Category Archives: Natural Sciences

WWWW vom 19.5.2014: Gruesse aus Koh Samui

Heute sende ich aus Koh Samui, einer Insel im Süden Thailands. Habe mich mal and den Pool gesetzt und aufgenommen. Ich hoffee Meeresrauschen und das Plätchern des Poolwasser stören nicht zu sehr 🙂

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(Mein Setup: iPad mit Kopfhörer und Mikro, Software Voice Record, das kann auch in MP3 konvertieren und in die Dropbox laden. Nur die ID3-Tags sind nicht vollständig. Hoffe es geht auch so)

Innere Uhr der Maus verändert

Wissenschaftlern um den Biochemieprofessor Florian Heyd von der Freien Universität Berlin ist es gelungen, die circadiane, also innere Uhr, von Mäusen so zu kontrollieren, dass die Tiere sich schneller an andere Zeitzonen gewöhnen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe RNA-Biochemie konnten zeigen, dass das sogenannte alternative Spleißen eines bestimmten Gens die Anpassung der Versuchstiere an andere Zeitzonen kontrolliert.

Biber mischen sich, und das ist gut so

Wissenschaftler des Forschungsinstituts Senckenberg haben mittels genetischer Methoden die Populationsstruktur von Bibern in Mitteleuropa untersucht. Molekulargenetische Analysen konnten erstmals zeigen, dass sich Biber verschiedener Herkunft erfolgreich vermischen und dabei eine erhöhte genetische Vielfalt im Vergleich zu reinen Reliktpopulationen aufweisen. Die Biologen befürworten diese Vermischung und stellen gleichzeitig die bisherige Unterteilung in Unterarten für Mitteleuropa in Frage.

Wie Stabschrecken sich anpassen

Ist Evolution vorhersehbar und wiederholbar? Würde die natürliche Selektion einer Tier- oder Pflanzenart unter ähnlichen Bedingungen beim wiederholten Male ähnlich ablaufen? Eine internationale Studie mit Beteiligung der Universität Göttingen kommt zu dem Ergebnis, dass dies zumindest eingeschränkt gelten könnte. Die Wissenschaftler untersuchten das Genom einer kalifornischen Stabschreckenart. Dabei stellten sie fest, dass sich Teile des Genoms im Laufe der Zeit der jeweiligen geografischen Umgebung und den Lebens- und Ernährungsbedingungen der Tiere anpassen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Science erschienen.

Strömung bestimmt Futtergebiet für Meeresschildkrröten

Erwachsene Meeresschildkröten legen häufig sehr lange Strecken zwischen ihren Brutstätten und ihren Nahrungsgründen zurück. Bisher war jedoch nicht bekannt, woran sie sich bei der Auswahl ihres Lebensraumes orientieren. Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben gemeinsam mit Kollegen aus Großbritannien und Australien einen Zusammenhang zwischen Meeresströmungen und dem Wanderungsverhalten von Meeresschildkröten entdeckt. Die Studie ist jetzt in der internationalen Fachzeitschrift „Ecology“ erschienen.

WWWW vom 12.5.2014: Verliebte Neurotiker und die Gesänge der Nachtigall

Wie Wechselwarme Nerven bei Temperaturschwankungen funktionieren

Are you really get me on the cover of the Vogue?
Warmblütige Tiere wie Säuger und Vögel investieren einen großen Anteil ihrer Energie, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Die Körpertemperatur von wechselwarmen Tieren wie Amphibien und Insekten hingegen folgt der Umgebungstemperatur. Solche Änderungen in der Betriebstemperatur des Nervensystems wirken sich jedoch auf die elektrische Aktivität der Nervenzellen aus und können theoretisch negative Folgen für die Signalverarbeitung nach sich ziehen. Erstaunlicherweise „funktioniert“ das Nervensystem vieler wechselwarmer Tiere trotzdem über eine stark variierende Temperaturskala ohne Beeinträchtigung.
Originalveröffentlichung:
Frederic A Roemschied, Monika J Eberhard, Jan-Hendrik Schleimer, Bernhard Ronacher, Susanne Schreiber (2014): Cell-intrinsic mechanisms of temperature compensation in a grasshopper sensory receptor neuron. eLife.
Weitere Informationen:
http://elifesciences.org/content/3/e02078

Wie, wann und warum Nachtigallen singen

Der Gebrauch und die Anordnung des Gesangs von Nachtigallen ist Thema von zwei Studien, die kürzlich von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Biokommunikation der Freien Universität Berlin publiziert wurden. Pünktlich zum Beginn der diesjährigen Brutsaison der heimischen Singvögel haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um die Juniorprofessorin für Biologie Silke Kipper das Verständnis darüber erweitert, wie die Tiere Nachrichten kodieren sowie austauschen und wie ihre Kommunikation funktioniert.
Literatur
• Weiss, M., Hultsch, H., Adam, I., Scharff, C., Kipper, S. (2014). The use of network analysis to study complex animal communication systems: A study on nightingale song. Proceedings of the Royal Society B. 20140460; doi:10.1098/rspb.2014.0460 (published 7 May 2014)
• Bartsch, C., Wenchel, R., Kaiser, A., Kipper, S. (2014). Singing onstage: Female and male Common nightingales eavesdrop on song type matching. Behavioral Ecology and Sociobiology. DOI 10.1007/s00265-014-1727-6 (published 26 April 2014)

Manschette senkt Blutdruck ohne Nebenwirkungen

Hoher Blutdruck ist weltweit nach Rauchen und Alkoholkonsum das höchste Gesundheitsrisiko. In Deutschland leiden circa 25 Prozent unter einer so genannten arteriellen Hypertonie. Die Mikrosystemtechniker Dr. Dennis Plachta und Prof. Dr. Thomas Stieglitz von der Professur für Biomedizinische Mikrotechnik am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität haben in Kooperation mit den Neurochirurgen Dr. Mortimer Gierthmühlen und Prof. Dr. Josef Zentner vom Universitätsklinikum Freiburg eine neue Manschettenelektrode entwickelt, die den Blutdruck senken kann, ohne Nebenwirkungen hervorzurufen.
Originalveröffentlichung:
“Blood pressure control with selective vagal nerve stimulation and minimal side effects” (D T T Plachta et al. 2014 Journal of Neural Engineering 11 036011).

