Category Archives: Medicine

Leberzellen in der Identitätskrise

Leberzellen lassen sich durch die Aktivierung eines einzigen Gens zu Vorläuferzellen der Bauchspeicheldrüse umprogrammieren. Dies konnte jetzt ein Forschungsteam vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) an Mäusen zeigen und in Nature Communications veröffentlichen. Eine wirksame und breit anwendbare Zelltherapie für Diabetes-Patienten rückt damit näher. Bei Menschen, die unter Diabetes Typ I leiden, gehen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse aufgrund einer unheilbaren Autoimmunreaktion zugrunde. Ohne Inselzellen produziert der Körper das Hormon Insulin nicht mehr, der Blutzuckerspiegel steigt und es kommt zum Diabetes. Die Erkrankten müssen sich lebenslang Insulin spritzen.

Diesen Menschen könnten eines Tages neue Bauchspeicheldrüsen-Zellen aus der Retorte helfen. Daran arbeitet MDC-Gruppenleiterin und Stammzellforscherin Dr. Francesca Spagnoli, die Leberzellen von Patienten zu Zellen der Bauchspeicheldrüse umprogrammieren will.

Spagnolis Forschungsteam ist nun erstmals gelungen, Leberzellen zuerst in ein weniger spezialisiertes Entwicklungsstadium zu verwandeln, sie also in eine Art „Identitätskrise“ zu stürzen. Danach konnten die Forschenden diese Zellen schrittweise zu Zellen mit Eigenschaften der Bauchspeicheldrüse umerziehen – und zwar mit Hilfe eines einzelnen Gens.
Nuria Cerdá-Esteban et al. (2017): “Stepwise reprogramming of liver cells to a pancreas
progenitor state by the transcriptional regulator Tgif2.” Nature Communications. doi:10.1038/ncomms14127

WWWW vom 13.6.2016: Neue Stadt in Kambodscha, Deichbau und Klimawandel

Mit Laser neue alte Stadt entdeckt

Digital terrain model of Preah Khan of Kompong Svay — approximately 120 sq km stripped of trees and all other vegetation, showing topographic relief.
Digital terrain model of Preah Khan of Kompong Svay — approximately 120 sq km stripped of trees and all other vegetation, showing topographic relief.

Es sieht so aus als ob ich sozusagen heim ins einst weltgrösste Reich der Welt ziehen werde – und das war das Khmer-Empire im 12. Jahrhundert. Schon 2012 hatte man mit der so genannten LIDAR-Technik den Waldboden rund um Angkor Wat abgetastet und interessante Funde gemacht. Jetzt sind die Ergebnisse der 2015-Untersuchung da, und diese sind in der Tat spektakulär.

Klimawandel und weltweite wirtschaftliche Auswirkungen

Die Anfälligkeit des globalen Wirtschaftsnetzwerkes für Hitzestress hat sich im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt. Am Beispiel der Leistungsminderung von Arbeitskräften durch Extremtemperaturen zeigt die Analyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Columbia University erstmalig, wie die immer weiter gewachsene Vernetzung der globalen Lieferbeziehungen Produktionsverluste verstärken kann, weil diese Verluste sich leichter über Ländergrenzen hinweg fortpflanzen.
Artikel: Wenz, L., Levermann, A. (2016): Enhanced economic connectivity to foster heat stress-related losses. Science Advances [DOI: 10.1126/sciadv.1501026]
http://advances.sciencemag.org/content/2/6/e1501026

Atlas zeigt Lichtverschmutzung

Ein Atlas der „Lichtverschmutzung“ dokumentiert, wie künstliche Beleuchtung den Nachthimmel weltweit erhellt. Zusammengestellt hat den Atlas ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, darunter Christopher Kyba vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ. Der „New World Atlas of Artificial Night Sky Brightness“ erschien am 10. Juni in der Fachzeitschrift Science Advances.
Originaltitel: “The new world atlas of artificial night sky brightness” in Science Advances; DOI: 10.1126/sciadv.1600377

Wir erriechen unsere Traumpartner

Dass die Schönheit allein im Auge des Betrachters liegt, ist heute hinlänglich widerlegt. Menschen suchen bei der Partnerwahl nicht nur die visuellen Reize – sie sind auch recht versiert, was die olfaktorische Kommunikation angeht. Dabei ist weniger entscheidend, welcher Designerduft dem Heer an Paarungswilligen unter die Nase gehalten wird, viel wichtiger ist bei der Partnerwahl der natürliche Duft von Mann und Frau. Und dieses „Parfum naturel“ ist quasi ein Spiegelbild unseres Genpools.

