Verbraucherinfo: Die Wissenschaft des Fussballschuhs am Beispiel des Nike Tiempo 94

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Ich habe hier schon öfter mal über Forscher geschrieben, die den Fußballsport an sich untersuchen. Es gibt aber auch solche, die sich eher mit dem Fußballschuh beschäftigen. Alle großen Konzerne arbeiten mit Wissenschaftlern zusammen, die nach neuen Wegen und Erkenntnissen suchen, Schuhe nicht nur schöner, sondern effekttiver zu machen. Einer ist Ewald Henning, der für NIKE Fussballschuhe unter die Lupe nimmt.

Wenn ein neuer Schuh wie der Nike Tiempo 94 auf den Markt kommt, dann steckt dahinter eine lange Entwicklungszeit. Spiele der Serie A in Italien und anderen Ligen werden analysiert, mit Spielern wird gesprochen, es werden eine Menge Daten gesammelt. Auch von Paolo Maldini, dem dieser Schuh gewidmet ist. Er trug den Tiempo erstmals im Finale der WM in den USA und machte ihn legendär. Jetzt gibt es eine Sonderauflage dieses Schuhs zum Karrierende des Spielers – nur 2500 Stück werden in Europa verkauft werden.

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Beim Tiempo 94 ist das Obermaterial aus Känguruhleder gefertigt. Das ist besonders passgenau, weich genug um bequem zu sein und hart genug um den Anforderungen eines Hochleistungssport-Werkzeugs zu genügen. Für den Sonderschuh hat man noch einmal dieses hochwertige Leder verwendet, auch wenn heute für andere Schuhe ebensogut Kunststoff genommen werden kann.

Eine Erkenntnis der Forschung ist, dass die Lasche die Schnürsenkel verdeckt. So kann der Ball ohne störende Elemente getroffen und beim Schuss kontrolliert werden. Wichtig für einen Schuh sind auch seine Traktionseigenschaften und ein paßgenauer Fersenhalt. Beim Tiempo 94 ist sogar die Ferse aus Kängruhleder.

Gewicht ist auch alles bei einem Fußballschuh, und der Tiempo 94 wiegt nun 30 Gramm weniger als sein historisches Vorbild. Man hat zum Beispiel das Gewicht der Aussenplatte reduzieren können mit Hilfe neuer Hochleistungsmaterialien. Dank der Nike Flywire Technologie kann man das Obermaterial in seiner Dicke heute reduzieren, bekommt aber immer noch einen starken Schuh. Stollen sind ebenfalls ein Objekt der Forschung. Ihre Anordnung entscheidet, ob sich etwa Rasen zwischen ihnen sammelt und damit den Schuh glatt machen würde. Heute wählt man eine asymetrische Anordnung und Stollen die eine Art Selbstreinigungseffekt haben.

Übrigens sind Schuhe auch nur ein Kompromiss: Ginge es ums reine Schießen, sollte man das am besten barfuß tun. “Sobald der Fuß angespannt wird, wird der gesamte Unterschenkel als Masse eingesetzt. Diese muskuläre Anspannung scheint durch den Schuh etwas verloren zu gehen”, hat Schuhwissenschaftler Henning herausgefunden. Nur läuft es eben barfuß nicht so gut und vor allem sicher und schnell auf Rasen.

Weil es den Schuh nur in einer geringen Auflage gibt, können Leser und Hörer von WWWW sich schneller einen sichern. Im Nike-Store auf nikestore.com kann man ihn nämlich bestellen. Wer das bis zum 31.12.2009 macht und ausserdem noch den Code “versandkostenfrei” bei der Bestellung angibt, muss tatsächlich keine Versandkosten bezahlen.