Bessere Verträge können Kleinbauern in Asien helfen

In vielen Entwicklungsländern werden Lebensmittel von Kleinbauern produziert und auf traditionellen Märkten gehandelt. Um eine hohe Lebensmittelqualität gewährleisten zu können, schließen Unternehmen der Ernährungsindustrie zunehmend Lieferverträge mit Landwirten ab. Solche Verträge mit Kleinbauern funktionieren jedoch oftmals nicht, da sich die Bauern entweder betrogen fühlen oder die Unternehmen über zu geringe Liefermengen und die Nichteinhaltung vertraglicher Regeln klagen. Agrarökonomen der Universität Göttingen erforschen deshalb, wie Verträge mit Kleinbauern verbessert werden können.
Originalveröffentlichung: Christoph Saenger et al. (2014). Impact of third-party contract enforcement in agricultural markets – a field experiment in Vietnam. American Journal of Agricultural Economics. Doi: 10.1093/ajae/aau021.

Verliebten Neurotiker geht es besser

Psychologen von den Universitäten Jena und Kassel haben herausgefunden, wie neurotische Menschen von einer romantischen Partnerschaft profitieren. Während einer Liebesbeziehung werden sie emotional stabiler und ihre Persönlichkeit festigt sich. Die entscheidende Rolle spiele die kognitive Ebene, das heißt die innere Gedankenwelt eines Menschen, schreiben die Forscher.
Original-Publikation:
Finn, C., Mitte, K. & Neyer, F.J.: Recent Decreases in Specific Interpretation Biases Predict Decreases in Neuroticism. Evidence From a Longitudinal Study With Young Adult Couples. Journal of Personality (2014), http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jopy.12102/abstract (DOI: 10.1111/jopy.12102).

Gentest für HD bei Schäferhunden

Die Hüftgelenkdysplasie (HD) nimmt in der Hundezucht seit jeher eine wichtige Rolle ein, da sie sehr weit verbreitet ist und bei allen Hunderassen und Mischlingshunden vorkommen kann. Forschern aus dem Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ist es nun gelungen, Genvarianten und die daran beteiligten Stoffwechselwege für die Entstehung der HD beim Deutschen Schäferhund zu identifizieren.
Der genomweite Test für Schäferhunde ist jetzt am Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der TiHo verfügbar und kann von allen Züchtern des Deutschen Schäferhundes genutzt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung (www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/institute/institut-fuer-tierzucht-und-vererbungsforschung/). Für die Berner Sennenhunde steht der genomweite Test bereits zur Verfügung. Die Ergebnisse, die diesen Test ermöglichen, veröffentlichten die Forscher Ende 2012 bei PLOS ONE (http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0049782).

WWWW vom 5.5.2014: Warum manche Vögel länger leben

Fressfeinde entscheidend fürs Altwerden

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Das Altern ist bei Mensch und Tier unausweichlich. Die Dauer eines Lebens jedoch unterscheidet sich von Art zu Art sehr stark. Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben nun einen möglicherweise allgemeingültigen Mechanismus gefunden, der die unterschiedlichen Lebenserwartungen erklären kann. Dazu haben sie Daten von knapp 1400 Vogelarten untersucht und herausgefunden, dass die Anzahl und Verteilung von Fressfeinden die Lebenserwartung der Vögel bestimmt – unabhängig von Körpergewicht und Reproduktionsrate, die auch eine wichtige Rolle spielen.
Originalpublikation:
M. Valcu, J.Dale, M. Griesser, S. Nakagawa, B. Kempenaers
Global gradients of avian longevity support the classic evolutionary theory of ageing
Ecography, 25. April 2014

Wissenschaftler entdecken neuen Mechanismus der vorgeburtlichen Lungenreifung

Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko, an Funktionsstörungen der Lunge zu erkranken. Die Ursache dafür liegt unter anderem darin, dass die Lunge dieser Frühgeborenen während der embryonalen Entwicklung nicht vollständig gereift ist. Bei einer drohenden frühen Geburt versucht man daher, die Lungenreifung zu forcieren. Wissenschaftler des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, das Team um Professor Dr. Jens Kroll, haben jetzt im Rahmen einer experimentellen Studie eine zukunftsweisende Entdeckung gemacht. Sie stellten fest, dass Blutgefäße eine wichtige, aktive Funktion bei der embryonalen Lungenreifung haben.

Weitere Informationen:
http://dmm.biologists.org/content/early/2014/04/30/dmm.014266.abstract

UEFA Turnierregeln auf dem Prüfstand

Für viele Fußballfans macht es einen besonderen Reiz aus, dass bei Welt- oder Europameisterschaften gegen Ende der Gruppenphase nicht nur das eigene Spiel zählt, sondern auch die Resultate der anderen Begegnungen. Für andere stellt dieser Umstand eine grobe Ungerechtigkeit dar. Auch Yannick Berker, Doktorand am Institut für Experimentelle Molekula-re Bildgebung der RWTH, stellte sich die Frage: Darf ein Spiel zwischen zwei Fußballmannschaften die Reihenfolge zweier anderer Mannschaften beeinflussen?
Quelle: Yannick Berker. Tie-breaking in round-robin soccer tournaments and its influence on the autonomy of relative rankings: UEFA vs. FIFA regulations.

