WWWW vom 26.10.2008: Wissenschaftsnachrichten

Die Themen:
Dinosaurier “Dance Floor” entdeckt. In Utah hat sich eine Wissenschaftlerin ein paar kleine Wasserlöcher einmal genauer angeschaut und herausgefunden, dass das Dinosaurier-Fußabdrücke sind – und zwar hunderte.

Wer sich selbst ein Röntgengerät bauen möchte, braucht lediglich eine Vakuumpumpe – und eine Rolle handelsübliches Klebeband: Wird diese nämlich schnell abgerollt, entsteht genug Röntgenstrahlung, um damit die Knochen eines Fingers abzubilden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Umgebungsdruck niedrig ist, haben US-Forscher gezeigt.

Der Mensch verändert zunehmend die Menge Wasser, die vom Land ins Meer oder in Binnengewässer fließt. Berechnungen mit einem Computermodell der Vegetation und des Wasserhaushalts der Erde zeigen, dass im 20. Jahrhundert der Niederschlag die globale Abflussmenge bestimmt hat.
http://www.agu.org/journals/gl/

Abest kann Lungenkrebs verursachen. Gleiches gilt für das Rauchen oder das Einatmen von Rußpartikeln aus Dieselabgasen. Jetzt belegt eine wissenschaftliche Untersuchung an der Universität Rostock, dass es eine weitere Gefahrenquelle gibt: Tonerpatronen in Laserdruckern und Kopierern. “Die Untersuchungen lassen keinen Zweifel zu: Tonerstaub ist eine weitere Ursache für Lungenkrebs”, sagt Prof. Dr. Ludwig Jonas vom Elektronenmikroskopischen Zentrum im Institut für Pathologie der Universität Rostock.

Als “stiller Killer” ist der Bluthochdruck gefürchtet, weil er auf Dauer die Gefäße massiv schädigen kann. Keine Gesundheitsgefährdung geht dagegen von einer essentiellen Hypotonie, einem chronisch niedrigem Blutdruck, aus.

Die Betroffenen – und das sind immerhin bis zu fünf Prozent der Bevölkerung – klagen nicht selten aber über körperliche Beschwerden wie Müdigkeit und über eine mentale Leistungsminderung. LMU-Forscher um Professor Rainer Schandry konnten nun erstmals anhand einer wissenschaftlichen Studie belegen, dass in diesen Fällen ein altbewährtes Hausmittel wirksam helfen kann: der Kampfer.
http://www.paed.uni-muenchen.de/~bio

Transkript:

Ein Thema heute ist ein Dinosaurier-Dancefloor. Vor 190 Millionen Jahren hatten sich im Südwesten der USA Dinosaurier um ein Wasserloch versammelt. Und man kennt diese Stelle schon, hat aber bisher immer gedacht, dass diese ganzen kleinen Löcher, die es so gab, einfach Wasserlöcher sind, die so im Laufe der Jahrmillionen entstanden sind. Tatsächlich sind das aber Fußspuren von Dinosauriern. Das hat jetzt Marjorie Chan von der University of Utah herausgefunden.

Sie ist nämlich dort entlang gelaufen und hat diese Löcher mal vermessen und hat herausgefunden, das sind definitiv Fußspuren von Dinosauriern und zwar von Müttern mit ihren Babys. Die waren dort wohl ziemlich viel unterwegs, weil es nun mal ein Wasserloch war und wahrscheinlich gab es nicht allzu viele Wasserlöcher dort, und deswegen haben sich sehr, sehr viele Dinosaurier dort immer versammelt.

Diese Nachricht habe ich bekommen übrigens vom Inside Science News Service der vom American Instituts of Physics unterstützt wird.

Dann eine Geschichte, die wohl auch in Deutschland schon durch einige Medien gegangen ist. Es geht um das Abrollen eines Klebebandes, das nämlich elektromagnetische Wellen produziert. Unter Umständen kann man mit diesem Effekt sich sogar ein kleines Röntgengerät bauen. Das bedeutet dann nämlich, dass man eine Vakuumpumpe besitzt und wenn man dann dieses Klebeband schnell abrollt, dann könnte man theoretisch sogar die Knochen eines Fingers auf einem Röntgenfilm abbilden.

Dahinter steckt ein Phänomen namens Tribolumineszenz. Wenn sich zwei in Kontakt stehende raue Flächen gegeneinander verschieben, dann entsteht aufgrund der starken Reibung elektromagnetische Strahlung. Das kann man auch beobachten beim Öffnen von selbstklebenden Briefumschlägen. Da gibt’s dann so kleine blaue Funken manchmal oder auch beim Zerdrücken eines Stück Würfelzuckers.
Physiker können diesen Effekt noch nicht so ganz, ganz gut erklären. Sie wissen, dass Klebeband beim normalen Abrollen sogar schon bläuliches Licht erzeugt, obwohl die Bindung an der Oberfläche eigentlich hundertmal weniger Energie enthält als für ein Photon sichtbaren Lichts benötigt wird. Wenn man jetzt die Rolle ausreichend schnell, also mit drei Zentimetern pro Sekunde, und in einem Vakuum abrollt, dann gibt es einen ganz, ganz kleinen Röntgenimpuls, der aber ausreichen könnte eigentlich, um einen Finger zu durchdringen und einen dahinter liegenden Röntgenfilm zu belichten.
Eine der wahrscheinlichsten Erklärungen für dieses Phänomen, für diesen Effekt ist: Beim Abziehen lädt sich der abgerollte Streifen mit der Klebeseite positiv und der Rest der Rolle negativ auf. Dadurch bildet sich ein elektrisches Feld, das stark genug ist, um eine Entladung zwischen den beiden Polen zu ermöglichen. Im Vakuum sorgt diese Entladung dann für eine Beschleunigung von Elektronen, die sich zwischen diesen Flächen befinden und ihre Energie eben in Form von Röntgenstrahlung abgeben.

