WWWW vom 25.4.2011: Ein Drittel Frischware werden weggeworfen

Windenergie hat auch seine Grenzen

Am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena wurden erstmals mit Hilfe der Thermodynamik die natürlichen Grenzen erneuerbarer Energien und die möglichen Klimaauswirkungen bei deren Nutzung untersucht. Die Analysen legen nahe, dass die Energie aus Wind und Wellen nur begrenzt verfügbar sein könnte und eine großflächige Nutzung dieser Energiequellen möglicherweise negativ auf deren Erzeugung durch das Klimasystem zurück wirkt. Auf Sonnenenergie basierende Energieumwandlungen könnten hingegen den zunehmenden menschlichen Energiebedarf auf der Erde langfristig und klimafreundlich abdecken.

Gen schützt Gehirn

Ein Gen, das vor den Folgen eines Schlaganfalles schützt, haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg unter Leitung von Prof. Dr. Hilmar Bading entdeckt. Die Forscher am Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften (IZN) konnten nachweisen, dass die vermehrte Herstellung dieses Genproduktes die Nervenzellen im Gehirn widerstandsfähiger macht. Sauerstoffmangel und zu hohe Konzentrationen von Neurotransmittern führen bei einem Schlaganfall zu ausgedehntem Zelluntergang im Gehirn. Gehirnzellen, die durch Gentransfer mit dem neu entdeckten Gen ausgestattet wurden, sind unter diesen toxischen Bedingungen überlebensfähiger.

Logistikmängel führen zu verdorbenen Frischwaren

more bananas in my garden ready to eat

Jedes Jahr landen 35% aller leicht verderblichen Lebensmittel weltweit wegen mangelhafter Kühlung auf dem Müll. Zu diesem Ergebnis gelangten Logistikexperten der Jacobs University in einer aktuellen Studie zu Kühlkettenbrüchen im Lebensmitteltransport. Als Fehlerquellen identifizierten sie vor allem mangelhafte Kommunikation und ungenügende organisatorische Verzahnung an den Schnittstellen beim Warentransport. Wie erschreckend hoch die Verschwendung wertvoller Nahrung durch Mängel in der Transport-Kühlkette sind, analysierten jetzt Michael Hülsmann, Jacobs Professor for Systems Management, und seine Doktorandin Verena Brenner: Jährlich werden mehr als ein Drittel der weltweit produzierten Frischwaren vernichtet, bevor sie den Verbraucher erreichen.

WWWW vom 18.4.2011: Fledermäuse regeln hohen Blutzuckerspiegel mit Aktivität

Zunächst zwei Hinweise in eigener Sache: Zum einen die erwähnten Apps for Development der Weltbank und dann der Hinweis auf mein Buch “Wa(h)re Freunde” und die dazugehörige Facebookseite
Wahre Freunde  Buch

Zwei Mal Grundlagenforschung bei Bakterien

Temperaturschwankungen beeinträchtigen die meisten lebenden Organismen. Säugetiere und Vögel halten ihre Körpertemperatur durch aufwendige Systeme konstant. Wie einfache Coli‐Bakterien, die diese Möglichkeit zum Temperaturausgleich nicht besitzen, dennoch die Schwankungen ausgleichen, konnten Wissenschaftler am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg entschlüsseln. Um herauszufinden, wie diese „bakterielle Klimaanlage“ funktioniert, haben sie dazu einen Modellorganismus, das Darmbakterium Escherichia coli, untersucht. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Victor Sourjik wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht. Mehr dazu

Formiat, das Salz der Ameisensäure, ist ein wichtiges Stoffwechselprodukt in Bakterien und – im Unterschied zum menschlichen Stoffwechsel – eine Vorstufe des Gases Kohlenstoffdioxid, das bei der Verbrennung von Zuckern freigesetzt wird. Enterobakterien, zu denen das Darmbakterium Escherichia coli, aber auch Krankheitserreger wie Vibrio cholerae und Salmonella typhimurium gehören, besitzen mit dem Formiatkanal FocA ein spezialisiertes Transportprotein, welches das negativ geladene Ion der Ameisensäure über die Zellmembran der Bakterien
transportiert.
Der Formiatkanal FocA, ein Membranprotein, in hoher Auflösung Institut für org. Chemie und Biochemie
Der Formiatkanal FocA, ein Membranprotein, in hoher Auflösung Institut für org. Chemie und Biochemie

Übergewicht hat EInfluss auf das Gehirn

Übergewicht zählt zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten und hat eine Vielzahl von negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Dazu gehören auch Veränderungen des Gehirns. Studien der letzten Jahre ergaben, dass Menschen mit stark erhöhtem Gewicht ein geringeres Gehirnvolumen und eine verringerte Gewebedichte in der grauen Substanz haben. Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften haben nun zusammen mit der Abteilung für Endokrinologie des Universitätsklinikums Leipzig, dem Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositaserkrankungen in Leipzig und dem University College London erstmals geschlechtsspezifische Unterschiede festgestellt.

