WWWW vom 28.2.2010: Neue LED-Projektoren, neue Solarpanel

Heute mal ein wenig produktorientiert, was aber nicht als Werbung gedacht ist. Es geht mir mehr darum, dass ich das Zeugs interessant finde.

LEDs machen Projektoren klein

Osram hat zum Beispiel neue LEDs entwickelt, mit denen man kleine Projektoren bauen kann (was die Firma 3M auch macht).
Mit LED kann man sehr kleine Lichtquellen für Mini- und Mikroprojektoren realisieren. Das Bauteil aus dem 3M-Gerät zum Beispiel enthält LED-Chips von Osram Opto Semiconductors in blau, rot und grün und ist nur knapp fünf mal sechs Millimeter groß. Dazu kommt, dass die Dioden sich nur wenig erwärmen und nicht unbedingt Kühlung über einen Lüfter brauchen, was den Projektor kleiner und leiser macht. Außerdem können die handlichen Beamer mit Batterien arbeiten, weil die LED nur wenig Strom aufnehmen

Lange schlafen ist gesund

Nachts nicht mehr schlafen können, längeres Wachliegen oder regelmäßiges Aufwachen zwischendurch – das kennen inzwischen Millionen Menschen und Arbeitnehmer in Deutschland. Der Berufsverband der Betriebs- und Werksärzte will dem entgegen steuern: Nächte dürfen nicht zur Qual, die Tage nicht zur Last, Stress nicht zum Schlafkiller werden, meint der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Dr. Wolfgang Panter, VDBW-Präsident, sagt: „Schlafstörungen sollten nicht bagatellisiert werden – zu wenig Schlaf ist definitiv ungesund und kann ein erstes Alarmsignal für Überforderung sein.“

Neues bei Solarzellen

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Dr. Udo Bach an der Monash University in Australien hat erstmals eine innovative Methode entwickelt, um den Leistungs-Output der nächsten Solarzellengeneration zu erhöhen.

Die Wissenschaftler der Monash University, in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universitäten in Wollongong, Australien und Ulm haben Tandemzellen aus farbstoffsensibilisierten Solarzellen hergestellt, die eine dreimal höhere Effizienz bei der Energieumwandlung gegenüber bisherigen Tandemzellen dieser Art aufweisen. Der Schlüssel zu dieser Innovation lag laut Bach in der Entdeckung eines neuen, effizienteren Farbstoffes, der den Betrieb von invertierten farbstoffsensibilisierten Solarzellen deutlich effizienter macht. Laut Bach könnte dieser Durchbruch die Zellen zu einer guten und konkurrenzfähigen Alternative zu herkömmlichen Siliziumzellen machen.
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de

Suchmaschine für Musikpartituren

Das Internet ist ein gigantischer Datenspeicher. Viele Informationen aber bleiben ungenutzt, weil sie mit modernen Suchwerkzeugen nicht auffindbar sind. Forscher vom Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken haben Verfahren entwickelt, um Musikstücke aufzuspüren und miteinander vergleichbar zu machen. Das ist nicht nur ein Gimmick für Musikliebhaber, sondern könnte sogar die Ausbildung von Musikern revolutionieren.

WWWW vom 21.2.2010: Wildlife at risk in Vietnam

Ich war wieder einmal unterwegs, und deshalb heute eher eine Reportage. Es geht um Wildlife at risk, eine Organisation in Vietnam, die sich um wilde Tiere kümmert. Vor allem um solche, die in Gefangenschaft gehalten werden oder die gehandelt werden. Man versucht herauszufinden, wo – vor allem in Südvietnam und in Saigon – Bären und Gibbons als Haustiere gehalten werden. Zusammen mit der lokalen Polizei versucht die Organisation dann, die Tiere zu beschlagnahmen.
Gibbon

Das Problem ist nicht eine fehlende Gesetzeslage, sondern immense Probleme bei der Anwednung. Nicht immer sind die lokalen Behörden interessiert daran, einem vielleicht einflussreichen Geschäftsmann sein Spielzeug wegzunehmen.
Wildlife at Risk versucht die Tiere erst einmal wieder aufzupäppeln, da sie meist in schlechtem Zustand sind, und dann entweder auszuwildern oder aber einen Platz zu finden, wo sie bleiben können. Im Rescue Center in Cu Chi sind derzeit 4 Mondbären und 5 Sonnenbären, Gibbons, Otter und Schildkröten sowie einige Reptilien und ein Leopard.
Ich werde morgen bei der Organsiation in Ho Chi Minh City vorbeischauen und mit den Verantwortlichen reden, wie man ein wenig mehr an Spenden übers Internet einnehmen kann.