Nächstes Thema: Der Mensch verändert zunehmend die Menge Wasser, die vom Land ins Meer oder in die Binnengewässer fließt. Das haben Forscher herausgefunden aus Potsdam vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Die beschäftigen sich nämlich in der Tat mit der Menge Wasser, die die Flüsse hinab fließt und sagen, der Einfluss dieser vor allem von menschlichen Aktivitäten abhängenden Faktoren auf diese Menge und auf den Abfluss, und damit auch auf die Verfügbarkeit von Wasser, wird künftig wahrscheinlich immer stärker werden.

In der Wissenschaft wird diskutiert, wie stark die steigende CO²-Konzentration den im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts leicht zunehmenden Abfluss denn beeinflusst hat. Modelle zeigen, dass eine Zunahme des globalen Niederschlags der dominierende Faktor wohl für diesen Abflussanstieg war.

Übereinstimmend mit Messungen nahmen die Abflussmengen in Nord- und Westafrika, in Mittel- und Osteuropa sowie in Teilen Südost-Asiens ab. In Teilen Sibiriens, Nordamerikas und Südamerikas nahmen die Abflussmengen hingegen zu. Da sich die regionalen Niederschlagsmengen und ihre Trends jedoch zwischen verschiedenen Klimadatensätzen unterscheiden und andere Datensätze keine eindeutigen globalen Niederschlagstrends zeigen, ist immer noch etwas unklar, ob es denn eine globale Abflusserhöhung gibt.

Im Verlaufe des vergangenen Jahrhunderts erhöhte der Mensch durch Umgestaltung natürlicher Flächen, vor allem eben durch Rodungen, den globalen Abfluss um 1,7 Prozent während Wasserentnahmen zur Bewässerung einen global geringeren, gebietsweise aber durchaus bedeutsamen Rückgang verursachten.
Theoretisch kann die Zunahme der CO²-Konzentration die Entwicklung der Abflussmenge künftig doch beeinflussen. Das Treibhausgas könnte wie ein Düngemittel wirken und die Bodenbedeckung mit Pflanzen könnte zunehmen. Mehr Pflanzen würden regional mehr Wasser aus dem Boden aufnehmen und an die Luft abgeben. Global wirkt sich der Düngeeffekt bislang jedoch kaum aus.
Ein anderer Effekt, hat den Abfluss dagegen um mehr als ein Prozent zunehmen lassen. Bei höherer CO²-Konzentration müssen Pflanzen die Spaltöffnungen ihrer Blätter weniger öffnen, um ausreichende Mengen CO² für ihr Wachstum aufzunehmen. Sie geben daher auch weniger Wasser an die Atmosphäre ab und nehmen entsprechend weniger Wasser auch aus dem Boden auf.

Professor Doktor Ludwig Jonas verweist auf eine Promotion der Rostocker Universität, in der dargelegt wird, Tonerstaub, also der Staub von diesen Tonerkassetten in Druckern, der kann Krebs verursachen. Wir wissen, dass Asbest verantwortlich für Lungenkrebs ist. Auch Rauchen und das Einatmen von Russpartikeln aus Dieselabgasen kann Lungenkrebs verursachen. Jetzt belegt eben eine Untersuchung der Universität Rostock, das ähnliches auch für Tonerstaub gilt.
Seit einigen Jahren beobachtet man schon bei Servicetechnikern eine Zunahme von Lungenproblemen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und manche entwickeln sogar eine Allergie und verlieren ihre Stimme, sobald sie in Räume kommen, in denen Drucker oder Kopierer stehen. Wissenschaftler haben jetzt die Lunge eines verstorbenen Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung kam, einmal untersucht, und zwar im Elektronenmikroskop, und haben eindeutig Kohlenstoffpartikel in sehr großer Zahl nachweisen können.

In einer Promotion wird jetzt noch mal nachgewiesen und bewiesen, dass Asbestfasern und verschiedene Arten von Kohlenstoffpartikeln gefährliche Sauerstoff- und Stickstoff-Radikale produzieren, die zelltoxisch, also giftig sind, und zu einem Zelltod auch führen können.

Transkription: Vera Ihrig für die Sprachenlernseite www.LingQ.com

WWWW vom 19.10.2007: Vitamin A in Entwicklungsländern

Heute mit einem Gastbeitrag, geliehen von der BASF. Das mache ich weil ich den Beitrag interessant fand. Weder hat mich die BASF draum gebeten noch bekomme ich Geld oder irgendwas anderes dafür.
Nach Angaben von UNICEF sind 40 bis 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Entwicklungsländern von Vitamin A Mangel betroffen. Er ist damit die am weitesten verbreitete Form von Mangelernährung. Mikroverkapseltes Vitamin A macht es möglich, Grundnahrungsmittel mit Vitamin A anzureichern und so das Problem zu bekämpfen.

So, und jetzt die anderen Themen:
Fische haben ein Gefühl für Rhythmus: Sie können sich einen vorgegebenen Takt über relativ lange Zeitintervalle von über 20 Sekunden merken und durch Schlagen mit dem Schwanz wiedergeben. Die Nervenprozesse für diesen Taktgeber haben Forscher um Mu-ming Poo von der Universität von Kalifornien in Berkeley bei Versuchen an Larven von Zebrafischen entschlüsselt.
Mu-ming Poo (Universität von Kalifornien, Berkeley) et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, DOI:10.1038/nature07351

Seit der Evolution der Säugetiere sind kaum neue potenzielle Krankheitsgene hinzugekommen
Tomislav Domazet-Loso und Diethard Tautz vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön haben den Zeitpunkt der Entstehung von zahlreichen Genen, die auch Krankheiten auslösen können, systematisch analysiert.
http://goto.mpg.de/mpg/pri/20081015/

Zunächst sollten Mikrobläschen als Kontrastmittel die Ultraschall-Bildgebung bei Gefäßen schärfen. Doch die Chancen stehen gut, dass sich die gasgefüllten Bläschen zukünftig auch für den lokalen Transport von Medikamenten nutzen lassen, Tumore finden und markieren sowie selbst Zellwände vorübergehend öffnen können.
http://www.rub.de/rubin


Transkript:
eute wieder Wissenschaftsnachrichten. Die Erste: Rhythmus im Blut. Zebrafischlarven zappeln mit Lichtimpulsen im Takt und können diesen auch halten. Das haben Forscher von der Universität von Kalifornien in Berkley herausgefunden. Sie beleuchteten diese Kaulquappen ähnlichen Larven von Zebrafischen nämlich mit Lichtimpulsen und verglichen, wie Gehirnprozesse mit den Schwanzschlägen zusammen hingen, mit denen die Tiere nämlich daraufhin begannen. Auch nach dem Abschalten der Lichtreize bewegten die Larven nämlich ihre Schwänze über viele Sekunden im richtigen Takt.