Weitere Informationen:
http://www.tandfonline.com/eprint/NQsbzu7rtSKfY2yISEUc/full

Impfstoff für Leishmanione entwickelt

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen Impfstoff entwickelt, der vor Leishmaniose schützt. Diese Infektionskrankheit ist eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionserkrankung, die durch einzellige Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen wird. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science Translational Medicine* veröffentlicht.
*Shantanabha Das, Anja Freier, Thouraya Boussoffara, Sushmita Das, Detlef Oswald, Florian O. Losch, Melanie Selka, Nina Sacerdoti-Sierra, Gabriele Schönian, Karl-Heinz Wiesmüller, Karin Seifert, Matthias Schroff, Christiane Juhls, Charles L. Jaffe, Syamal Roy, Pradeep Das, Hechmi Louzir, Simon L. Croft, Farrokh Modabber, Peter Walden: Modular Multiantigen T Cell Epitope–Enriched DNA Vaccine Against Human Leishmaniasis. In: Science Translational Medicine, 30 April 2014, Vol 6 Issue 234.

Verschiedene Ladezyklen schonen Batterie

Störungsfreies Laden ist eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen. Mit knapp 120.000 gefahrenen Kilometern hat das Projekt RheinMobil nachgewiesen, dass für die Batterieleistung eine Kombination aus schnellem und herkömmlichem Laden ideal ist: Der gesteuerte Mix ermöglicht eine hohe Auslastung der Fahrzeuge und schont die Batterie.

Müll schwimmt mittlerweile überall

Ein internationales Forscherteam hat erstmals großflächig die europäischen Meere auf Müll untersucht und ist dabei in jeder Region fündig geworden: von küstennahen Gebieten bis hinab in die Tiefsee. Die Ergebnisse dieses Zensus erscheinen am 1. Mai im Online-Fachblatt PLOS ONE. Wie sich dieser Müll auf die Meeresbewohner und schließlich auch auf uns Menschen auswirken wird, ist jedoch bislang weitestgehend unbekannt.
Das Paper erschien am 1. Mai 2014 mit dem Originaltitel Marine litter distribution and density in European Seas, from the shelves to deep basins im online Fachmagazin PLOS ONE. http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0095839

WWWW vom 28.4.2014: Gruppenbewegung und depressive Kinder

Lotsenboot mit Elektroantrieb

Elektrisches Lotsenboot: Umweltfreundlich und sicher
Ein Hybridantrieb von Siemens steckt in einem der modernsten Lotsenboote der Welt. Die Explorer ist ein sogenanntes SWASH-Schiff (Small Water­plane Area Single Hull) mit einem mittig unter dem Schiff gelegenen, torpedoförmigen Auftriebskörper. Aus dieser Röhre heraus wird das Boot auch angetrieben. Es liegt selbst bei Seegang stabil im Wasser und ist vergleichsweise leicht, so dass es weniger Treibstoff verbraucht.
Mehr dazu hier.

Krafttraining kann Blutdruck senken

Die Studierende Heike Holtappel der Fakultät Life Sciences analysierte im Rahmen einer Studie an der Hochschule Rhein-Waal gemeinsam mit Prof. Dr. Robert Renner den Einfluss eines Krafttrainings auf leichten bis mittelschweren Bluthochdruck. Als Ergebnis dieser Studie konnte ein gesenkter Blutdruck und ein verbessertes, körperliches Wohlbefinden verzeichnet werden.
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-rhein-waal.de

Kakaoinhaltsstoff kann Arterien verbessern

Bestimmte Pflanzeninhaltstoffe des Kakaos, die Flavanole, können die Funktionen (Elastizität?) des arteriellen Systems bei jungen und älteren Menschen verbessern und altersabhängigen Veränderungen der Gefäße entgegenwirken. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die ein Team des Universitätsklinikums Düsseldorf gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Großbritannien durchgeführt.
Quelle: DGK Abstract V833: Heiss C. et al, Impact of dietary cocoa flavanol intervention on vascular ageing in healthy individuals: a randomized placebo-controlled double-masked trial. Clin Res Cardiol 103, Suppl 1, April 2014

Alle mir nach: Wie Lebewesen sich in Gruppen bewegen

Wie koordinieren Individuen ihre Bewegungen als Gruppe auf ein räumliches Ziel hin? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Courant Forschungszentrums „Evolution des Sozialverhaltens“ der Universität Göttingen konnten zeigen, dass Regeln des Schwarmverhaltens auch auf Menschen anwendbar sind. So bilden Tiere durch äußere Umwelteinflüsse Ansammlungen und bewegen sich in die gleiche Richtung. Auch komplexes menschliches Verhalten wie Führung und Koordination in einer Gruppe folgt einfachen Regeln. Für diese Regeln müssen keine höheren Denkleistungen vorausgesetzt werden, sondern lediglich eine wechselseitige Wahrnehmung lokaler Bewegungen.
Originalveröffentlichung: Margarete Boos et al. (2014): Leadership in Moving Human Groups. PLoS Computational Biology. http://www.ploscompbiol.org/article/info:doi/10.1371/journal.pcbi.1003541

Wie geschwommen wird, hängt vom Typ ab

Vögel und Fische bewegen sich in Schwärmen, Menschen zuweilen in Strömen, und auch Mikroorganismen wie Bakterien oder Algen bilden in wässriger Lösung charakteristische Bewegungsmuster aus. Nach welchen Regeln die Bewegung in solchen Formationen erfolgt, kann die Wissen-schaft jedoch noch immer nicht vollständig beschreiben.