Wahlen und Fussball

Rechtzeitig zur Europameisterschaft ist jetzt eine Studie erschienen, die erstmals die Fußballbegeisterung der Deutschen mit ihrem Wahlverhalten in Beziehung setzt. Eine Forschergruppe der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Universität Konstanz kann nachweisen, dass das Wahlverhalten ursächlich mit dem Spielausgang des örtlichen Erstligaclubs zusammenhängt.

WWWW vom 12.5.2014: Verliebte Neurotiker und die Gesänge der Nachtigall

Wie Wechselwarme Nerven bei Temperaturschwankungen funktionieren

Are you really get me on the cover of the Vogue?
Warmblütige Tiere wie Säuger und Vögel investieren einen großen Anteil ihrer Energie, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Die Körpertemperatur von wechselwarmen Tieren wie Amphibien und Insekten hingegen folgt der Umgebungstemperatur. Solche Änderungen in der Betriebstemperatur des Nervensystems wirken sich jedoch auf die elektrische Aktivität der Nervenzellen aus und können theoretisch negative Folgen für die Signalverarbeitung nach sich ziehen. Erstaunlicherweise „funktioniert“ das Nervensystem vieler wechselwarmer Tiere trotzdem über eine stark variierende Temperaturskala ohne Beeinträchtigung.
Originalveröffentlichung:
Frederic A Roemschied, Monika J Eberhard, Jan-Hendrik Schleimer, Bernhard Ronacher, Susanne Schreiber (2014): Cell-intrinsic mechanisms of temperature compensation in a grasshopper sensory receptor neuron. eLife.
Weitere Informationen:
http://elifesciences.org/content/3/e02078

Wie, wann und warum Nachtigallen singen

Der Gebrauch und die Anordnung des Gesangs von Nachtigallen ist Thema von zwei Studien, die kürzlich von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Biokommunikation der Freien Universität Berlin publiziert wurden. Pünktlich zum Beginn der diesjährigen Brutsaison der heimischen Singvögel haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um die Juniorprofessorin für Biologie Silke Kipper das Verständnis darüber erweitert, wie die Tiere Nachrichten kodieren sowie austauschen und wie ihre Kommunikation funktioniert.
Literatur
• Weiss, M., Hultsch, H., Adam, I., Scharff, C., Kipper, S. (2014). The use of network analysis to study complex animal communication systems: A study on nightingale song. Proceedings of the Royal Society B. 20140460; doi:10.1098/rspb.2014.0460 (published 7 May 2014)
• Bartsch, C., Wenchel, R., Kaiser, A., Kipper, S. (2014). Singing onstage: Female and male Common nightingales eavesdrop on song type matching. Behavioral Ecology and Sociobiology. DOI 10.1007/s00265-014-1727-6 (published 26 April 2014)

Manschette senkt Blutdruck ohne Nebenwirkungen

Hoher Blutdruck ist weltweit nach Rauchen und Alkoholkonsum das höchste Gesundheitsrisiko. In Deutschland leiden circa 25 Prozent unter einer so genannten arteriellen Hypertonie. Die Mikrosystemtechniker Dr. Dennis Plachta und Prof. Dr. Thomas Stieglitz von der Professur für Biomedizinische Mikrotechnik am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität haben in Kooperation mit den Neurochirurgen Dr. Mortimer Gierthmühlen und Prof. Dr. Josef Zentner vom Universitätsklinikum Freiburg eine neue Manschettenelektrode entwickelt, die den Blutdruck senken kann, ohne Nebenwirkungen hervorzurufen.
Originalveröffentlichung:
“Blood pressure control with selective vagal nerve stimulation and minimal side effects” (D T T Plachta et al. 2014 Journal of Neural Engineering 11 036011).

Bessere Verträge können Kleinbauern in Asien helfen

In vielen Entwicklungsländern werden Lebensmittel von Kleinbauern produziert und auf traditionellen Märkten gehandelt. Um eine hohe Lebensmittelqualität gewährleisten zu können, schließen Unternehmen der Ernährungsindustrie zunehmend Lieferverträge mit Landwirten ab. Solche Verträge mit Kleinbauern funktionieren jedoch oftmals nicht, da sich die Bauern entweder betrogen fühlen oder die Unternehmen über zu geringe Liefermengen und die Nichteinhaltung vertraglicher Regeln klagen. Agrarökonomen der Universität Göttingen erforschen deshalb, wie Verträge mit Kleinbauern verbessert werden können.
Originalveröffentlichung: Christoph Saenger et al. (2014). Impact of third-party contract enforcement in agricultural markets – a field experiment in Vietnam. American Journal of Agricultural Economics. Doi: 10.1093/ajae/aau021.

