WWWW vom 28.1.2013: Neutronensterne, Pulsare und Computerspiele

Besseres Verständnis von Neutronensternen

Bei Messungen mit dem Präzisionsmassenspektrometer ISOLTRAP am Forschungszentrum CERN in Genf konnte ein internationales Forschungsteam erstmals die Masse des Isotops Zink-82 bestimmen. Im Zusammenspiel mit Vorhersagen von Neutronensternmodellen kann damit die Zusammensetzung der äußeren Kruste von Neutronensternen tiefer ausgelotet werden.
Weitere Informationen
Plumbing Neutron Stars to New Depths with the Binding Energy of the Exotic Nuclide 82Zn
R. N. Wolf, D. Beck, K. Blaum, Ch. Böhm, Ch. Borgmann, M. Breitenfeldt, N. Chamel, S. Goriely, F. Herfurth, M. Kowalska, S. Kreim , D. Lunney, V. Manea, E. Minaya Ramirez, S. Naimi, D. Neidherr, M. Rosenbusch, L. Schwei-khard, J. Stanja, F. Wienholtz, K. Zuber, Phys. Rev. Lett. 110, 041101 (2013)
DOI: 10.1103/PhysRevLett.110.041101

Neue Erkenntniss über Pulsare


Einem internationalen Forschungsteam geleitet von niederländischen Astronomen ist unter Mitarbeit einer ganzen Reihe von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn eine aufregende Entdeckung gelungen, bei der es um den Mechanismus geht, mit dem Pulsare ihre Strahlung aussenden. Die Abstrahlung von Röntgen- und Radiowellen bei diesen schnell rotierenden Neutronensternen kann sich nämlich dramatisch ändern, in Sekundenbruchteilen simultan bei beiden Frequenzen und in einer Weise, die mit gängigen Theorien bis jetzt noch nicht erklärt werden kann. Die Beobachtungen lassen auf schnelle Variationen der gesamten Magnetosphäre des Pulsars schließen.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung erscheinen unter dem Titel „Synchronous X-ray and Radio Mode Switches: a Rapid Transformation of the Pulsar Magnetosphere“ (W. Hermsen et al.) in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals „Science“.

Studie: Kinder spielen immer früher am Camputer

Kinder beginnen immer früher mit dem Computerspielen. Das Ein-stiegsalter der heutzutage Fünf- bis Achtjährigen wird sich künftig wahrscheinlich noch weiter nach vorn verschieben und damit Medienaufsicht und Jugendverbände vor große Herausforderungen stellen. Das zeigen Ergebnisse der Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) zum Thema „Computerspiele(n) in der Familie.

Gute Erfahrungen mit Cochlea-Implantaten

Hörgeschädigte Kinder mit Cochlea-Implantat können durch diese Prothese Sprache wahrnehmen. Ein Team um die LMU-Gehörlosenpädagogin Professor Annette Leonhardt untersucht, was sich dadurch für sie ändert.

Telomerase macht schwarzen Hautkrebs unsterblich

Unsterblichkeitsenzyms Telomerase. Die bei familiärem Krebs entdeckte mutierte Genregion ist auch bei bis zu 74 Prozent der nicht-erblichen Melanome verändert – hier aber als Folge von Sonnenstrahlung. Wirkstoffe, die die Telomerase hemmen, könnten ein neuer therapeutischer Ansatz gegen den aggressiven Hautkrebs sein. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Science veröffentlicht.
Susanne Horn, Adina Figl, P. Sivaramakrishna Rachakonda, Christine Fischer, Antje Sucker, Andreas Gast, Stephanie Kadel, Iris Moll, Eduardo Nagore, Kari Hemminki, Dirk Schadendorf und Rajiv Kumar: TERT Promoter Mutations in Familial and Sporadic Melanoma. Science 2013,
DOI: 10.1126/science.1230062


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WWWW vom 21.1.2013: Betrunkene Mäuse

Rekord bei organischen Solarzellen

Das Ulmer Institut für Organische Chemie II und Neue Materialien ist mit seiner Ausgründung, der Heliatek GmbH, Entwickler und Hersteller von organischen Solarfolien, weiter auf Erfolgskurs: Gerade hat ein akkreditiertes Prüfinstitut organischen Solarzellen des Unternehmens eine Zelleffizienz von zwölf Prozent bescheinigt.
Für diesen Weltrekord auf einer Standardgröße von 1,1 Quadratzentimetern ist ein so genannter Absorber, der an der Universität Ulm entwickelt und synthetisiert wurde, maßgeblich mitverantwortlich.