Prof. Dr. Holger Stark, Leiter der Arbeitsgruppe Statistische Physik weicher Materie und biologischer Systeme, und seinem Mitarbeiter Dr. Andreas Zöttl ist es nun in einer wegweisenden Arbeit gelungen zu erklären, dass die Art und Weise der Schwimmbewegung und somit der Schwimmtyp des einzelnen Mikroorganismus die kollektive Bewegung bestimmen.
Originalveröffentlichung im Physical Review Letters:
A. Zöttl and H. Stark, Hydrodynamics Determines Collective Motion and Phase Behavior of Active Colloids in Quasi-Two-Dimensional Confinement, Phys. Rev. Lett. 112, 118101 (2014),
DOI: http://dx.doi.org/10.1103/PhysRevLett.112.118101

Therapie für depressive Kinder

Forscher der Universität Leipzig haben lokal einen gesamten Kindergartenjahrgang auf Angst- und Depressionssymptome untersucht. Dabei wurden bei zwölf Prozent der rund 1.740 einbezogenen Kinder erhöhte Ängstlichkeit und depressive Verstimmtheit festgestellt. Ohne fachliche Hilfe sind sie nachweislich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, im Erwachsenenalter eine Depression zu entwickeln.
Fachveröffentlichungen:
Klitzing, K. von, White, L. O., Otto, Y., Fuchs, S., Egger, H. L., & Klein, A. M. (2014).
Depressive comorbidity in preschool anxiety disorder. Journal of Child Psychology and
Psychiatry, and Pllied Disciplines. Published online, doi:10.1111/jcpp.12222

Göttken, T., White, L. O., Klein, A. M., & Klitzing, K. von. (2014). Short-term psychoanalytic child therapy for anxious children: A pilot study. Psychotherapy (Chicago, Ill.), 51(1), 148-158. doi:10.1037/a0036026

WWWW vom 21.4.2014: Bakterien in Wespen und Jägern

Nur erprobte Bakterien werden weitergegeben

Bienenwolf
Eine Symbiose zwischen Bienenwölfen und ihren Bakterien besteht seit Millionen von Jahren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena und der Universität Regensburg haben jetzt zusammen mit US-amerikanischen Forschern entdeckt, dass bestimmte Grabwespen die Weitergabe ihrer Symbiosebakterien von der Mutter an den Nachwuchs streng kontrollieren und keine anderen Mikroorganismen übertragen.

Originalveröffentlichung:
Kaltenpoth, M., Roeser-Müller, K., Köhler, S., Peterson, A., Nechitaylo, T.Y., Stubblefield, J.W., Herzner, G., Seger, J., Strohm, E. (2014). Partner choice and fidelity stabilize coevolution in a Cretaceous-age defensive symbiosis. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, April 2014, DOI: 10.1073/pnas.1400457111
http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1400457111

Jäger und Sammler haben andere Darmflora als moderne West-Menschen

Die Darmflora beeinflusst zahlreiche Aspekte der Gesundheit und Nährstoffaufnahme beim Menschen, doch bisher konzentrierte sich die Forschung hauptsächlich auf „westliche“ Bevölkerungsgruppen. Ein internationales Forscherteam, dem auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig angehören, hat nun erstmals die Darmflora einer modernen Jäger- und Sammlergesellschaft, der in Tansania lebenden Hadza, untersucht. Dabei fanden die Forscher heraus, dass sich das Mikrobenprofil der Hadza von denen aller anderen bisher untersuchten Menschengruppen unterscheidet.

Originalpublikation:
Stephanie L. Schnorr, Marco Candela, Simone Rampelli, Manuela Centanni, Clarissa Consolandi, Giulia Basaglia, Silvia Turroni, Elena Biagi, Clelia Peano, Marco Severgnini, Jessica Fiori, Roberto Gotti, Gianluca De Bellis, Donata Luiselli, Patrizia Brigidi, Audax Mabulla, Frank Marlowe, Amanda G. Henry & Alyssa N. Crittenden
Gut microbiome of the Hadza hunter-gatherers
Nature Communications, 15. April 2014, Doi: 10.1038/ncomms4654

Erstmals einzelne Sehzellen gereizt

In einem menschlichen Auge gibt es rund 120 Millionen lichtempfindliche Sinneszellen. Forschern der Universität Bonn, der University of California und der University of Alabama ist es nun erstmals gelungen, bei lebenden Personen einzelne dieser Zellen gezielt zu stimulieren. Die Bahn brechende Methode verspricht neue Antworten auf die Frage, wie das Auge Lichtreize zu Bildern verarbeitet. Außerdem erwarten sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse dazu, was bei Krankheiten mit den Lichtsinneszellen passiert. Auch die Wirkung von Medikamenten lässt sich möglicherweise direkt sichtbar machen. Die Arbeit erscheint im „Journal of Neuroscience“.
Publikation: Mapping the Perceptual Grain of the Human Retina; Wolf M. Harmening, William S. Tuten, Austin Roorda und Lawrence C. Sincich; The Journal of Neuroscience, DOI: 10.1523/JNEUROSCI.5191-13.2014

Weberknechtfossil hatte vier Augen

Ein spektakulärer fossiler Weberknecht-Fund aus Frankreich wurde vor kurzem von einem Forscherteam aus dem Berliner Naturkundemuseum, England und den USA mittels Computertomographie untersucht und veröffentlicht. Der Neufund hat einen Körperbau wie keiner der noch lebenden Weberknechte und besaß Augen mittig und seitlich auf dem Kopf. Moderne Weberknechte haben entweder Zentral- oder Seitenaugen, aber nie beides zusammen. Das bedeutet, dass die Urformen der Weberknechte beide Augentypen besaßen.