Verliebten Neurotiker geht es besser

Psychologen von den Universitäten Jena und Kassel haben herausgefunden, wie neurotische Menschen von einer romantischen Partnerschaft profitieren. Während einer Liebesbeziehung werden sie emotional stabiler und ihre Persönlichkeit festigt sich. Die entscheidende Rolle spiele die kognitive Ebene, das heißt die innere Gedankenwelt eines Menschen, schreiben die Forscher.
Original-Publikation:
Finn, C., Mitte, K. & Neyer, F.J.: Recent Decreases in Specific Interpretation Biases Predict Decreases in Neuroticism. Evidence From a Longitudinal Study With Young Adult Couples. Journal of Personality (2014), http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jopy.12102/abstract (DOI: 10.1111/jopy.12102).

Gentest für HD bei Schäferhunden

Die Hüftgelenkdysplasie (HD) nimmt in der Hundezucht seit jeher eine wichtige Rolle ein, da sie sehr weit verbreitet ist und bei allen Hunderassen und Mischlingshunden vorkommen kann. Forschern aus dem Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ist es nun gelungen, Genvarianten und die daran beteiligten Stoffwechselwege für die Entstehung der HD beim Deutschen Schäferhund zu identifizieren.
Der genomweite Test für Schäferhunde ist jetzt am Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der TiHo verfügbar und kann von allen Züchtern des Deutschen Schäferhundes genutzt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung (www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/institute/institut-fuer-tierzucht-und-vererbungsforschung/). Für die Berner Sennenhunde steht der genomweite Test bereits zur Verfügung. Die Ergebnisse, die diesen Test ermöglichen, veröffentlichten die Forscher Ende 2012 bei PLOS ONE (http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0049782).

WWWW vom 5.5.2014: Warum manche Vögel länger leben

Fressfeinde entscheidend fürs Altwerden

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Das Altern ist bei Mensch und Tier unausweichlich. Die Dauer eines Lebens jedoch unterscheidet sich von Art zu Art sehr stark. Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben nun einen möglicherweise allgemeingültigen Mechanismus gefunden, der die unterschiedlichen Lebenserwartungen erklären kann. Dazu haben sie Daten von knapp 1400 Vogelarten untersucht und herausgefunden, dass die Anzahl und Verteilung von Fressfeinden die Lebenserwartung der Vögel bestimmt – unabhängig von Körpergewicht und Reproduktionsrate, die auch eine wichtige Rolle spielen.
Originalpublikation:
M. Valcu, J.Dale, M. Griesser, S. Nakagawa, B. Kempenaers
Global gradients of avian longevity support the classic evolutionary theory of ageing
Ecography, 25. April 2014

Wissenschaftler entdecken neuen Mechanismus der vorgeburtlichen Lungenreifung

Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko, an Funktionsstörungen der Lunge zu erkranken. Die Ursache dafür liegt unter anderem darin, dass die Lunge dieser Frühgeborenen während der embryonalen Entwicklung nicht vollständig gereift ist. Bei einer drohenden frühen Geburt versucht man daher, die Lungenreifung zu forcieren. Wissenschaftler des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, das Team um Professor Dr. Jens Kroll, haben jetzt im Rahmen einer experimentellen Studie eine zukunftsweisende Entdeckung gemacht. Sie stellten fest, dass Blutgefäße eine wichtige, aktive Funktion bei der embryonalen Lungenreifung haben.

Weitere Informationen:
http://dmm.biologists.org/content/early/2014/04/30/dmm.014266.abstract

UEFA Turnierregeln auf dem Prüfstand

Für viele Fußballfans macht es einen besonderen Reiz aus, dass bei Welt- oder Europameisterschaften gegen Ende der Gruppenphase nicht nur das eigene Spiel zählt, sondern auch die Resultate der anderen Begegnungen. Für andere stellt dieser Umstand eine grobe Ungerechtigkeit dar. Auch Yannick Berker, Doktorand am Institut für Experimentelle Molekula-re Bildgebung der RWTH, stellte sich die Frage: Darf ein Spiel zwischen zwei Fußballmannschaften die Reihenfolge zweier anderer Mannschaften beeinflussen?
Quelle: Yannick Berker. Tie-breaking in round-robin soccer tournaments and its influence on the autonomy of relative rankings: UEFA vs. FIFA regulations.

Weitere Informationen:
http://www.tandfonline.com/eprint/NQsbzu7rtSKfY2yISEUc/full

Impfstoff für Leishmanione entwickelt

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen Impfstoff entwickelt, der vor Leishmaniose schützt. Diese Infektionskrankheit ist eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionserkrankung, die durch einzellige Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen wird. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science Translational Medicine* veröffentlicht.
*Shantanabha Das, Anja Freier, Thouraya Boussoffara, Sushmita Das, Detlef Oswald, Florian O. Losch, Melanie Selka, Nina Sacerdoti-Sierra, Gabriele Schönian, Karl-Heinz Wiesmüller, Karin Seifert, Matthias Schroff, Christiane Juhls, Charles L. Jaffe, Syamal Roy, Pradeep Das, Hechmi Louzir, Simon L. Croft, Farrokh Modabber, Peter Walden: Modular Multiantigen T Cell Epitope–Enriched DNA Vaccine Against Human Leishmaniasis. In: Science Translational Medicine, 30 April 2014, Vol 6 Issue 234.