Und für alle die noch mehr wissen wollen, gibt es hier ein Video:

WWWW vom 29.11.2009: Torfbrände fördern Klimawandel

Die Themen heute:

Torfbrände begünstigen Klimawandel

Torfgebiete, vor allem in den tropischen Regionen der Erde, sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Menschliche Einflüsse führen jedoch unter anderem zur Entwässerung dieser Moore, was in Kombination mit klimatisch bedingten Trockenperioden zu ausgedehnten Bränden führen kann. Dadurch aber werden ungeheure Mengen Kohlendioxid (CO2) frei, das als Treibhausgas zur Klimaerwärmung beiträgt. Mehr Infos hier..

Tipp-Kick-Spieler im Miniformat

Rechtzeitig vor dem fußballerischen Großereignis im Jahr 2010 in Südafrika bereiten sich das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) und die Firma TIPP-KICK auf ein kaum weniger spannendes “Kleinstereignis” vor: Der kleinste funktionierende TIPP-KICK-Spieler der Welt. Der erste Entwicklungsschritt dazu konnte bereits vorgestellt werden: Dem LZH ist es gelungen, eine nur 6,8 mm große Figur herzustellen. Nur Kicken kann der Mikro-Spieler noch nicht.
Nun arbeiten die Ingenieure am LZH daran, die vollständige Funktionsfähigkeit des Spielers herzustellen. Zuerst wurde ein digitales Abbild der Original-Spielfigur vom Projektpartner Trimetric GmbH, Garbsen gemacht. Die Daten des Abbilds dienen als Basis für die Minifigur, die aus 340 Schichten von jeweils 0,02 mm Dicke besteht, die mit dem Laser aus einem flüssigen Polymer heraus ausgehärtet wurden. Link zum Laserzentrum

Neues Verfahren bei Vorhofflimmern

Den im Ruhrgebiet ersten herzkathetergeführten Verschluss eines Vorhofohrs haben jetzt Mediziner der Uni-Klinik für Kardiologie im Westdeutschen Herzzentrum Essen durchgeführt. Sie konnten dadurch das Schlaganfallrisiko einer 83-jährigen Patientin mit Vorhofflimmern deutlich senken. Ein Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung, das ansonsten gegen das Schlaganfallrisiko eingesetzt wird, durfte die Patientin nicht nehmen.Katheder#

Reise in die Vergangenheit: Expedition in Australien

Geowissenschaftler der Universität Göttingen, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Humboldt-Universität zu Berlin brechen Ende November zu einer Forschungsexpedition in die Vergangenheit auf. Vor der Küste Australiens wollen sie an den Riffen in der Tiefsee des Queensland Plateau “lebende Fossilien” wie Schwämme, Armfüßler, Stachelhäuter sowie Kopffüßler der Gattung Nautilus untersuchen. Die Wissenschaftler hoffen zudem, auch Wirbeltiere wie den Quastenflosser zu finden. http://www.deepdownunder.de

Rapserdfloh juckt Insektizid nicht

Im westlichen Mecklenburg-Vorpommern kam es in den beiden vergangenen Jahren zu Problemen durch starken Befall des Rapserdflohs. Dies bestätigten auch Labortests, die das Julius Kühn-Institut (JKI) in enger Zusammenarbeit mit Dr. Erich Erichsen vom Pflanzenschutz-Regionaldienst Schwerin des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern durchführte. Der Fachausschuss für Pflanzenschutzmittelresistenz geht jetzt davon aus, dass nicht nur Rapsglanzkäfer, sondern jetzt auch Rapserdflöhe resistent gegenüber insektiziden Wirkstoffen sind, die zur Gruppe der Pyrethroide gehören.

Besseres Verständnis zur Funktion von Hirnnervenzellen

Der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Magdalena Götz am Helmholtz Zentrum München und an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist ein weiterer Schritt zum Verständnis von Regenerationsprozessen im Gehirn gelungen. Die Forscher entdeckten Vorläuferzellen, die nach Verletzungen der Großhirnrinde neue glutamaterge Nervenzellen bilden können.

WWWW vom 22.11.2009: Hörerbesuch aus Deutschland

Wie cool ist das denn? WWWW-Hörer Peer hat mich in Saigon besucht, wir hatten eine schöne Zeit hier. Nochmal Grüße an Peer und seine Freunde und vielen Dank für den Besuch!!

