WWWW vom 24. Februar 2008: Wissenschaftsnachrichten

Die Themen heute:
A material that is able to self-repair even when it is sliced in two has been invented by French researchers.

Frauen haben ein besseres episodisches Gedächtnis

Woher die Glatze kommt

Kautschuk und der Raubbau an der Natur – eine kritische Auseinandersetzung mit einem deutsch-chinesischen Projekt
Weil es kontrovers ist, hier der komplette TExt der Pressemitteilung:

Der Reifenindustrie geht der Rohstoff aus. Seit der Jahrtausendwende stiegen die Preise für Naturkautschuk auf fast das Sechsfache: sie liegen bei über 2000 Euro pro Tonne. Doch der Kautschukboom geht zu Lasten von Natur und biologischer Vielfalt. Forscher aus Deutschland und China starteten deshalb ein Projekt, das Kautschukanbau und Naturschutz in Übereinstimmung bringen soll. Im deutsch-chinesischen Forschernetzwerk entwickeln sie eine integrierte Landschaftsplanung, die ökonomische, soziale und ökologische Ziele vereint. Partner in Deutschland sind die Universitäten Gießen, Hannover, Hohenheim, die Humboldt-Universität Berlin, Kassel und Passau. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Kooperation mit 2,3 Millionen Euro. Das Pekinger Ministerium für Wissenschaft und Technologie unterstützt die chinesischen Partner entsprechend.
“Auslöser für diesen Anstieg ist eine starke Nachfrage insbesondere der Reifen- und Autoindustrie”, erklärt Prof. Dr. Joachim Sauerborn, Leiter des Fachgebiets Agrarökologie der Tropen und Subtropen an der Universität Hohenheim. “Vor allem in den Schwellenländern China und Indien boomt die Wirtschaft. Ein zunehmender Teil der Bevölkerung kann sich heute ein eigenes Auto leisten.”

Leidtragende des Booms ist die Natur: Mit den neuen Gummiplantagen breiten sich Monokulturen aus, die vielerorts den natürlichen Wald verdrängen. Die Folge ist der Verlust biologischer Vielfalt. Gleichzeitig kann der Wald seiner Funktion in Klimaregulation, Wasserspeicherung und anderen Ökosystemdiensten nur noch eingeschränkt nachkommen. Für die verschiedenen Volksgruppen vor Ort bedeutet der einseitige Anbau von Kautschuk auch ein höheres ökonomisches Risiko: Da sie ihr Einkommen aus dem Anbau nur einer Kulturpflanze beziehen, sind sie von Preisschwankungen besonders abhängig.

Vernetzte Lösungen für ein kulturell und ökologisch einmaliges Gebiet

Hier setzt das deutsch-chinesische Forschungsvorhaben “Living Landscapes China” (LILAC) an. In dem Projekt entwickeln Ökonomen, Ökologen und Soziologen gemeinsam ein integriertes Computer-Modell. “Gemeinsam mit den Entscheidungsträgern vor Ort wollen wir verschiedene Szenarien entwerfen, wie das Land genutzt werden könnte. Mit Hilfe des Modells können wir dann für jede Option die ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Konsequenzen analysieren “, erklärt Prof. Dr. Sauerborn.

Angesiedelt ist das Forschungsprojekt “Südlich der Wolken” in der Provinz Yunnan. Diese südwestlichste Provinz Chinas ist zugleich die geographisch und kulturell vielfältigste sowie Heimat seltener Pflanzen und Tiere, darunter der Indische Elefant und der Kleine Panda. Die am Mekong gelegene Präfektur Xishuangbanna ist von der Ausweitung des Kautschukanbaus besonders stark betroffen. Die tropische Region beherbergt vielfältige Landschaften mit einzigartiger Pflanzen- und Tierwelt, sowie fünfzehn Volksgruppen mit jeweils eigener Kultur und Landnutzung. Auf 0,2% der Landesfläche Chinas sind hier 18% aller Pflanzenarten des Landes zu finden.

