WWWW vom 31.10.2010: Diabetes-2-Forschung

El Nino einflussreich in der Antarktis

Die Veränderung in der Eismasse der Antarktis ist eine kritische Größe im globalen Klimageschehen. Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ fanden nun heraus, dass die Massenvariationen von Jahr zu Jahr in der westlichen Antarktis im Wesentlichen auf Niederschlagschwankungen zurückgehen, die merklich durch das Klimaphänomen El Nino gesteuert werden.

Keilschrift besser erkennen

Eine neue Technologie zur Keilschrifterkennung hat der Heidelberger Informatiker Hubert Mara entwickelt. Das Verfahren basiert auf 3D-Scans der Oberflächen von archäologischen Fundstücken, die mit mathematischen Methoden automatisiert analysiert werden können.

Antikörper gegen Staphylococcus aureus

Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, stellen vor allem für kranke und geschwächte Menschen eine Bedrohung dar. Bei der Suche nach neuen Medikamenten haben Wissenschaftler der Universität Würzburg einen ersten Erfolg erzielt.
In Europa erleiden jedes Jahr mehr als vier Millionen Patienten eine Infektion, während sie im Krankenhaus liegen – denn geschwächte Menschen sind dafür anfälliger als gesunde. Verantwortlich für die so genannten Krankenhausinfektionen ist meistens die Bakterienart Staphylococcus aureus.

Lernen von Obamas Reden

Prof. Jürgen Weibler, FernUniversität in Hagen, hat sich aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht mit den Reden befasst, die einen erheblichen Anteil daran hatten, dass Barack Obama die US-Präsidentenwahl gewann. Aus den Ergebnissen von Jürgen Weibler lassen sich nicht nur Hinweise für Führungskräfte in Organisationen und Unternehmen ableiten, die “durch Reden führen” wollen. Der Hagener Forscher zeigt auch auf, was notwendig ist, wenn ein Kandidat sein Ziel erreicht hat – gleich ob er eine Führungsposition im Unternehmen oder ein hohes politisches Amt erreicht hat.

Fettsäureprofil bei Blutzelle wichtig bei Diabetes-2-Erkennung

Zellmembranen sind zum Großteil aus Fettsäuremolekülen unterschiedlichster Art aufgebaut. Dies gilt auch für die Membranen der roten Blutkörperchen. Wie ein Wissenschaftlerteam um den Epidemiologen Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) nun zeigt, lässt sich anhand des Fettsäureprofils der roten Blutzellen das Typ-2-Diabetes-Risiko einer Person bestimmen. Derzeit ist noch unklar, ob eine solche Untersuchung im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen einsetzbar ist.

Vom Besucherstuhl zur Traversenbank: Günstig einkaufen per Internet

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Ob Behörde oder Firma, eines ist mir immer wieder aufgefallen: Wenn ich irgendwo warte, dann sind bisweilen die Sitzgelegenheiten deutlich in die Jahre gekommen. Vor allem bei älteren Firmen und bei Behörden ist mir das in Besprechungsräumen aufgefallen. Dabei kosten Stühle nicht die Welt: Seminartische und Konferenztische gibt es im Großhandel schon ab 10 Euro. Stuhlgroßhandel.de ist ein Internetportal, das Stühle für quasi alle Lebenslagen anbietet, und das en gros und zu guten Preisen. Ein weiterer Vorteil: Knapp 10.000 Stühle und Tische sind ständig auf Lager, dank online Bestellung entfällt lange Wartezeit. Ausrüster von Kinderheimen zum Beispiel, wo wegen der hohen Beanspruchung schon mal was zu Bruch gehen kann, sind da eine Zielgruppe. Im Angebot sind auch Wartebänke und Klappmöbel. Dank downloadbarem Produktblatt kann auch das zuständige Komittee von der Qualität überzeugt werden und sich etwaige TÜV-Zertifizierungen anschauen. Neu ist die Möglichkeit, Stühle, Tische und Klapptische zu leasen, oder per Mietkauf zu erwerben, was sicher für viele Firmen interessant ist.

Ein Klassiker ist wohl der Stuhl Ambiente aus der Familie der Holzschalenstühle und ist ein Stapelstuhl. Wer sich dafür interessiert, kann auf die jeweilige Produktseite gehen und sich den Stuhl zum einen in einer 3-D-Ansicht anschauen, die steuerbar ist, zum andern aber auch eine Slideshow ansehen. Letztere ist besonders informativ, weil sie dank der Detailaufnahmen wertvolle Hinweise auf die Verarbeitung gibt.

