WWWW vom 22.8.2010: HAARP und künstliche Haut statt Tierversuche

HAARP und wie es die Welt sieht

Mein Kollege Florian Freistetter vom Scienceblog “Astrodicticum Simplex” hat einen schönen Beitrag über HAARP geschrieben, dem Lieblingsspielzeug der Verschwörungstheoretiker derzeit. Es steht für High Frequency Active Auroral Research Program und in Alaska, und damit wird die Ionosphäre untersucht.

Künstliche Haut erspart Tierversuche

ArtificialSkinEs gibt jetzt einen Ersatz für Tierversuche, zumindest wenn es um Kosmetik geht. Ob diese Hautirritationen verursacht, hat man bisher an Kaninchen getestet. Nun kann man künstliche Haut verwenden, die auch noch effizienter und akkurater ist.

Wenn aus Pflegern Killer werden

Für Prof. Dr. Karl H. Beine, Psychiater an der Universität Witten/Herdecke, ist das Täterprofil eine Pflegers, der Patienten tötet, eindeutig: “Sie sind meist männlich, sie sind in ihrem Team meist die Außenseiter und sie geben sich vor ihrer Tat oft zu erkennen. Das Team muss die verdeckten Hinweise nur erkennen können und darf im Alltag nicht darüber hinweggehen. Denn die Täter töten wiederholt!” Beine hat in seinem jetzt erschienenen Buch “Krankentötungen in Kliniken und Heimen – Aufdecken und Verhindern” alle 35 seit 1970 weltweit bekannt gewordenen Tötungsserien mit 326 Opfern untersucht.

Wie Nickelallergien funktionieren

Einen wesentlichen Beitrag zur Entschlüsselung der allergiefördernden Eigenschaften von Nickel haben jetzt Wissenschaftler der Universität Gießen gemeinsam mit Kollegen aus Mannheim, Freiburg, Münster und München geleistet. Die Forscher konnten nun zeigen, dass Nickel einen Rezeptor der so genannten „natürlichen Immunität“ aktiviert und so intrazelluläre Signalübertragungswege in Gang setzt, die zur Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen führen.

WWWW vom 15.8.2010: Kältekammer und Apfelbauch

Nanopartkel transportieren Wirkstoff in Krebszellen

Krebszellen vermehren sich unkontrolliert und bedrohen so gesundes Gewebe. Ein Weg gegen ihre Ausbreitung könnte in Zukunft direkt über das Innere der kranken Zellen führen. In enger Zusammenarbeit ist es drei Arbeitsgruppen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und des Exzellenzclusters Nanosystems Initiative Munich (NIM) gelungen, den Wirkstoff Colchicin in konzentrierter Form mit Hilfe von Nanopartikeln direkt in Zellen einzuschleusen.

Kälte kann Sportlern helfen, muss aber nicht

Bei minus 110 Grad im Badeanzug in einem Kühlraum zu stehen, kann sich eigentlich niemand vorstellen. Auch ein Bad in einer Wanne mit Eiswürfeln ist nicht jedermanns Sache. Mit Hilfe von so genannten Kältekammern oder Eisbädern versuchen Profisportler, ihre Leistungen zu steigern. Dr. Oliver Faude, Melissa Wegmann, Dr. Anne Krieg und Prof. Tim Meyer vom Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes haben wissenschaftliche Studien zum Thema „Kälte im Sport“ ausgewertet. Dabei sind sie zu dem Ergebnis gekommen, dass nicht alle Kälte-Anwendungen sinnvoll sind.

Dunkle Kanäle schlucken Leuchtspuren

Spektroskopische Verfahren gehören zu den wichtigsten Methoden, mit denen Wissenschaftler ins Innere von Materialien schauen können. Ein Team des Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) hat nun mithilfe der Röntgenabsorptionsspektroskopie die Verschiebung von elektrischen Ladungen in gelösten Stoffen beobachtet, den Elektronentransfer. Damit können sie auf mikroskopischer Skala sehen, wie gelöste biochemische Stoffe ihre Funktion ausüben.

Apfelbauch ist ein Risiko

Unabhängig von der Körpergröße weisen Menschen mit einem größeren Bauchumfang ein höheres Sterberisiko auf. Diesen Zusammenhang bestätigt eine amerikanische Studie mit mehr als 100.000 Männern und Frauen.
via Scienceticker.info

Autos und die Lebensfreude am Beispiel des Fiat500

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Er galt in den 50er und 60er Jahren als Ausdruck der Lebensfreude der Nachkriegsgeneration, ein Symbol des Aufbruchs: der Fiat 500. Ich selbst war damals nicht auf der Welt, konnte das Gefühl aber später nachvollziehen, als ich einen Panda hatte, mit dem ich unter anderem nach Malaga in Spanien fuhr (36 Stunden non-stop).
Fiat500
Es gibt Autos, die sind zweckmäßig, es gibt Autos die sind ein Statussymbol und es gibt Autos die machen Spaß. Der neue Fiat500 hat das Zeug zu Letzterem (siehe Video unten). Ist sich sparsam (4,0 l für 100 km), hat genügend Kraft (85 PS). Keine Parkplatzprobleme, meist weniger Steuern und Versicherung und wegen geringen Verbrauch auch nicht nicht nur sparsam, sondern auch etwas umweltfreundlicher.