Eine Korrektur: Der Tasmanische Teufel (Geräuschequiz) leidet nicht an einer Pilzinfektion, sondern an einer sehr bösen Form von Gesichtskrebs. Danke für den Hinweis, der über Twitter kam.

Ferngesteuerte Insekten

Über drop.io/wanhoff kam von Wolfgang der Hinweis auf eine Geschichte der amerikanischen Scienceblogs. Dort wir erklärt, wie Wissenschaftler mittles kleiners Chips und Eletroden den Flug von Insekten steuern können. Sie geben einfach Impulse in die Augen und Flügelmuskeln.

Schokolade ist gut fürs Zahnfleisch

Durch Untersuchungen anhand der großen Greifswalder Bevölkerungsstudie SHIP (Study of Health of Pomerania) mit über 4.000 Probanden konnten die Greifswalder Wissenschaftler aufzeigen, dass bei ausreichend hoher Magnesium-Konzentration im Blut weniger Entzündungen des Zahnfleischs auftreten und damit einhergehend ein verbesserter Erhalt der Zähne zu verzeichnen ist. Die gute Nachricht dabei ist, dass dunkle Schokolade reichlich Magnesium enthält und darüber hinaus auch Inhaltsstoffe mit günstigen Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem

Berührungen helfen Krebspatienten

Mit einfachen Berührungen und Massagetechniken können Familienmitglieder oder Freunde das körperliche und emotionale Befinden von Krebspatienten verbessern. Zu diesem Schluss ist ein internationales Wissenschaftlerteam um William Collinge gekommen. Bekannt war bereits, dass professionelle Massagen als begleitende Maßnahmen im Rahmen einer Krebstherapie sinnvoll sein können.

Dr. Claus Brunnenberg vom Zentrum für Strahlenschutz und Radioökologie der Leibniz Universität Hannover hat Boden- und Pflanzenproben auf der Insel Bikini stichprobenartig auf Radioaktivität untersucht. Er kam während seines einwöchigen Aufenthalts dort durch Messungen mit elektronischen Personendosimetern zu einem überraschenden Ergebnis: Die durchschnittliche Tagesdosis auf Bikini liegt heute unter dem Dosis-Mittelwert von Hannover, der im selben Zeitraum bei ungefähr 1,6 Mikrosievert/Tag liegt. Allerdings weisen bestimmte Pflanzen und Gebiete der Insel deutlich erhöhte Radioaktivität auf.

Artikel über Bakelit

Früher machte man aus ihm Telefone, heute Griffe für Pfannen und Töpfe: Die Rede ist von dem braun-schwarzen Hartkunststoff Bakelit. Dieser “Stoff der 1000 Möglichkeiten” hat die Kleinstadt Erkner bei Berlin geprägt: Seit dem Jahr 1909 produziert man dort Bakelit. Die Novemberausgabe der “Nachrichten aus der Chemie” blickt zurück auf die Gründerjahre der Bakelit GmbH und erzählt, wie ihr Produkt der wichtigste Kunststoff der Vorkriegszeit wurde.

Neue Erkentnisse bei rheumatöser Arthritis

Rund 800.000 Menschen in Deutschland leiden an rheumatoider Arthritis, einer chronischen Entzündung der Gelenke. Der Beginn der Erkrankung erfolgt häufig im Alter zwischen 40 und 60 Jahren, doch auch Jüngere sind betroffen: 15 Prozent der Patienten sind noch keine 40 Jahre alt. Eine Heilung der Krankheit ist bislang nicht möglich und auch die eigentliche Ursache ist immer noch nicht vollständig geklärt.

Als gesichert gilt, dass autoimmune Prozesse eine Rolle spielen. Dabei greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an und schädigt es. Biologieprofessor Harald Illges von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beschäftigt sich schon seit längerem mit Störungen des Immunsystems. Vor kurzem hat er in einer Studie untersucht, welche Rolle der körpereigene Botenstoff Histamin bei rheumatoider Arthritis spielt.