WWWW vom 18.10.2010: neue LED und neues vom Klimawandel

Mechanismus bei Zellteilung auf der Spur

Forscher der Universität Bonn haben einen neuen Weg aufgeklärt, mit dem der Körper unter anderem die Zellteilung reguliert. Mit Hilfe eines spezifischen Wirkstoffs konnten sie in diesen Mechanismus eingreifen und so das Tumorwachstum in Mäusen verlangsamen. Sie berichten zusammen mit Kollegen aus Dortmund und Köln in der kommenden Ausgabe der Zeitschrift „Cell“ über ihre Arbeiten (doi: 10.1016/j.cell.2010.09.011). Die Forscher dämpfen jedoch die Hoffnung auf schnelle Fortschritte in der Krebstherapie: Ob die Ergebnisse diesbezüglich hielten, was sie versprächen, sei noch völlig unklar.

Zink i LED-Einsatz

In der Herstellung enorm einfach, ungiftig und kostengünstig, und in der Wirkung versprechen sie hohe Effizienz: Wissenschaftler vom Institut für Festkörperphysik (IFP) an der Universität Bremen arbeiten an einer neuen Generation von Leuchtdioden. “NaZOLED“ haben sie ihr Projekt genannt. Das steht für „LEDs aus Zinkoxid-Nanodrähten“. Mithilfe der Förderung erstellen die Wissenschaftler nun einen Demonstrator (Prototypen) einer LED und entwickeln das Verfahren weiter.

Klimawandel und Reptilien

Viele biologische Veränderungen der nördlichen Hemisphäre – vom Artensterben bis hin zu Verschiebungen der geographischen Barrieren – wurden in den letzten Jahrzehnten der globalen Erwärmung zugeschrieben. Diese Entwicklung wurde erwartet, da die globale Erwärmung in den nördlichen gemäßigten Zonen und der Arktis am schnellsten voranschreitet. Amerikanische Wissenschaftler haben nun zusammen mit ihren Kollegen am Tübinger Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie entdeckt, dass die Temperaturzunahme in den Tropen zwar geringer ist, sie dort jedoch einen weit größeren Einfluss auf das Leben haben könnte als im kühleren Norden.

Lernen vom Wüstenkürbis

Trockenheit, lang anhaltende Sandstürme, extreme Temperaturschwankungen – alltägliche Bedingungen für Wüstenpflanzen und –lebewesen. Wie schaffen es der Wüstenkürbis oder die Sandskink-Echse trotzdem, in diesen Verhältnissen zu überleben? Das Geheimnis ihrer Oberflächen erforscht Fraunhofer UMSICHT mit Partnern eines Konsortiums im Projekt „TriboPoly“, um die biologischen Vorbilder für industrielle Anwendungen nutzbar zu machen.

WWWW vom 10.10.2010: Fast alles über Kaffee in Laos

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Heute mal einen Themenschwerpunkt: Kaffee aus Laos. Nicht nur weil ich hier lebe, sondern weil der Kaffee gut ist und ich Zugang zu einigen Informationen hatte, under anderem das Protokoll über eine Vereinbarung zwischen der DDR und Laos über den Handel mit Kaffee. Darin festgelegt auch die Qualitätsanforderungen.
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Heute ist wie im Podcast zu hören die Lage schwierig: Hochqualitativer Arabica verkauft sich gut, wird nur nicht oft angebaut. Die Masse macht Robusta, allerdings nicht in bester Qualität. Die Firma DAO Kaffee ist marktbeherrschend was das Aufkaufen von Rohkaffee angeht, macht aber meist Instantkaffee. Sinouk Kaffee versucht organischen Kaffee vor allem nach Europa zu exportieren. AGPC und Jhai Coffee Farmers Cooperative versuchen, Standards zu etablieren und die Farmer besser zu entlohnen.

Coffee Processing

Foto Licence fürs Kaffee Foto Creative Commons Attribution, Noncommercial, No Derivative Works. Foto by http://www.flickr.com/photos/rousing/

WWWW vom 3.10.2010: Süßwasserkrabben wandern mit Kontinenten

HINWEIS: Aus technischen Gründen hoste ich heute den MP3-File in meiner Dropbox. Ich hoffe es klappt. Zur Not hier der Link für einen manuellen Download.

Fehler in Solarzellen gefunden

Kleine Ursache, große Wirkung: Dieses Prinzip gilt auch für das Durchbruchsverhalten von Solarzellen, wie es Wissenschaftler der Universität Leipzig und des Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik in Kooperation mit der Firma Q-Cells SE nachwiesen. Die in Applied Physics Letters veröffentlichte Forschungsarbeit zeigt, dass lokale Durchbrüche von Silizium Solarzellen bei niedrigen Spannungen auf winzige, nur mikrometer-“große” Aluminiumpartikel zurückzuführen sind.