Verschiedene Ladezyklen schonen Batterie

Störungsfreies Laden ist eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen. Mit knapp 120.000 gefahrenen Kilometern hat das Projekt RheinMobil nachgewiesen, dass für die Batterieleistung eine Kombination aus schnellem und herkömmlichem Laden ideal ist: Der gesteuerte Mix ermöglicht eine hohe Auslastung der Fahrzeuge und schont die Batterie.

Müll schwimmt mittlerweile überall

Ein internationales Forscherteam hat erstmals großflächig die europäischen Meere auf Müll untersucht und ist dabei in jeder Region fündig geworden: von küstennahen Gebieten bis hinab in die Tiefsee. Die Ergebnisse dieses Zensus erscheinen am 1. Mai im Online-Fachblatt PLOS ONE. Wie sich dieser Müll auf die Meeresbewohner und schließlich auch auf uns Menschen auswirken wird, ist jedoch bislang weitestgehend unbekannt.
Das Paper erschien am 1. Mai 2014 mit dem Originaltitel Marine litter distribution and density in European Seas, from the shelves to deep basins im online Fachmagazin PLOS ONE. http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0095839

WWWW vom 28.4.2014: Gruppenbewegung und depressive Kinder

Lotsenboot mit Elektroantrieb

Elektrisches Lotsenboot: Umweltfreundlich und sicher
Ein Hybridantrieb von Siemens steckt in einem der modernsten Lotsenboote der Welt. Die Explorer ist ein sogenanntes SWASH-Schiff (Small Water­plane Area Single Hull) mit einem mittig unter dem Schiff gelegenen, torpedoförmigen Auftriebskörper. Aus dieser Röhre heraus wird das Boot auch angetrieben. Es liegt selbst bei Seegang stabil im Wasser und ist vergleichsweise leicht, so dass es weniger Treibstoff verbraucht.
Mehr dazu hier.

Krafttraining kann Blutdruck senken

Die Studierende Heike Holtappel der Fakultät Life Sciences analysierte im Rahmen einer Studie an der Hochschule Rhein-Waal gemeinsam mit Prof. Dr. Robert Renner den Einfluss eines Krafttrainings auf leichten bis mittelschweren Bluthochdruck. Als Ergebnis dieser Studie konnte ein gesenkter Blutdruck und ein verbessertes, körperliches Wohlbefinden verzeichnet werden.
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-rhein-waal.de

Kakaoinhaltsstoff kann Arterien verbessern

Bestimmte Pflanzeninhaltstoffe des Kakaos, die Flavanole, können die Funktionen (Elastizität?) des arteriellen Systems bei jungen und älteren Menschen verbessern und altersabhängigen Veränderungen der Gefäße entgegenwirken. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die ein Team des Universitätsklinikums Düsseldorf gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Großbritannien durchgeführt.
Quelle: DGK Abstract V833: Heiss C. et al, Impact of dietary cocoa flavanol intervention on vascular ageing in healthy individuals: a randomized placebo-controlled double-masked trial. Clin Res Cardiol 103, Suppl 1, April 2014

Alle mir nach: Wie Lebewesen sich in Gruppen bewegen

Wie koordinieren Individuen ihre Bewegungen als Gruppe auf ein räumliches Ziel hin? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Courant Forschungszentrums „Evolution des Sozialverhaltens“ der Universität Göttingen konnten zeigen, dass Regeln des Schwarmverhaltens auch auf Menschen anwendbar sind. So bilden Tiere durch äußere Umwelteinflüsse Ansammlungen und bewegen sich in die gleiche Richtung. Auch komplexes menschliches Verhalten wie Führung und Koordination in einer Gruppe folgt einfachen Regeln. Für diese Regeln müssen keine höheren Denkleistungen vorausgesetzt werden, sondern lediglich eine wechselseitige Wahrnehmung lokaler Bewegungen.
Originalveröffentlichung: Margarete Boos et al. (2014): Leadership in Moving Human Groups. PLoS Computational Biology. http://www.ploscompbiol.org/article/info:doi/10.1371/journal.pcbi.1003541

Wie geschwommen wird, hängt vom Typ ab

Vögel und Fische bewegen sich in Schwärmen, Menschen zuweilen in Strömen, und auch Mikroorganismen wie Bakterien oder Algen bilden in wässriger Lösung charakteristische Bewegungsmuster aus. Nach welchen Regeln die Bewegung in solchen Formationen erfolgt, kann die Wissen-schaft jedoch noch immer nicht vollständig beschreiben.