Die Forscher hatten mit einem Geliermittel die kleinen Zebrafischlarven auf einer Oberfläche fixiert, den Schwanz dabei aber frei beweglich gelassen. Dann haben sie rund zwanzig Mal die Augenanlagen des Fisches beleuchtet und die Abstände zwischen diesen Lichtimpulsen, die variierten ein bisschen. Mit einem Mikroskop konnten dann die Wissenschaftler zum einen die Reaktion und Aktivität von Nervenzellen beobachten, die für die visuelle Sinnesverarbeitung zuständig sind, aber sie konnten auch den Larvenschwanz beobachten und wie der eben gezuckt hat. Und da hat sich dann gezeigt, dass der natürlich mit diesen Lichtimpulsen zuckte und auch wenn die Lichtimpulse aufgehört haben, hat er noch weiter in diesem Takt gezuckt. Interessant.

BASF BEITRAG

Nächstes Thema: Seit der Evolution der Säugetiere sind eigentlich kaum noch neue Krankheitsgene hinzugekommen. Das hat eine Forschungsarbeit ergeben, die am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön erarbeitet wurde. Dort haben Forscher nämlich den Zeitpunkt der Entstehung von zahlreichen Genen, die auch Krankheiten auslösen können, systematisch analysiert. Sie konnten belegen, dass Gene in ihrer überwältigenden Mehrheit bereits seit dem Ursprung der ersten Zellen existieren. Damit ist die Suche nach weiteren Genen, vor allem solchen, die eben Krankheiten verursachen, deutlich erleichtert. Wir wissen nämlich, die sind alle schon ziemlich alt und neue Sachen überraschen gar nicht mehr so sehr.

Eine kleine Änderung in einer Buchstabenfolge bei Genen, zum Beispiel ein A für ein C, reicht eigentlich schon, um ein bislang einwandfrei funktionierendes Gen zu einem Krankheitsauslöser werden zu lassen. Es gibt mittlerweile eine Datenbank, die mehr als 4.000 Chromosomenregionen ausweist, die mit genetischen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. Viele dieser Gene finden sich auch in anderen Organismen, wie eben der Fliege Drosophila oder einem bestimmten Fadenwurm, die man deshalb nimmt, weil sie einfacher zu untersuchen sind, aber eben auch genetisch durchaus vergleichbar sind.
Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut haben nun versucht den Zeitpunkt der evolutionären Entstehung der Gene und auch der krankmachenden Gene herauszufinden. Sie haben mit einem bestimmten Verfahren den Ursprung jedes heute existierenden Gens ermittelt. Sie konnten Daten aus komplett entschlüsselten Genomen von Vergleichsorganismen nehmen, also Lebewesen mit Zellkern und Zellmembran, die den gesamten Stammbaum auch repräsentieren. Mit Hilfe einer Sequenz-Ähnlichkeitssuche bestimmt man dann den letzten gemeinsamen Vorfahren, in dessen Genom das untersuchte Gen noch entdeckt werden kann. So wird dann das erste Auftreten des Gens, also sein minimales Alter, genau ermittelt.
Überraschenderweise hat man eben feststellen können, dass seit der Evolution der Säugetiere kaum neue potenzielle Krankheitsgene hinzugekommen sind. Genetisch bedingte Krankheiten betreffen offenbar vor allem evolutionär alte zelluläre Prozesse. Die Forscher sagen, wir können genetisch bedingte Krankheiten somit letztlich nie vollständig besiegen, da sie Prozesse betreffen, die in der Evolution unveränderbar festgelegt wurden.
Rätselhaft bleibt, warum gerade die entwicklungsgeschichtlich jungen Gene, wie zum Beispiel jene, die für die Entwicklung der Säugetiere nötig waren, nur selten Krankheiten auslösen, wenn sie Mutationen tragen.

Ein Thema, was ich schon mal hier hatte, es geht um Mikrobläschen. Die sollen als Kontrastmittel für die Ultraschallbildgebung bei Gefäßen jetzt eingesetzt werden und diese Bildgebung vor allem schärfen. Die Chancen stehen gut, dass sich diese gasgefüllten Bläschen zukünftig auch für ganz andere Sachen nutzen lassen, nämlich für den lokalen Transport von Medikamenten. Tumore können sie dadurch vielleicht finden und markieren und sie können sogar Zellwände vorübergehend öffnen.

Diese gasgefüllten Mikrobläschen unterscheiden sich in ihren mechanischen Eigenschaften von Blut und biologischem Gewebe. Unter bestimmten Bedingungen schwingen die Bläschen im Gegensatz zum umgebenden Gewebe unsymmetrisch. Das ist ein charakteristischer Klang und der macht sie auffindbar. Mit bestimmten Verfahren kann man sie dann auf Ultraschallgeräten bereits feststellen und darstellen, doch die Schallausbreitung kann auch in biologischen Geweben vom bestimmten Verhalten abweichen und das Verfahren beeinträchtigen. Mit Methoden der nichtlinearen Signalbearbeitung erzielen Bochumer Ingenieure jetzt einen deutlich höheren Kontrast und versuchen derzeit durch eine Modellierung dieser Nichtlinearität von Geweben und Mikrobläschen die Detektions-Empfindlichkeit noch viel weiter zu verbessern.