Computer simuliert Bakterienstrategien

Für Nachwuchs sorgen oder die Welt erobern? Vor dieser Frage stehen auch Bakterien. Wie sie sich entscheiden sollten, um ihre Art optimal zu erhalten, haben jetzt Physiker der LMU berechnet.
Publikation:
Matthias Reiter, Steffen Rulands, Erwin Frey
Range Expansion of Heterogeneous Populations
Phys. Rev. Lett. 112, 148103 (2014)
http://link.aps.org/doi/10.1103/PhysRevLett.112.148103

WWWW vom 14.4.2014: Ohrwürmer, Herzschrittmacher und Neutronensterne

Ohrwürmer-Kids sind nett zu einander

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Zu der Frage, wie im Verlauf der Evolution soziales Verhalten entstanden ist, haben Wissenschaftler der Universitäten in Mainz und Basel neue Erkenntnisse aus der Beobachtung von Ohrwürmern gewonnen. Junge Nachkommen von Ohrwürmern konkurrieren nicht nur um Futter, sondern die Geschwister teilen die Nahrung auch untereinander, vor allem wenn die Mutter abwesend ist.
Veröffentlichung:
Joachim Falk et al.
Sibling Cooperation in Earwig Families Provides Insights into the Early Evolution of Social Life
The American Naturalist, 11. Februar 2014
DOI: 10.1086/675364

Vorläuferzellen von ILCs besser verstehen

Das angeborene Immunsystem erkennt Infektionserreger wie Viren oder Bakterien. Bei der Abwehr von Infektionserregern im menschlichen Körper spielen Lymphozyten, sogenannte „innate lymphoid cells” (ILCs), eine zentrale Rolle. Bislang unbekannte ILCs, die in der Lage sind, Epitheloberflächen wie beispielsweise die Darmschleimhaut vor Infektionen zu schützen.

Mini-Schrittmacher

IN Hamburg bekamen zwei Patienten einen Miniatur Schrittmacher eingesetzt, der ohne Elektroden auskommt. Das Gerät ist kleiner als eine Füllerpatrone und wird mittels Katheter direkt im Herzen eingesetzt – und kann so auch wieder entfernt werden. Eine Operation ist nicht notwendig.
http://www.asklepios.com

http://www.facebook.com/asklepioskliniken

Größe von Neutronensternen beeindruckt Krümmung der Raumzeit nicht

Unabhängig von Größe, Beschaffenheit und Rotationsgeschwindigkeit eines Neutronensterns weist die ihn umgebende gekrümmte Raumzeit stets eine ähnliche Struktur auf. Diese erstaunliche Universalität der Geometrie haben Wissenschaftler der NESTAR-Arbeitsgruppe erforscht und darüber in der Zeitschrift Physical Review Letters berichtet. Die Erwartungen an diese Entdeckung sind hoch: die Allgemeingültigkeit der Struktur der Raumzeit soll sich in Zukunft zu einem leistungsfähigen Werkzeug für Beobachtungen von Neutronensternen entwickeln lassen.
Weitere Informationen:
http://www.zarm.uni-bremen.de
http://arxiv.org/abs/1311.6509
http://journals.aps.org/prl/accepted/5807dY1eYea1dd4673ac98c010a8851ac7d168f9b

Einzelsterne sind wohl keine Einzelgänger

In der Zentralregion der Milchstraße scheinen bei der Sternentstehung doch dieselben Regeln zu herrschen wie andernorts. Viele Astronomen hatten bislang aufgrund von Beobachtungen daran gezweifelt. Möglicherweise zu Unrecht, wie Forscher der Universität Bonn und der TU Berlin in einer neuen Studie zeigen. Die Wissenschaftler erklären darin einen seltsamen Befund, der bislang nur im Zentrum unserer Heimatgalaxie zu beobachten war: das häufige Auftreten isolierter massereicher Sterne. Doch vermutlich waren diese stellaren Einzelgänger nicht immer allein.

WWWW vom 27.5.2013: Fleischkonsum, Cholesterin und Alkohol im Auto

Studie: Mehrheit der Deutschen ist bereit, weniger Fleisch zu essen

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Aktuelle Studie der Universitäten Göttingen und Hohenheim beziffert Potential und Auswirkungen von eingeschränktem Fleischkonsum in Industrieländern. Bereits 20 % weniger Fleischkonsum in den Industrieländern hätte spürbare Auswirkungen auf Agrarpreise und die Ernährungssicherung armer Menschen in Entwicklungsländern. Laut einer aktuellen Studie der Universitäten Hohenheim und Göttingen wären 60 % der Deutschen zu einer Einschränkung ihres Fleischkonsums bereit. Ihre Motivations-Faktoren sind hauptsächlich Überlegungen zur eigenen Gesundheit und zum Tierschutz. Tatsächlich wäre der reduzierte Fleischkonsum in Industrieländer auch für Ressourcenschutz, Klimawandel und die Sicherung der Welternährung vorteilhaft, so die Autoren der Studie, die im Auftrag der Edmund Rehwinkel-Stiftung durchgeführt wurde.

