfer“ werden mit Krankheiten wie grauem Star oder Krebs in Verbindung gebracht. Nun haben Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) ein kleines Hitzeschock-Protein beim Fadenwurm Caenorhabditis elegans charakterisiert, das speziell für dessen Embryonalentwicklung zuständig ist. Vermutlich gibt es ein ähnliches Protein auch im Menschen.

Originalpublikation:

Tilly Fleckenstein, Andreas Kastenmüller, Martin Lorenz Stein, Carsten Peters, Marina Daake, Maike Krause, Daniel Weinfurtner, Martin Haslbeck, Sevil Weinkauf, Michael Groll, Johannes Buchner:
The Chaperone Activity of the Developmental Small Heat Shock Protein Sip1 Is Regulated by pH-Dependent Conformational Changes, Molecular Cell 58,1-12, June 18, 2015
DOI: 10.1016/j.molcel.2015.04.019

Frag mal ne Fliege wieviel Uhr es ist

Auch Fliegen haben ein Zeitgedächtnis. Das haben Wissenschaftler der Universität Würzburg in einer Reihe von Experimenten herausgefunden. Damit die Tiere ein Gedächtnis entwickeln können, müssen allerdings etliche Bedingungen erfüllt sein. Und unter manchen Umständen funktioniert es gar nicht.
Chouhan et al., Flies Remember the Time of Day, Current Biology (2015),http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2015.04.032

Astro Alex sieht jünger aus, ist aber auch dünnhäutiger geworden

Knapp sechs Monate verbrachte der deutsche Astronaut Alexander Gerst 2014 auf der Internationalen Raumstation ISS. Wie sich Gersts Haut im All verändert hat, konnte Karsten König, Professor für Biophotonik und Lasertechnologie an der Universität des Saarlandes, anschließend untersuchen. Der Forscher hat eine Lasertechnologie entwickelt, mit der er in Hautzellen hineinschauen kann. Die räumliche Auflösung ist dabei tausendmal höher als bei Ultraschallgeräten, weltweit erreicht kein anderes Gerät solche Werte.

DIE NEUE RUBRIK PODCASTEMPFEHLUNGEN

Ich bitte um tausendfache Downloads folgender Podcasts:

Methodisch inkorrekt: Reinhard Remfort und Nicolas Wöhrl senden direkt aus ihrem Uni-Labor. Das ist auch gut so, denn beim traditionellen Live-Experiment kann es während der Aufnahme schon mal knallen oder stinken. Die beiden Physiker stellen einander während der Sendung besonders bemerkenswerte „paper“ vor – unterhaltsam und lehrreich.

KonScience ist der Wissenschaftspodcast aus Konstanz. Die Biologinnen Katrin Leinweber und Mariëlle van Toor berichten sowohl über aktuelle Forschungsergebnisse , als auch über Phänomene und Zusammenhänge aus der Welt der Biologie .

WWWW vom 8.6.2015: Untreue Kohlmeisen, leuchtende Pflanzenabwehr und Mammographie-Studien

Calciumionen machen Pflanzenabwehr sichtbar

Raupenfrass
Wird eine Pflanze von Schädlingen attackiert, löst dies eine ganze Reihe von physiologischen Reaktionen in der Pflanze aus. Wesentliche Botenstoffe für die Verarbeitung von Verwundungsreizen innerhalb pflanzlicher Zellen sind Calciumionen. Sie steuern die Signalweiterleitung und somit indirekt die pflanzliche Verteidigung. Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena und des Instituts für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle ist es jetzt gelungen, die unmittelbaren Reaktionen von Pflanzen auf Verwundungen oder Raupenfraß sichtbar zu machen.
Originalveröffentlichung:
Kiep, V., Vadassery, J., Lattke, J., Maaß, J.-P., Boland, W., Peiter, E., Mithöfer, A. (2015). Systemic cytosolic Ca2+ elevation is activated upon wounding and herbivory in Arabidopsis. New Phytologist. doi: 10.1111/nph.13493
http://dx.doi.org/10.1111/nph.13493