WWWW vom 15.11.2009: Nachrichten aus der Wissenschaft

Heute in der Sendung:

Bitte mitmachen bei einer aktuellen Podcastumfrage

Feiner geht es nicht:

Valeri Stepanyuk vom Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle und seine Kollegen können die Magnetisierung einzelner Atome manipulieren. Mit der Spitze eines Rastertunnelmikroskops schalten sie einzelne Atome von “Spin up” auf “Spin down” um – einfach indem sie den Abstand der Spitze zum Atom ändern. Das magnetische Moment des Spins wirkt wie ein winziger Stabmagnet. Je nachdem, in welche Richtung sein Nordpol weist, kann der Stabmagnet und somit das Atom die “0” oder “1” eines Bits speichern. Heutige Computer, deren Bits Zehntausende von Atomen groß sind, können so wesentlich weiterentwickelt werden.

Cholestrol lowering durgs reduce risk of gallstones

Use of the cholesterol-lowering drugs statins for more than a year is associated with a reduced risk of having gallstones requiring surgery, according to a study in the November 11 issue of JAMA.

Erbgut sperrt HIV an bestimmten Abstschnitten aus

Das Aidsvirus HIV baut sein Erbgut in das Genom der infizierten Zelle ein. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zeigen erstmals, dass die Erreger bestimmte Stellen im Erbgut des Menschen dabei fast gänzlich aussparen. Diese Entdeckung kann die Entwicklung neuer, spezifischer Aidsmedikamente fördern.
HIV

Rettung naht für amerikanische Wintergrün

Jetzt bringt es wieder Farbe in Herbstbepflanzungen, das Amerikanische Wintergrün (Gaultheria procumbens). Mit ihren attraktiven roten Scheinbeeren und den dunkelgrünen glänzenden Blättern ist die winterharte Zierpflanze in der trüben Jahreszeit ein echter Hingucker für Balkon und Garten. Doch dem farbenfrohen amerikanischen Vetter aus der Erika-Familie droht Gefahr. Ein Pilz lässt die Pflanzen verbräunen und dahinwelken. Die Anthraknose-Krankheit, die auch durch infiziertes Saatgut übertragen wird, erschwert den Gaultheria-Anbau zunehmend. In Kooperation mit einem Praxisbetrieb suchen Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts in Quedlinburg nun nach Wintergrün-Arten, die dem Schaderreger Paroli bieten können.

Wie unser Hirn sieht

Deutsch-Amerikanisches Forscherteam kommt der Lösung eines fundamentalen Problems der Systemneurowissenschaften näher: Beim Lesen bewegen sich die Augen ruckartig von einem Punkt zum anderen. Während dieser Augenbewegungen, Sakkaden genannt, bewegt sich das Bild des ruhenden Textes mit fast 1000°/s über die Netzhaut. Würde man die heimische Videokamera derart schnell durch eine Szene bewegen, würde man nur noch graue Streifen auf dem Display sehen.

Vorgeburtlicher Stress

Mäuse, die nach der Geburt kurz von ihrer Mutter getrennt werden, weisen eine veränderte Regulierung bestimmter Gene auf, wie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in einer neuen Studie gezeigt haben. Dies wird durch die Anlagerung einfacher chemischer Signalflaggen an die Erbsubstanz, so genannte epigenetische Markierungen, hervorgerufen. Infolgedessen bilden die Mäuse vermehrt Stresshormone und können mit belastenden Situationen schwer umgehen. Die neuen Erkenntnisse dokumentieren wie Umweltfaktoren auf unsere Gene einwirken und eröffnen ein besseres Verständnis für die Entwicklung von stressbedingten Erkrankungen wie z.B. der Depression.

Warum sind wir Menschen nackt?