Alkoholbrennstoffzelle soll Reichweite verlängern

Zwei neuartige chemische Energiespeichertechnologien für Elektrofahrzeuge stehen im Mittelpunkt der Forschungen am TU-Fachgebiet Technische Elektrochemie. Unter Leitung von Prof. Dr. Peter Strasser arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Alkoholbrennstoffzellen, um die Reichweite der Batterien zu erweitern, und an der Magnesiumionen-Batterie. „Beide Speichertechnologien könnten den heute üblichen chemischen Speichertechnologien in wichtigen Punkten überlegen sein“, sagt Peter Strasser. Zusammen mit Kollegen der TU München, der Tsinghua Universität in Peking und der Tongji Universität in Schanghai wollen sie neuartige Katalysatormaterialien entwickeln, die die Leistungsdichte der Alkoholbrennstoffzelle um ein Vielfaches erhöhen und damit die Größe des Alkoholtanks minimieren.
Weitere Informationen:
http://www.technischechemie.tu-berlin.de

Zusammenhang zwischen Cholesterin und Krebs erforscht

Ein Team von Forschern des Inserm und des CNRS in Toulouse hat nicht nur ein neues, vom Cholesterin abgeleitetes Molekül namens Dendrogenin A entdeckt, sondern konnte – bei Mäusen – ebenfalls nachweisen, dass es krebshemmende Eigenschaften hat. Die gegenwärtigen Kenntnisse lassen vor allem aus zwei Gründen auf einen negativen Einfluss des Cholesterins auf Tumorerkrankungen schließen: Einerseits ist Cholesterin eine Vorstufe der Androgene und Östrogene, die beide an der Entstehung von “hormonabhängigen” Krebserkrankungen (Prostata- und Brustkrebs) beteiligt sind. Andererseits führt die Synthese von Cholesterin zur Aktivierung von Onkogenen (tumorfördernde Gene).

Fledermäuse bringen Futter zur Ansicht heim

Wenn Fledermaus-Mütter ihre Jungtiere füttern, geben sie nicht nur Nahrung, sondern offenbar auch überlebenswichtige Informationen zur Jagdstrategie und über das Beutespektrum weiter. Zu diesem Schluss kommen Biologinnen um Inga Geipel und Dr. Mirjam Knörnschild (Institut für Experimentelle Ökologie Uni Ulm) in ihrem Fachbeitrag für das Journal „Animal Behaviour“. Überhaupt konnten die Wissenschaftlerinnen erstmals zeigen, dass eine Fledermausart, die kleine Großohrfledermaus (Micronycteris microtis), ihren Nachwuchs nach der Entwöhnung mit fester Nahrung versorgt.

Glucose könnte Reiszüchtung verbessern

Züchtung kann durch den Einsatz von molekularen Markern erheblich beschleunigt werden. Statt nur anhand von äußeren Merkmalen zu sortieren und zu kreuzen, lohnt sich ein Blick ins Innere der Zellen. Forscher vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) haben in verschiedenen Reissorten Marker identifiziert, die anzeigen, ob und wie gut eine Pflanze der Trockenheit widerstehen kann. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie in dem Fachmagazin PLOS ONE. Als Besonders interessanter Kandidat hat sich Glukose erwiesen. Dass es Gene für Trockentoleranz in den unterschiedlichsten Reissorten gibt, ist für die Züchter unerlässlich. Denn sonst wäre alles Kreuzen umsonst.

Weitere Informationen:
http://www.mpimp-golm.mpg.de/136605/2013-05-23

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WWWW vom 21.1.2013: Betrunkene Mäuse

Rekord bei organischen Solarzellen

Das Ulmer Institut für Organische Chemie II und Neue Materialien ist mit seiner Ausgründung, der Heliatek GmbH, Entwickler und Hersteller von organischen Solarfolien, weiter auf Erfolgskurs: Gerade hat ein akkreditiertes Prüfinstitut organischen Solarzellen des Unternehmens eine Zelleffizienz von zwölf Prozent bescheinigt.
Für diesen Weltrekord auf einer Standardgröße von 1,1 Quadratzentimetern ist ein so genannter Absorber, der an der Universität Ulm entwickelt und synthetisiert wurde, maßgeblich mitverantwortlich.

Sonnen-Protuberanzen schirmen sich ab

Sonnen-Protuberanzen sind Wolken aus Plasma, die weit oberhalb der Sonnenoberfläche schweben. Über die Struktur der Wolken war bislang bekannt, dass sie im Inneren aus bis zu 150 Kilometer dicken „Fasern“ bestehen und deutlich kälter sind als ihre Umgebung. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun herausgefunden, wie die Protuberanzen gegen ihr heißes Umfeld abgeschirmt sind.

Der wohl kleinste Motor der Welt

Einem französisch-amerikanischen Forscherteam vom Zentrum für Materialentwicklung und Strukturstudien (CEMES-CNRS) und der Ohio University (OU) ist es gelungen, einen Motor mit verstellbarer Drehrichtung und einem Durchmesser von nur zwei Nanometern zu entwickeln [1]. Der Molekül-Motor besteht aus drei Komponenten: einem dreifüßigen Stator, einem 5-Blatt-Rotor und einem Ruthenium-Atom, das als Kugelgelenk fungiert und den Stator mit dem Rotor verbindet. Der Motor besteht insgesamt aus nur 200 Atomen.

Stress macht Alkoholismus schlimmer

Menschen mit einer genetischen Veranlagung zu erhöhtem Alkoholkonsum neigen gerade unter Stress zu einem exzessiven Missbrauch. Die molekularen Ursachen dieser Form von Abhängigkeit sind Gegenstand intensiver Forschung. Betroffenen Personen könnte mit einem einfachen Eingriff in den Proteinstoffwechsel geholfen werden. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Universität Leipzig und des Berliner Leibniz-instituts für Molekulare Pharmakologie in einer Gemeinschaftsarbeit gekommen, die jüngst im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht wurde.