Aber Mikrobläschen können auch helfen, krankheitsspezifische Moleküle durch bildgebende Verfahren nachzuweisen. Wird ein an solche Moleküle bindender Ligand, also ein Gegenmolekül, an die Mikrobläschen gekoppelt und in die Blutbahn gebracht, dann reichert sich das Kontrastmittel vor allem im Tumor an und kann über bildgebende Verfahren nachgewiesen werden.

Bei der Wechselwirkung von Mikrobläschen mit Zellen zeigte sich, dass im Ultraschallfeld oszillierende Mikrobläschen die Zellmembran ihrer Nachbarzellen vorübergehend öffnen können. Diese sogenannte Sonoporation wird derzeit erforscht. Bisherige Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Oszillation der Mikrobläschen die benachbarte Zellwand dehnt, bis diese nachgibt. Für ein bis drei Minuten entsteht eine Pore, die von der Zelle nachher selbst wieder repariert werden kann. Ein Zeitraum in dem die Substanzen, die man vielleicht gerne verabreichen möchte, in die Zelle gebracht werden können, die eine Zellmembran sonst normalerweise nicht passieren lassen, also Medikamente oder nichtvirale Vektoren im Rahmen der Gentherapie.

Das war’s schon für heute. Mal ein bisschen was anderes mit diesem BASF-Beitrag. Ich bedanke mich wie immer fürs Zuhören. Freue mich über Kommentare. Freue mich über viele, viele Zuschriften. Ich bekomme ganz tolle E-Mails zurzeit. Bin sehr begeistert unter anderem von einem Planetologen, wow. Also fand ich toll. Planetologen hören vielleicht diese Sendung. Gibt mir Motivation weiter zu machen.

Vielen Dank fürs Zuhören. Das war’s. Eine schöne Woche.

Transkription: Vera Ihrig für die Sprachenlernseite www.LingQ.com

WWWW vom 12.10.2008. Wissenschaftsnachrichten

Text folgt noch, sorry, ich kränkel ein wenig.

In der Nacht von Montag auf Dienstag kollidierte ein (kleiner) Asteroid mit der Erde! Mehr auch auf Scienceblogs.de

Schimmelpilze können sich durch Biofilme gegen die körpereigene Abwehr und Medikamente schützen / Heidelberger Wissenschaftler entdecken neuen Mechanismus Mehr Infos

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen – und mit der kalten Jahreszeit naht die Erkältungs- und Grippesaison. Viele Menschen greifen jetzt zu Vitamin-C-Tabletten, um vorzubeugen. Doch die Forschung hat gezeigt, dass vitaminhaltige Nahrungsergänzungsmittel längst nicht so gut schützen wie zum Beispiel häufiges Händewaschen – und dass hohe Dosierungen auch schaden können.

Forscher finden ein körpereigenes Protein, das Schmerzen extrem effektiv lindern kann
Forscher haben ein körpereigenes Schmerzmittel entdeckt, das effektiver ist als Morphium: Es unterdrückt Schmerzen genauso gut und wirkt zudem achtmal länger als das Opiat. Überraschenderweise ist die Substanz ein alter Bekannter für die Forscher: Es handelt sich um ein Protein namens Prostataspezifische Saure Phosphatase (PAP), das bisher nur als Tumormarker in Erscheinung getreten ist.

Britain’s post-war baby boomers, associated throughout their lives with social change, are failing to break new ground in their approach to growing old.

Transkript:
Wanhoffs wunderbare Welt der Wissenschaft

Hallo und herzlich Willkommen bei Wanhoffs wunderbarer Welt der Wissenschaft in der Ausgabe vom 11. Oktober 2008.

Wenn sich das heute mal wieder anders anhört, dann liegt es daran, dass wohl ein Blitzeinschlag mein schönes, neues Mischpult irgendwie getroffen hat oder zumindest das Ladegerät, das Netzteil, um genau zu sein und ich jetzt wieder auf mein Behringer umswitche und das Ganze mit Audacity aufnehme. Ich hoffe, es ist trotzdem laut genug. Da gab’s ja mal in der Vergangenheit die eine oder andere Beschwerde. Außerdem bitte ich zu entschuldigen eventuelle Hintergrundgeräusche. Wir leben mittlerweile auf einer Baustelle. Ein Grund warum wir demnächst umziehen: Einen Kilometer weiter in eine schönere Wohngegend. Aber es soll ja hier um Wissenschaft gehen.

Und deshalb fangen wir an mit einer sehr interessanten Geschichte, die sich letzte Woche ereignet hat und zwar in der Nacht von Montag auf Dienstag kollidierte nämlich ein Asteroid mit der Erde. Wir haben natürlich alle davon nichts gemerkt, weil er relativ klein war, aber es ist ‘ne sehr interessante Geschichte rund um diesen Asteroiden entstanden. Am Montag entdeckten Astronomen am Mount Lemmon Observatorium in Arizona diesen Asteroiden. Das wurde dann an das Miner Planet Center weitergeleitet. Dann haben Programme der NASA und der Universität Pisa diesen Asteroiden auch erfasst, haben seine Bahn berechnet und festgestellt, der kommt direkt auf die Erde zu.

Einige Stunden später hat man dann auch eine Bezeichnung gehabt. 2008 TC3, konnte ihn vermessen, hat gesehen, okay, der ist jetzt nicht so riesengroß, wird so zwischen einem und fünf Metern Durchmesser haben und damit wohl auch in der Erdatmosphäre verglühen und höchstens ein paar Brocken kommen dann runter. Das ist passiert. 4 Uhr 46 MESZ schlugen die letzten Brocken ein und zwar im nördlichen Sudan. Gott sei Dank, der ist relativ dicht besiedelt, also traf es wohl keine Menschen. Leider gibt’s deshalb auch keine Bilder von der ganzen Geschichte. Ein Pilot einer KLM-Maschine hat wohl einen Lichtblitz gesehen um diese Zeit herum.
Das Interessante bei der Geschichte ist erstens, dass die Beobachtungsstationen funktionieren und auch das System funktioniert. Ein Asteroid wird erkannt und man kann seine Bahn berechnen und man kann ihn ausmessen. Problem dabei ist, bei diesem Asteroiden waren gerade mal 20 Stunden zwischen der Entdeckung und dem Einschlag oder zumindest dem Eintritt in die Erdatmosphäre.
Jetzt könnte man sagen, das war’s wohl, wenn da ein Größerer kommt. Es besteht aber Hoffnung, denn größere Asteroiden werden wohl auch schneller entdeckt werden und deswegen glauben Wissenschaftler, dass wir dann zumindest noch ein paar Stunden mehr haben, wenn so ein Asteroid auf die Erde zurast.