Neue Chancen durch neue Produkte

Die Erschließung des einst abgelegenen Gebietes über transnationale Straßen und Infrastrukturprojekte sowie der Vormarsch des Kautschukanbaus gefährden diese Vielfalt. Der Schwund an biologischer Vielfalt bedeutet einen erheblichen Verlust auch ökonomisch wertvoller natürlicher Ressourcen. Es ist davon auszugehen, dass die hohe Biodiversität in der Projektregion mit derzeit unter- oder ungenutzten genetischen Ressourcen verbunden ist, die in einer wissensbasierten Bioökonomie von hohem Wert sein können. Der jetzt stattfindende Wandel bietet auch Chancen: Regionale Produkte wie Heil-, Gewürz- und Zierpflanzen können nun über die Grenzen hinweg vermarktet werden.

“Der Spagat zwischen ökonomischen, sozialen und ökologischen Zielen wirft Fragen auf, für die wir vernetzte Antworten brauchen”, erläutert Prof. Dr. Sauerborn. “Wie müsste zum Beispiel ein Mosaik von Nutz- und Schutzzonen aussehen, das die biologische Vielfalt erhält? Welche alternativen Einkommensmöglichkeiten für die Landbevölkerung bieten sich? Wie können die unterschiedlichen Kulturen der Volksgruppen bei voranschreitender Globalisierung fortbestehen?”

Nachhaltige Szenarien als Computermodell in 3D

Drei Jahre lang wollen die deutschen und chinesischen Wissenschaftler Ansätze für die Landnutzungsplanung entwickeln, mit denen die wirtschaftliche Entwicklung und der Erhalt des natürlichen und kulturellen Erbes in Einklang gebracht werden können. Besonderen Wert legen die Wissenschaftler darauf die Bevölkerung vor Ort einzubinden.

Gemeinsam entwerfen Forscher und lokale Akteure sogenannte ‘Storylines’. In einem weiteren Schritt sollen Szenarien künftiger Landnutzung in einer 3D-Visualisierung umgesetzt werden: Ein wichtiger Schritt, um Entscheidungsträgern die Folgen der aktuellen und geplanten Landnutzung für Mensch und Umwelt bildhaft darzustellen. Die Akteure können so mehr wissensbasierte Entscheidungen treffen. “Dadurch soll in China auch die Expertise deutscher Forscher und Unternehmen in der Landnutzungs- und Umweltplanung demonstriert und ihre Position gestärkt werden, denn für die chinesische Entwicklung wird der Umweltsektor immer wichtiger”, sagt Prof. Dr. Sauerborn.

Wer mag, kann gerne dazu kommentieren hier!

WWWW vom 17.2.2008: Der Zustand der Weltmeere

Nur bei 4 Prozent der Welteemre kein menschlicher Einfluss feststellbar. Forscher haben 17 Kriterien an Meeressysteme angelegt und herausgefunden, dass nur ein schmaler Streifen in der Antartiks, ein Stück Polarmeer und die Nordküste Australiens noch wirklich unangetastet sind. Der Rest der Weltmeere trägt unsere Handschrift: Verschmutzung, Übersauerung, Temperaturanstieg etc.

Eine Studie im Uniklinikum Düsseldorf hat gezeigt, dass einige Patienten mit Diabetes mellitus bei Operationen nicht so gut versorgt werden wie möglich wäre. Vor allem der Blutzuckerspiegel wird nicht permanent gemessen. Weniger als drei Prozent der Patienten hatten optimale Blutzuckerwerte. Der Grund: Bislnag nahm man schlechte Werte als das kleinere Übel in Kauf. Eine INsulingabe am Vortag könnte nömlich zur Unterzuckerung führen. Forscher forder jetzt, ein Blutzuckermonitoring einzuführen und den Gehlat besser zu überwachen.

Verengte Gefäße in den Beinen können mit einem Ballonkatheder geweitet werden. Damit sie aber nicht wieder zusammengehen, wie bei fast der Hälfte der Patienten, soll jetzt ein Medikament namens Paclitaxel Abhilfe schaffen: Er vermeidet eine Vernarbung. Erste Tests sind erfolgreich verlaufen.

