WWWW vom 29.8.2011: Fett auf der Zunge

Falke im Windkanal

An der Universität der Bundeswehr München untersuchten Professor Christian Kähler und sein Mitarbeiter Alexander Friedl in der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik vor wenigen Wochen den Flug eines Falken im Windkanal. Die Präzision neuester Hochgeschwindigkeitskameras und Bildanalysemethoden machen das Projekt einzigartig. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die Entwicklung von Mikro-Flugobjekten dienen.

Warum wir Fett schmecken


Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) haben in Zusammenarbeit mit Forschern der Technischen Universität München und der Charité Berlin in Geschmacksknospen der menschlichen Zunge und im umliegenden Zungengewebe einen Fettrezeptor identifiziert. Er wird durch langkettige Fettsäuren aktiviert, welche hauptsächlich für den typischen Fettgeschmack verantwortlich sind. Möglicherweise könnte er für die Fettgeschmackswahrnehmung und das Ernährungsverhalten eine Rolle spielen.

Dünne neue Solarzellen

Auf der europäischen Photovoltaik-Ausstellung PVSEC 2011 in Hamburg präsentiert das Fraunhofer FEP neue Dünnschicht-Prozesse, die die Produktionskosten von Solarzellen drastisch senken könnten.
Die Dünnschicht-Photovoltaik bietet großes Potential, PV-Module günstiger zu produzieren und verfügbare Ressourcen effizient zu nutzen.

Junge Männer kaufen im Internet am meisten

Internetforscher ziehen 10-Jahres-Bilanz: 2010 haben 86 Prozent aller Internet-Nutzer das Web für einen elektronischen Einkauf genutzt, mehr als doppelt so viele wie vor 10 Jahren. Ein Beispiel für den weltweiten Siegeszug des Internets, den die Forscher der Universität Hohenheim jährlich in aktuellen Zahlen erfassen. Die Studie zu Internetnutzung und E-Commerce ist fester Bestandteil eines Langzeit-Forschungsprojektes der Forschungsstelle für Medienwirtschaft und Kommunikationsforschung der Universität Hohenheim, die inzwischen in enger Zusammenarbeit mit TNS Infratest Technology & Media erscheint.

WWWW vom 22.8.2011: Hausschwamm, Prostata und Gummihandschuhe

Ich bin für den European Podcast Award nominiert. Wer für mich stimmen möchte kann das hier tun: http://www.european-podcast-award.eu/de/start/vote-and-win/business/type/player/uid/2656/podid/2656.html

Deutsche Flüsse weniger sauber als gedacht

Am Rhein
Der durch die EU-weite Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geforderte gute chemische und gute ökologische Zustand wird in großen deutschen Gewässern bis 2015 wahrscheinlich nicht erreicht werden können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Koblenz-Landau, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, die nun in der internationalen Fachzeitschrift für Umweltwissenschaften „Environmental Science & Technology“ erschienen ist. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wurden Daten von den vier größten Flüssen Norddeutschlands ausgewertet: Elbe, Weser, Aller und Ems.

Erleichterung für Prostatakrebs-Patienten

Chirurgen der Hamburger Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben eine Operationsmethode entwickelt, bei der es im Falle einer Entfernung der Prostata gelingt, die Funktionsfähigkeit des Harnröhren-Schließmuskels besser zu erhalten. Dadurch entfallen die nach den sogenannten Prostatektomien häufig auftretenden Kontinenz-Probleme weitgehend. Neu ist, dass sich der Zeitraum bis zur Wiedererlangung der Kontinenz deutlich verkürzt hat. Die meisten Männer erlangen unmittelbar nach der OP die Kontrolle über ihre Blasenfunktion vollständig zurück.
http://www.martini-klinik.de/

Raffinierter Haussschwamm spart Energie

Wissenschaftler der Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie ergründen die Stoffwechselwege des echten Hausschwamms
Er ist eine echte Gefahr für alte Gebäude: der Hausschwamm. Unbemerkt breitet er sich oftmals über Jahre in tragenden Balken der Bausubstanz aus. Die Folge: Das befallende Holz wird morsch und verliert seine Tragfähigkeit. Obwohl der Hausschwamm – wissenschaftlich Serpula lacrymans – seit Jahrhunderten den Menschen begleitet, ist das Wissen über die Lebensweise dieses Pilzes bislang erstaunlich gering. Forschern der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Hans-Knöll-Institut) ist es jetzt gemeinsam mit einem großen internationalen Team gelungen, dem Hausschwamm einige seiner Geheimnisse zu entlocken.