Eine ganz andere Geschichte: Schimmelpilze können sich durch Biofilme gegen die körpereigene Abwehr schützen, aber auch gegen Medikamente. Das ist am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg jetzt herausgefunden worden. Diese Schimmelpilze können in der Lunge einen Biofilm ausbilden, der als eine Art Schutzwall sie für die körpereigene Abwehr sowie für Medikamente unerreichbar macht.

Der Pilz nennt sich Aspergillus fumigatus und ist eigentlich ein ziemlich bekannter Pilz. Der wird dann ein Problem, wenn Patienten schon eine sehr geschwächte Immunabwehr haben, zum Beispiel Tumorpatienten. Der Pilz hält sich dann an keinerlei anatomische Barriere mehr. Das Problem dabei ist, eigentlich gibt man gegen diesen Pilz Medikamente und die wirken auch. Und dann kann es aber plötzlich sein, dass diese Wirkstoffe sofort versagen und die Patienten sehr, sehr schwer erkranken, bisweilen auch daran sterben können.

Laborversuche mit menschlichen Lungenzellen zeigen nun, dass diese Schimmelpilze Biofilme ausbilden, also ein Film, in dem sie wie in einem Kokon ungestört existieren können. Dieser Film besteht aus einer Art Schleimschicht und Wasser und Nährstoffen wie Zuckermoleküle und Eiweiße. Da kann der Pilz eben von leben.
Forscher wollen nach dieser Entdeckung jetzt herausfinden, ob es Medikamente gibt, die man entweder noch früher geben muss oder die Wirkstoffe enthalten, die eben gegen diese Biofilmbildung wirken können.

Ich hab ja selbst noch gelernt, dass man immer schön Vitamin C zu sich nehmen soll. Multisanostol kann ich mich noch dran erinnern oder so was oder auch Vitamin C Tabletten und natürlich Obst, Obst, Obst, weil Vitamin C ja so unglaublich gesund ist.

Eigentlich ist es das auch, aber viele Menschen greifen zu Vitamin C-Tabletten um vorzubeugen und Forscher haben herausgefunden, das ist nicht wirklich sinnvoll, denn viel hilft in diesem Fall nicht viel, zumindest nicht bei Vitamin C. Am besten kann man sich übrigens gegen Ansteckungen schützen, in dem man die Hände sich häufig wäscht, denn das ist ein viel größerer und stärkerer Übertragungsweg als das man Vitamin C irgendwas wirklich verhindern kann. Sagt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitsweisen.

Der Nutzen von eben Vitamin C und eben anderen sogenannten Antioxidantien wird nach Aussage des Institutes doch von vielen, vielen überschätzt. Man will ja diese Nahrungsergänzungsmittel nicht nur gegen Erkältungen nehmen, sondern glaubt, dass sie sogar das Leben verlängern und vor Krebserkrankungen schützen. Tatsächlich kann es sogar anders rum sein. Es gibt Forschungsergebnisse, die zeigen, das bestimmte Mittel die Lebensdauer sogar verkürzen können. Auf jeden Fall ist es so, dass Vitamin C eine Ansteckung nicht verhindern kann.

In der Grippesaison also die Hände häufig mit normaler Seife waschen und sich nicht die ganze Zeit ins Gesicht fassen. Und wer sich angesteckt hat, der sollte andere Menschen vor Ansteckung schützen und sollte ihm vielleicht dann mal nicht die Hand geben und vor allem auch gebrauchte Taschentücher schnell entsorgen.

Forscher haben etwas gefunden, was mir gerade helfen könnte. Ich habe gerade fürchterliche Verspannungsschmerzen und jetzt gibt es ein Protein, das ein körpereigenes Schmerzmittel ist und zwar Schmerzen genauso gut wie Morphium unterdrücken kann und auch noch achtmal länger wirkt. Es nennt sich Prostataspezifische Saure Phosphatase PAP und ist eigentlich bisher als Tumormarker in Erscheinung getreten.

Tatsächlich kommt es jedoch auch in Nervenzellen vor, die für die Schmerzempfindungen zuständig sind und verwandelt dort schmerzverursachende Botenstoffe in solche, die Schmerzen unterdrücken. Bei Untersuchungen an Mäusen, denen das Gen für dieses PAP fehlte, konnten die Forscher auch eine verminderte Aktivität eines Markers nachweisen, mit dem bereits seit vielen Jahren die Intensität von Schmerz gemessen wird. Die genetisch veränderten Mäuse reagierten nämlich empfindlicher auf Schmerzen, die durch Entzündungen oder eine Schädigung von Nerven ausgelöst wurden. Zudem nahm die Schmerzempfindlichkeit wieder ab, wenn die Wissenschaftler hohe Mengen an PAP in das Rückenmark der Mäuse injizierten.

Im Vergleich zu einer Dosis Morphium, deren Wirkung normalerweise nach fünf Stunden nachlässt, unterdrückte eine Dosis PAP den Schmerz für bis zu drei Tage.
Das Zeug brauche ich. Dauert natürlich noch bis das Ganze wirklich für auch Menschen sozusagen verfügbar ist.