WWWW vom 14.2.2010: iphone App, Atommülllager, Depressionen

Wie schon im vorherigen Post gesagt, kann mal jetzt Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft als app aufs iPhone laden!

Hitzstress schadet Organismen auf dem Meersboden nachhaltig

copyright Lena Eggers, IFM GEOMARDie erste Masterarbeit, die an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts Universität zu Kiel abgeschlossen wurde, widmet sich einem meereswissenschaftlichen Thema. Lena Eggers (27) untersuchte in ihrer Arbeit mit dem Titel “A simulated heatwave and dispersal enhance dominance and decrease community productivity in experimental metacommunities” die Folgen von Hitzestress auf kleine Meeresorganismen. Die Biologin arbeitet nun als Doktorandin am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).

Wieviel CO2 verbrauchen Projekte eigentlich selbst, die Zertifikaten ausstellen, und was wird mit dem Geld, dass man gibt, angestellt?

Diese Frage habe ich atmosfair gestellt, und das ist die Antwort:
Bei der Entwicklung wird relativ wenig geflogen. In der Regel befinden sich Partner vor Ort, mit denen wir uns über Telefon oder Skype abstimmen. Zu Validierung und/oder Inbetriebnahme oder bei schwierigen Verhandlungen bspw. mit staatlichen Akteuren sind wir meist vor Ort. Später sind evtl. auch die Zertfizierer (sofern kein Büro in der Nähe) vor Ort, manchmal auch mit dem Flugzeug. Sie müssen aber noch bedenken: Würden wir bspw. kein Kleinwasserkraftwerk in Honduras bauen, würde in der Umgebung evtl. ein anderes Kraftwerk gebaut werden. Und die Exploration und der Bau dieses Kraftwerks würde mindestens die gleichen Emissionen frei setzen. Zusätzlich schreibt der CDM Mechanismus vor, dass die späteren CO2 Emissionen, sofern sie über 1 Prozent der Emissionsminderung betragen, von den Zertifikaten abgezogen werden müssen.

Nun zu dem schwierigeren Thema: Die Finanzierung vor Ort. Wir müssen unter zwei Projektarten unterscheiden: Projekte, die wir mit entwickeln und die Zertifikate entnehmen und die Projekte, die wir unterstützen und die Zertifikate entnehmen. Bei denen, die wir mitentwickeln fließt auch schon vorher Geld. Es müssen ja noch Gegebenheiten vor Ort erst vorbereitet werden (Ausbildung, Herstellung, Exploration etc.). In diesen Projekten arbeiten wir nur mit Partnern zusammen, die wir gut kennen und überprüft haben. Inzwischen haben wir auch schon Erfahrung mit verschiedenen Partnern. Einige davon haben auch eine Internetseite, bspw. BORDA (http://www.borda-net.org/).
Bei den anderen Projekten kann ja im Vorfeld ein Vertrag geschlossen werden, da die CO2-Zertifikate durch den Zertifizierer (bspw. TÜV Nord) errechnet wurden. Das bedeutet, wir kaufen in dem Sinne eine Ware mit Lieferung über bspw. 10 Jahre und zahlen dafür einen festen Betrag. Hintergrund ist ja, dass wir von unseren Spendern 23 Euro pro Tonne CO2 bekommen.
Klimaschutzprojekte sind also durch den CDM-Mechanismus und den Gold-Standart kein reines Entwicklungsprojekt. Bei CDM-Projekten gibt es immer eine Gegenleistung, wofür auch ein Zertifizierer haftet. Zusätzlich werden CD;-Projekte, da können Sie auch ruhig bei anderen Offsettern gucken, i.d.R. nur in politisch stabilen Ländern durchgeführt.

