Zurich Unfallhelfer iPhone App – Hilfe zur Selbsthilfe

[Trigami-Review]

Es ist schon ein paar Jahre her, als ich an eine Unfallstelle kam, bei der ein Laster in die Gegenspur fuhr und zwei Autos rammte. Der Verkehrsunfall war gerade passiert und mein Begleiter und ich waren mit die ersten am Ort. Weil ich lange im Jugendrotkreuz tätig war und auch mehrere Erste-Hilfe-Kurse hatte, wusste ich was zu tun war. Mein Begleiter, damals 20 Jahre alt, hatte keine Ahnung.
Zurich Logo
So mag es vielen gehen: Der Erste-Hilfe-Kurs ist lange her, man ist naturgemäß nicht im Training und auch noch aufgeregt. Da ist ein kleines Programm wie der Zurich Unfallhelfer (http://www.zurich.de/unfallhelfer) passend.

Die kleine iPhone App macht genau das was sie machen soll: Klare, einfache Anweisungen geben was zu tun ist. Die Entwickler haben dabei weniger daran gedacht, alle Features auf einen Screen zu bekommen als die iPhone Funktionen präzise einzusetzen. So ist im Startscreen ein Notrufbutton, in dem die Notufnummern der wichtigsten europäischen Ländern hinterlegt sind. Man benötigt außer für den Email-Versand und die Lokalisierung keine Internetverbindung, alle Funktionen sind offine verfügbar.
Unfallhelfer iPhone App
Der Unfallhelfer unterscheidet zwischen Unfällen auf der Autobahn und der Landstrasse, sagt dem Besitzer wie man eine Unfallstelle absichert, dass man Ruhe bewahren soll und Passanten zum Mithelfen ermutigen soll. 10 einfache Anweisungen für den ersten Schritt (Passanten hinter die Leitplanke, Warnweste anziehen etc). und dann wird man ins Notrufmenü geleitet. Alles mit einer Hand zu bedienen.

Das Menu führt den Benutzer dann durch den Notruf. Hilfreich: Das Telefon gibt dank GPS-Lokalisierung den Standort an. Und hier hat jemand wirklich nachgedacht. Statt einer schicken aber in diesem Fall nutzlosen Google Map werden die Geokoordinaten und die Strasse genannt. So kann der Rettungsstelle genau mitgeteilt werden wo man sich befindet.

Die Erste Hilfe Maßnahmen enthalten die wichtigsten Handgriffe, zum Beispiel wie man einen Helm abzieht, wie die stabile Seitenlage aussieht, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Blutung stillen.

Erst dann soll man die Polizei rufen, wenn die nicht schon ohnehin durch den Notruf alarmiert wurde. (Merke: Notruf ruft Feuerwehr und Rettungsdienst, denn die braucht man am Wichtigsten!)

Unfallhelfer App
Weil die Unfallhelfer App von einer Versicherung stammt, wird auch gleich noch gezeigt, wie man Beweise sichert (sehr praktisch ist der Kamerabutton neben den Anweisungen), was man bei Wildunfällen macht, oder bei Fahrerflucht. Natürlich kann man auch per Klick die Zurich Versicherung anrufen, deren Pannenhilfe, aber auch ADAC und ACE. Ein Formular hilft bei der Aufnahme des Unfallprotokolls und kann auch gleich als Email verschickt werden.

Was mir ausgesprochen gut gefällt an der App sind der praktische Nutzen, die Benutzerfreundlichkeit und die Zurückhaltung der Zurich Versicherung. Im Vordergrund steht keinesfalls Werbung, sondern die Hilfe am Unfallort. Ein Lehrbeispiel wie Unternehmen Apps anbieten sollen.

Wer die App direkt downloaden möchte, hier geht es zum iTunes Store

WWWW vom 28.3.2010: Vietnamesische Mumien und chinesische Umweltgesetze

Heute mal eine etwas andere Sendung, weil de weniger deutsche Wissenschaftsnachrichten enthält als Berichte aus Asien.