Hirn ruft Erinnerungen schneller ab als gedacht

Das Gehirn kann Erinnerungen schneller abrufen als bislang angenommen. Das hat ein Forscherteam um den Magdeburger Neurowissenschaftler Emrah Düzel bei einem Gedächtnistest mit 31 Probanden festgestellt. Diese sollten zuvor gezeigte Wörter identifizieren. Deutlich weniger als eine halbe Sekunde nach dem erneuten Erscheinen eines Begriffs setzte bei den Versuchsteilnehmern der Erinnerungsprozess ein. Bisherige Untersuchungen hatten auf eine längere Reaktionszeit hingedeutet.


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WWWW vom 3.12.2012: Mausmakis wissen, ob Daddys Verwandschaft ruft

Ruf verrät Madagaskar-Affen die Verwandschaftslinie

Graue Mausmakis sind nachtaktiv und kommen ausschließlich auf Madagaskar vor, wo sie im dichten Gebüsch des Tropenwaldes zu Hause sind. Foto: S. Kessler
Graue Mausmakis sind nachtaktiv und kommen ausschließlich auf Madagaskar vor, wo sie im dichten Gebüsch des Tropenwaldes zu Hause sind. Foto: S. Kessler
Um Inzucht zu vermeiden, haben Säugetiere verschiedene, zum Teil sehr aufwändige, Strategien entwickelt, Männchen aus ihrer väterlichen Ahnenreihe zu identifizieren. Bei einigen Affen wie Pavianen, Makaken oder Menschenaffen wird diskutiert, dass die Weibchen ihre männliche Verwandtschaft visuell erkennen, so dass sie Paarungen mit ihren männlichen Verwandten vermeiden. Bisher wurde angenommen, dass nur Säugetiere mit verhältnismäßig großen Gehirnen, die in komplexen sozialen Gemeinschaften leben, ihre väterliche Verwandtschaft erkennen können. Wissenschaftlerinnen aus dem Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und der Arizona State University berichten jetzt im Journal BMC Ecology (www.biomedcentral.com/1472-6785/12/26/abstract), dass auch die kleinsten Primaten der Welt, die Mausmakis, väterliche Verwandte erkennen können, und zwar an der Stimme.

Teilnehmer gesucht für Studie über Missbrauchs-Opfer

Eines von vier Mädchen und einer von elf Jungen wird in Deutschland Opfer eines sexuellen Missbrauchs, zehn Prozent der Kinder erleben körperliche Misshandlung. Die meisten entwickeln nach einem solch belastenden Erlebnis eine Posttraumatische Belastungsstörung: Schmerzliche Erinnerungen kehren immer wieder, die Jugendlichen leiden unter Albträumen, fühlen sich gefühlstaub und ständig angespannt. An der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Goethe-Universität Frankfurt wurden bisher zwölf Betroffene erfolgreich nach einem neuen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Konzept behandelt.
Informationen: Dr. Franziska Schreiber, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23973, schreiber@psych.uni-frankfurt.de oder Dipl.-Psych. Jana Gutermann, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23989, gutermann@psych.uni-frankfurt.de

Peripherie ist ein politisches Problem, nicht ein geographisches

In zwei Buchveröffentlichungen erklären Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), welche Prozesse dazu führen, dass Regionen, Städte oder Stadtteile zur Peripherie werden. Dahinter steckt die Grundannahme, dass Peripherie deutlich mehr ist als nur eine Randlage. Vielmehr führt ein komplexes Zusammenspiel von Abstiegsprozessen dazu, dass Orte eingeschränkte Handlungsspielräume besitzen. „Versteht man diesen Prozess, kann man auch über Auswege nachdenken“, sagen Dr. Matthias Bernt und Dr. Matthias Naumann.
– Bernt, Matthias; Liebmann, Heike (Hrsg.): Peripherisierung, Stigmatisierung, Abhängigkeit? Deutsche Mittelstädte und ihr Umgang mit Peripherisierungsprozessen. Heidelberg u.a.: Springer VS, 2013, 234 Seiten, ISBN 978-3-531-18596-5

-Fischer-Tahir, Andrea; Naumann, Matthias (Hrsg.): Peripheralization. The Making of Spatial Dependencies and Social Injustice. Heidelberg u.a.: Springer VS, 2012, 320 Seiten, ISBN 978-3-531-18332-9

Honigtopf lockt Spambots an – 87 Milliarden Mails pro Monat

Um Angreifern im Internet auf die Schliche zu kommen, wechseln die RUB-Forscher um Prof. Dr. Thorsten Holz zum Schein die Seiten: Schlecht geschützte Netzwerkressourcen dienen als Köder für die Schädlinge. Ist sie das System einmal kompromittiert, können die Forscher in aller Ruhe genau beobachten, was die Angreifer darauf treiben. Dieses Wissen fließt dann in Schutzmaßnahmen ein.

Neu Erkenntnisse über Nassfäule

Nassfäule verursacht hohe Schäden in der Landwirtschaft, indem sie Obst, Gemüse und Kulturpilze in matschigen Brei verwandelt. Deutsche Forscher haben mithilfe bildgebender Massenspektrometrie, genetischen und bioinformatischen Methoden (“Genome Mining”) nun die Substanz entdeckt, mit der die Bakterien die Pilze zersetzen. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, könnte die Jagaricin genannte Substanz ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Antimykotika sein.