Kasseler Wissenschaftler bohren dünne Bretter mit kleinen Löchern. Bildlich gesprochen treten und schütteln sie Elektronen so lange, bis sie als freie Elektronen ein Material kurzeitig metallisieren.

Von wegen Gleichgewicht: Acht Jahre lang hat der Rostocker Biologe Reinhard Heerkloss eine Planktongemeischaft in der Isolation gehalten. Und obwohl es keine Änderungen äußerer Faktoren gab, schwankten die Häufigkeiten der Einzelpopulationen. Ein Beweis, dass ein Gleichgewicht mitnichten vorhanden ist.

MobiKat nennt sich ein System des Fraunhofer INstituts für Verkehrssysteme, dass Rettungshelfern Unterstützung geben soll. Mehrere Karten zeigen Fluchtwege oder den Stadtort von Rettungskräften an, Kameras liefern aktuelle Bilder. Entscheidungen von Leitstellen können so besser getroffen werden.

WWWW vom 10.FEbruar 2008: Wissenschaftsnachrichten

Die Themen heute:
Was haben die Riesen-Dinos eigentlich gegessen und warum konnten sie überhaupt überleben? Bonner Forscher haben den Magen nachgebaut.

Forscher auf der Polarstern haben sich den Kohlendioxid-Kreislauf im südlichen Ozean genauer angeschaut – und Veränderungen festgestellt.

Traurige Menschen geben mehr Geld aus

Fraunhofer-Mitarbeiter haben Deutschlands Plakatwände kartiert – Werber können jetzt besser buchen

Brennstofzelle für unterwegs – 14 Stunden Betrieb, 400 Dollar kostet das Gerät in den USA

Insulin zum Einatmen: Wissenschaftler in Wales haben ein neues Verfahren entwickelt, um ein Insulinspray herzustellen.

Bidoversität: Wie zyklische Konkurrenz einen Einfluss auf Populationen haben kann

IN EIGENER SACHE: Wer einen sachdienlichen Tip hat, warum ich keine Umlaute in den Feeds habe bzw. wie man das Problem lösen kann, möge sich bitte melden (Danke Hr. Kiffmeyer für den Hinweis)!

WWWW vom 3.2.2008: Herrschten Frauen in einer Vor-Angkor-Kultur

Die Themen heute:
Gab es in Phum Snay ein Reich, das in der Vor-Angkor-Zeit von Frauen beherrscht wurde, Kriegerinnen um genau zu sein? Das zumindest glauben Forscher um Miyatsuka Yoshito. Ausgrabungen hätten erstaunlich große Skelette von Frauen zu Tage gefördert, die auch Schwert bei sich gehabt hätten. Andere Forscher bezweifeln aber, dass es etwa 800 Jahre vor Beginn der Angkor Wat Kultur ein Kriegerinnenreich gegeben hat.

Die Rippenqualle macht dem Dorsch zu schaffen, das zumindest berichten Forscher von GEOMAR. Sie haben Quallen aus der Ostsee gefischt, die in ihrem Magen Fischeier hatten. Die Rippenqualle kommt eigentlich aus Amerika und könnte hier den Dorschbestand gefährden.

Dengue Fieber in den USA: Wie schon mehrmals berichtet, steigt die Zahl der Dengue Feiber Fälle in den USA. 760.000 Fälle hat es in Amerika (Nord- und Süd, nicht, wie im Podcast gesagt nur Nord- und Mittelamerika) im vergangenen Jahr gegeben, 20.000 davon waren lebensgefährlich. Grund fürs Ausbreite sind Reisen zwischen den Kontinenten und der Klimawandel.

Solarzellen auf Folie: Forscher von Fraunhofer stellten in Japan eine flexible Solarzellenfolie vor, die kleinere Geräte in Zukunft mit Strom versorgen soll. Die Folie ist billiger als herkömmliche Lösungen, dank einer neuen Konstruktion.

Stefan Rohr und Cecilie Otten haben bei Embryonen von Zebrafischen beobachten, wie sich das Herz entwickelt: Von einer Scheibe zu einem Rohr zu einem Herz. Ziel ist es, das Wachstum besser zu verstehen und mögliche Missbildungen früher zu erkennen.