WWWW vom 27.5.2013: Fleischkonsum, Cholesterin und Alkohol im Auto

Studie: Mehrheit der Deutschen ist bereit, weniger Fleisch zu essen

License Some rights reserved by HamburgerJung
License CC-BY_SA Some rights reserved by HamburgerJung

Aktuelle Studie der Universitäten Göttingen und Hohenheim beziffert Potential und Auswirkungen von eingeschränktem Fleischkonsum in Industrieländern. Bereits 20 % weniger Fleischkonsum in den Industrieländern hätte spürbare Auswirkungen auf Agrarpreise und die Ernährungssicherung armer Menschen in Entwicklungsländern. Laut einer aktuellen Studie der Universitäten Hohenheim und Göttingen wären 60 % der Deutschen zu einer Einschränkung ihres Fleischkonsums bereit. Ihre Motivations-Faktoren sind hauptsächlich Überlegungen zur eigenen Gesundheit und zum Tierschutz. Tatsächlich wäre der reduzierte Fleischkonsum in Industrieländer auch für Ressourcenschutz, Klimawandel und die Sicherung der Welternährung vorteilhaft, so die Autoren der Studie, die im Auftrag der Edmund Rehwinkel-Stiftung durchgeführt wurde.

Alkoholbrennstoffzelle soll Reichweite verlängern

Zwei neuartige chemische Energiespeichertechnologien für Elektrofahrzeuge stehen im Mittelpunkt der Forschungen am TU-Fachgebiet Technische Elektrochemie. Unter Leitung von Prof. Dr. Peter Strasser arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Alkoholbrennstoffzellen, um die Reichweite der Batterien zu erweitern, und an der Magnesiumionen-Batterie. „Beide Speichertechnologien könnten den heute üblichen chemischen Speichertechnologien in wichtigen Punkten überlegen sein“, sagt Peter Strasser. Zusammen mit Kollegen der TU München, der Tsinghua Universität in Peking und der Tongji Universität in Schanghai wollen sie neuartige Katalysatormaterialien entwickeln, die die Leistungsdichte der Alkoholbrennstoffzelle um ein Vielfaches erhöhen und damit die Größe des Alkoholtanks minimieren.
Weitere Informationen:
http://www.technischechemie.tu-berlin.de

Zusammenhang zwischen Cholesterin und Krebs erforscht

Ein Team von Forschern des Inserm und des CNRS in Toulouse hat nicht nur ein neues, vom Cholesterin abgeleitetes Molekül namens Dendrogenin A entdeckt, sondern konnte – bei Mäusen – ebenfalls nachweisen, dass es krebshemmende Eigenschaften hat. Die gegenwärtigen Kenntnisse lassen vor allem aus zwei Gründen auf einen negativen Einfluss des Cholesterins auf Tumorerkrankungen schließen: Einerseits ist Cholesterin eine Vorstufe der Androgene und Östrogene, die beide an der Entstehung von “hormonabhängigen” Krebserkrankungen (Prostata- und Brustkrebs) beteiligt sind. Andererseits führt die Synthese von Cholesterin zur Aktivierung von Onkogenen (tumorfördernde Gene).

Fledermäuse bringen Futter zur Ansicht heim

Wenn Fledermaus-Mütter ihre Jungtiere füttern, geben sie nicht nur Nahrung, sondern offenbar auch überlebenswichtige Informationen zur Jagdstrategie und über das Beutespektrum weiter. Zu diesem Schluss kommen Biologinnen um Inga Geipel und Dr. Mirjam Knörnschild (Institut für Experimentelle Ökologie Uni Ulm) in ihrem Fachbeitrag für das Journal „Animal Behaviour“. Überhaupt konnten die Wissenschaftlerinnen erstmals zeigen, dass eine Fledermausart, die kleine Großohrfledermaus (Micronycteris microtis), ihren Nachwuchs nach der Entwöhnung mit fester Nahrung versorgt.

Glucose könnte Reiszüchtung verbessern

Züchtung kann durch den Einsatz von molekularen Markern erheblich beschleunigt werden. Statt nur anhand von äußeren Merkmalen zu sortieren und zu kreuzen, lohnt sich ein Blick ins Innere der Zellen. Forscher vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) haben in verschiedenen Reissorten Marker identifiziert, die anzeigen, ob und wie gut eine Pflanze der Trockenheit widerstehen kann. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie in dem Fachmagazin PLOS ONE. Als Besonders interessanter Kandidat hat sich Glukose erwiesen. Dass es Gene für Trockentoleranz in den unterschiedlichsten Reissorten gibt, ist für die Züchter unerlässlich. Denn sonst wäre alles Kreuzen umsonst.

