WWWW vom 23.7.2010: Autotrams in Innenstädten

Feierabend: Die Fahrgäste stehen geduldig an der Haltestelle und warten auf ihre Buslinie. Immer wieder steigen ihnen Abgase in die Nase, wenn ein Bus hält und dann wieder anfährt. Dieses Szenario könnte bald der Vergangenheit angehören – der Stadtverkehr wird sich künftig verändern: Nicht nur Busse fahren mit Strom, mit Wasserstoff oder einer Kombination unterschiedlicher Antriebe. Ein mögliches Zukunftsgefährt ist die AutoTram. Sie ist so lang wie eine Straßenbahn und so wendig wie ein Bus und vereint die jeweiligen Vorteile der Fahrzeuge: Schienen und Oberleitungen sind nicht notwendig – die BusBahn rollt auf Gummireifen und folgt einfach weißen Linien auf der Straße.

Bei erhöhten Ozon-Werten wird in Großstädten Ozon-Alarm ausgelöst, denn das Gas reizt die Atemwege und kann Kopfschmerzen, Schwindel und ein allgemeines Schwächegefühl auslösen. Nun kommt ein weiteres Übel hinzu, wie US-Forscher herausgefunden haben: Sie setzten Ratten mehrere Wochen lang täglich acht Stunden einer erhöhten Ozon-Konzentration aus. Daraufhin konnten sie in den Herzen der Tiere stark erhöhte Werte eines Signalstoffs feststellen, der mit Entzündungsprozessen sowie indirekt mit dem programmierten Zelltod, also dem Selbstmord von Zellen, in Verbindung gebracht wird.

Botanische Staatssammlung: www.bsm.mwn.de

Botanischer Garten München: www.botmuc.de

WWWW vom 19.7.2010: BP-Ölpest, Cellulose und Depressionen

Sorry für die Verspätung, aber mein Macbook wollte am Sonntag partout nicht arbeiten. Es ließ sich nicht starten. Ich nehme an, es ist zu feucht hier nach den Regenfällen der letzten beiden Tage..

BP Ölpest: ein Rückblick

Erdölgeologe Wilhelm Dominik von der TU Berlin erklärt, wie es zu der Katastrophe kommen konnte und was die Wissenschaft zur Lösung beitragen kann. Am 20. April 2010 ereilte die Welt eine der größten Umweltkatastrophen der Neuzeit, als die Transocean-Bohrinsel “Deepwater Horizon” im Golf von Mexiko havarierte, die im Auftrag des Ölkonzerns BP betrieben wurde und zwei Tage später sank.

Neue Rekenntniss über Cellulose

Getreide, Gemüse und Obst sind wichtige Energielieferanten der menschlichen Ernährung. Den Hauptbestandteil von Pflanzen – die Cellulose in der Zellwand – können wir allerdings gar nicht verwerten. Selbst bei Wiederkäuern, die Cellulose verdauen können, spielt die Verdaulichkeit der Zellwand eine entscheidende Rolle für die Futterverwertung. Wissenschaftler arbeiten deshalb daran, pflanzliche Zellwände zur Energiegewinnung zu nutzen und die Verdaulichkeit von Futter zu erhöhen.

Ernährung: Obst und Gemüse essen und der Vitaminhaushalt stimmt

ast jeder weiß, dass Möhren Provitamin A enthalten, viel Vitamin C in Zitronen steckt und der Lebertran hat es wegen seines hohen Vitamin-D-Gehalts gar zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, hat in Sachen Vitamine schon gewonnen. Wie die Nationale Verzehrsstudie II – die vom Max Rubner-Institut (MRI) durchgeführt wurde – zeigt, nehmen die Menschen in Deutschland mit dem, was sie essen, von fast allen Vitaminen im Normalfall ausreichende Mengen auf.

Depressionen: Überlastung am Arbeitsplatz kann eine Ursache sein

MyPsychische Störungen, besonders Depressionen, führen immer häufiger zu Arbeitsunfähigkeit. Das Wissen um die Ursachen dieser Erkrankung ist daher auch für den Arbeitgeber relevant, damit er vorbeugend Maßnahmen ergreifen kann, um Fehlzeiten aufgrund von depressiven Störungen zu vermeiden. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat den Einfluss der Arbeitsbedingungen bei der Entstehung von Depressionen untersucht.

Vögel müssen Magnetfeld messen und genau sehen

Der magnetische „Kompass“ von Vögeln befindet sich im rechten Auge, wo lichtabhängige chemische Prozesse die Wahrnehmung von magnetischer Richtungsinformation vermitteln. Neue Untersuchungen der Ornithologen Prof. Wolfgang Wiltschko, Prof. Roswitha Wiltschko und Dr. Katrin Stapput von der Goethe-Universität Frankfurt belegen nun, dass Rotkehlchen nicht nur Licht benötigen, um sich im Magnetfeld der Erde zu orientieren, sondern auch ein scharfes Bild auf der Netzhaut.