Mexikanische Hummeln sind anderes

Nicht nur der Mensch ist ein soziales Wesen, auch im Tierreich gibt es viele Arten, die ohne soziales Verhalten nicht überleben könnten. „Arbeiterinnen eines Hummelstaats unterstützen zum Beispiel die Königin bei der Brutpflege“, erklärt Anett Huth-Schwarz, Molekularökologin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Trotzdem gebe es nicht nur Kooperationen im Hummelstaat, sondern auch Konflikte – beispielsweise bei der Produktion der Männchen, die meist von der Königin dominiert werde. Die Forscherin hat herausgefunden, dass der Konflikt um die Reproduktion bei einer tropischen Hummelart ganz anders endet als bei europäischen Hummeln.

Die Veröffentlichung in „Frontiers in Zoology”:
http://www.frontiersinzoology.com/content/8/1/13

Gummihandschuhe im Haushalt besser als Latexhandschuhe

Eine wissenschaftliche Auswertung der Behandlungsdaten von mehr als 800 Reinigungskräften mit Hauterkrankungen belegt, dass sich die Mitarbeiter dieser Branche nicht effektiv vor den Gefahren des Berufs schützen. In einer aktuellen Studie stellten die Wissenschaftler der Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden fest, dass besonders der Gummi-Zusatz Thiuram und die in vielen Desinfektionsmitteln enthaltenen Chemikalien wie Formaldehyd, Glyoxal, Glutaraldehyd und Benzalkoniumchlorid Ursache für schwere Hautreizungen und -allergien der Reinigungskräfte sind.

WWWW vom 15.8.2011: Mäusefell und Ego-Shooter

GLÜCK

Dem Glück auf der Spur

Alex Bertrams, Juniorprofessor für Pädagogische Psychologie an der Universität Mannheim, untersucht den Einfluss des Schulfachs Glück auf das subjektive Wohlbefinden von Schülern / Erste Ergebnisse belegen eine positive Wirkung.
( Foto: GLÜCK by HamburgerJung, on Flickr)

Gen ausgeschaltet, Fell weg

Eine überraschende Entdeckung machten Biochemiker der Universität Bonn. Die Forscher schalteten in Mäusen ein Gen aus, um herauszubekommen, welche Rolle es für die Signalweiterleitung im Gehirn spielt. Als Folge war aber nicht nur die Funktion der Nervenzellen gestört, sondern die Nager bekamen zusätzlich Haarausfall. Das Gen ist offenbar an ganz verschiedenen Vorgängen im Körper beteiligt.

Epilepsie: Sicher durch die Schwangerschaft

Ärzte können mit der richtigen Medikamentenauswahl für schwangere Epilepsie-Patientinnen das Risiko für das Kind reduzieren. Neue Daten des EURAP Epilepsie- und Schwangerschaftsregisters, die in der Fachzeitschrift Lancet Neurology veröffentlicht wurden, zeigen die Risikoprofile der vier am häufigsten verschriebenen Medikamente gegen Epilepsie.

Hirnzellen gezüchtet

Philipp Kügler hat im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Konstanz aus embryonalen Stammzellen erfolgreich Astrozyten entwickeln können. Der Doktorand der Graduiertenschule Chemische Biologie konnte nun zeigen, dass die von ihm aus embryonalen Stammzellen entwickelten Astrozyten die gleichen Funktionen übernehmen können, wie Astrozyten im Gehirn. Damit hat der Konstanzer Nachwuchswissenschaftler eine Grundlage für die Entwicklung von zell-basierten Test- und Analyseverfahren geschaffen, die den Einfluss toxischer Substanzen auf das Gehirn untersuchen.

Leiterfolie für das T-Shirt

Klapphandys, Laptops oder I-Pads sind damit ausgestattet: flexible Leiterplatten. Gemeinsam ist allen diesen technischen Geräten, dass die Biegung der Leiterplatte um eine Achse stattfindet. Ziel des EU-Projektes „STELLA“ (stretchable electronics for large area applications) war es darüber hinaus, eine Leiterplatte zu entwickeln, die dehnbar ist und sich so an beliebige Oberflächen anschmiegen kann.