Ganz zum Schluss noch eine nette Geschichte, die ich gefunden habe in einem englischen Blog. Da geht es um eine Untersuchung des Economic and Social Research Council and Arts and Human Research Council in England. Die haben sich mal die Baby Boomer Generation angeschaut und haben herausgefunden, dass die von denen man eigentlich glaubte, dass wenn sie mal in, ja, in die Jahre kommen, dass die alles anders machen, dass dem eigentlich nicht so ist. Die Baby Boomer Generation will in ihrer Rente reisen, sie will ihr Haus nutzen und vielleicht ein bisschen den Garten machen und sie wollen Fernsehgucken, Filme schauen und ja, ansonsten spazieren gehen. Und das ist nun wirklich nicht völlig anders als dass was auch die Eltern gemacht haben.

17 Prozent der englischen Bevölkerung sind so genannte Baby Boomer der ersten Generation und deswegen wollte man sich die mal genau anschauen. Man hat eben festgestellt, da ist gar nicht so viel Unterschied. Übrigens Häuser waren für die Baby Boomer immer sehr wichtig. Zwei Drittel haben wohl sich Häuser gekauft. 33 Prozent der Baby Boomer also besitzen eigene Häuser und 52 Prozent haben zumindest Häuser gemietet oder zahlen die zum Teil sogar noch ab und 15 Prozent haben sogar noch Zweitwohnungen.
Eines ist aber interessant: 70 Prozent sagen, wir fühlen uns wesentlich jünger als unser Alter das vielleicht angeben mag.

Ja, jung fühle ich mich auch und mit diesen Worten verabschiede ich mich und nutze die Pause aus, die es gerade gibt hier bei den Bauarbeiten. Wünsche eine schöne Woche. Und, ach, eines noch ganz am Schluss. Es gab ein paar Meldungen zu Audible. Es tut mir leid. Da ist was schief gelaufen. Nur Neukunden konnten das wohl downloaden. Ist mittlerweile behoben. Audible.de/wwww. Einfach draufgehen. Das Hörbuch in den Warenkorb legen und dann müsste eigentlich alles funktionieren. Vielen Dank fürs Zuhören. Das war’s für heute. Eine schöne Woche und Tschüss.

Transkription: Vera Ihrig für die Sprachenlernseite www.LingQ.com

WWWW vom 8.10.2008: Audible-Hörbuch und Wissenschaftsnachrichten

Heute mit einem kleinen Geschenk für alle Hörer: Unter www.audible.de/wwww kann man sich das Hörbuch “Amokspiel” gratis herunterladen, ein spannender Krimi. Es geht um eine Geiselnahme in einem Radiosender und dem Spiel zweier Psychologen, die eigentlich mehr gemeinsam haben als sie wollen.

UPDATE: WENN IHR AUF DIE SEITE KOMMT, LEGT DAS BUCH EINFACH IN DEN WARENKORB. NEUKUNDEN MUESSEN SICH DANN NUR NOCH ANMELDEN, ALTKUNDEN HABEN ES IN DER BIBLIOTHEK.

Wissenschaftsnachrichten gibt es aber auch noch, und zwar diese:
Gießener Forscher unter der Federführung von Prof. Dr. Karl Gegenfurtner, Abteilung Allgemeine Psychologie, der Justus-Liebig-Universität zeigen in einer aktuellen Studie, dass während der Augenbewegungen für manche Reize die Empfindlichkeit des Sehsystems aber auch zunehmen kann. Die Gießener Experimente belegen eindrücklich, dass das menschliche Sehsystem nicht statisch ist. Alle Voraussetzungen sind erfüllt, so dass der Mensch optimal auf jede spezifische Gegebenheit reagieren kann.

Die Ostdeutschen stehen Krieg und Militär skeptischer gegenüber als ihre westdeutschen Landsleute – auch 18 Jahre nach der Wiedervereinigung. Das geht aus einer repräsentativen Studie von Prof. Dr. Elmar Brähler hervor, dem Leiter der Selbständigen Abteilung für Medizinische Psychologie und Soziologie der Universität Leipzig.

Die Axiogenesis AG kann aus embryonalen Stammzellen der Maus gezielt etwa zwanzig unterschiedliche Zell- und Gewebetypen (u. a. Herz-, Leber- und neuronale Zellen) herstellen. An diesen Zellen werden gewebe- und organspezifische Effekte in vitro nachgestellt. Fraunhofer FIT hat dazu ein multifunktionales Mikrosystem mit einem Bio-Chip als zentrale Komponente entworfen, mit dem die Umgebungsbedingungen für Zellen und Gewebe reproduzierbar einstellbar sind.

Ökologen der Universität Jena untersuchen Einfluss des Klimawandels auf Grünlandflächen

TRANSKRIPT:
Hallo und herzlich Willkommen bei Wanhoffs wunderbarer Welt der Wissenschaft in der Ausgabe vom Sonntag, 5. Oktober 2008.

Ich hatte es versprochen, letzte Woche, es gibt was zu gewinnen. Das Schöne ist, dass jeder auch ein Gewinner ist. Ich habe eine Kooperation mit Audible. Audible ist ein Hörbuch-Verlag und alle meine Hörer können ein Hörbuch sich herunterladen. Und zwar geht das ganz einfach. Wer Lust hat geht auf www.audible.de/wwww und dann kommt man auf eine Seite bei Audible, wo man sich das Hörbuch namens “Amok Spiel” herunterladen kann. Das ist von Sebastian Fitzek, dauert ungefähr fünf Stunden und ich hab mir das mal vorher angehört und es hat lange gedauert, bis ich diese Sendung heute aufnehmen konnte, weil ich einfach von dem Hörbuch nicht lassen konnte. Es geht dabei um einen Psychologen, der in einem Radiosender eine Besuchergruppe als Geiseln nimmt und dann ein sehr merkwürdiges skurilles Spiel mit den Geiseln, aber auch mit den Hörern und natürlich auch der Polizei treibt. Das Ganze ist sehr, sehr spannend gemacht. Bisweilen ein bisschen kompliziert und verdreht wirkend, aber es macht Riesenspaß zuzuhören. Spannende Geschichte. Das Hörspiel ist wohl etwas … oder es ist kein Hörspiel, es ist ein Hörbuch, ist wohl etwas gekürzt gegenüber der Originalausgabe, aber das macht mir zumindest als Hörer nichts aus. Ich hab meinen Spaß dabei gehabt. Warum mache ich so eine Kooperation mit Audible? Ganz einfach. Audible hat mich gefragt und hat gesagt, he, deine Hörer sind auch Hörer, die sich für wissenschaftliche Themen interessieren und wer sich für so was interessiert, der hört eigentlich auch gerne zu. Da musste ich sagen “ja”, ich glaube das nämlich auch, deswegen ist ja meine Sendung so 15 Minuten lang, die nimmt man sich dann wohl auch, und deshalb glauben wir, dass Wissenschaftshörer oder die Hörer dieser Sendung, dieses Podcasts, vielleicht auch gerne Hörbücher hören. Also, kostet nichts. Einfach auf Audible.de/wwww gehen, sich einmal registrieren, das muss man allerdings und dann können Sie sich, könnt Ihr Euch, dieses Hörbuch kostenlos runterladen. Ja. Soviel dazu.