Training hilft bei Familien, in denen ein Elternteil Depressionen hat

Cognitive behavioral intervention for families may help prevent depression in parents with a history of depression and in their 9- to 15-year-old children, new research has found. The study is the first to test this kind of program for families with a depressed parent.

“Depression is a significant public health problem, affecting over 16 percent of Americans in their lifetimes. One of the most potent risk factors for developing depression is having at least one parent with a history of depression,” Bruce Compas, Rodes Hart Professor of Psychology and Human Development at Vanderbilt University’s Peabody College and lead author of the new research, says.

Neurodermitis in der frühen Kindheit kann die psychische Verfassung im späteren Leben beeinflussen

Das zeigt eine umfassende Geburtenkohortenstudie, an der Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München beteiligt sind. In Kooperation mit Kollegen von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), der Technischen Universität München (TUM) und dem Marienhospital in Wesel (Nordrhein-Westfalen) untersuchten sie 5991 Kinder, die zwischen 1995 und 1998 geboren sind. Die Untersuchung ist in der aktuellen Ausgabe des Journals of Allergy and Clinical Immunology 125 (2010); 404-410 veröffentlicht.
Forscher unter Federführung von PD Dr. Jochen Schmitt des Universitätsklinikums Dresden, Dr. Christian Apfelbacher (Universitätsklinikum Heidelberg) und Dr. Joachim Heinrich vom Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München fanden heraus, dass Kinder, die während ihrer ersten beiden Lebensjahre an einer Neurodermitis litten, im Alter von zehn Jahren häufiger psychische Auffälligkeiten, v.a. emotionale Probleme, zeigen als Gleichaltrige.

Forscher untersuchen, ob Tongestein Atommüll schützen kann

In Deutschland und vielen anderen Ländern ist man noch auf der Suche nach unterirdischen Lagern, in denen die hochradioaktiven Abfälle aus Kernkraftwerken für Tausende von Jahren sicher aufbewahrt werden können. Denn so lange wird es dauern, bis die radioaktiven Stoffe nach und nach zerfallen und keine Strahlung mehr in die umliegenden Gesteine abgeben können. Chemiker der Universität des Saarlandes untersuchen im Rahmen eines Forschungsverbundes, wie sich Tongesteine durch radioaktive Stoffe verändern und welche Folgen ein Wassereinbruch in einem atomaren Endlager haben könnte.

Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft Podcast (wwww) jetzt auch als iPhone app

Es hat ein wenig gedauert, aber jetzt ist die app online: Den Podcast Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft gibt’s jetzt auch als iPhone app!! http://tinyurl.com/yf2af3b
wwww iphone app
Mit der neuen iPhone App können Podcasthörer nicht nur die verschiedenen Episoden hören, sondern auch Wissenschaftsnachrichten im Blog lesen und den Twitternachrichten von Wanhoffs Wissen folgen. Eine Integration des neuen Google Dienstes Buzz ist in Planung.

Das Programm ist 0.6 MB groß und wurde vom Publisher Genwi realisiert. Ich habe lediglich Grafiken und Inhalte geliefert. Wer ein Android Phone hat kann sich die App auch im Android Marketplace herunterladen.

WWWW wird auch auf den von Apple angekündigten iPads laufen. iPhone-Nutzer können die app direkt übertragen ohne sie erneut herunterladen zu müssen.

Wanhoffs Wunderbare Welt ist einer der ältesten Podcasts in Deutschland. Im Januar 2005 ging der Podcast-Pionier Thomas Wanhoff erstmals auf Sendung. Jeden Sonntag bringt er in WWWW Nachrichten aus der Wissenschaft, mit einem besonderen Fokus auf Forschung aus Deutschland. Dabei wird Wert darauf gelegt, Forschungsergebnisse abseits des Mainstreams, gleichwohl verständlich aufzuarbeiten. “Ich bin kein Wissenschaftler, sondern Journalist. Ich muss also erst einmal verstehen was da geforscht wurde und versuche es dann, den Podcast-Hörern zu erklären”, sagt Thomas Wanhoff.

