WWWW vom 29.5.2010: Angiogenese und Krebsentstehung

Angiogenese, was ist das?

angiogenesisAus der Wikipedia:

Als Angiogenese (griechisch ἄγγος [ˈaŋ ɔs] „Gefäß“ und γένεσις [ˈgɛnezɪs] „Entstehung“) bezeichnet man das Wachstum von kleinen Blutgefäßen (Kapillaren), überwiegend durch Sprossung aus einem vorgebildeten Kapillarsystem. Hiervon zu unterscheiden ist die Neubildung von Blutgefäßen aus den sogenannten Endothelialen Vorläuferzellen, welche als Vaskulogenese bezeichnet wird.
Man unterscheidet heute im Wesentlichen drei Formen der Neubildung von Blutgefäßen:
Vaskulogenese: Die Neubildung von Gefäßstrukturen durch zirkulierende Stammzellen (Angioblasten), die sich zu de-novo Endothelzellen ausbilden. Diese Form der Angiogenese spielt insbesondere bei der Entwicklung des Gefäßsystems während der Embryonalzeit eine Rolle.

Mehr im Podcast, vor allem warum diese Prozess wichtig ist bei der Entstehung und Bekäpfung von Krebs.

Can we eat to starve cancer? TED-Talk von Dr. Li

Freiburger Biologen entwickeln selbstreparierende Membranen

Für Pflanzen ist Wundheilung eine Selbstverständlichkeit. Nach dem Vorbild der Wundversiegelung bei Lianen ist Forscherinnen und Forschern der Uni Freiburg nun die Übertragung auf technische Materialien im Labormaßstab gelungen. Eine erste technische Anwendung ist eine selbstheilende Membran für pneumatische, also luftgefüllte Strukturen, wie etwa Reifen. Das Forschungsteam um die Biologin Dr. Olga Speck vom Kompetenznetz Biomimetik hat eine bionische Beschichtung entwickelt, die Verletzungen pneumatischer Strukturen schnell und effizient repariert.

Selektives Erinnern hat einen zwiespältigen Effekt auf die Rekonstruktion vergangener Geschehnisse

Viele von uns kennen das Phänomen: Wenn man mit einer Freundin oder einem Freund über ein gemeinsames Erlebnis diskutiert, das schon längere Zeit zurückliegt, so stößt ein erster Gedanke im Rahmen des Gesprächs häufig eine ganze Kette von Erinnerungsprozessen an. Auf dieser Grundlage kann das Geschehene dann scheinbar nach und nach rekonstruiert werden. Diese subjektive Erfahrung steht allerdings im Widerspruch zu jüngeren wissenschaftlichen Untersuchungen.

Mehrere Ursache für Gefiederfärbung

In den meisten Standardwerken der Biologie wird bei den teils prächtigen Gefiederfarben von Vögeln zwischen pigment-basierten und struktur-basierten Farben unterschieden. Gelbe und orange Gefiederfärbungen sind jedoch eine Kombination aus beiden Farbtypen. Dies fanden Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen und Kollegen heraus.

WWWW vom 23.5.1010: Kakaoproduktion verbessern

Bestäuben sichert Kakaoertrag

Göttinger Agrarökologen beim Bestäuben einer Kakaoblüte per Hand. Foto: Uni Göttingen
Göttinger Agrarökologen beim Bestäuben einer Kakaoblüte per Hand. Foto: Uni Göttingen
Der Ertrag eines Kakaobaumes hängt wesentlich stärker davon ab, wie viele seiner Blüten durch Mücken bestäubt werden als von der Versorgung mit Wasser, Licht und Stickstoff. Das haben Agrarökologen der Universität Göttingen jetzt in Indonesien herausgefunden. Bereits eine Erhöhung der Bestäubungsintensität von 10 Prozent auf 40 Prozent der Blüten reichte aus, um den Ertrag des Baumes zu verdoppeln.

Fliegenlarven riechen Licht

Bochumer Wissenschaftlern ist es gelungen, Taufliegen-Larven genetisch so zu verändern, dass sie blaues Licht riechen können. Die Forscher können einzelne der 28 Riech-Nervenzellen der Larven für diese Wahrnehmung aktivieren. Für die Tiere, die Licht normalerweise meiden, riecht blaues Licht dann nach Banane, Marzipan oder Klebstoff – alles Duftstoffe, die in verfaulendem Obst verkommen und für Fliegenlarven attraktiv sind. Blaulicht finden sie dann entsprechend anziehend.