Verstehen, wie Bewegung und Orientierung zusammenarbeiten

Bonner Forscher haben in den Hirnen von Mäusen neuronale Schaltkreise identifiziert, die für die Fortbewegung und die Navigation im Raum von zentraler Bedeutung sind. Diese Nervenzellen, die in ähnlicher Form auch beim Menschen vermutet werden, geben das Startsignal für eine Fortbewegung und versorgen das Gehirn zudem mit Geschwindigkeitsinformationen.

Originalveröffentlichung
„Locomotion, Theta Oscillations, and the Speed-Correlated Firing of Hippocampal Neurons Are Controlled by a Medial Septal Glutamatergic Circuit”, Falko Fuhrmann, Daniel Justus, Liudmila Sosulina, Hiroshi Kaneko,Tatjana Beutel, Detlef Friedrichs, Susanne Schoch, Martin Karl Schwarz, Martin Fuhrmann, Stefan Remy, Neuron 2015, doi: 10.1016/j.neuron.2015.05.001

Video-Abstract
https://www.youtube.com/watch?v=Q8BGehgXK94

Weltweit bis zu 53000 Baumarten

In einem Großprojekt haben Forscher aus 43 Ländern die Zahl der tropischen und subtropischen Baumarten ermittelt. Aufgrund von Kartierungen und Hochrechnungen schätzen sie, dass es weltweit 40.000 bis 53.000 Baumarten gibt.

An estimate of the number of tropical tree species,
J. W. Ferry Slik et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, 2015, doi: 10.1073/pnas.1423147112.

Verschlafene Kohlmeisen-Männer werden öfter betrogen

Spätes Aufstehen ist gemütlicher, aber es verringert auch den Fortpflanzungserfolg – zumindest wenn man eine Kohlmeise ist. Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen und Radolfzell haben zusammen mit Kollegen aus den Vereinigten Staaten nämlich herausgefunden, dass Kohlmeisen, die später als ihre Artgenossen aufstehen, öfter von ihren Weibchen betrogen werden. Die Ergebnisse bringen neue Erkenntnisse für das Verständnis der Evolution der inneren Uhr.
Weitere Informationen:
http://orn.iwww.mpg.de/3574832/news_publication_9259165?c=2162

Mammographie I: WHO-Studie gibt grünes Licht für Früherkennung

Das unabhängige Expertengremium, welches von der International Agency for Research on Cancer (IARC) der WHO einberufen wurde, kommt zu dem Schluss, dass der Nutzen des MammographieScreenings für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren klar den potenziellen Schaden überwiege. Für Teilnehmerinnen werde die Brustkrebssterblichkeit um etwa 40 Prozent gesenkt. Die zusammengefassten Ergebnisse wurden jetzt online im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Lauby-Secretan B et al. for the International Agency for Research on Cancer Handbook Working Group (2015)
Breast-Cancer Screening – Viewpoint of the IARC Working Group. June 3, 2015 DOI: 10.1056/NEJMsr1504363

Mammographie II: Kanada-Studie angeblich mit methodischen Fehlern

Als einzige von 8 randomisierten kontrollierten Screeningstudien zeigte die 1980-1985 durchgeführte „Kanada-Studie“ keine Reduktion der Brustkrebssterblichkeit. Dieses Ergebnis wurde nach 25 Jahren Nachbeobachtung erneut veröffentlicht. Die Aussagekraft der „Kanada-Studie“ sei jedoch stark in Zweifel zu ziehen, denn sie weise erhebliche methodische Mängel auf. Schlechte Mammographie-Qualität, unsaubere Studiendurchführung sowie fehlende ärztliche Qualitätssicherung: So lautet das Fazit der aktuellen systematischen Analyse der Original-Literatur zur Canadian National Breast Cancer Screening Study (CNBSS) von Heywang-Köbrunner und Katalinic.