Und jetzt geht es um Wissenschaftsnachrichten. Ich habe was gefunden von Giessener Psychologen. Die haben sich mit der Bewegung von Augen beschäftigt. Wir wissen ja, dass wir mit unseren Augen sehr, sehr viel erfassen können. Was wir manchmal nicht sehen, aber was passiert ist, dass unsere Augen ruckartig plötzlich nach links und rechts gehen und dabei Veränderungen in unserem Gesichtsfeld wahrnehmen. Das ist ganz wichtig, damit wir rechtzeitig sehen, ob vielleicht von links ein Auto kommt und früher war das, ob von links vielleicht ein Wolf anmarschiert, und deswegen müssen wir immer versuchen, das gesamte Gesichtsfeld irgendwie auch wahrzunehmen. Das Problem ist, dass bei diesen Augenbewegungen, wenn wir ein gewisses Blickfeld dann fokussieren wollen, die visuelle Wahrnehmung insgesamt doch etwas vernachlässigt wird.

Karl Gegenfurtner von der Abteilung Allgemeine Psychologie von der Justus-Liebig-Universität in Gießen, der zeigte in einer aktuellen Studie, dass während der Augenbewegungen für manche Reize die Empfindlichkeit des Sehsystems aber auch zunehmen kann. Insgesamt belegten die Giessener Experimente, dass das menschliche Sehsystem auf jeden Fall nicht statisch ist.

Es ist so, dass bei Menschen und Primaten die Augen bewegt werden um interessante Bereiche der Umwelt auf den Bereich des schärfsten Sehens in der Netzhaut, der sogenannten Fovea, abzubilden. Dreimal pro Sekunde treten solche schnellen, ruckartigen Augenbewegungen auf. Wenn sich das Objekt des Interesses aber bewegt, zum Beispiel ein Vogel oder ein Fußball oder eben ein Auto, dann muss es mittels langsamerer Augenbewegungen verfolgt werden.
Bisherige Ergebnisse haben gezeigt, dass visuelle Wahrnehmungsleistungen durch diese Augenbewegungen teilweise stark beeinträchtig sind. Die Studie der Gießener zeigt aber, dass bestimmte Wahrnehmungsleistungen während langsamer Augenfolgebewegungen sogar verbessert werden können. Es zeigte sich, dass die Empfindlichkeit für farbige Reize und für fein strukturierte Muster während glatter Augenfolgebewegungen durchaus höher ist als beim ruhenden Auge. Die Unterschiede zwischen der Verarbeitung von Farbe und Helligkeit deuten darauf hin, dass diese Unterschiede schon sehr früh in der visuellen Verarbeitung entstehen.

Eine Studie der selbständigen Abteilung für Medizinische Psychologie und Soziologie der Universität Leipzig hat gezeigt, dass die Ostdeutschen ein friedliebendes Volk sind. Sie stehen nämlich Krieg und Militär wesentlich skeptischer gegenüber als ihre westdeutschen Landsleute.

Alles Militärische als abstoßend empfinden nach eigener Aussage 55 Prozent der Ostdeutschen, während es im Westen nur 48 Prozent sind. In der Studie wurde auch deutlich, dass vor allem Frauen Militärdingen sehr kritisch gegenüber stehen.
Befragt wurden 2.524 repräsentativ ausgewählte Personen. Es gab persönliche Interviews. Dabei wurden ihnen Aussagen zu ethischen Aspekten von Krieg und Militär vorgelegt und sie mussten sich zustimmend, ablehnend oder auch unentschieden äußern. 69 Prozent der Ostdeutschen meinte, dass eine Welt ohne Krieg im Prinzip möglich sei. Dem schlossen sich 58 Prozent der Befragten im Westen an. Interessanterweise erklärten aber trotz der grundsätzlichen Ablehnung von Kriegen 44 Prozent der Ostdeutschen, die Bundeswehr solle mit besserer Technik ausgerüstet werden.

Krieg als grundsätzlich moralisch verwerflich erklärten 71 Prozent der Frauen, während nur 59 Prozent der Männer dem zustimmten.

Aber Frauen taten sich ein bisschen schwer mit der Frage danach, ob Krieg ethisch gerechtfertigt sein könne um Freiheit und Menschenrechte zu schützen. 38 Prozent stimmten dem nicht zu. 23 Prozent konnten sich jedoch vorstellen, dass in einem solchen Fall militärisches Eingreifen gerechtfertigt sein könnte.
Ein kleines Gerät kann helfen vielleicht Tierexperimente demnächst zu vermeiden. Es gibt ein Projekt, das nennt sich Aktivates und das hat ein sogenanntes Invitro-Testsystem entwickelt.

Das Ganze wurde entwickelt von der Axiogenesis AG und es kann aus embryonalen Stammzellen der Maus gezielt etwa 20 unterschiedliche Zell- und Gewebetypen herstellen. In diesen Zellen werden dann gewebe- und organspezifische Effekte praktisch invitro nachgestellt.