Sonnen-Protuberanzen schirmen sich ab

Sonnen-Protuberanzen sind Wolken aus Plasma, die weit oberhalb der Sonnenoberfläche schweben. Über die Struktur der Wolken war bislang bekannt, dass sie im Inneren aus bis zu 150 Kilometer dicken „Fasern“ bestehen und deutlich kälter sind als ihre Umgebung. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun herausgefunden, wie die Protuberanzen gegen ihr heißes Umfeld abgeschirmt sind.

Der wohl kleinste Motor der Welt

Einem französisch-amerikanischen Forscherteam vom Zentrum für Materialentwicklung und Strukturstudien (CEMES-CNRS) und der Ohio University (OU) ist es gelungen, einen Motor mit verstellbarer Drehrichtung und einem Durchmesser von nur zwei Nanometern zu entwickeln [1]. Der Molekül-Motor besteht aus drei Komponenten: einem dreifüßigen Stator, einem 5-Blatt-Rotor und einem Ruthenium-Atom, das als Kugelgelenk fungiert und den Stator mit dem Rotor verbindet. Der Motor besteht insgesamt aus nur 200 Atomen.

Stress macht Alkoholismus schlimmer

Menschen mit einer genetischen Veranlagung zu erhöhtem Alkoholkonsum neigen gerade unter Stress zu einem exzessiven Missbrauch. Die molekularen Ursachen dieser Form von Abhängigkeit sind Gegenstand intensiver Forschung. Betroffenen Personen könnte mit einem einfachen Eingriff in den Proteinstoffwechsel geholfen werden. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Universität Leipzig und des Berliner Leibniz-instituts für Molekulare Pharmakologie in einer Gemeinschaftsarbeit gekommen, die jüngst im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht wurde.

Hirn ruft Erinnerungen schneller ab als gedacht

Das Gehirn kann Erinnerungen schneller abrufen als bislang angenommen. Das hat ein Forscherteam um den Magdeburger Neurowissenschaftler Emrah Düzel bei einem Gedächtnistest mit 31 Probanden festgestellt. Diese sollten zuvor gezeigte Wörter identifizieren. Deutlich weniger als eine halbe Sekunde nach dem erneuten Erscheinen eines Begriffs setzte bei den Versuchsteilnehmern der Erinnerungsprozess ein. Bisherige Untersuchungen hatten auf eine längere Reaktionszeit hingedeutet.


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WWWW vom 14. Januar 2013: Viagra hilft Mäusen gegen Fettleibigkeit

Viagra-Wirkstoff wandelt weiße Fettzellen um

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Forscher der Universität Bonn behandelten Mäuse mit Viagra und machten eine erstaunliche Entdeckung: Das Potenzmittel wandelt unerwünschte weiße Fettzellen um und könnte dadurch möglicherweise das lästige „Hüftgold“ einfach abschmelzen lassen. Vermutlich verringert der Wirkstoff zudem das Risiko für Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit. Die Ergebnisse werden nun in „The Journal of the Federation of American Societies for Experimental Biology“ (FASEB) vorgestellt.

Neues Kultivierungsverfahren für adulte Stammzellen

Marburger und Gießener Mediziner haben erstmals adulte Stammzellen kultiviert, die dem industriellen Fertigungsstandard der „Good manufacturing practice“ (GMP) genügen und somit zu Behandlungszwecken angereichert werden können. Insbesondere kommt das neuartige Zellkulturverfahren ohne tierisches Eiweiß aus, das zu allergischen Reaktionen führen könnte.

Vögel schlagen sich den Bauch mit fetter Nahrung voll

Die kalte Jahreszeit stellt Vögel, die nicht in den warmen Süden fliegen, vor Herausforderungen bei der Nahrungssuche: Viele Futterquellen sind gar nicht oder nur unzureichend vorhanden, erschwerend kommt womöglich eine Schneedecke hinzu. Um den gefiederten Tieren zu helfen, richten viele Menschen zusätzliche Futterstellen ein – unter Experten eine strittige Praxis. Aber welche Nahrung bevorzugen einheimische Vögel im Winter? Die Antwort: Vögel, die im Winter Nahrungsknappheit erfahren, bevorzugen fetthaltiges Futter.

