WWWW vom 25.10.2009: Supraleiter und Monsunschwankungen

Auflösung Geräuschequiz

Es war ein Tasmanischer Teufel. Mehr Infos darüber auf Wikinews

Neues zum Thema Supraleiter

Materialien, die Strom nahezu ohne Widerstand leiten, so genannte Supraleiter, lassen Ingenieurherzen höher schlagen. Physiker weltweit forschen an einer Erklärung für dieses physikalische Phänomen. Denn noch weiß niemand so genau, warum manche Stoffe unterhalb einer bestimmten Temperatur plötzlich supraleitend werden. Forscher des Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) stellen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Materials neue Ergebnisse vor, die einen alten Streit um die richtige Theorie lösen könnten.
http://www.helmholtz-berlin.de/aktuell/pr/pm/pm-archiv/2009/pm-argyriou-polarone_de.html

Bakterien gegen Bakterien

Neue Ansätze zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten standen im Mittelpunkt eines Symposiums, das Anfang Oktober an der Uni Würzburg stattgefunden hat. Mehr als 100 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, mit weltweit führenden Forschern aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zu diskutieren. Dazu eingeladen hatte der Würzburger Sonderforschungsbereich 630.
Trotz der raschen medizinischen Entwicklung sind Infektionskrankheiten weltweit immer noch die Ursache Nummer eins für ca. 30 Prozent aller Todesfälle. Glaubte man noch vor wenigen Jahren, viele Krankheitserreger mehr oder weniger besiegt zu haben, sieht man sich heute vielfach mit dem Problem konfrontiert, dass bekannte Erreger zunehmend resistent gegen gängige, bewährte Medikamente werden.

Monsunregelmäßigkeit in Gefahr

Ein sich selbst verstärkender Effekt erhält derzeit Monsunwinde aufrecht, könnte die Luftzirkulation über Land und Meer jedoch auch unterbrechen. Die regelmäßigen Niederschläge des Monsuns könnten dann von einem aufs andere Jahr oder über Monate innerhalb einer Saison ausbleiben. Starke Luftverschmutzung könnte solch einen Abbruch herbeiführen, berichten Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in der Online-Ausgabe des Magazins “Proceedings of the National Academy of Sciences”. Die globale Erwärmung erhöhe das Risiko abrupter Übergänge des Monsuns zwischen niederschlagsreichen und trockenen Phasen.
http://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2008/kippelemente-im-klimasystem-der-erde

Placebo geht ins Rückenmark

Es gibt viele verschiedene Wege, über die psychologische Faktoren unsere Schmerzwahrnehmung beeinflussen können: zum Beispiel die Lenkung der Aufmerksamkeit, Hypnose oder eben der sogenannte Placebo-Effekt. Doch welche neurobiologischen Mechanismen sorgen dafür, dass die Schmerzempfindung reduziert wird? Der UKE-Forscher Falk Eippert, Institut für Systemische Neurowissenschaften, konnte zusammen mit Prof. Dr. Christian Büchel, Dr. Jürgen Finsterbusch und Dr. Ulrike Bingel nachweisen, dass ein Placebo-Effekt mit einer verringerten Nervenzellaktivität im Rückenmark einhergeht.
Originalveröffentlichung: Science, Vol. 326, 16. Oktober 200

WWWW vom 18.10.2009: Wissenschaftsnachrichten

Die Themen heute:

Saubere Luft in der Uni

437 Fälle der “Neuen Grippe A/H1N1” – im alltäglichen Sprachgebrauch als Schweinegrippe bezeichnet – weist das Robert Koch Institut mit Stand vom 8. Oktober 2009 für Sachsen aus. Deutschlandweit seien seit Ende April 2009 mehr als 22.000 Erkrankungen und zwei möglicherweise mit dem Erreger in Verbindung stehende Todesfälle registriert. Beim Übertragungsweg des Virus geht das Institut von einer Tröpfcheninfektion aus – besonders gefährlich sind also große Menschenansammlungen, in denen die Erreger beim Husten, Niesen und Sprechen in die Luft gelangen. Zum Start des Wintersemesters strömen wieder tausende Studierende an die Hochschulen – so auch an die TU Chemnitz, wo Honorarprofessor Prof. Dr. Reinhard Latza mit seiner Firma Chempro-Control GmbH nun dafür sorgen will, dass die Luft in den großen Hörsälen von Viren, Bakterien und anderen organischen Schadstoffen befreit wird.

OLEDs die Energie sparen

Chihao Xu, Professor für Mikroelektronik an der Saar-Uni, hat einen Durchbruch im energieeffizienten Betrieb von OLED-Displays erzielt.
Sie gelten als Monitore der Zukunft – Organische Leuchtdioden-Displays, kurz OLED-Displays genannt. Die Technik ist schon heute in Handys, MP3-Playern und Digitalkameras im Einsatz. Sie beruht auf dem Phänomen, dass bestimmte Kunststoffe bei Stromzufuhr leuchten. Die neuen OLED-Displays können dünn wie Folie und ebenso biegsam sein. Außerdem zeigen sie dem Betrachter einen weiten Blickwinkel und geben bewegte Bilder perfekt wieder. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Displays wenig Energie verbrauchen.