Weitere Informationen:
http://www.mpimp-golm.mpg.de/136605/2013-05-23

Flattr this

WWWW vom 20.5.2013: Marienkäfer und Ringelnattern

Harmonia bringt wenig Harmonie

© Andreas Vilcinskas/Fraunhofer IME
© Andreas Vilcinskas/Fraunhofer IME

Asiatische Marienkäfer sind weltweit auf dem Vormarsch und verdrängen in vielen Ländern die dort heimischen Arten. Die Invasoren setzen auf biologische Kriegsführung: Sie infizieren ihre Konkurrenten mit tödlichen Parasiten, gegen die sie selbst immun sind. Dies zeigt eine Studie des Fraunhofer IME, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins »Science« vorgestellt wird.

DNA-Variante schützt vor Diabetes

Eine DNA-Variante in räumlicher Nähe zu einem Verdauungsenzym hat nicht nur Einfluss auf das Risiko, an Diabetes zu erkranken, sondern auch auf das Ansprechen auf die medikamentöse Behandlung. Diese Ergebnisse veröffentlichte ein europäisches Konsortium mit deutscher Beteiligung in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Diabetes. Ihre Erkenntnisse bieten neue Ansatzpunkte zur individualisierten Diabetesprävention und -behandlung.
Originalveröffentlichung:
‘t Hart LM, Fritsche A, Nijpels G, van Leeuwen N, Donnelly LA, Dekker JM, Alssema M, Fadista J, Carlotti F, Gjesing AP, Palmer CN, van Haeften TW, Herzberg-Schäfer SA, Simonis-Bik AM, Houwing-Duistermaat JJ, Helmer Q, Deelen J, Guigas B, Hansen T, Machicao F, Willemsen G, Heine RJ, Kramer MH, Holst JJ, de Koning EJ, Häring HU, Pedersen O, Groop L, de Geus EJ, Slagboom PE, Boomsma DI, Eekhoff EM, Pearson ER, Diamant M.
The CTRB1/2 locus affects diabetes susceptibility and treatment via the incretin pathway.

Lernen von Fischlarven

Bewegte Objekte erhöhen die Aufmerksamkeit. Videowände an öffentlichen Plätzen und animierte Werbebanner im Internet machen sich das zunutze. Auch für die meisten Tierarten spielen bewegte Objekte bei der Verarbeitung von Sinneseindrücken im Gehirn eine große Rolle, da sie oft eine willkommene Beute oder eine drohende Gefahr darstellen. Dies gilt auch für die Larve des Zebrabärblings, die auf Bewegungen ihrer Beute reagieren muss. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg haben untersucht, wie das Gehirn auf die Informationen aus dem Sehsystem zur Ausführung schneller Bewegungen zurückgreift.

Aus zwei Ringelnattern werden drei

Ringelnatter ist nicht gleich Ringelnatter. Und in Deutschland gibt es offensichtlich eine mehr, als man bisher annahm. Die östliche Ringelnatter (Natrix natrix natrix) besteht – das offenbaren ihre Gene – aus zwei verschiedenen Schlangen. Dies fanden Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts Dresden in einer in der Fachzeitschrift Zoologica Scripta veröffentlichten Studie heraus, die Mitte Mai online erschienen ist.
Publikation:
Kindler, C., Böhme, W., Conti, C., Gvoždík, V., Jablonski, D., Jandzi, D., Metallinou, M., Široký, P. & Fritz, U. (2013). Mitochondrial phylogeography, contact zones and taxonomy of grass snakes (Natrix natrix, Natrix megalocephala). Zoologica Scripta

Flattr this

WWWW vom 13.5.2013: Depressionen, Pest und Müdigkeit

Nachweis erbracht: Pestpandemie gab es im 6. Jahrhundert schon

In einer aktuellen Studie gelang es einem Forscherteam aus München, Mainz und Arizona erstmals zweifelsfrei Pest-DNA aus Skeletten des sechsten Jahrhunderts zu isolieren und zu typisieren. Damit ist der Beweis erbracht, dass an der sogenannten Pest des Justinian ebenfalls der Pesterreger Y. pestis beteiligt war. Dies war in den letzten Jahren wiederholt bezweifelt worden. Weiterhin konnte die Herkunft des Erregers aus Asien wahrscheinlich gemacht werden.
Publikation: Harbeck M, Seifert L, Hänsch S, Wagner DM, Birdsell D, et al. (2013) Yersinia pestis DNA from Skeletal Remains from the 6th Century AD Reveals Insights into Justinianic Plague. PLoS Pathog 9(5): e1003349. doi:10.1371/journal.ppat.1003349