Prof. Dr. Holger Stark, Leiter der Arbeitsgruppe Statistische Physik weicher Materie und biologischer Systeme, und seinem Mitarbeiter Dr. Andreas Zöttl ist es nun in einer wegweisenden Arbeit gelungen zu erklären, dass die Art und Weise der Schwimmbewegung und somit der Schwimmtyp des einzelnen Mikroorganismus die kollektive Bewegung bestimmen.
Originalveröffentlichung im Physical Review Letters:
A. Zöttl and H. Stark, Hydrodynamics Determines Collective Motion and Phase Behavior of Active Colloids in Quasi-Two-Dimensional Confinement, Phys. Rev. Lett. 112, 118101 (2014),
DOI: http://dx.doi.org/10.1103/PhysRevLett.112.118101

Therapie für depressive Kinder

Forscher der Universität Leipzig haben lokal einen gesamten Kindergartenjahrgang auf Angst- und Depressionssymptome untersucht. Dabei wurden bei zwölf Prozent der rund 1.740 einbezogenen Kinder erhöhte Ängstlichkeit und depressive Verstimmtheit festgestellt. Ohne fachliche Hilfe sind sie nachweislich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, im Erwachsenenalter eine Depression zu entwickeln.
Fachveröffentlichungen:
Klitzing, K. von, White, L. O., Otto, Y., Fuchs, S., Egger, H. L., & Klein, A. M. (2014).
Depressive comorbidity in preschool anxiety disorder. Journal of Child Psychology and
Psychiatry, and Pllied Disciplines. Published online, doi:10.1111/jcpp.12222

Göttken, T., White, L. O., Klein, A. M., & Klitzing, K. von. (2014). Short-term psychoanalytic child therapy for anxious children: A pilot study. Psychotherapy (Chicago, Ill.), 51(1), 148-158. doi:10.1037/a0036026

WWWW vom 21.4.2014: Bakterien in Wespen und Jägern

Nur erprobte Bakterien werden weitergegeben

Bienenwolf
Eine Symbiose zwischen Bienenwölfen und ihren Bakterien besteht seit Millionen von Jahren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena und der Universität Regensburg haben jetzt zusammen mit US-amerikanischen Forschern entdeckt, dass bestimmte Grabwespen die Weitergabe ihrer Symbiosebakterien von der Mutter an den Nachwuchs streng kontrollieren und keine anderen Mikroorganismen übertragen.

Originalveröffentlichung:
Kaltenpoth, M., Roeser-Müller, K., Köhler, S., Peterson, A., Nechitaylo, T.Y., Stubblefield, J.W., Herzner, G., Seger, J., Strohm, E. (2014). Partner choice and fidelity stabilize coevolution in a Cretaceous-age defensive symbiosis. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, April 2014, DOI: 10.1073/pnas.1400457111
http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1400457111

Jäger und Sammler haben andere Darmflora als moderne West-Menschen

Die Darmflora beeinflusst zahlreiche Aspekte der Gesundheit und Nährstoffaufnahme beim Menschen, doch bisher konzentrierte sich die Forschung hauptsächlich auf „westliche“ Bevölkerungsgruppen. Ein internationales Forscherteam, dem auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig angehören, hat nun erstmals die Darmflora einer modernen Jäger- und Sammlergesellschaft, der in Tansania lebenden Hadza, untersucht. Dabei fanden die Forscher heraus, dass sich das Mikrobenprofil der Hadza von denen aller anderen bisher untersuchten Menschengruppen unterscheidet.

Originalpublikation:
Stephanie L. Schnorr, Marco Candela, Simone Rampelli, Manuela Centanni, Clarissa Consolandi, Giulia Basaglia, Silvia Turroni, Elena Biagi, Clelia Peano, Marco Severgnini, Jessica Fiori, Roberto Gotti, Gianluca De Bellis, Donata Luiselli, Patrizia Brigidi, Audax Mabulla, Frank Marlowe, Amanda G. Henry & Alyssa N. Crittenden
Gut microbiome of the Hadza hunter-gatherers
Nature Communications, 15. April 2014, Doi: 10.1038/ncomms4654

Erstmals einzelne Sehzellen gereizt

In einem menschlichen Auge gibt es rund 120 Millionen lichtempfindliche Sinneszellen. Forschern der Universität Bonn, der University of California und der University of Alabama ist es nun erstmals gelungen, bei lebenden Personen einzelne dieser Zellen gezielt zu stimulieren. Die Bahn brechende Methode verspricht neue Antworten auf die Frage, wie das Auge Lichtreize zu Bildern verarbeitet. Außerdem erwarten sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse dazu, was bei Krankheiten mit den Lichtsinneszellen passiert. Auch die Wirkung von Medikamenten lässt sich möglicherweise direkt sichtbar machen. Die Arbeit erscheint im „Journal of Neuroscience“.
Publikation: Mapping the Perceptual Grain of the Human Retina; Wolf M. Harmening, William S. Tuten, Austin Roorda und Lawrence C. Sincich; The Journal of Neuroscience, DOI: 10.1523/JNEUROSCI.5191-13.2014