Literatur: Heywang-Köbrunner SH, Schreer I, Hacker A, Noftz MR, Katalinic A( 2015) Conclusions for mammography screening after 25-year follow-up of the Canadian National Breast Cancer Screening Study (CNBBS). Eur Radiol doi 10.1007/s00330-015-3849-2 Miller AB, Wall C, Baines CJ et al (2014) Twenty five year follow-up for breast cancer incidence and mortality of the Canadian National Breast Screening Study: randomized screening trial. BMJ 348:g366 Gøtzsche PC, Jørgensen KJ (2013) Screening for breast cancer with mammography. Cochrane Database Syst Rev 6, CD001877. Doi:10.1003/14651858. CD001877.pub5

Neues Bakterium hat kommerziellen Potenzial

Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Umweltmikrobiologie um Prof. Dr. Michael Schlömann an der TU Bergakademie Freiberg haben eine neue Bakterienart entdeckt und charakterisiert. Das Bakterium wurde aus einer Erdprobe isoliert und konnte nun im Rahmen einer Stammbeschreibung als neue Art klassifiziert werden. Gemäß dem Ort seiner Isolierung und Beschreibung wurde der Organismus nach dem altlateinischen Namen der Stadt Freiberg benannt und auf Sphingopyxis fribergensis getauft.

Weitere Informationen:

http://’http://tu-freiberg.de/fakultaet2/bio/environmental-microbiology – Informationen zur Arbeitsgruppe Mikrobiologie am Institut für Biowissenschaften der TU Bergakademie Freiberg’
http://’http://tu-freiberg.de – TU-Homepage’

Nochmal der Link zur Indiegogo-Kampagne EIN WISSENSCHAFTSBUCH FUER LAOS

WWWW vom 1.6.2015: Alte Vulkane, Nierentricks und Pflanzenhormone

Nieren austricksen

Herz-OPs gefährden die Nieren: Operationen am offenen Herzen können zu akutem Nierenversagen führen, einen wirksamen Schutz dagegen gibt es bisher nicht. Ein internationales Team um den münsterschen Anästhesiologie-Professor Dr. Alexander Zarbock brachte die Nieren mit einem Trick dazu, sich selbst zu verteidigen.
Originalliteratur:

Zarbock A. et al.: Effect of Remote Ischemic Preconditioning on Kidney Injury Among High-Risk Patients Undergoing Cardiac Surgery: Randomized Clinical Trial. JAMA. Published online May 29, 2015. doi:10.1001/jama.2015.4189

Bei den Galapagos-Inseln ging es einst hoch her

Vor 8 bis 16 Millionen Jahren gab es im Gebiet der heutigen Galapagos-Inseln einen hochexplosiven Vulkanismus. Das zeigt erstmals die Auswertung von Bohrkernen, die im Rahmen des Integrated Ocean Drilling Program (IODP) im Ostpazifik gewonnen wurden.
Originalarbeit:
Schindlbeck, J.C., S. Kutterolf, A. Freundt, S.M. Straub, K.-L. Wang, M. Jegen, S.R. Hemming, A.T. Baxter, M.I. Sandoval (2015): The Miocene Galápagos ash layer record of Integrated Ocean Drilling Program Site U1381: Ocean-island explosive volcanism during plume-ridge interaction. Geology,http://dx.doi.org/10.1130/G36645.1

Keime verbreiten Gene sich durch Härchen

Multiresistente pathogene Keime entstehen durch den Transfer von Resistenzgenen von einem Bakterium auf ein anderes. Forscherinnen der Goethe-Universität und des Max-Planck-Instituts für Biophysik haben nun bestätigt, dass Härchen-artige Strukturen, die wie Fangarme von den Bakterien ausgeworfen werden, für den DNA-Transfer verantwortlich sind.
Publikation:
Vicki A M Gold, Ralf Salzer, Beate Averhoff und Werner Ku?hlbrandt. Structure of a type IV pilus machinery in the open and closed state. eLife 2015;10.7554/eLife.07380