Ego-Shooter sind keine Militaristen

Militärische Shooter-Spiele sind DIE Kassenschlager der kommenden gamescom-Messe für Computerspiele – doch ihre Käufer sind auch nicht militanter als Nichtspieler, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universität Hohenheim. Und das, obwohl viele der Spiele auf realen militärischen Konflikten beruhen. Als ausschlaggebend für die Einstellung zum Militär erwies sich viel mehr Alter, Bildungsstand und Autoritätshörigkeit von den 5.000 Befragten einer repräsentativen Studie.

WWWW vom 8.8.2011: Wasserpfeifen und Alzheimer

mañana de cachimba...

Wasserpfeifentabak: Feuchtmittelanteil nicht erhöhen

Wasserpfeifentabak enthält Feuchthaltemittel wie zum Beispiel Glycerin oder 1,2-Propandiol. Je höher der Gehalt an Feuchthaltemittel ist, desto stärker ist die Rauchbildung. In Deutschland ist der Feuchthaltemittelgehalt im Wasserpfeifentabak durch die Tabakverordnung auf fünf Prozent begrenzt. Eine experimentelle Studie des BfR zeigt, dass die Feuchthaltemittel während des Rauchens größtenteils verdampfen und in erheblichem Maße vom Raucher aufgenommen werden können.

Fresszellen bei Alzheimer identifiziert

Mehr als 20 Prozent der über 85-jährigen Menschen weltweit leiden an der Alzheimerschen Erkrankung. Sie geht mit schweren Störungen des Erinnerungsvermögens und des Verhaltens, der Demenz, einher. In Deutschland gibt es etwa 700.000 Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind und jedes Jahr werden ca. 120.000 neue Fälle diagnostiziert. Bei dieser Erkrankung sterben die Nervenzellen im Gehirn durch vermehrte Ablagerungen von Eiweißbestandteilen ab. Erstmalig konnte nun eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern aus Freiburg, Göttingen, Berlin, Bonn und Leipzig unter der Leitung des Freiburger Neuropathologen Professor Dr. Marco Prinz, Geschäftsführender Direktor der Neuropathologie am Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg, im Tiermodell nachweisen, dass vor allem eine bestimmte Population dieser Fresszellen wichtig ist.

Moleküle blocken HIV

Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und des Exzellenzclusters NeuroCure um den Biochemiker Prof. Dr. Volker Haucke haben in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Australien und dem Leibniz Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin kleine Moleküle entwickelt, welche die zelluläre Aufnahme wichtiger Signalmoleküle aber auch krankheitserregende Organismen wie das menschliche Immunschwäche-Virus (HIV) oder Bakterien hemmen. Diese Substanzen stören die Funktion des zellulären Gitterproteins Clathrin und könnten so als Ausgangspunkt für neue therapeutische Ansätze zur Behandlung von Krebs, viralen oder bakteriellen Infektionen oder neurologischen Störungen dienen.

Jugendliche haben zu wenig Vitamin D


Die Ernährungskommission der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, DGKJ, weitete ihre bisherigen Empfehlungen zur Vitamin D-Versorgung aus: Zukünftig sollten nicht nur Babys, sondern alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland zusätzliches Vitamin D3 erhalten. Stiftung Kindergesundheit erläutert die Gründe für die neuen Empfehlungen zur Vitamin-D-Versorgung in ihrer aktuellen Stellungnahme.
www.kindergesundheit.de

Mikroalgen speichern weniger Kohlendioxid

Erstmals haben Forscher in globalem Maßstab untersucht, wie Kalkalgen in ihrem natürlichen Lebensraum auf die zunehmende Versauerung durch erhöhten Eintrag von Kohlendioxid reagieren. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature beschreiben sie, dass Algen der Gruppe Coccolithophoriden ein dünneres Kalkskelett ausbilden, wenn der pH-Wert im Meer sinkt. Im marinen Ökosystem sind die Veränderungen im Kalzifizierungsgrad sehr viel ausgeprägter als bislang aufgrund von Laborversuchen vermutet. Die Veränderungen wirken sich auf den globalen Kohlenstoffhaushalt aus, denn die untersuchten Mikroalgen beeinflussen den Kohlendioxidaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre.