Das Ganze wurde entwickelt zusammen mit den Fraunhofer-Instituten und die Fraunhofer-Institute haben dazu ein multifunktionales Mikrosystem mit einem Biochip als zentrale Komponente entworfen. Darüber hatte ich ja auch schon mal hier berichtet. Das Gerät gibt es also jetzt und über verschiedene Sensoren am Boden der Kultivierungskammern werden detaillierte Informationen über das Zellverhalten gewonnen und damit ist es dann möglich von einer chemischen Substanz ein präzises toxiologisches Profil zu erstellen, wie es bisher eben nur im Tierversuch möglich war.

Spätestens wenn die neue Cebit ansteht, gibt es wieder tolle Geschichten über die Kühlschränke, die automatisch bestellen, was vielleicht gerade am ablaufen ist oder was fehlt. Mit einem ähnlichen Kühlschranksystem oder -geräten zuhause beschäftigt sich ein Forschungsprojekt namens Artrako. Das wird finanziert aus sieben Rahmenprogrammen der Europäischen Union (EU), bringt 2,5 Millionen Euro mit sich und dabei geht es eben um das intelligente Haus. Man will versuchen, Geräte und Technologien zu entwickeln und die auch miteinander zu verbinden und auch mit Menschen kommunizieren zu lassen, um eben das Haus und diese Geräte etwas autarker werden zu lassen.
Das Gerät soll praktisch mitdenken. Ein kleines Beispiel: Wenn eine morgendliche Staumeldung im Verkehrsfunk die ursprünglich vorgegebene Weckzeit vorverlegen soll, dann muss auch der Start der Kaffeemaschine vorverlegt werden oder auch die Beheizung von Bad und Wohnräumen. Und um solche vernetzten Strategien von Haushaltsgeräten geht es bei der ganzen Geschichte.

Es gibt auch weitere Fragestellungen zum Beispiel was und wie viel darf eine solche Maschine wissen. Man stelle sich vor, man hat bestimmte Gäste zu Besuch und die Maschine hat sich oder das System hat sich irgendwann gemerkt, was die gerne trinken. Was passiert denn zum Beispiel mit solchen Daten?
Ganz so fern ist das Ganze übrigens nicht. Es gibt in London mittlerweile schon eine Forschungsgruppe, die auch an diesem Projekt beteiligt ist, die in einer Wohnung lebt, die mit Hardware ausgestattet ist, die Teile dieser Anforderungen schon erfüllt, nämlich das vernetzte Arbeiten von Haushaltsgeräten.
Wer soll von so was profitieren? Es heißt ältere Menschen, ältere allein lebende Menschen, aber auch behinderte Menschen können gerade diese Technik vielleicht nutzen, um das Leben etwas einfacher zu gestalten für sie, wenn es gerade um Einkaufsgeschichten geht, aber praktisch wir auch selber. Also gerade diese Idee mit der Kaffeemaschine, die hat ja durchaus was für sich.
Problem ist nur: Meine Erfahrung ist, wenn die Staumeldung kommt, dann ist der tatsächlich oft schon aufgelöst. Und dann muss ich eine Stunde früher aufstehen, nur weil die Staumeldung die Kaffeemaschine eingeschaltet hat.

Ökologen der Universität Jena untersuchen derzeit den Einfluss des Klimawandels auf Grünlandflächen. Hintergrund ist, was passiert eigentlich, wenn der Klimawandel große Flächen plötzlich dürrer werden lässt, also austrocknen lässt.

Um das herauszufinden, hat Dr. Alexandra Weigelt von der Friedrich-Schiller-Universtität in Jena eine Grünfläche gepachtet. Das Ganze wurde unterstützt mit einem Projekt des Gleichstellungsprogramms ProChance 2008. Die Forscher nutzen auf einem Gelände insgesamt 80 Versuchsfelder. Auf jedem dieser Versuchsfelder wächst eine unterschiedliche Anzahl von Gräsern, Kräutern und anderen Pflanzen wie Klee. Die Zahl variiert von einer einzigen Art in Monokultur bis zu einer reichhaltigen Mischung aus 60 Arten und jede der etwa 28 Quadratmeter großen Parzellen ist noch mal in vier Teilbereiche untergliedert, in denen die Pflanzengemeinschaften auch unterschiedlich bewirtschaftet werden.

Hinzu kommt, dass man eine Dachkonstruktion gezimmert hat, die zwar Licht durchlässt, aber keine Niederschläge und diese Dächer werden auch immer nur für etwa fünf Wochen am Stück aufgestellt. Damit will man eben versuchen, eine Dürreperiode darzustellen, denn auch in Dürreperioden regnet es und deswegen werden diese Dächer auch wieder mal abgebaut, aber man will eben sehen, wie verschiedenste Flächen auf Dürreperioden reagieren, um dann eben auch zu sehen, wie kann man Flächen vielleicht so bewirtschaften, dass sie diese Dürreperioden aushalten. Und eine der Thesen ist, dass wenn es verschiedene oder wenn es viele Arten auf einer Fläche gibt, dass diese Flächen etwas einfacher mit Dürreperioden umgehen können.

Das war’s schon für heute. Vielen Dank fürs Zuhören. Wie immer bedanke ich mich auch bei LingQ.com und Vera Ihrig. Die machen nämlich immer die Transkriptionen für mich. Wer Sprachen lernen will, der kann das gerne bei LingQ.com machen. Wer ein Hörbuch hören will, dem sei noch mal ans Herz gelegt www.audible.de/wwww und dort das Hörbuch “Amokspiel für umme runterladen. Würde mich freuen, wenn’s ein bisschen Feedback gibt über diese Audible-Aktion. Man glaube bitte nicht, dass ich mir damit ein Ticket nach Deutschland finanziere oder so was. Ich unterstütze die Sache, weil ich diese Audible-Hörbücher eigentlich ganz gerne mag. So. Das war’s für heute. Vielen Dank fürs Zuhören. Und Tschüss.

Transkription: Vera Ihrig für www.LingQ.com