Es ist hübsch formuliert: „Als Nacktheit bezeichnet man biologisch die Kleidungslosigkeit von Menschen und die Haar- oder Federlosigkeit von Tieren.“ Das schreibt so das Onlinelexikon Wikipedia. Was die weit gehende Haar- beziehungsweise Felllosigkeit betrifft, so teilt sich der Mensch diese Eigenschaft immerhin mit Säugetieren wie Hausschweinen oder Walen.
Was sagt die Evolutionstheorie dazu?
via Wissenslogs

WWWW vom 8.11.2009: Audioboos und ein alter neuer Dinosaurier

Audioboos: Mein Leben in Vietnam (english) öffnet iTunes Podcast

Protein macht Herzmuskel schwach

Das Herz muss im Leben eines Menschen etwa 250 Millionen Liter Blut durch den Körper pumpen. Um das zu leisten, müssen Herzmuskelfasern extrem belastbar sein. Die Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Wolfgang Rottbauer, Leitender Oberarzt der Inneren Medizin III, Universitätsklinikum Heidelberg, hat einen Eiweißbestandteil entdeckt, der für die Stabilität der kleinsten Muskeleinheit, des Sarkomers, verantwortlich ist
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/rottbauerlab/inject.jpg

Bessere Eletronik im Auto

Am 27.10.2009 wurde erstmals das Projekt RT-Describe – Iterative Design Process for Self-Describing Real Time Embedded Software Components” der deutschen Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK und des französischen Instituts Carnot CEA LIST vorgestellt. RT-Describe ist eines von elf ausgewählten Projekten, das eine Förderung aus dem Programm Inter Carnot-Fraunhofer (PICF) erhält. In den nächsten drei Jahren werden die Wissenschaftler die Entwicklung von Software für eingebettete Systeme, z.B. im Fahrzeug, verbessern.

Neuer alter Dinosaurier entdeckt

Tyrannosaurus Rex und verwandte Raubsaurier bilden die Gruppe der Tyrannosauridae. Ein fast vergessenes Fossil aus den Sammlungen des Natural History Museums in London lieferte jetzt entscheidende Hinweise auf die Anfänge und lange Entwicklungsgeschichte dieser gewaltigen Fleischfresser. Der Schädel entpuppte sich – fast ein Jahrhundert nach seiner Ausgrabung – als Überrest des ältesten bislang bekannten Tyrannosauriers.

Neuer Ansatz bei AML

Die akute myeloische Leukämie – kurz AML – ist eine bösartige Erkrankung des Blutes. Sie ist die häufigste akute Leukämieform bei Erwachsenen. Die Heilungschancen der Betroffenen wurden in den letzten Jahren zwar verbessert, jedoch können trotz intensiver Behandlung nach wie vor nur weniger als ein Drittel der Betroffenen geheilt werden. Die derzeitige Standardtherapie ist zudem noch immer sehr belastend für die Patienten und mit einem langen Krankenhausaufenthalt verbunden. Wissenschaftler und Ärzte setzen häufig auf so genannte “Zielgerichtete Therapien”. Im Rahmen eines multizentrischen Verbundes haben Wissenschaftler der Universitätsklinik Frankfurt am Main und des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried bei München jetzt neue Angriffspunkte für eine solche gezielte Therapie gegen die AML gefunden.

Das Dilemma mit Patenten auf Pflanzen und Tiere

Die genetischen Eigenschaften von Pflanzen und Tieren gehören den Staaten, in denen diese vorkommen. Wer sie erforschen und vielleicht aus ihnen Produkte wie etwa Medikamente oder Saatgut entwickeln will, muss die Zustimmung des jeweiligen Ressourcenstaates einholen und wissenschaftliche Erkenntnisse mit ihm teilen. Auch wenn neue Produkte Gewinn abwerfen, muss der Ressourcenstaat hieran beteiligt werden. Ein bekannter Fall ist die Verwendung der vielfältigen Eigenschaften des indischen Neem-Baumes für die Herstellung einer Fülle von Pflanzenschutz- Dünge- und Arzneimitteln. Die Patentierung von manchen dieser Eigenschaften führte zu weltweiten Vorwürfen der Biopiraterie. Die bestehenden Regelungen sind nicht effektiv und zudem ungerecht, haben Rechtswissenschaftler der Universität Bremen herausgefunden und erforschen jetzt in einem neuen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt bessere Lösungen