Wie Killerzellen Tumore erkennen

Das menschliche Immunsystem kann mit seinen sogenannten Tumorzellen erkennen und zerstören. Ein wichtiger “molekularer Spürhund” auf der Oberfläche von Natürlichen Killerzellen (kurz: NK Zellen)NK Zellen ist der Rezeptor NKG2D. Seine Bindungspartner, die NKG2D-Liganden, sind kaum auf “gesunden” Zellen, wohl aber of auf Krebszellen und Virus-infizierten Zellen zu finden und markieren diese somit für die Zerstörung durch NK Zellen. In dem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt untersuchte ein Forscherteam um Alexander Steinle an der Universität Tübingen die molekularen Mechanismen, mit denen sich Tumorzellen dieser NKG2D-Liganden entledigen, um von NK Zellen unerkannt zu bleiben. http://www.wilhelm-sander-stiftung

Schlechte Zähne bei alten Menschen

Mediziner, Zahnärzte und Pflegewissenschaftler der Universität Witten/ Herdecke sehen nach einer ersten Pilotstudie in drei Wittener Altenheimen einen Zusammenhang: Wenn Bewohner von Altenheimen Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch haben, dann haben sie auch eher Probleme mit der Ernährung. Diesen Zusammenhang hat die Forschergruppe “Gesund altern in Witten” unter Leitung der Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik und dem Zahnmediziner Prof. Dr. Dietmar Gesch zum ersten Mal empirisch für Deutschland erhoben.

WWWW vom 11.10.2009: Was ist das für ein Geräusch?

Heute mal mit einer neuen Rubrik am Anfang. Was ist das für ein Geräusch?

Ausserdem in der Sendung:
Nochmal der Hinweis auf Monica Mayers Buch.

Netzwerk schaut durch die Wände

An der University of Utah hat man es geschafft, mit einem Netzwerk duch Wände schauen zu können. Möglich machen es 34 Knoten die durch ein Haus senden und empfangen. Läuft jemand durch die Wellen, verändert sich kurzzeitig die Stärke des Signals, Und das kann man messen.

Olivenöl gegen Depression

Das ist jetzt start verkürzt, aber es sieht so aus als ob die Mittelmeer-Diät, also Olivenöl, Fisch, viel Gemüse und Obst, das Risiko senkt, an einer Depression zu erkranken. Melden amerikanische Forscher bei Jama

Forschungsschiff schaut nach Kabeljau

Wie geht es dem grönländischen Kabeljau? Dieser Frage geht ein internationales Forscherteam an Bord der “Walther Herwig III” auf den Grund. Am 8. Oktober verlässt das deutsche Fischereiforschungsschiff seinen Heimathafen Bremerhaven mit Richtung grönländische Gewässer.

Die Arktis ist eines der Gebiete, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind. Es sind tiefgreifende Änderungen in der Produktivität und Zusammensetzung der Artengemeinschaften der arktischen Meere zu erwarten. Was der Klimawandel und die damit einhergehenden Änderungen im Lebensraum für den dort wichtigen Kabeljau bedeuten, untersucht ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern aus dem Institut für Seefischerei des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI).

Stent hilft bei Schaufensterkrankheit

Es war nur eine kleine Wunde am Knie. Doch sie heilte über viele Monate nicht. Maria K. [Name geändert] konnte mitunter nur mit Beschwerden gehen. Hilfe fand sie im Gefäßzentrum des Universitätsklinikums Bonn – eine fächerübergreifende Kooperation von Angiologen, Gefäßchirurgen und Radiologen. Die Diagnose “Schaufensterkrankheit mit starken Durchblutungsstörungen” traf die 87-Jährige unerwartet. Erstmals in Europa konnte dieser Patientin durch Bonner Radiologen die neuartige, Arzneimittel abgebende Gefäßstütze, ein so genannter Stent, implantiert werden.

Saurierhals stabil dank Fachwerkbau

Die großen Pflanzen fressenden Dinosaurier nutzten raffinierte Luftsacksysteme und eine Fachwerk-Bauweise um ihren Hals stabil zu halten. Eine deutsch-schweizerische Forschungskooperation von Wissenschaftlern aus des Museums für Naturkunde Berlin, dem Naturhistorischen Museum Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz untersuchte erstmals zwei riesige Dinosaurier-Halswirbel mit einer mechanischen Analyse-Technik, der Finiten-Elemente-Analyse, und lüfteten auf diesem Wege das Geheimnis, wie die Sauropoden das Kunststück schafften, ihre bis 10 m langen Hälse zu stabilisieren.
Bilder hier

Wie ein Korallenriff überlebte

Vor 200 Millionen Jahren führte ein Mega-Treibhauseffekt, verursacht durch Riesenvulkane, zu einem der größten Massenaussterben in der Lebensgeschichte. Besonders betroffen waren Korallenriffe, die damals fast völlig verschwanden. Ein internationales Team um Lichtenberg-Professor Wolfgang Kießling vom Museum für Naturkunde Berlin hat nun das einzige überlebende Riff nach dieser Wärmekrise untersucht und die dramatischen Konsequenzen von globaler Erwärmung und Ozeanversauerung verdeutlicht.