Weberknechtfossil hatte vier Augen

Ein spektakulärer fossiler Weberknecht-Fund aus Frankreich wurde vor kurzem von einem Forscherteam aus dem Berliner Naturkundemuseum, England und den USA mittels Computertomographie untersucht und veröffentlicht. Der Neufund hat einen Körperbau wie keiner der noch lebenden Weberknechte und besaß Augen mittig und seitlich auf dem Kopf. Moderne Weberknechte haben entweder Zentral- oder Seitenaugen, aber nie beides zusammen. Das bedeutet, dass die Urformen der Weberknechte beide Augentypen besaßen.

Computer simuliert Bakterienstrategien

Für Nachwuchs sorgen oder die Welt erobern? Vor dieser Frage stehen auch Bakterien. Wie sie sich entscheiden sollten, um ihre Art optimal zu erhalten, haben jetzt Physiker der LMU berechnet.
Publikation:
Matthias Reiter, Steffen Rulands, Erwin Frey
Range Expansion of Heterogeneous Populations
Phys. Rev. Lett. 112, 148103 (2014)
http://link.aps.org/doi/10.1103/PhysRevLett.112.148103

WWWW vom 14.4.2014: Ohrwürmer, Herzschrittmacher und Neutronensterne

Ohrwürmer-Kids sind nett zu einander

10_zoologie_ohrwuermer_familie
Zu der Frage, wie im Verlauf der Evolution soziales Verhalten entstanden ist, haben Wissenschaftler der Universitäten in Mainz und Basel neue Erkenntnisse aus der Beobachtung von Ohrwürmern gewonnen. Junge Nachkommen von Ohrwürmern konkurrieren nicht nur um Futter, sondern die Geschwister teilen die Nahrung auch untereinander, vor allem wenn die Mutter abwesend ist.
Veröffentlichung:
Joachim Falk et al.
Sibling Cooperation in Earwig Families Provides Insights into the Early Evolution of Social Life
The American Naturalist, 11. Februar 2014
DOI: 10.1086/675364

Vorläuferzellen von ILCs besser verstehen

Das angeborene Immunsystem erkennt Infektionserreger wie Viren oder Bakterien. Bei der Abwehr von Infektionserregern im menschlichen Körper spielen Lymphozyten, sogenannte „innate lymphoid cells” (ILCs), eine zentrale Rolle. Bislang unbekannte ILCs, die in der Lage sind, Epitheloberflächen wie beispielsweise die Darmschleimhaut vor Infektionen zu schützen.

Mini-Schrittmacher

IN Hamburg bekamen zwei Patienten einen Miniatur Schrittmacher eingesetzt, der ohne Elektroden auskommt. Das Gerät ist kleiner als eine Füllerpatrone und wird mittels Katheter direkt im Herzen eingesetzt – und kann so auch wieder entfernt werden. Eine Operation ist nicht notwendig.
http://www.asklepios.com

http://www.facebook.com/asklepioskliniken

Größe von Neutronensternen beeindruckt Krümmung der Raumzeit nicht

Unabhängig von Größe, Beschaffenheit und Rotationsgeschwindigkeit eines Neutronensterns weist die ihn umgebende gekrümmte Raumzeit stets eine ähnliche Struktur auf. Diese erstaunliche Universalität der Geometrie haben Wissenschaftler der NESTAR-Arbeitsgruppe erforscht und darüber in der Zeitschrift Physical Review Letters berichtet. Die Erwartungen an diese Entdeckung sind hoch: die Allgemeingültigkeit der Struktur der Raumzeit soll sich in Zukunft zu einem leistungsfähigen Werkzeug für Beobachtungen von Neutronensternen entwickeln lassen.
Weitere Informationen:
http://www.zarm.uni-bremen.de
http://arxiv.org/abs/1311.6509
http://journals.aps.org/prl/accepted/5807dY1eYea1dd4673ac98c010a8851ac7d168f9b

Einzelsterne sind wohl keine Einzelgänger

In der Zentralregion der Milchstraße scheinen bei der Sternentstehung doch dieselben Regeln zu herrschen wie andernorts. Viele Astronomen hatten bislang aufgrund von Beobachtungen daran gezweifelt. Möglicherweise zu Unrecht, wie Forscher der Universität Bonn und der TU Berlin in einer neuen Studie zeigen. Die Wissenschaftler erklären darin einen seltsamen Befund, der bislang nur im Zentrum unserer Heimatgalaxie zu beobachten war: das häufige Auftreten isolierter massereicher Sterne. Doch vermutlich waren diese stellaren Einzelgänger nicht immer allein.