Zum einen ein Artikel über Mumien in Vietnam und wie sie angefertigt worden. Das Geheimnis ist Pinienöl.
Vietnam Mummy

Dann ein Bericht eines Rechtsprofessors namens Stanley Lubman, der sich einmal angeschaut hat, wie es mit der chinesischen Umweltgerichtsbarkeit aussieht. Es gibt nämlich Umweltgerichte in China, nur sind die rar und wenig effektiv. Der Grund liegt meistens in den Einflüssen von außen auf die Gerichte und Verfahren.

Und schließlich noch die Geschichte eines Studenten, der mit einem Barometer die Höhe eines Wolkenkratzers messen sollte.

Gesunden Urlaub machen – im Hochtaunus wandern

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Wandern Wenn ich etwas hier in Vietnam vermisse, dann ist es der Taunus. Die Wälder, die frische Luft, die vielen Möglichkeiten sich zu entspannen und vor allem zu bewegen. Ich bin jeden Morgen mit meinen Hunden eine Stunde lang durch den Wald gelaufen und abends nocheinmal, wenn die Zeit es zuließ. Das Heilklima dort hält fit und gesund, und das habe ich gemerkt.
Was für mich ein 11 Stunden-Flug ist, ist für andere ein Katzensprung, um mal richtig auszuspannen. Der Hochtaunus ist bekannt für sein Angebot im Bereich Wellness und Wandern. Kuren in Bad Homburg, Wandern rund um den Feldberg, Burgen anschauen in Königstein – Urlaubsherz, was willst Du mehr?
Heilklima Logo

Der Heilklima-Park Hochtaunus bietet mit 34 Wegen und 180 Kilometer Strecke – nach leistungsphysiologischen und bioklimatischen Gesichtspunkten vermessen – ideale Trainingsmöglichkeiten. Mountainbiker finden in meiner Heimat ebenso gute Bedingungen wie Nordic Walker (macht meine Mutter) und Wanderer.

Nun gehöre ich zu den Menschen, die Heuschnupfen haben. Pappeln mag ich nicht, Birken lösen bei mir eine Allergie aus und manche Gräser. Wandern im Grünen ist da nicht die erste Wahl, möchte man meinen. Weit gefehlt. Zum einen gibt es Pollenvorhersagen auf der Heilklima-Webseite. So kann man sich einen ersten Eindruck verschaffen, wie schlimm das Wochenende pollentechnisch wird . Zum anderen hatte ich subjektiv immer das Gefühl wenn ich im Wald laufe geht es mir besser. Vielleicht auch weil ab einer gewissen Höhe mehr Nadelbäume vorhanden sind. In Hochgebirgsregionen wandert es sich dann noch besser, weil die Luft dort praktisch pollenfrei ist. Letztlich fördern die saubere Luft und die Bewegung an sich auch eine Stärkung des Immunsystems und schon deshalb empfehlenswert. Urlaub und Allergie passen also sehr wohl zusammen.

Ausruhen beim Wandern

Klimareize können auch den Erfolg eines Ausdauertrainings steigern, denn denn man passt sich an diese Reizumgebung an. Damit wird wiederum der körpereigene Abwehrmechanismus gesteigert und die Reaktionsfähigkeit auf Umweltreize. Wer also viel in frischer Luft unterwegs ist, hat in der Stadt weniger Probleme (Merke ich sehr in Saigon, wo alles voller Staub ist. Ich sehne mich nach einem richtigen Wald).