WWWW vom 1.8.2011: Bakterien und tolle Blumen

Raffinierte Liane

Blütenstand der kubanischen Liane Marcgravia evenia. Foto: Ralph Mangelsdorff

Auch Pflanzen sind zur Arterhaltung bekanntlich höchst erfinderisch. Gilt es tagaktive Insekten als Bestäuber auf die Blüten zu locken, reichen gemeinhin auffällige Farben und Formen. Ungleich schwieriger haben es Pflanzen, die sich auf nächtliche Bestäuber spezialisiert haben. Auf Fledermäuse zum Beispiel. Eine überaus kreative Lösung haben jetzt Forscher der Universitäten Ulm, Erlangen-Nürnberg und Bristol bei der kubanischen Liane Marcgravia evenia entdeckt: Sie lockt die Blumenfledermäuse mit auffälligen Echos zur Blüte.

Ingenieurs-Deutsch: Irgendwas kommt zusammen was nicht zusammengehört, oder so…

Das Forschungsvorhaben “Werkstoff- und prozesstechnische Qualifizierung des FSW für die stahlintensive Hybridbauweise” (IGF 15.686 / P 754) wurde kürzlich durch das Fachgebiet Füge- und Beschichtungstechnik der Technischen Universität Berlin erfolgreich abgeschlossen.
Im Rahmen des Vorhabens wurden Stumpfstoß- und Überlapprührreibschweißverbindungen von Aluminium und Stahlwerkstoffen hergestellt. Neben gleichartigen und artfremden Aluminiumverbidnungen lassen sich durch Rührreibschweißen auch Aluminium und Stahl fügen. Dabei muss das Werkzeug so positioniert werden, dass es nur geringfügig in den Stahl eindringt und nur die Oberfläche im Stoßbereich deformiert und Oberflächengrenzschichten entfernt, damit das plastifizierte Aluminium eine Verbindung eingehen kann. Im Stumpfstoß wird die Werkzeugachse gegenüber dem Stoß in Richtung Aluminium versetzt, im Überlappstoß wird die Stiftlänge geringfügig länger als die Blechdicke des Aluminiumfügepartners gewählt und das Aluminium über dem Stahl angeordnet.

I have no idea what they are talking about 🙂

Studenten machen Väter schlauer weil die ganztags arbeiten

Wenn erwachsene Kinder die Intelligenz ihrer Eltern einschätzen, lassen sie sich einer deutsch-spanischen Studie zufolge in ihrem Urteil nicht nur von deren Ausbildung leiten, sondern auch vom Umfang von deren Arbeitszeit. Wie Prof. Dr. Tuulia Ortner vom Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik und Intervention der Freien Universität Berlin und Wissenschaftlerinnen der Universität Granada herausfanden, wird die Intelligenz dabei am höchsten eingeschätzt, wenn die Eltern einer Vollzeit-Berufstätigkeit nachgehen.

Wenn man einen Pilz hat, den Boden einfach mal in Ruhe lassen

Wenn Schaderreger im Feld gemeinsame Sache machen und der Landwirt nichts unternimmt, schlägt sich dies in hohen Ernteverlusten nieder. So wird in den USA seit Jahren beobachtet, wie ein Fadenwurm (Nematode) und ein Pilz gemeinschaftlich Sojabohnen dahinraffen und auch ein Fruchtwechsel mit Mais dem Duo keinen Einhalt gebietet. Soja kontinuierlich auf einer Fläche mit diesem Krankheitskomplex anzubauen und abzuwarten, bis der Boden sich selbst hilft, scheint auf den ersten Blick inakzeptabel. Genau dies haben jedoch ein Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts und seine amerikanische Kollegin getan und damit Erfolg gehabt.

Cyanobakterien speichern Energie für Krisenzeiten

Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, legen unter normalen Bedingungen ein Energiepolster an, das es ihnen erlaubt, unter Stress wie langer Dunkelheit zu überleben. Verantwortlich dafür ist ein molekularer Schalter in einem Enzym. Entfernt man diesen Schalter, sollte man die überschüssige Energie der Bakterien für biotechnologische Zwecke wie z.B. die Wasserstoffproduktion nutzen können, ohne dass es ihnen dadurch schlechter geht.