WWWW vom 7.2.2010: Schimpansen-Adoptionen und Neues von Klimawandel

UPDATE: Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft jetzt für Android-Telefone verfügbar, und zwar gratis. Wer auf seinem Android Gerät WWWW hören will oder dem Twitter feed folgen möchte, kann sich unter anderem hier die app kostenlos aufs Telefon laden. Die iPhone app lässt noch auf sich warten, leider.

Schimpansen besser als ihr Ruf

Sind Schimpansen zu altruistischem Verhalten, beziehungsweise uneigennütziger Hilfsbereitschaft gegenüber nicht verwandten Gruppenmitgliedern in der Lage? Diese Fähigkeit wird seit einigen Jahren ausschließlich dem Menschen zugestanden. Doch diese Vermutung, die durch experimentelle Studien mit Zootieren unterstützt wurde, muss jetzt revidiert werden. Ein Forscherteam um Christophe Boesch, Direktor der Abteilung Primatologie am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, berichtet von 18 Fällen, in denen verwaiste Jungtiere von Gruppenmitgliedern im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste adoptiert wurden.

Studie dazu

Wildsau-Alarm

Vor allem in den Randbezirken von Großstädten wie Berlin, München und Hamburg tauchen immer häufiger Wildschweine auf. Was sollen Menschen tun, wenn sie unerwartet im Garten, auf dem Spazierweg oder am Rand der Skipiste auf die Tiere treffen. “Vor allem Ruhe bewahren und den geordneten Rückzug antreten”, empfiehlt Andreas Kinser, Forst- und Jagdexperte der Deutschen Wildtier Stiftung.

Software soll Schäden bei Erdbenen vorhersagen

Die furchtbare Katastrophe in Haiti hat es wieder gezeigt: Besonders nach einem Erdbeben ist die Aufklärung der Situation vor Ort und die Einleitung der Hilfsmaßnahmen und Verteilung der Güter oft das größte Problem. Um schnelle Hilfe leisten zu können, ist es insbesondere notwendig, den Zustand der verschiedenen Verkehrsinfrastrukturen zu kennen. Ein neues System, das am Fraunhofer IOSB und dem Karlsruher Institut für Technologie KIT entwickelt wurde, könnte hier zukünftig bei der Lageanalyse behilflich sein. Ein erster Demonstrator wurde jetzt fertig gestellt.

Ausmaß des Klimawandels unterschätzt?

Klimaforscher bei der Arbeit
Auf Einladung der renommierten Fachzeitschrift Nature Geoscience fassen Professor Ralph Schneider und Professorin Birgit Schneider, Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”, in der aktuellen Ausgabe des Journals die jüngsten Ergebnisse weltweiter Forschungsarbeiten zum Klima der Vergangenheit zusammen und ziehen ein beunruhigendes Fazit: Das tatsächliche Ausmaß des zu erwartenden Klimawandels wird nach wie vor unterschätzt.

Optimierung bei Solaranlagen

Mehr als elf Millionen Quadratmeter Kollektorfläche von Solarthermieanlagen waren 2008 nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Deutschland installiert – mehr als 210.000 Anlagen seien 2008 neu errichtet worden, doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Solarthermieanlagen können zur Erwärmung von Trinkwasser sowie für die Produktion von heißem Wasser für Heizungsanlagen genutzt werden. “Die Speicher werden heute immer größer, außerdem sind für den vermehrten Einsatz in Heizungssystemen höhere Temperaturen nötig”, sagt Dr. Thorsten Urbaneck, Bereichsleiter “Thermische Energiespeicher” an der Professur Technische Thermodynamik der TU Chemnitz, und ergänzt: “Zudem sollen längere Speicherperioden von bis zu drei Monaten erreicht werden, weshalb es wichtig ist, die Verluste der Speicher zu minimieren.”

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