Fledermäuse können hohen Blutzuckerspiegel regulieren

Nektarfressende Fledermäuse vertragen so viel Zucker wie sonst kein anderes Säugetier. Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und weiterer Institute haben herausgefunden, dass die Tiere ihre Blutzuckerwerte über die körperliche Aktivität regulieren können.

WWWW vom 11.4.2011: Nachrichten aus der Wissenschaft

Gene bestimmen Schmerzempfinden

Blond oder brünett, klein oder groß, mehr oder weniger schmerzempfindlich, …? Gene haben beträchtlichen Einfluss auf unser Aussehen und auch auf unser Verhalten. Dass sie zudem die Ausprägung von Nervenschmerzen beeinflussen, zeigt nun eine Studie des Deutschen Forschungsverbundes Neuropathischer Schmerz (DFNS). Diese belegt eindeutige Zusammenhänge zwischen typischen Nervenschmerz-Symptomen wie erhöhter Hitze- oder verminderter Kälteschmerzhaftigkeit und genetischen Varianten so genannter TRP (Transient Receptor Potential)-Kanäle.
http://www.neuropathischer-schmerz.de

Bessere Tests für DNA-Fehler bei Herzmuskelschwäche

Leiden junge Menschen an einer Herzmuskelschwäche, sind häufig Fehler in der Erbinformation dafür verantwortlich. Doch die Suche danach war bisher aufwendig und teuer. Wissenschaftler der Universitäts­klinik Heidelberg, des Deutschen Krebs­forschungs­zentrums sowie der Firma Febit Biomed GmbH haben nun ein Analyseverfahren entwickelt, das die Fahndung nach der krank­machenden Veränderung im Erbgut ver­einfacht: Erstmals können nun sämtliche bekannten genetischen Auslöser der Herz­schwäche gleichzeitig und kosteneffizient überprüft werden.
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Studie verbindet Alkoholkonsum und Krebs quantitativ

Der Alkoholkonsum ist für etwa einen von zehn Krebsfällen bei Männern und einen von 33 Krebsfällen bei Frauen verantwortlich. Dieses Ergebnis basiert zum Großteil auf den Daten von 363.988 männlichen und weiblichen EPIC*-Studienteilnehmern aus Dänemark, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien. Die Mehrzahl der alkoholbedingten Krebsfälle ist dabei auf einen Konsum zurückzuführen, der über die akzeptable Menge hinausgeht. Diese liegt bei Männern bei zwei Gläsern pro Tag und bei Frauen bei täglich einem Glas eines alkoholischen Getränks.
http://www.leibniz-gemeinschaft.de.
http://www.dife.de/de/index.php?request=/de/forschung/projekte/epic

WWWW vom 4.4.2011: Blick in einen alten See

Blick in die Klimageschichte des Nahen Ostens

Nie zuvor konnten Wissenschaftler so weit in die Klimageschichte des Nahen Ostens zurückblicken: Ein internationales Team hat 220 Meter tief im Grund des Vansees gebohrt. Erste Stichproben der Bohrkerne zeigen: Das Klima schwankte dramatisch, gewaltige Vulkanausbrüche waren nicht selten, Erdbeben erschütterten die Region − und der jetzt lebensfeindliche salzhaltige See war früher mal ein Süßwassersee.

Rauchen beeinflusst Genaktivität

Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum verglichen das Erbgut von Rauchern und Nichtrauchern. Dabei entdeckten sie einen hochsignifikanten Unterschied: Das Gen F2RL3, das unter anderem bei der Blutgerinnung einen Rolle spielt, ist bei Rauchern deutlich seltener durch chemische Markierungen stillgelegt. F2RL3 war bislang noch nie im Zusammenhang mit tabakbedingten Erkrankungen aufgefallen. Mehr info

Folie warnt vor schlechtem Fleisch

Bei verpacktem Fisch oder Fleisch ist es kaum möglich, zwischen frischer und bereits ungenießbarer Ware zu unterscheiden. Fraunhofer-Forscher haben eine Sensorfolie entwickelt, die in die Packung integriert wird und dort die Qualitätskontrolle übernimmt. Bei verdorbener Speise warnt sie durch einen Farbwechsel.

Vorsicht bei Wundermittel Linolsäure

Konjugierte Linolsäuren, vielgepriesene Schlankheitsmittel, stimulieren in der Bauchspeicheldrüse die Ausschüttung von Insulin, haben Forscher der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit Tübinger Kollegen herausgefunden. Was passiert, wenn jemand die Substanz über viele Jahre einnimmt, ist nicht abzusehen, denn solide Langzeitstudien am Menschen fehlen bisher. Eine denkbare Folge: Diabetes.