Weil das hier ja ein Blog und Podcast über Wissenschaft ist, sei noch auf ein Paper verwiesen, das der Arzt Dr. Walter Amelung (Königstein) einst verfasst hat: Die Heilklimatische Bedeutung der Deutschen Mittelgebirge, Klinische Wochenschrift, 1935

Ausschnitt:

Neben den eben geschilderten Wetterbestandteilen, die mit der ganzen orographischen Lage eines Ortes sein Klima bedingen, ist vor allem die Luftbeschaffenheit von größter Bedeutung für das menschliche Befinden. Die Bedeutung der Luftdruckerniedrigung mit steigender Höhe und die dadurch bedingte abnehmende Sauerstoffspannung des Blutes wurden schon besprochen. Die untersten Schichten der Atmosphere sind als ein kolloidales System, ,,Aerosol” genannt, aufzufassen, das aus einem Gasgemisch besteht mit sehr wechselnden Suspensionen flüssiger und fester Art. Die ,,Chemische Klimatotogie” hat nachgewiesen, dass in zahlreichen Kurorten ein holler Jodgehalt der Luft vorhanden ist und dass dort allein durch die Atemluft Jod in Mengen, die für die tägliche Norm hinausgehen, zugeführt werden.

Wer ein wenig mehr wissen will übers Wandern im Heilklima, kann auf die Webseite gehen und Prospekte bestellen oder sich den Gesundheitsführer Wandernals PDFgratis herunterladen.

WWWW vom 21.3.2010: The Bobs-Nominierung, Hähnchenfleisch und Schmerzen

Nochmal im Podcast der Hinweis, bitte für mich zu stimmen bei The Bobs (www.thebobs.com), wo ich in der Kategorie Bester Podcast nominiert wurde.

Dann ein paar Gedanken zum Thema Wissenschaft und Erklärbarkeit, zu denen ich hier keinen Text habe, sondern nur das gesprochene Wort im Podcast.

Schmerztherapie mehr individualisieren

Eine moderne Schmerztherapie ist interdisziplinär, setzt verschiedene Strategien gleichzeitig und nicht nacheinander ein und muss individuell auf die Erfordernisse des einzelnen Patienten zugeschnitten werden”, erklärt Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt. Untersuchungen zeigen, dass maßgeschneiderte Therapien der konventionellen Behandlung “von der Stange” überlegen sind.
Schmerz ist nicht gleich Schmerz, selbst wenn es immer weh tut. Schmerz kann verschiedene Ursachen haben, Entzündungen, Verletzungen oder geschädigte Nervenbahnen. Wie Nervensystem und Gehirn eines Menschen Schmerz verarbeiten, wird von biologisch-genetischen, sozialen und psychischen Faktoren beeinflusst. Und – dies vor allem – ein chronischer Schmerz ist kein Akutschmerz, der nur länger anhält, sondern eine eigenständige Erkrankung. Diese Komplexität müssen Schmerztherapeuten bei der Behandlung berücksichtigen.

Hähnchen immer gut durchbraten

Die Ergebnisse einer bundesweiten, vom BfR koordinierten Studie zeigen, dass bei Hähnchen zum Zeitpunkt der Schlachtung häufig Campylobacter und Salmonellen nachweisbar sind. Die Erreger gelangen mit dem Darminhalt und auf den Federn der Tiere in den Schlachthof und können während der Schlachtung auf die Schlachtkörper verschleppt werden. Von dort gelangen sie in die Lebensmittelkette und zum Verbraucher. Nach dem heute veröffentlichten Bericht des BfR wurden in Deutschland auf 62 Prozent der 432 untersuchten Schlachtkörper Campylobacter und auf 17,6 Prozent Salmonellen nachgewiesen. Bei 48,6 Prozent der Schlachtgruppen konnten Campylobacter im Darminhalt der Tiere nachgewiesen werden.

Feuchte Sommer zu Zeiten der Pest

Der “Schwarze Tod”, eine schwere Pestepidemie, hat im 14. Jahrhundert in Europa ein Drittel der Bevölkerung dahingerafft. Dass es zu einer solchen Katastrophe kommen konnte, lag wahrscheinlich auch an den damaligen klimatischen Bedingungen. “Das späte Mittelalter war in klimatischer Hinsicht einzigartig”, erklärt Dr. Ulf Büntgen von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im schweizerischen Birmensdorf. “Vor allem gab es ausgeprägte Phasen, in denen die Sommer feuchter waren als heute.”