WWWW vom 25.11.2013: Pipi aus der Flasche

So lautete die Betreffzeile einer Email, die ich von Nadine Kaczmarek bekommen habe. Sie arbeitet im Salesteam bei Synthetic Urine, einer Firma, die wie der Name schon sagt, Urin herstellt.

Sie stand mir Rede und Antwort warum man synthetischen Urin braucht, welche verschiedenen Urine die Firma herstellt und wo der Markt dafür ist.
Synthetic_Urine_Synthetische_Human-Körperflüssigkeiten
Aus der Unternehmenswebseite:

Im Anwendungsbereich mit Kunststoffen können wir Ihnen mit unseren synthetischen Prüfflüssigkeiten helfen die Resistenz gegen alle möglichen synthetischen Human- oder Tier-Körper-Flüssigkeiten zu testen.

Ob Sie mobile Toiletten oder Kinderspielzeug herstellen, ob Sie die Qualität der Oberfläche testen wollen oder die Farblässigkeit von Gebrauchsgegenständen – Bei UNS sind SIE richtig. Sie haben mit unseren Produkten immer die 1. Wahl an Qualität.

In dieser breit gefächerten Branche haben wir schon große Erfahrungen mit validierten Lösungen/Produkten für kundenindividuelle Probleme.

ein paar Hintergrundinfos gibt es auch noch hier:
http://www.synthetic-urine.de/produkte/wissenswertes.html

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WWWW vom 15.4.2013: Zecken, Dinos und Alzheimer

Kalte Winter reduzieren Zeckenvorkommen

insectporn: undressed ticks in a pool
Die Gefahr lauert in Wäldern und Wiesen: Zecken können gefährliche Krankheiten von der Borreliose bis zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Welchen Einfluss die Wetterlage und etwa die Waldbewirtschaftung auf die Zecken-Population haben, beschreiben Wissenschaftler um Ralf Lauterbach, Dr. Konstans Wells und Dr. Swen Renner im Fachjournal PLoS ONE. Demnach müssten Naturfreunde nach diesen kalten Monaten weniger Probleme mit den Blutsaugern haben.
R. Lauterbach, K. Wells, R. O’Hara, E. Kalko, S. Renner (2013) Variable Strength of Forest Stand Attributes and Weather Conditions on the Questing Activity of Ixodes ricinus Ticks over Years in Managed Forests. PLoS ONE 8(1): Opens external link in new windowe55365. doi:10.1371/journal.pone.0055365

Genforschung soll Leberpatienten helfen

Durch die Hemmung eines neu identifizierten Gens ist es bei Mäusen gelungen, die Regenerationsfähigkeit der Leber dramatisch zu steigern. Dies konnten Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Tübingen, der Medizinischen Hochschule Hannover und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig in einer gemeinsamen Arbeit zeigen.
A direct in vivo RNAi screen identifies MKK4 as a key regulator of liver regeneration
Torsten Wuestefeld, Marina Pesic, Ramona Rudalska, Daniel Dauch, Thomas Longerich,Tae-Won Kang, Tetyana Yevsa, Florian Heinzmann, Lisa Hoenicke, Anja Hohmeyer, Anna Potapova, Ina Rittelmeier, Michael Jarek, Robert Geffers, Maren Scharfe, Frank Klawonn, Peter Schirmacher, Nisar P. Malek, Michael Ott, Alfred Nordheim, Arndt Vogel, Michael P. Manns, Lars Zender
DOI: 10.1016/j.cell.2013.03.026

Protein-Teamwork Ursache für Alzheimer?

Eine neue Hypothese, wie Alzheimer entstehen könnte, haben Bochumer Forscher aufgestellt. Sie analysierten das Zusammenspiel der Proteine FE65 und BLM, die die Zellteilung regulieren. Im Zellkulturmodell entdeckten sie im Kern Kugelstrukturen, die FE65 und BLM enthielten. Die Interaktion der Proteine löste ein Fehlsignal zur Zellteilung aus. Dieses könnte die Degeneration und den Tod von Nervenzellen bei Alzheimer-Patienten erklären.
A. Schroetter, T. Mastalski, F.M. Nensa, M. Neumann, C. Loosse, K. Pfeiffer, F. El Magraoui, H.W. Platta, R. Erdmann, C. Theiss, J. Uszkoreit, M. Eisenacher, H.E. Meyer, K. Marcus, T. Mueller (2013): FE65 regulates and interacts with the Bloom syndrome protein in dynamic nuclear spheres – potential relevance to Alzheimer’s disease, Journal of Cell Science, doi: 10.1242/jcs.121004

Funktionelle Proteomik, AG Morbus Alzheimer

Medizinisches Proteom Center

Mehr Dengue-Infektionen als angenommen

Weltweit sind dreimal mehr Menschen von Dengue-Fieber betroffen, als bislang angenommen: 390 Millionen Neuinfektionen gibt es pro Jahr, die Weltgesundheitsorganisation WHO ging bislang von 50 bis 100 Millionen aus. Dies sind Ergebnisse einer multinationalen Studie, die erstmals fundierte und detaillierte Daten zur globalen Verbreitung von Dengue liefert.