WWWW vom 11.7.2010: Chilli lässt Bakterien leuchten

Chilis in Bhutan
Erstmalig nehmen Studentinnen und Studenten der Universität Bielefeld als einziges nordrhein-westfälisches Team am renommierten internationalen Wettbewerb der Syntheti-schen Biologie iGEM (international Genetically Engineered Machine Competition) am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Boston teil. Mit einem genetisch veränderten Rezeptor wollen sie Bakterien zum Leuchten bringen, wenn das Essen zu scharf ist.

Infos:
www.igem.org

www.igem-bielefeld.de

Nährmedium unter der Lupe

Seit der Geburt des ersten „Retortenbabys“ 1978 sind weltweit über drei Millionen Kinder künstlich gezeugt worden. In Europa verdankt heute etwa jedes hundertste Kind sein Leben auch der Wissenschaft – die in vielen Bereichen aber erst am Anfang steht. Neben einer eingeschränkten Fruchtbarkeit bei den ungewollt Kinderlosen seien vor allem suboptimale Kulturbedingungen für die hohe Zahl der Fehlversuche verantwortlich.

Neuer Zement spart Energie

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört, wurde der Grundstein für eine Pilotanlage zur Produktion des neuartigen Zements Celitement® gelegt. Fünf Millionen Euro investiert die Celitement GmbH, eine Ausgründung der vier Erfinder, des KIT und des Industriepartners Schwenk. Der von KIT-Wissenschaftlern entwickelte Baustoff wird bei niedrigen Temperaturen und mit weniger Kalk als konventioneller Zement produziert und hat aus heutiger Sicht das Potenzial etwa 50 Prozent der Energie und der Treibhausgasemissionen bei der Herstellung einzusparen.

Link zum Thema Zement

Blutdruck selbst überwachen ist heilsam

Menschen können ihren zu hohem Blutdruck leichter senken, indem sie ihre Blutwerte selbst überwachen und auch die Dosis blutdrucksenkender Medikamente selbst anpassen. Das hat ein britsches Forscherteam in einer großen Studie festgestellt, in der die Blutdruckwerte von über 500 Probanden ein Jahr lang untersucht wurden. Eine Gruppe kontrollierte ihre Werte selbst und schickte sie per Internet an ärztliche Betreuer. Die Kontrollgruppe ging zur Behandlung in die Arztpraxis.
(via http://www.wissenschaft.de

WWWW vom 4.7.2010: Bittergurke und Struppiger Tintling

Ein Pilz fürs Pils

Eine internationale Forschergruppe mit Beteiligung der Universität Göttingen hat zum ersten Mal das Genom eines essbaren Hutpilzes entschlüsselt. Der Wollstielige Mist-Tintling (Coprinopsis cinerea), auch Struppiger Tintling genannt, wächst in der Natur bevorzugt auf Pferdemist und Agrarabfällen. Im Mittelalter nutzte man seine Sporen als Tinte, heute wird er beispielsweise in Thailand als Delikatesse gezüchtet.

Wer telefoniert sieht den Clown nicht

Mit einem Einrad fahrenden Clown starteten Erfurter Studierende der Kommunikationswissenschaft im Juni ein Experiment auf dem Willy-Brandt-Platz mitten in der Erfurter Innenstadt. Die Frage, die sich Ihnen stellte: Nimmt die Aufmerksamkeit für die Umwelt beim Telefonieren mit dem Handy ab? Die Ergebnisse ihrer Studie präsentierten sie jetzt an der Universität Erfurt.

Psychiater sehen Problem am Arbeitsplatz

Wie steht es um die psychische Gesundheit von deutschen Arbeitnehmern? Nicht zuletzt durch die 2009 aufgetretene Suizidserie bei Mitarbeitern von France Telecom und ähnliche Ereignisse bei chinesischen Arbeitern hat diese Frage eine aktuelle Brisanz. Um mehr darüber zu erfahren, befragten Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar der TU München 312 deutsche Psychiater. Die Untersuchung ergab eindeutige Ergebnisse…

Bittergurke überrascht: Blutzuckersenkend

Bittergurke senkt den Blutzuckerspiegel und wirkt gewichtsreduzierend. Das ergaben Forschungsarbeiten, die von Wissenschaftlern der Universität Gießen und des Internationalen Gemüseforschungszentrums AVRDC gemeinsam durchgeführt wurden. Die in der Bittergurke enthaltenen Lipide wirken blutzuckersenkend, die Saponine gewichtssenkend. In einem nächsten Schritt sollen sämtliche Bittergurkensorten, die in der Genbank des AVRDC lagern, auf ihre „Diabeteswirksamkeit“ getestet werden. Mit neuen Anbaumethoden will man das natürliche „Antidiabetespotenzial“ des Gemüses steigern.