Medikamente aus Schlangengift

Schlangengifte enthalten einen ganzen Arzneischrank voller hochwirksamer Stoffe, die binnen kurzer Zeit zu Schock, Lähmung oder unstillbaren Blutungen führen können. Prof. Johannes Eble von der Goethe-Universität erforscht in erster Linie Verbindungen, welche die Blutgerinnung hemmen. Wie er in der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ berichtet, finden sich in den Giften diverser Schlangen pharmakologisch interessante Leitstrukturen für neue Wirkstoffe, die das Risiko eines Herzinfarkts, Schlaganfalls und anderer Thrombosen mindern.

Flugzeuglack simuliert Haifischhaut

Um den Treibstoffverbrauch von Flugzeugen und Schiffen zu senken, ist es notwendig den Strömungswiderstand zu reduzieren. Ein innovatives Lacksystem macht das möglich. Das senkt nicht nur Kosten, sondern reduziert auch den CO2-Ausstoß. Das Vorbild für die Struktur des Lacks kommt aus der Natur: Die Schuppen schnell schwimmender Haie sind so aufgebaut, dass sie den Strömungswiderstand deutlich verringern. Die Herausforderung war, dieses Wissen in einen Lack zu übertragen, der den extremen Anforderungen in der Luftfahrt Stand hält

Neue künstliche Hornhaut

Spenderhornhäute sind rar: Allein in Deutschland warten jährlich etwa 7000 Patienten auf das winzige Stück Gewebe. Ein Implantat aus Kunststoff kann künftig insbesondere für Ultima-Ratio Patienten eine Möglichkeit bieten, wieder zu sehen.

WWWW vom 16.5.2010: Vietnam-Ausgabe

Wie versprochen zwei Studien aus Vietnam, die leider nicht online zu finden sind und mir nur gedruckt vorlagen.
Kakao
In der ersten geht es um den Anbau von Öko-Kakao in Vietnam und die Bestrebungen einer Schweizer Organisation, Bauern zum Umdenken zu überreden.

In der zweiten geht es um die Lebensbedingungen der Reisbauern im Mekong-Delta. Die sind nämlich schlecht und seit der Landreform 12986 nicht besser geworden. Die Bauern sind die ersten die Klimawandel und veränderte Umweltbedigungen wie weniger Wasser im Mekong zu spüren bekommen.

WWWW vom 9.5.2010: Schlangenbisse, plötzlicher Kindstod

Datenbank für Schlangen

Bei einer Pressekonferenz in ihrem Genfer Hauptquartier hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 4. Mai 2010 eine neue Internet-Plattform mit Verbreitungskarten und Fotos von über 200 Giftschlangen-Arten vorgestellt. Ziel der ungewöhnlichen „Verbrecherkartei“ ist die inhaltliche Ergänzung neuer Richtlinien zur Herstellung und Qualitätskontrolle von Immuntherapeutika zur Behandlung von Schlangenbissen, die zeitgleich veröffentlicht wurden.
Hier mal die Links, ich konnte nur die Schlangendatenbank nicht finden:
http://www.plosntds.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pntd.0000603
http://www.tropicalmedandhygienejrnl.net/article/S0035-9203%2809%2900399-X
http://www.who.int/mediacentre/news/notes/2010/antivenoms_20100504/en/index.html

Tipps um Kindtod zu vermeiden

Die Stiftung Kindergesundheit nennt sechs Ratschläge, die helfen, noch mehr Säuglinge vor dem Plötzlichen Kindstod zu bewahren. Seit die meisten Babys auf dem Rücken schlafen, gibt es weniger Kinder, die am Plötzlichen Kindstod versterben. Wichtig ist eine intensive Aufklärung über vermeidbare Risikofaktoren.
Die sechs evidenzbasierten und praktikablen Kernpunkte der dabei vermittelten Empfehlungen lauten:
1. Schlafposition in Rückenlage;
2. Verwendung von Babyschlafsäckchen;
3. Schlafen im eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer;
4. Schutz vor Überwärmung;
5. Rauchfreie Wohnung;
6. Stillen.