Dengue-Fieber-Gruppe der Sektion Klinische Tropenmedizin (neben Dr. Thomas Jänisch sind Dr. Kerstin Rosenberger, Jaswinder Kaur, Marius Wirths, Roger Gaczkowski und Prof. Thomas Junghanss beteiligt):

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/IDAMS.126411.0.html#c106203

Dino-Embryonen geben Aufschluss über Wachstum und Verbreitung

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung eines Paläontologen der Universität Bonn hat die bislang ältesten Dinosaurier-Embryonen nachgewiesen. Die in China entdeckten Exemplare des Lufengosaurus lebten im Unteren Jura vor rund 200 bis 190 Millionen Jahren. Anhand des Knochengewebes konnte Dr. Koen Stein zeigen, dass es sich bei den Fossilien um ein sehr frühes Entwicklungsstadium handeln muss. Erstaunlich ist das rasche Wachstum und die hohe Reproduktionsrate dieser chinesischen Dinosaurier.


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WWWW vom 31.12.2012: Ein Gutes Neues Jahr 2013

Lahmende Hunde wechseln Belastung diagonal

Yoda a bit damaged
Hunde mit einem schmerzenden Bein oder einer verletzten Pfote verändern beim Laufen ihren Bewegungsablauf, um die eingeschränkte Gliedmaße zu schonen. Wissenschaftler aus der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben untersucht, welche Mechanismen Tiere einsetzen, um Extremitäten, die in ihrer Funktion eingeschränkt sind, zu entlasten.
http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0052202

Proteinschalter steuert Verbrennung von Fettgewebe

Wissenschaftler des Instituts für Diabetes und Adipositas (IDO) am Helmholtz Zentrum München haben gemeinsam mit Partnern aus dem Sanford Burnham Institut in San Diego eine entscheidende Schnittstelle im Fettgewebe entdeckt, die steuert, ob Kalorien gespeichert oder verbrannt werden. Bereits frühere Arbeiten des IDO in Zusammenarbeit mit dem Sanford Burnham Institut San Diego deuteten darauf hin, dass das Protein p62 an der Regulierung des Körpergewichtes beteiligt ist. Nun konnte die Arbeitsgruppe um Dr. Timo Müller erstmalig eine Schalterfunktion für p62 im Energiestoffwechsel nachweisen.
http://www.jci.org/articles/view/64209?key=ffdc151cc8b44910eb6e

Spiralen in der Lunge erleichtern Atmung

Kleine Spiralen falten die Lunge und verbessern so die Atmung bei Patienten mit überblähter Lunge: Rund eine Million Menschen leiden in Deutschland unter einer überblähten Lunge, die meist Folge einer chronisch obstruktiven Bronchitis ist. Hauptbeschwerden sind dabei die eingeschränkte Belastbarkeit, die durch dieses Lungenemphysem verursacht wird. Die kleinen Metallspiralen falten erkranktes Lungengewebe zusammen, in dem sich zu viel Luft angesammelt hat und die Lungenfunktion stört. Das neue minimal invasive Verfahren schafft so Platz für die noch funktionierenden Lungenareale und gibt den Betroffenen durch höhere Belastbarkeit viel Lebensqualität zurück.

Makis besitzen verloren gedachtes Riechorgan

Viele Säugetiere besitzen in der Nase zusätzlich zur Riechschleimhaut ein zweites Geruchsorgan: das Vomeronasalorgan oder auch Jacobson-Organ. Es hilft hautsächlich, Pheromone wahrzunehmen und Raubfeinde zu erkennen. Bei Nagetieren ist bekannt, dass sich in ihrem Vomeronasalorgan zwei verschiedene Typen von Rezeptoren befinden: Typ1-Rezeptoren zur Bindung kleinerer Duftstoffe und Typ2-Rezeptoren für längere Peptidketten. Bei Primaten einschließlich des Menschen wurden bisher nur intakte Typ1-Rezeptoren gefunden, sogenannte V1R-Rezeptoren. Aufgrund genetischer Studien an Altwelt- und Menschenaffen sowie dem Menschen dachte man bisher, dass die Typ2-Rezeptoren (V2R) von Primaten generell nicht funktionsfähig seien.


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