Swen C. Renner, Sofia Baur, Astrid Possler, Julia Winkler, Elisabeth K. V. Kalko, Paul J. J. Bates, Marco A. R. Mello: Food Preferences of Winter Bird Communities in Different Forest Types. PLOS ONE:http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0053121

Kausalität ist ein Frage des Sehen, nicht so sehr des Denkens

Bei der Wahrnehmung von aufeinanderfolgenden visuellen Ereignissen fällen wir häufig Kausalitätsurteile, wie etwa „die Hand hat das Glas umgestoßen“. Ein Forscherteam um Martin Rolfs am Bernstein Zentrum der Humboldt-Universität Berlin fand nun heraus, dass diese Urteile bereits beim grundlegenden Sehprozess entstehen – ohne Beteiligung von höheren kognitiven Vorgängen. Sie zeigten, dass beim wiederholten Betrachten von kausalen Zusammenhängen ein ähnlicher Gewöhnungseffekt eintritt wie bei der Wahrnehmung der Größe, Farbe oder Distanz eines Objektes. Die Ergebnisse beenden eine langjährige Debatte über die Verarbeitung von komplexeren Eigenschaften visueller Ereignisse.
Originalpublikation:
Rolfs, M., Dambacher, M., Cavanagh, P. (2013): „Visual adaption of the perception of causality“. Current Biology: Jan 10, 2013.
http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2812%2901490-X
DOI: 10.1016/j.cub.2012.12.017


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WWWW vom 7.1.2012: Wie wir uns bei Auktionen fühlen

Fünf Atome machen einen Magneten

Forscher aus Hamburg, Bremen und Jülich setzen den kleinsten stabilen Magneten aus nur fünf Atomen zusammen. Darüber, wie sich Magnete verhalten, wenn sie zu atomaren Dimensionen herunterskaliert werden, berichten sie jetzt in der Fachzeitschrift „Science“ mit dem Beitrag „Current-driven spin dynamics of artificially constructed quantum magnets”. Für die Universität Bremen ist das Institut für Theoretische Physik und das Bremen Center for Computational Materials Science an dem Forschungsprojekt beteiligt.

Teilnehmer für Alptraum-Studie gesucht

twa fünf Prozent aller Menschen leiden über Jahre hinweg regelmäßig unter chronischen Alpträumen. Diese weit verbreitete Schlafstörung wirkt sich nicht nur negativ auf den Schlaf und das Ausmaß der Erholung aus, sondern kann auch zu einer deutlichen Belastung in anderen Lebensbereichen führen. „Nur wenige Betroffene wissen, dass chronische Alpträume psychotherapeutisch schnell und effektiv behandelt werden können“, sagt Dr. Regina Steil von der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Goethe-Universität.

Informationen: Dipl.-Psych. Charlotte Weßlau, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798 – 25107 (Anrufbeantworter – Interessenten werden zeitnah zurückgerufen), alptraumstudiefrankfurt@gmail.com

Studie zeigt wie emotional wir bei Auktionen sind

In der Studie, an der insgesamt über 90 Probanden teilnahmen, wurde die sogenannte Holländische Auktion nachgespielt, wie sie etwa an Blumenbörsen abgehalten wird. Von einem hohen Wert startend fällt der Preis schrittweise, bis einer der Bieter zuschlägt. Er erhält für den dann gültigen Preis die Ware und die Auktion ist beendet. „Die Holländische Auktion ist überschaubar und dynamisch zugleich. Daher stellt sie ein sehr gutes Forschungsszenario dar“, erklärt Dr. Marc Adam vom Karlsruher Institut für Technologie. Wie Adam und seine Kollegen, Dr. Jan Krämer und Professor Christof Weinhardt, nun herausgefunden haben, führt ein schnell fallender Preis dazu, dass sowohl der finale Kaufpreis niedriger als auch die emotionale Anspannung der Bieter höher ist.

Das Paper im Internet: http://dx.doi.org/10.2753/JEC1086-4415170201

Häuserwänder sollen Stickoxide abbauen

Oberflächen mit photokatalytischen Eigenschaften reinigen die Luft von Stickoxiden und anderen gesundheitsgefährdenden Substanzen. Wie sich die Beschichtungen im Langzeitversuch verhalten, testen Fraunhofer-Forscher mit einem neuen Prüfverfahren. Auf der Messe Bau 2013 (14. bis 19. Januar in München) stellen sie den Test am Stand der Fraunhofer-Allianz Bau in Halle C2 Stand 131 /135 vor.

Die Leber ist schneller als Wundermittel

Detox-Diäten sind nur ein weiteres vermeintliches Abnehmwunder, so Professor Simon Brookes, Leiter des Zentrums für Menschliche Physiologie der Flinders University in Adelaide, Australien. Er warnt, dass Detox-Getränke und spezielle Mischungen zur Reinigung der Leber nur wenig zur Entgiftung unseres Körpers nach der Weihnachtsschlemmerei beitragen. „Detox ist der reine Blödsinn“, betont Professor Brookes. „Unsere Nieren, unsere Leber und unser Verdauungstrakt entfernen oder neutralisieren Gifte innerhalb weniger Stunden, nachdem diese in unseren Körper gelangt sind. Es ist also Quatsch, zu denken, man könne die Entgiftung mit irgendwelchen Wundermittelchen beschleunigen“.

BITTE SPENDET DEM ANIMAL RESCUE CENTER LAOS


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