Mäuse produzieren Morphin

Morphinspuren in Urinproben galten bislang als eindeutiger Hinweis auf Drogenkonsum oder den Verzehr mohnhaltiger Lebensmittel. Jetzt liefert eine Studie eines Wissenschaftlerteams des Instituts für Umweltforschung der TU Dortmund und des Pflanzen-Forschungsinstituts Donald Danforth Plant Science Center in St. Louis, Missouri einen Hinweis auf eine weitere mögliche Ursache: Sie konnten erstmals nachweisen, dass Mäuse – wahrscheinlich ebenso wie Menschen und andere Säugetiere auch – eigenes Morphin im Körper produzieren.

Regensburger Forscher weisen Notwendigkeit von genetischer Vielfalt für die Abwehr und Bekämpfung von Epidemien nach

Ameisen – im wahrsten Wortsinn „putzige Tierchen“ Foto: Universität Regensburg
oziales Zusammenleben ist für viele Arten von Lebewesen von großem Vorteil. Gerade aber in sozial organisierten Gesellschaften – so zum Beispiel bei Menschen oder Insekten – können sich auch Krankheiten aufgrund des häufigen und regelmäßigen Kontakts zwischen den einzelnen Individuen schneller ausbreiten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sozial organisierte Lebewesen besondere Verteidigungsstrategien gegen die Verbreitung von Krankheitserregern entwickeln. Spezielle Formen der Hygiene wären dabei als ein Beispiel zu nennen. Wissenschaftler der Universität Regensburg haben nun herausgefunden, dass Ameisen in der Lage sind, gefährliche Pilzsporen schon vor einer Infektion der Brut zu erkennen und die Sporen darüber hinaus durch intensives Putzen frühzeitig zu entfernen.

WWWW vom 2.Mai 2010: Malaria und das Frauenversteher-Peptid

Schon Dreijährige bilden in der Nebenniere Geschlechtshormone. Diese können je nach Menge den Beginn der Pubertät um bis zu 18 Monate nach vorne verlagern. Das zeigen Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Kinderernährung der Universität Bonn in Kooperation mit Giessener und Heidelberger Kollegen. Ihren Ergebnissen zufolge kann auch eine eiweißreiche Ernährung den Beginn der Pubertät beschleunigen.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20371661 – das Paper online

Messungen in Schwefelwolke


Mit seinem einmaligen Messcontainer CARIBIC konnte das Max-Planck-Institut für Chemie erstmals Schwefeldioxidmessungen des Satelliten GOME-2 direkt überprü-fen. Die gute Übereinstimmung der Daten festigt das Vertrauen in solche Satellitendaten. Die regelmäßig mit dem CARIBIC Container bestückte Maschine der Lufthansa flog kurz vor dem Landeanflug auf Frankfurt am 15. August 2008 durch die Abgasfahne des alaskanischen Vulkans Kasatochi. Drei Stunden später vermaß auch der Satellit GOME-2 die Wolke.
http://www.caribic.de – Projektbeschreibung

Männer lernen wie Frauen zu fühlen

Darauf haben manche Frauen sicher gewartet: Das Neuropeptid Oxytocin verbessert bei Männern die Fähigkeit, sich emotional in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen. Die Substanz sensibilisiert zudem für so genannte „soziale Verstärker“ wie lobende oder tadelnde Gesichter. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn und des Babraham-Instituts Cambridge, die jetzt im Journal of Neuroscience erschienen ist.

Wie Cholesterin schadet

Kristallines Cholesterin kann augenscheinlich lebensgefährliche Entzündungen in den Arterienwänden hervorrufen. Das zeigt eine aktuelle Studie unter Federführung der Universitäten Massachusetts und Bonn sowie der LMU München. Demnach reagiert die körpereigene Abwehr auf die Kristalle mit einer massiven Immunreaktion.

Malaria überlistet Abwehr

Malariaparasiten überschwemmen befallene Leberzellen mit einem Hemmstoff, der den Selbstmord der Zellen verhindert. So sichern sie ihr eigenes Überleben. Entdeckt haben dies Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg. „Wenn wir den Hemmstoff blockieren könnten, würden unsere Leberzellen die Parasiten mit in den Tod reißen. Wir würden das gar nicht bemerken, denn nur wenige unserer zahlreichen Leberzellen sind betroffen“, erklärt Professor Dr. Volker Heussler, Leiter der Forschergruppe am BNI.