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WWWW vom 5.11.2011: Grasnadeln und Kakaowanzen

Schädlinge können Nützlinge sein

Saugt den Pflanzensaft aus der Kakaofrucht und beschädigt dabei deren Oberfläche: die auffällige, leuchtend-orange Kakao-Wanze (Helopeltis sulawesi). Foto: Universität Göttingen
Saugt den Pflanzensaft aus der Kakaofrucht und beschädigt dabei deren Oberfläche: die auffällige, leuchtend-orange Kakao-Wanze (Helopeltis sulawesi). Foto: Universität Göttingen

Schädlinge an Kulturpflanzen können sich bei näherer Betrachtung durchaus auch als wichtige Nützlinge erweisen. Das haben umfangreiche Studien von Agrarökologen der Universität Göttingen auf indonesischen Kakaoplantagen gezeigt. In sogenannten Agroforstsystemen auf Sulawesi untersuchten die Forscher sämtliche Schädlinge auf ihre relative Bedeutung und Wechselwirkungen untereinander hin. Dabei fanden sie heraus, dass die gefürchtete Kakao-Wanze, die an Kakao-Früchten saugt und dadurch Schäden verursacht, in der Gesamtbilanz einen positiven Effekt hat: Sie verringert nämlich den Befall eines anderen Schädlings, der für den Ernteertrag viel wichtiger ist.

Buch über Hörtests bei Neugeboreren

In Deutschland werden Hörschäden bei Neugeborenen mit einem verbindlichen Hörtest nachgewiesen. Wie hat sich dieses Screening bewährt und welche Therapien gibt es? Die LMU-Forscherin Annette Leonhardt zieht in „Frühes Hören“ umfassend Bilanz.

Publikation:
Frühes Hören: Hörschädigungen ab dem ersten Lebenstag erkennen und therapieren
A. Leonhardt (Hg.)
Reinhardt Verlag, München (Juli 2012), 57 Seiten
ISBN-10: 3497022888
ISBN-13: 978-3497022885

Transportweg bei Ribosomenbildung entschlüsselt

Einen neuen Mechanismus bei der Bildung von Ribosomen haben Wissenschaftler des Biochemie-Zentrums der Universität Heidelberg entdeckt. In einem interdisziplinären Ansatz beschreiben die Heidelberger Forscher gemeinsam mit Kollegen aus der Schweiz und Japan ein bislang unbekanntes Protein, das bei der Ribosomenherstellung in Eukaryoten – dies sind alle Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern besitzen – eine besondere Rolle spielt. Dieses Protein sorgt dafür, dass bestimmte für die Bildung der Ribosomen erforderliche Bestandteile wie „Anhalter“ gemeinsam an den Ort transportiert werden, an dem der Herstellungsprozess stattfindet.

Originalpublikation:
D. Kressler, G. Bange, Y. Ogawa, G. Stjepanovic, B. Bradatsch, D. Pratte, S. Amlacher, D. Strauß, Y. Yoneda, J. Katahira, I. Sinning, E. Hurt: Synchronizing Nuclear Import of Ribosomal Proteins with Ribosome Assembly, Science (2 November 2012), Vol. 338 no. 6107, 666-671, doi: 10.1126/science.1226960

Pigment lässt bei Rothaarigen Hautkrebs entstehen

Rothaarige Menschen, deren Haut in der Sonne nicht braun wird, haben bekanntlich ein besonders hohes Risiko, an schwarzem Hautkrebs (Malignes Melanom) zu erkranken. Dabei könnte die Belastung durch ultraviolette Strahlen (UV-Strahlen) eine geringere Rolle spielen als bisher angenommen. Vielmehr scheint ein für Rothaarige typisches Pigment die Krebsentstehung zu begünstigen.
Weitere Informationen: Dr. Jochen Lennerz: E-Mail: jochen.lennerz@uni-ulm.de, Tel.: 0731 500-56301

Devarati Mitra, Xi Luo, Ann Morgan, Jin Wang, Mai P. Hoang, Jennifer Lo, Candace R. Guerrero, Jochen K. Lennerz, Martin C. Mihm, Jennifer A. Wargo, Kathleen C. Robinson, Suprabha P. Devi, Jillian C. Vanover, John A. D’Orazio, Martin McMahon, Marcus W. Bosenberg, Kevin M. Haigis, Daniel A. Haber, Yinsheng Wang, David E. Fisher. “An ultraviolet-radiation-independent pathway to melanoma carcinogenesis in the red hair/fair skin background” DOI 10.1038/nature11624

100 Hundertjährige gesucht

Heidelberger Wissenschaftler beteiligen sich an der weltweiten Suche nach 100 Personen im Alter von über 100 Jahren, die bereit sind, eine Blutprobe für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen. Damit können nun auch Hundertjährige in Deutschland angesprochen werden, an der Entstehung einer einzigartigen Datenbank mitzuwirken. Sie soll die komplett sequenzierten Genome von extrem alten, gesunden Menschen aus möglichst vielen Ländern der Welt umfassen und dazu dienen, die genetischen Grundlagen eines gesunden Alterns zu erforschen.

Väter stärken Immunsystem der Nachkommen – bei der Grasnadel

Meeresfische werden in einen lebensbedrohlichen Cocktail aus Bakterien geboren, ohne dass ihr Immunsystem voll ausgebildet ist. Antikörper, die von der Mutter über die Eier weitergegeben werden, helfen den Jungtieren, die kritischen ersten Lebenswochen zu überstehen. Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben nun gezeigt, dass bei bestimmten Arten nicht nur die Mütter, sondern auch die Väter das Immunsystem ihrer Nachkommen stärken können. Ihre Studie „Male pregnancy and bi-parental immune priming“ erscheint in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachmagazins „The American Naturalist“.

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