Überraschende Ergebnisse bei der Supraleitung

Im Hochfeld-Magnetlabor Dresden am Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) stehen höchste Magnetfelder für die Materialforschung zur Verfügung. Physiker vom Walther-Meißner-Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Garching) entdeckten hier mit äußerst präzisen Messungen bisher unbekannte metallische Eigenschaften von Hochtemperatur-Supraleitern. Die vor kurzem in der Fachzeitschrift “Physical Review Letters” vorgestellten Ergebnisse riefen in kurzer Zeit ein großes Echo in der Fachwelt hervor.

WWWW vom 1.11.2009: Was 65 Millionen Jahre alte Blätter erzählen

Alte Nager

Vor 65 Millionen Jahren starben die Dinosaurier aus. Ihr plötzliches Verschwinden ruft bis heute Bilder von schwarzem Ascheregen und riesigen Skeletten in dürren Wüsten hervor. Aber was geschah mit den weniger “prominenten” Tieren und Pflanzen, nachdem ein gigantischer Meteorit vor der Küste des heutigen Mittelamerika eingeschlagen war? Wissenschaftler der Universität Bonn konnten nun erstmals das Ausmaß der Verwüstung in Europa rekonstruieren. Die Auswirkungen des Einschlags, der zahlreiche Arten auf der Erde auslöschte, waren demnach in Europa erstaunlich gering.

Haifischhaut spart Treibstoff

Ein Versuch mit einer art Haifischhaut für Schiffrumpfe wurde im Hydrodynamik- und Kavitationstunnel (HYKAT) der HSVA durchgeführt. Hierfür wurde ein für den Versuch angefertigter, circa acht Meter langer, torpedoförmiger Körper zunächst mit glatter und anschließend mit strukturierter Oberfläche im HYKAT mit einer Geschwindigkeit von bis zu zehn Metern pro Sekunde angeströmt. Realitätsnahe Versuchsbedingungen wurden durch den langen Körper, das Medium Wasser und die hohe Anströmgeschwindigkeit geschaffen. Mit Erfolg.

Väter helfen mit bei der Abwehr

Nicht nur Mütter, sondern auch Väter können Informationen über Krankheitserreger an ihre Nachkommen weitergeben und dadurch deren Immunantwort beeinflussen – zumindest beim Rotbraunen Reismehlkäfer. Diese Entdeckung hat ein Forscherteam aus Münster und Zürich gemacht, das die Einflüsse von krank machenden Bakterien auf Käfer und deren Nachkommen untersucht hat. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass diese Art der Informationsübertragung, die auf bislang unbekannten molekularen Mechanismen beruht, nur über die mütterliche Linie möglich ist.

Bakterien lassen Pappeln wachsen

Endophytische Bakterien – Bakterien, die in Pflanzen leben – können positive, wenn nicht sogar überlebensnotwendige Funktionen für die Pflanze übernehmen. Das fand ein Team um den Systembiologen Wolfram Weckwerth heraus: So fördern Endophyten u.a. das Pflanzenwachstum, was sie wiederum interessant für die Biotreibstoff-Produktion. Konkret geht es um Pappeln, und letzlich um schnell wachsende Rohstoffe als Treibstoffersatz.

Kein Genmais im Wildschweinkot

Hirschgulasch, Wildschweinbraten, Rehragout – im Herbst hat Wildfleisch in allen Variationen bei den Feinschmeckern Saison. Seit allerdings weltweit immer mehr gentechnisch veränderter Mais angebaut wird, ist kritischen Verbrauchern der Appetit etwas vergangen. Schließlich wusste man bislang nicht, wie Wildtiere transgenen Mais verdauen und ob sich Reste nicht etwa im Fleisch ablagern. Molekularbiologen der Technischen Universität München (TUM) können diese Sorge jetzt entkräften – und die Sorge über eine ungewollte Ausbreitung von gentechnisch verändertem Mais