Pflanzenhormone arbeiten zusammen

Bevor der Pollen einer Pflanze in die Welt entlassen wird, muss er durch Nährstoffanreicherung und Wasserentzug überlebens- und flugfähig gemacht werden. Gleichzeitig muss der Staubbeutel austrocknen, um sich pünktlich für die Pollenfreisetzung zu öffnen. Das Pflanzenhormon Jasmonat spielt bei beiden Prozessen eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) haben jetzt an Tomaten nachgewiesen, dass diese Entwicklung des Staubbeutels von einem weiteren Phytohormon, dem Ethylen, beeinflusst wird. Jasmonat und Ethylen sorgen demnach gemeinsam für eine exakte zeitliche Abfolge der Pollenreifung und dessen Freisetzung.

Hohes Gewicht in jungen Jahren fördert Darmkrebs

Wie eine wissenschaftliche Auswertung von 12 Beobachtungsstudien nun zeigt, ist bereits im jungen Erwachsenenalter, d. h. zwischen 18 und 25 Jahren, eine Gewichtszunahme von durchschnittlich 15,2 Kilogramm mit einem um 22 Prozent erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden. Männer sind dabei hinsichtlich einer Krebserkrankung des Dickdarms besonders gefährdet. Bezüglich des Enddarms waren keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zu beobachten.

UND HIER NOCH DER LINK ZUM SCIENCE BOOK FUER LAOS

WWWW vom 25.5.2015: Ein Wissenschaftsbuch aus Laos und Viagra gegen Malaria

Ich fange hier mit dem Thema an, das im Podcast an Schluss kommt. Freunde von mir aus Laos haben ein Projekt gestartet, dass “First Science Book in Laos” heisst. Es geht darum, ein Buch zu schreiben und vor allem zu drucken, dass Laoten Wissenschaft nahebringt, ohne gleich zu überfordern. Autor ist ein laotischer Freund von mir, Mii, der auch einen (bzw. den) laotischen Wissenschaftspodcast macht.
Weil kein Verlag in Laos das Risiko eingehen wird, das Buch vorzufinanzieren, brauchen Mii und Air 7500 Dollar, um das Buch zu drucken (2000 Auflage) und 1000 Exemplare davon zu verschenken.
Etwas mehr Informationen git es auf der Indigogo-Seite. Bitte, schaut es Euch an und helft, das Ganze zu realisieren. Danke!

Viagra hat eine neue Nebenwirkung

Der für Malaria verantwortliche Parasit Plasmodium falciparum hat einen komplizierten Entwicklungszyklus, der zum Teil im Menschen und zum Teil in der Anopheles-Mücke stattfindet. Zur Ausrottung dieser Krankheit müssen neue Behandlungsmethoden entwickelt werden, mit denen die Übertragung des Parasiten von den infizierten Menschen auf die Mücken vermieden werden kann. Man hat jetzt Substanzen getestet, die einen wichtigen Übertragungsweg blockieren. Dazu gehört auch Viagra.

Weitere Informationen:

Quellen:
– “Du Viagra pour enrayer le paludisme?”, Artikel der Zeitung Le Monde, 08.05.2015 –http://www.lemonde.fr/sciences/article/2015/05/08/du-viagra-pour-enrayer-le-palu…
– “Le Viagra : nouvelle piste contre la transmission du parasite du paludisme ?”, Pressemitteilung des CNRS, 7.05.2015 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/4023.htm