Süßwasserkrbben erklären asiatische Biodiversität

Nach 35 Millionen Jahren Zeugen für kontinentale Beinahe-Kollision gefunden

Sowohl Indien als auch Südostasien haben einen bedeutenden Anteil an der globalen Artenvielfalt. Beide Regionen beherbergen so genannte „Biodiversitäts-Hotspots“, die durch besonders hohe Artenzahl auffallen, so z.B. in Indien die West-Ghats oder in Südostasien die großen Sunda-Inseln. Wie kommt es zu solchen „Brennpunkten“ der Artenvielfalt? Eine Frage, die nicht einfach zu beantworten ist, und bei der die Antwort für verschiedene Organismengruppen sicherlich anders ausfallen wird. Die Wissenschaft, die in der Vergangenheit nach spezifischen Erklärungen für derartige Verbreitungsmuster von Organismen sucht, ist die historische Biogeographie.

Insbesondere der indische Subkontinent spielt bei solch biogeographischen Überlegungen eine wichtige Rolle. Nachdem im Erdmittelalter der Südkontinent Gondwana auseinander gebrochen ist, driftete die indische Platte als eines seiner Fragmente gen Norden, um dort vor circa 35 Millionen Jahren, im Tertiär, mit der Eurasischen Kontinentalmasse zu kollidieren. Dabei führte der indische Subkontinent eine ganze Anzahl an Passagieren mit sich, die nach der Kollision Asien besiedelten, nachgewiesen z.B. für einige Amphibien- und Reptiliengruppen. Die Frage ist allerdings, ob der indische Subkontinent auch zur Artenvielfalt in Südostasien beigetragen hat, weil er vor der endgültigen Kollision mit Tibet diesen Teil Asiens gestreift hat.

In der Studie von Klaus et al. konnten möglicherweise die tertiären Augenzeugen dieses Auswanderungsereignisses von Indien nach Südostasien identifiziert werden: Süßwasserkrabben. Diese Krebstiere sind vollkommen an das Leben in Flüssen und Seen angepasst und im offenen Meer nicht lebensfähig. Eine Gruppe von Süßwasserkrabben kommt nun sowohl in Indien als auch in Südostasien vor. Klaus et al. zeigten, dass der Ursprung dieser Süßwasserkrabben in Indien zu suchen ist, und das Südostasien bereits vor der endgültigen Kollision des Indischen Subkontinents mit Eurasien besiedelt wurde. Da Süßwasserkrabben nicht durch das offene Meer schwimmen können, ist dies ein starkes biogeographisches Indiz dafür, dass Indien tatsächlich sehr nahe an Südostasien vorbei nach Norden driftete, möglicherweise mit Landverbindungen, wie es aktuelle geologische Modelle vorschlagen. Dieser neu entdeckte Ausbreitungsweg von Organismen im frühen Tertiär von Indien nach Südostasien könnte durchaus auch für andere Tiergruppen zutreffen. Zumindest für die untersuchte Süsswasserkrabben-Familie hatte dies auch dramatische Auswirkungen auf die Artenvielfalt: gegenwärtig kommen dreiviertel aller beschriebenen Arten der Gruppe in Ost- und Südostasien vor, wo sie anscheinend ideale Umweltbedingungen vorgefunden haben.

Quelle: When Indian crabs were not yet Asian – biogeographic evidence for Eocene proximity of India and Southeast Asia, Sebastian Klaus, Christoph D Schubart, Bruno Streit, Markus Pfenninger

Neue Ideen zur Übergewichtigkeit

Was wäre, wenn extrem übergewichtige Menschen durch Besonderheiten etwa im Stoffwechsel gar nicht abnehmen könnten? Welche Abläufe, welche Botenstoffe könnten als “Marker”, als Hinweis auf diese individuelle Ausprägung dienen? Kann man am Ende vorhersagen, wem eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Bewegung helfen wird, sein Übergewicht los zu werden und wem nicht? In einer Studie wurden rund 1.000 Kinder und Jugendliche, die an extremem Übergewicht leiden, behandelt. Sie bekamen Ernährungs- und Verhaltenshinweise, die Eltern wurden einbezogen und Bewegung gehörte dazu. Bei 70% der Kinder wirkte diese Therapie, bei dem Rest nicht. Wir wissen nicht warum, aber wir suchen nach den Gründen”, beschreibt Reinehr die Ausgangslage. Marburger Forscher äußerten den ersten Verdacht, Veränderungen in einem bestimmten Gen, dem sog. MC4R, könnten eine Vorhersage ermöglichen.

pH-Wert stört Wale

In den Ozeanen wird es lauter: Der zunehmende Kohlendioxidgehalt der Luft macht die Meere saurer – und das führt dazu, dass Geräusche von Meeresbewohnern, Schiffen, Regen und Wellen unter Wasser besser transportiert werden. Vor allem der pH-wert spielt eine Rolle, er ist seit Beginn der Industrialisierung ständig gesunken.