WWWW vom 26.8.2012: Helikopter mit 18 Rotoren

Volocopter hat elektrischen Antrieb

Volocopter/ Hochschule Karlsruhe,
An der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft werden Navigations- und Steuerungssystem für ein neuartiges bemanntes Fluggerät entwickelt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit zwei Millionen Euro gefördert.

Kristalle tackern Silikon und Teflon zusammen

Silikon ist ein typisches Antihaftmaterial mit sehr niedriger Oberflächenspannung, das man nicht nur als Fugenmaterial, sondern zum Beispiel auch als flexible Kuchenform kennt. Ähnlich beschaffen ist Teflon, bekannt als Bratpfannenbeschichtung. Beide Materialien sind synthetisch hergestellte Kunststoffe, sogenannte Polymere.
Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat nun eine neue Technologie entwickelt, mit der die beiden Antihaftmaterialien erstmals aufeinander haften.
Link zur Publikation:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/adma.201201780/abstract
Webseite des Sonderforschungsbereiches 677:
http://www.sfb677.uni-kiel.de

Speiseröhrenkrebs: Früherkennung wichtig

Jährlich erkranken in Deutschland über 6000 Menschen an Speiseröhrenkrebs. Beängstigend ist derzeit die Zunahme des sogenannten Barrett-Karzinoms, das vor allem bei Männern über 50 Jahren mit chronischem Sodbrennen auftritt. Die Prognose für Speiseröhrenkrebs ist ungünstig: Fünf Jahre nach der Diagnose liegt die Überlebensrate derzeit bei lediglich 17 Prozent. Wird der Schleimhautkrebs jedoch früh erkannt und behandelt, ist er in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar.

Eizellen einfrieren: Je jünger desto besser

Das Einfrieren von Eizellen ist gerechtfertigt, um jungen Krebspatientinnen nach Abschluss der Therapie eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Aber die Erfolgsraten sind vor allem bei Frauen über 35 Jahren zu niedrig, um die Kältekonservierung als Instrument der Familienplanung einzusetzen.
Quellen:
Nawroth, F., R. Dittrich, M. Kupka, B. Lawrenz, M. Montag, M. von Wolff. Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen bei nichtmedizinischen Indikationen („social freezing“). FRAUENARZT 53(2012) (528-533).

Beim Üben Pausen machen zahlt sich aus

Eine neue psychologische Studie der University of New South Wales in Sydney, Australien, zeigt, dass sich Lernerfolg schneller einstellt, wenn man regelmäßige Pausen einplant und nicht rund um die Uhr trainiert.
Die Wissenschaftler Soren Ashley und Joel Pearson scheinen die alte Redewendung „Übung macht den Meister“ somit Lügen zu strafen. Denn wer zu viel übt, der wird ganz nach dem Gesetz des abnehmenden Ertrags kleinere Fortschritte machen.

Tauchroboter kann sich selbst lokalisieren

Ein intelligenter mobiler Tauchroboter inspiziert unter Wasser liegende Pipelines von Industrieanlagen eigenständig und erkundet unbekannte Gewässer. Neuartige Algorithmen ermöglichen ihm, Gebiete gezielt abzufahren und Bilder an Land zu übermitteln. So werden z.B. Rohrdefekte aufgespürt oder Hafenbecken kontrolliert. Das schützt den Menschen vor Einsätzen in gefährlichen Gebieten und verhindert Umweltschäden. DFKI-Roboter Dagon inspizierte die Innenwände der Kühlleitungen eines Kohlekraftwerks in Norddeutschland. Weitere Einsatzfelder können künftig Anlagen in der Tiefsee sein.

WWWW vom 20.8.2012: Kaffeeanbau am Bolavenplateau in Laos

Heute bin ich mal wieder rausgegangen, wie angekündigt, und das ist auch nicht zu überhören: Ich hatte nicht gedacht dass die Zikaden im Hintergrund so laut zu hören sind.

Ich spreche mit Herrn Thamanun, er ist Büroleiter in Pakse für Diethelm Travel (meine Frau ist Managing Director in Laos), aber er hat eigentlich etwas anderes gelernt: Kaffeebauer. Seine Eltern waren schon Kaffeebauern, und er hat dann Agrarwissenschaft studiert. In den frühen 80er Jahren war er in der DDR zum Studium, dort hat er auch Deutsch gelernt.

Arabica coffee beans

Mit Experten aus der DDR hat er dann später in Laos die Qualität der Kaffeeproduktion verbessert.
Thamanun erzählt über die Kaffeearten, die in Laos angebaut werden: Arabica, Robusta und Excelsa, eine seltene, qualitativ nicht so gute Kaffeeart.
Wer in Deutschland laotischen Kaffee probieren will, sollte nach Sinouk Kaffee schauen.

WWWW vom 13.8.2012: Fruchtfliegen und 3D-Printer

Heute wenig Text und viel Wort:
Biologe Shaun Winterton von der California State Collection of Arthropods hat einen neuen Ansatz gewählt auf der Suche nach neuen Insektenarten: Er hat Flickr-Bilder durchsucht und stieß prompt auf ein Bild einer Mücke, die anders aussah als ihm bekannt. Sie hatte schwarze Streifen wo sonst keine sind. Ein Jahr später hat man auch ein lebendes Exemplar gefangen, und der Flickr-Fotograf bekam sogar eine Erwähnung als Co-Autor im Paper über die neue Art.