Brille hilft bei altersbedingter Sehschwäche

Spezialbrille
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) beeinträchtigt zunehmend das Sehen im zentralen Sehbereich. Sie wirkt sich nur auf die Mitte der Netzhaut (Retina) aus, so dass das Sehvermögen im äußeren Gesichtsfeld erhalten bleibt. Die AMD verursacht jedoch eine verschlechterte Sehschärfe, verzerrtes Sehen und vermindertes Kontrastsehen. Das Pariser Start-up-Unternehmen Light Vision hat nun eine „intelligente“ Brille entwickelt. Die Brille verfügt über eine Kamera, die die Umgebung filmt. Das so erhaltene Bild wird anschließend mit einer vom Unternehmen entwickelten Software verarbeitet: Die Kontraste werden erhöht und die Farben mitunter umgekehrt. Ziel ist es, dass sich die Brille automatisch dem Sehvermögen des Trägers anpasst.
Quelle: “DMLA : Light Vision développe une paire de lunettes “intelligente” “, BE France 300, 28.04. 2015 – http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/78363.htm

Klimaziel: Weniger könnte mehr sein

Eine neue Studie zeigt, was für klimapolitische Maßnahmen nötig wären, um die weltweite Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf weniger als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Grundsätzlich wäre eine solche Begrenzung machbar, so die jetzt in Nature Climate Change veröffentlichte Studie eines Teams von Forschern unter anderem des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Das 1,5-Grad-Ziel wird von mehr als hundert Ländern für sicherer gehalten als das international vereinbarte Ziel von 2 Grad Celsius.
Link zum Artikel, sobald er veröffentlicht ist: http://dx.doi.org/10.1038/NCLIMATE2572

Bakterien von der schiefen BAhn abbringen

Manche Bakterienarten fangen in der Nähe von Oberflächen an zu kreisen, ähnlich wie ein Fahrzeug, dessen Räder auf einer Seite von der Fahrbahn abkommen. Wie eng und in welcher Richtung die Bakterien ihre Kreise ziehen, hängt von der Gleitfähigkeit der Oberfläche ab, wie Jülicher Physiker mithilfe von Computersimulationen ermittelt haben. Die Berechnungen zeigen auch, wie sie sich durch modifizierte Oberflächen auf eine gerade Bahn lenken lassen.
Physical Sensing of Surface Properties by Microswimmers – Directing Bacterial Motion via Wall Slip;
Jinglei Hu, Adam Wysocki, Roland G. Winkler, Gerhard Gompper;
Scientific Reports, DOI: 10.1038/srep09586, 20 May 2015 (Web)

Savannen sorgen für CO2-SChwankungen

Seit über 50 Jahren nimmt die Landvegetation mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf, als sie wieder abgibt. Ändert sich diese Senken-Funktion, ist auch der CO2-Gehalt der Atmosphäre und damit das Klima betroffen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie haben nun zusammen mit internationalen Kollegen den Beitrag verschiedener Ökosysteme untersucht: Während Waldökosysteme die Gesamtstärke der Kohlenstoffsenke bestimmen, sind halbtrockene Ökosysteme wie Savannen und Buschland für den Großteil ihrer jährlichen Schwankungen hauptverantwortlich.

Per Dronenflug Kitze gerettet

Im Mai, wenn die Wiesen saftig sind und die Kräuter in voller Blüte stehen, bringen die Rehe ihre Jungen zur Welt. Während die Ricke nach Nahrung sucht, verharren die Kitze im hohen Gras, um Raubtiere nicht auf sich aufmerksam zu machen. Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität Jena haben jetzt die Setzplätze von Rehkitzen per Drohnenflug erkundet und den Landwirten der Geratal Agrar GmbH und Co. KG Andisleben mitgeteilt. Dr. Christian Thiel überflog mit einem Oktokopter – einer Drohne mit acht Propellern – einen Luzerneschlag von etwa 200 mal 700 Meter Größe, wobei das Areal fotografiert wurde. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sina Truckenbrodt wertete die Daten aus und machte dabei mutmaßlich acht Rehkitze aus.