Da das hier ein Wissenschaftsblog ist, auch etwas Argumentationsfutter: Eine Aral-Studie zum Autokauf hat herausgefunden, dass es einen Trend zum Downgrading gibt, also vom dicken SUV zum kleinen Flitzer. Grund ist vor allem die Wirtschaftlichkeit :

Der meist genannte Grund für den Kauf eines neuen Autos ist ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis, dicht gefolgt von dem Kaufkriterium Wirtschaftlichkeit und Verbrauch.

Fiat Deutschland und DIESEL machen gerade eine groß angelegte Kampagne zur Wiedererstehung des Kultautos. Wer mag, kann auch bei Facebook mitmachen oder dem Fiat gar auf Twitter folgen (www.twitter.com/fiatdeutschland). Und mit diesem Fiat500 Clip bei Youtube.

Ist ein wenig provozierend der Spot, aber mein Gott, Spaß muss man doch haben dürfen im Leben, oder? (Der Ex-Bürgermeister meiner Heimatstadt hat mal beim Weihnachtsmarkt an die Amtsgerichtsmauer uriniert…)

WWWW vom 6.8.2010: Schwarzbeinigkeit und Fingerwachstum

Test untersucht neuropathische Schmerzen

Ständiges Brennen oder Kribbeln, Taubheit und einschießende Schmerzattacken sind häufige Symptome für Schmerzen, die durch Defekte an Nervenfasern entstehen. Ursache solcher sog. neuropathischen Schmerzen sind zum Beispiel Verletzungen, Diabetes, Gürtelrose oder Schlaganfälle. Rund 500.000 Menschen in Deutschland sind betroffen; nur jedem Dritten kann bislang ausreichend geholfen werden. Damit die Behandlung kein Glücksspiel bleibt, haben Forscher im deutschlandweiten Verbund eine neue Art der Diagnostik entwickelt.

Pflanzen steuern Mikroben im Boden

Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München haben herausgefunden, dass Pflanzen in der Lage sind, sich gegen Krankheitserreger zu schützen, indem sie biokontrollaktive Mikroorganismen* fördern. Dies zeigten sie am Beispiel der durch Pilze verursachten Schwarzbeinigkeit, einer häufigen Erkrankung bei diversen Getreidesorten. Um sich vor Krankheitserregern zu schützen, können Pflanzen die Anzahl bestimmter Boden-Mikroorganismen, sog. Antagonisten*, im Wurzelraum steuern. Dies fand ein Team der Abteilung Terrestrische Ökogenetik des Helmholtz Zentrums München unter der Leitung von Dr. Karin Schreiner und Prof. Michael Schloter gemeinsam mit Kollegen der Universität Lyon heraus.

Wachstum der Finger entschlüsselt

piano
Die menschliche Hand ist ein Kunstwerk. Wohl jeder hat schon einmal die Virtuosität eines Klavierspielers bewundert, dessen Finger sich mit fast unglaublicher Geschicklichkeit und Präzision über die Tasten bewegen. Die außerordentlichen mechanischen Leistungen menschlicher Hände beruhen auf der individuellen Gestalt und Funktionsfähigkeit ihrer Finger. Wie die korrekte Entwicklung der Hand und das Wachstum der einzelnen Finger gesteuert werden, war jedoch unbekannt. Bis jetzt.

Alzheimer angeboren

Wissenschaftler des Paul-Flechsig-Instituts für Hirnforschung, Abteilung Molekulare und zelluläre Mechanismen der Neurodegeneration, der Universität Leipzig haben Hinweise darauf gefunden, dass die degenerative Alzheimersche Krankheit Folge einer Hirnentwicklungsstörung ist. Alzheimer scheint angeboren zu sein. Eine wichtige rolle dabei spielen hyperploide Zellen. Festgestellt haben dies die Hirnforscher bei der Untersuchung von Proben aus Hirnen von Menschen mit unterschiedlich starker Ausprägung der Alzheimer-Krankheit: Sind die hyperploiden Zellen im normalen Gehirn lediglich in begrenzter Zahl vorhanden, so steigt ihre Anzahl in der vorklinischen Phase der Erkrankung sowie in der Zeit, in der erst milde Auswirkungen feststellbar sind, deutlich an. Beim schwer an Alzheimer erkrankten Patienten dagegen sinkt die Zahl der hyperploiden Zellen wieder.

WWWW vom 1.8.2010: Buddhist Lent in Laos und eine Biofarm

My Neighbors prepared for Khao Pasan
Ich war mal wieder unterwegs und dachte so ein paar O-Töne sind ja auch nicht schlecht. In Laos wurde am 27. Juli Khao Pansan begangen, ein buddhistisches Fest, an dem die Bewohner des Dorfes in den Tempel gehen und Opfergaben bringen.
Offering at the temple
Normalerweise gehen die Bettelmönche durchs Dorf und erbitten Spenden, aber an diesem Tag ist es genau andersrum. Drei Monate lang bleiben die Mönche im Kloster (nur zum Betteln gehen sie raus), gereist wird aber nicht. Am Ende dieser Zeit gibt es dann wieder ein Fest. Meine laotischen Nachbarn haben mich mitgenommen.

Als zweiter Bericht der von einer Organic Farm in Vang Vieng. Dieser Ort nördlich von Laos ist leider zu einer Berühmtheit bei Backpackern geworden, mit dem Ergebnis dass Bierflaschen und besoffene 20somethings im Fluss treiben und Musik das so friedliche Tal beschallt. Daneben gibt es aber eben jene kleine Farm, die 25 Ziegen hat, Maulbeerbäume anbaut und Hibiskustee produziert.
One oif the 25 Goats