In Laos hat Insektenforscher Peter Jäger eine neue Spinnenart gefunden, die keine Augen hat. Sie lebt in Höhlen, was wohl eine Erklärung sein dürfte und hat keine Pigmentierung.

http://www.contourcrafting.org/ ist eine Webseite des Forschers Dr. Behrokh Khoshnevis, der das 3-D-Drucken von Häusern erfunden hat. Mittels eines großen Krans lassen sich Häuser Schicht für Schicht bauen, und das in 20 Stunden. Bei TED gibt es ein sehr schönes Video.
Contourcrafting

Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und des Centre for Genomic Regulation (CRG) in Barcelona haben Software zur Analyse der Bewegungen von einzelnen Drosophila-Fruchtfliegen und deren Larven entwickelt. Das Verhalten wird dabei aus Videodaten extrahiert und mathematisch analysiert. Die Programme sind als Open-Source-Software für jedermann zugänglich und ermöglichen es, auf teure Hard- und Software Produkte bei der Erforschung des Verhaltens der Drosophila-Fruchtfliege zu verzichten. Die Arbeit erschien zeitgleich in zwei Publikationen der Fachzeitschrift PLoS ONE. Die frei zugänglichen Programme (http://buridan.sourceforge.net, http://sos-track.sourceforge.net) erkennen die einzelnen Verhaltenskomponenten in den Kameradaten und können diese mathematisch auswerten.

Ich habe das zum Anlass genommen nochmal eine ältere Aufnahme einzubauen, in der ich Dr. Björn Brembs zum Thema Fruchtfliegen befragt habe.

WWWW vom 6.8.2012: Plastikmüll und Bubbletee

Plastik auf dem Prüfstand

Plastikmüll landet oft in Gewässern und verbleibt dort mit ungewissen Folgen für das Ökosystem. Weil diese Kontamination nun erstmals präzise analysiert werden kann, lassen sich auch die Auswirkungen auf Mensch und Tier besser untersuchen. Bislang konnte die Verschmutzung aquatischer Ökosysteme durch Kunststoffe aber nicht exakt bestimmt und damit das Risiko nicht umfassend abgeschätzt werden.
Web: http://sci.bio.lmu.de/ecology/evol_e/people_laforsch_e.html

Pilotstudie: Social networks motivieren Sportler

Je aktiver ein Sportler auf Social-Media-Plattformen ist, umso größer ist die Motivation, die er aus dem dort entstehenden Kontakt mit seinen Fans herausziehen kann. Das ist das Ergebnis einer Pilotstudie zur Fragestellung, wie Social-Media den Spitzensport verändern können. Die Ergebnisse der Untersuchung des European Institute for Media Optimization (Berlin), die unter Leitung von Prof. Dr. Gregor Daschmann (Universität Mainz) von forum!-Marktforschung (Mainz) durchgeführt wurde, wurden jetzt im Rahmen der Olympischen Spiele im Deutschen Haus in London präsentiert.

Bubbletee eine Gefahr?

Bubble Tea hat sich zu einem Trendgetränk entwickelt, das vor allem bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt ist. Das bunte Getränk besteht aus gesüßtem grünen oder schwarzen Tee und wird mit Milch und Fruchtsirup versetzt. Als Besonderheit werden dem Getränk Kügelchen (Bubbles) aus Stärke zugesetzt, die mit einer süßen Flüssigkeit gefüllt sind. Bubble Tea wird mit einem breiten Strohhalm getrunken, durch den auch die Bubbles in den Mund gesaugt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass Bubbles in die Atemwege eindringen können.

Nachthimmel bald blau?

Die Färbung des Nachthimmels wird sich nach einer Prognose von Wissenschaftlern vom Institut für Weltraumwissenschaften der Freien Universität Berlin und vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei drastisch verändern. Bei einem Wechsel zu LED-Straßenbeleuchtung wird nach Meinung der Forscher blaues Licht verstärkt die Färbung des Nachthimmels beeinflussen. Mit einem eigens entwickelten Messgerät für Veränderungen in der Himmelsfarbe stellten die Forscher fest, dass sich der Nachthimmel über Berlin bei Bewölkung derzeit rötlich färbt. Ihre Studie trägt daher den Titel „Rot ist das neue Schwarz“. Sie erscheint in einer Publikation der Royal Astronomical Society
Website von Christopher Kyba: http://userpage.fu-berlin.de/~kyba
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2966.2012.21559.x/full (Artikel)

Warum Paprika nicht nachreifen

Das Reifehormon Ethylen lässt grüne Tomaten auch nach der Ernte noch erröten. Paprika und Chilischoten zeigen sich hingegen gänzlich unbeeindruckt von dem Pflanzenhormon. Dieses unterschiedliche Verhalten überrascht umso mehr, da Tomaten und Paprika zwei nahe Verwandte sind. Forscher des Max-Planck-Instituts für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam sind der Sache nachgegangen und haben dazu die Genexpressionslevel und Stoffwechselwege der Pflanzen verglichen. Reifeprozesse zu verstehen ist wichtig, damit Lebensmittel nicht auf dem Weg vom Erzeuger zum Konsumenten verfaulen.