Neues vom Roten Fleck des Jupiter

Bahnbrechende neue Wärmebilder, die mit dem Very Large Telescope der ESO und mit anderen bodengebundenen Großteleskopen aufgenommen wurden, zeigen Wirbel warmer Gase und kältere Regionen im Großen Roten Fleck des Planeten Jupiter. Daraus konnten Wissenschaftler die erste Wetterkarte dieses gigantischen Sturms erstellen, aus der die Zusammenhänge von Temperatur, Wind, Druck und chemischer Zusammensetzung mit der Farbe des Flecks deutlich werden.
“Dies ist der erste Blick ins Innere des größten Sturms im Sonnensystem”, sagt Glenn Orton, der Leiter des Forscherteams, das die Beobachtungen durchführte. “Früher dachten wir, der Große Rote Fleck wäre ein Oval ohne großartige innere Struktur. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass es sich im Gegenteil um ein höchst komplexes Gebilde handelt.”

Lebensraum der Flachkopfkatze bedroht

Flachkopfkatze
Fast 70 Prozent des Gebietes, das historisch gesehen gute Lebensräume für die Flachkopfkatze (Prionailurus planiceps) bot, ist bereits in Plantagen, z. B. für die Produktion von Palmöl, umgewandelt worden. Schlimmer noch ist der Fakt, dass die verbleibenden Lebensräume der seltenen Raubkatze hochgradig zersplittert sind. Nur 16 Prozent der für die Wildkatze verbleibenden Habitate stehen unter vollständigem Schutz nach den Richtlinien der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN. Das liegt daran, dass sich die meisten Nationalparks in Südostasien im Hochland befinden, in Regionen in denen die Flachkopfkatze mit ihrer Spezialisierung auf Flachlandregenwälder und sumpfige Torfwälder nicht überleben kann.
Foto: Die Flachkopfkatze hat Schwimmhäute an ihren Pfoten und ist eine der kleinsten Raubkatzenarten.
Foto: Andreas Wilting

WWWW ist nominiert in der Rubrik Podcasts bei The Bobs

Wow, ich habe heute eine Mail bekommen von der Deutschen Welle, die die Blog- und Podcastauszeichnung The Bobs organisiert. Ich bin dort in die Auswahl “Bester Podcast” gekommen. Und weil Hörer abstimmen können, die Bitte, mal alle ganz schnell diesem Link zu The Bobs Voting folgen und für mich stimmen. Bedanke mich bei allen schon jetzt!

WWWW vom 14.3.2010: Stillende Mütter, Rauchen und Parkinson

Stillende MutterFoto: Asians_childCC-NC-SA

Danke Sylvia für den Hinweis auf Drop.io/wanhoff zum Thema Stillen. Die Studie gibt es hier!
Link zum Stillen in Vietnam

Computer senken Nebenwirkungen

Das elektronische Arzneimittel-Informationssystem “AiDKlinik” reduziert die Zahl der unerwünschten Wechselwirkungen von Medikamenten
Um lebensbedrohliche Erkrankungen in den Griff zu bekommen, erhalten Patienten auf der Intensivstation meist zahlreiche Medikamente gleichzeitig verabreicht. Selbst für Experten ist die Vielzahl möglicher Neben- und Wechselwirkungen kaum noch überschaubar. Die Arbeitsgruppe von Dr. Thilo Bertsche, Leiter der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, hat nun zeigen können, dass Ärzte mit Hilfe des Arzneimittelinformationssystems “AiDKlinik” schwerwiegende Ereignisse, die infolge von Wechselwirkungen auftreten, um etwa die Hälfte senken.

Neue Erkenntisse in der Schlaganfallforschung

Schlaganfälle verlaufen harmloser, wenn im Blut bestimmte Immunzellen fehlen. Diesen bislang unbekannten Mechanismus präsentieren Forscher von der Universität Würzburg im Fachjournal “Blood”.
Alle zwei Minuten erleidet in Deutschland ein Mensch einen Schlaganfall. Die Ursache ist meistens eine Verstopfung der Blutgefäße, die das Gehirn versorgen. Wer einen Schlaganfall überlebt, kann schwere Behinderungen davontragen, Sprachstörungen oder Lähmungen etwa. Grund: Das Gehirn ist geschädigt, weil es zu lange zu schlecht mit Blut versorgt war.