Das Buch über Computerspiele und warum wir so gerne spielen

Sie war mehrmals Interviewpartner bei Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft und ist eine Expertin auf dem Gebiet der Computerspiele. Dr. Monica Mayer hat ihre Arbeit, aus der ich immer wieder zitieren durfte, jetzt als Buch heraus gegeben.
Warum leben, wenn man stattdessen spielen kann?
Warum leben, wenn man stattdessen spielen kann?

Kognition, Motivation und Emotion am Beispiel digitaler Spiele

von Monica Alice Mayer

Sept. 2009, Hardcover, 506 S., teilw. farbige Abb.

ISBN 978-3-940317-54-4, 36,90 € (D)

Hier gleich bestellen:

Immer mehr Menschen spielen immer mehr digitale Spiele. Für Außenstehende ist dieses Verhalten oft nicht verständlich: Was macht die Faszination solcher Spiele aus? Wie kann jemand so lange vor einem Spiel verharren? Und welche Konsequenzen hat das Spielen?

Monica Mayer geht das Thema aus einer neuen Perspektive an: Sie lässt Spielerinnen und Spieler selbst zu Wort kommen und von ihren Erfahrungen berichten. Dadurch bekommt das Buch eine Lebendigkeit und Lebensnähe, die selten in einem Fachbuch zu finden sind.

Ein Fachbuch ist es dennoch. Es liefert eine Grundlage zur psychologisch-theoretischen Betrachtung des Themas „Digitale Spiele“, die es in dieser Form noch nicht gab. Es vermittelt wichtige Denkanstöße für Wissenschaftler, Pädagogen, Psychologen, Politiker und Eltern und versucht abschließend die Frage zu beantworten: „Warum leben, wenn man stattdessen spielen kann?“.

WWWW vom 4.10.2009: Stadtmusikanten in Nanogröße

Dreidimensional hergestellt mithilfe der Nanolithografie: Bremer Mikro-Quartett Esel, Hund, Katze und Hahn

Nicht einfach nur mini, sondern mikro: Mit bloßem Auge sind die Bremer Stadtmusikanten nicht mehr zu erkennen. Jedenfalls nicht die, die durch eine Zusammenarbeit des Bremer Instituts für angewandte Strahltechnik (BIAS GmbH) an der Universität Bremen mit der Nanoscribe GmbH in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe entstanden sind. Nun streben beide den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde an. Bei gutem Auge sind alle vier Musikanten zusammen vielleicht noch als Pünktchen zu erahnen, und den Beweis für ihre Existenz kann nur die Aufnahme mit einem Rasterelektronenmikroskop (REM) liefern.

Forscher entdecken neues Geschlechtssystem bei Stichlingen

Eine japanische Stichlingsunterart hat sich durch ein neues Geschlechtschromosomensystem von einer anderen Unterart abgespaltet. Die Männchen dieser Tiere haben ein Chromosom weniger als ihre Artgenossen, denn bei ihnen fusionieren kurzerhand zwei Chromosomen während der Zellteilung. Dieser ungewöhnliche Chromosomensatz verhindert die erfolgreiche Paarung von Vertretern der beiden Unterarten miteinander

Sport schützt vor Schlaganfall

Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen und Radfahren halten das Gehirn fit. Wie Experten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Nürnberg berichteten, belegt eine Vielzahl aktueller Studien, dass körperliche Aktivität sogar vor der Alzheimer Krankheit schützen kann, so wie vor Depressionen und Schlaganfällen.
http://www.dgn.org

Coole Klimakarte

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zeigen im Internet, wie der Klimawandel die Naturschutzgebiete Deutschlands verändern könnte. Auf der Internetseite “Klimawandel und Schutzgebiete” sind Kennwerte des bisherigen regionalen Klimas und zwei Zukunftsszenarien für über 4000 Schutzgebiete interaktiv abrufbar.

http://www.pik-potsdam.de/infothek/klimawandel-und-schutzgebiete – Die neue Internetseite: Klimawandel und Schutzgebiete
http://www.pik-potsdam.de/vme/schutzgebiete – Projekt-Homepage “Schutzgebiete Deutschlands im Klimawandel – Risiken und Handlungsoptionen”
http://www.bfn.de/ – Bundesamt für Naturschutz