Wer lange raucht, hat ein geringeres Risko an Parkinson zu erkranken

(aber ein wesentlich höheres gar nicht so alt zu werden um Parkinson zu bekommen)

Researchers have new insight into the relationship between Parkinson’s disease and smoking. Several studies have shown that smokers have a lower risk of developing Parkinson’s disease. A new study published in the March 10, 2010, online issue of Neurology®, the medical journal of the American Academy of Neurology, shows that smoking for a greater number of years may reduce the risk of the disease, but smoking a larger number of cigarettes per day may not reduce the risk.

WWWW vom 7.3.2010: Wissenschaftsnachrichten

Heute zuerst mal eine Werbung für einen anderen Podcast, und zwar das Denkschaufenster von Rene Lehnert.

Messtation in Chile nach Erdbenen verschoben

in Aktuelle Messungen des Deutschen Geodätischen Forschungsinstituts bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften nach dem schweren Erdbeben ergeben eine Verschiebung der Messstation im chilenischen Concepción um rund drei Meter – die größte Punktverschiebung seit Beginn des Forschungsprojekts vor 14 Jahren.
Das Deutsche Geodätische Forschungsinstitut (DGFI) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften führt Forschungsarbeiten zur Beobachtung und Analyse globaler Veränderungen der Erde aus.

3-D-Bilder von Korallenriffen und Tiefseevulkanen

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Die Kapverdischen Inseln, eine kleine Inselgruppe mitten im Atlantik, sind durch vulkanische Aktivität entstanden, die bis heute andauert. Doch wie häufig und mit welcher Intensität dort Vulkane sogar tief unter der Wasseroberfläche ausbrechen, hat die Forscher des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) überrascht, als sie vom Forschungsschiff METEOR aus diese Prozesse untersuchten. Während der Expedition setzten die Wissenschaftler am Kieler Tiefseeroboter “ROV KIEL 6000” erstmals auch eine Stereo-Kamera ein, die faszinierende 3-D-Bilder aus 3000 Metern Tiefe lieferte.
Mehr zur Mission bei IFM GEOMAR

Nationalpark mit goßer Biodiversität in Gefahr

Der Yasuní-Nationalpark im Osten Ecuadors ist eines der Gebiete mit der größten Artenvielfalt weltweit. Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler hat nun erstmals die Daten über die Biodiversität im Yasuní-Nationalpark zusammengetragen und analysiert. Im Boden unter dieser unberührten Wildnis liegen allerdings große Erdölvorkommen. Die Wissenschaftler rufen als Ergebnis ihrer Studie die Politiker dazu auf, diese Erdölfelder nicht zu erschließen, um die einzigartige Artenvielfalt nicht zu gefährden, die viele weltweit bedrohte Arten umfasst.

Kleines Bakterium, große Wirkung

Nematoden, winzige Würmer, dienen dem Keim Photorhabdus luminescens als Transportmittel, um in Insektenlarven zu gelangen. Da er die Larven tötet, werden die Würmer mit den Bakterien als Insektizid eingesetzt. Der genaue Wirkmechanismus von Photorhabdus luminescens war bis her ungeklärt. Gemeinsam mit Kollegen aus Freiburg konnte Prof. em. Dr. Hans Georg Mannherz (Medizinische Fakultät der RUB und Max-Planck-Institut für Molekulare Physiologie, Dortmund) ihn jetzt entschlüsseln: Maßgeblich beteiligt sind bestimmte Untereinheiten des Toxinkomplexes, die essentielle Abwehrreaktionen von Immunzellen hemmen. Der gleiche Mechanismus wirkt auch bei einigen für Menschen.