Müdigkeitswarnsysteme bringen nicht viel

Müdigkeit ist eine der folgenschwersten Unfallursachen, aber doch auch eine, die vermeidbar ist. Sogenannte Systeme zur Müdigkeitserkennung in Lkws und Pkws sollen den Fahrer dazu veranlassen, bei Müdigkeit eine Pause einzulegen. Aber erzielen diese Warnsysteme überhaupt den gewünschten Effekt und wie müssen sie gestaltet sein, damit der Fahrer seine Fahrt unterbricht?
Katja Karrer-Gauß hat sich in ihrer Dissertation „Prospektive Gestaltung von Systemen zur Müdigkeitserkennung“, die sie am Fachgebiet Mensch-Maschine-Systeme bei Prof. Dr.-Ing. Matthias Rötting an der TU Berlin ablegte, und in weiterführenden empirischen Studien mit diesen Fragen auseinandergesetzt.

Immer mehr ältere Männer begehen Selbstmoprd


Die Stiftung Männergesundheit stellte Ende April den „Männergesundheitsbericht 2013 – im Fokus: Psychische Gesundheit“ vor. Der Bericht weist nicht nur auf Defizite in der Diagnostik und Versorgung psychischer Erkrankungen bei Männern hin, sondern liefert auch aufschlussreiche Erkenntnisse zu Hintergründen und Risikofaktoren, aus denen sich berufs- und gesundheitspolitische Forderungen zu deren Prävention ableiten lassen. Beispiel Depression und Suizid: Männer nehmen sich dreimal häufiger das Leben als Frauen und das hohe Suizidrisiko bei Männern ist nicht auf eine bestimmte Altersgruppe begrenzt. Diese Tatsachen sollten moderne Präventionsprogramme berücksichtigen.
[1]http://www.drogenbeauftragte.de/presse/pressemitteilungen/2013-01/zahl-der-droge…
[2]http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/Epidemiologie/Daten_und_Berichte/Ec...
[3]http://www.rki.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_d…

Neue Technik hilft bei Abbau von Schadstoffen im Boden

Wie stark Bakterien Schadstoffe im Grundwasser abbauen, kann jetzt auch ohne Messbrunnen untersucht werden. Wissenschaftler des UFZ haben dazu zusammen mit der Baden-Württembergischen Firma Terra-direct ein neues Verfahren entwickelt, das in-situ Mikrokosmen (BACTRAPs) mit Hilfe der Direct-Push-Technologie schnell und kostengünstig in den Untergrund bringt.

Hypnose sinnvoll bei chirurgischen Eingriffen

Seit mehr als 50 Jahren wird die Wirksamkeit von Hypnose im Rahmen chirurgischer Eingriffe untersucht. Da psychischer Stress den Heilungsprozess negativ beeinflussen kann, soll Hypnose den Patienten die Ängste nehmen, Schmerzen verringern und die Genesung beschleunigen. Inwieweit Hypnose das wirklich zu leisten vermag, untersuchten jetzt Psychologen aus Jena und Bern in einer Meta-Analyse von Studien zum Einsatz von Hypnose bei chirurgischen Eingriffen.

Flattr this

WWWW vom 6.5.2013: Klima, Klima, Klima

Progestron schützt bei Herzrhythmusstörung

Erstmals konnte eine Forschergruppe um Privatdozentin Dr. Katja Odening der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg – Bad Krozingen gemeinsam mit Wissenschaftlern der Brown University (Providence, USA) und der Penn State University (Hershey, USA) zeigen, dass das Hormon Progesteron bei Menschen mit Long-QT Syndrom Herzrhythmusstörungen vorbeugen und damit einen plötzlichen Herztod verhindern kann.
Weitere Informationen:
http://www.herzzentrum.de/Home/Presse/Pressemitteilungen

Vulkane können die Ozonschicht beeinflussen

Good morning from Bangkok

Die stellenweise extreme Ausdünnung der Ozonschicht, die in den 1980er Jahren entdeckt wurde, war eindeutig von Menschen verursacht. Doch auch in der Natur gibt es Quellen von Ozonkillern. Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg haben jetzt nachgewiesen, dass starke vulkanische Eruptionen große Mengen ozonschädigender Gase enthalten können.
Originalarbeit:

Kutterolf, S., T.H. Hansteen, K. Appel, A. Freundt, K. Krüger, W. Pérez, H. Wehrmann (2013): Combined bromine and chlorine release from large explosive volcanic eruptions: A threat to stratospheric ozone? Geology, first published on April 29, 2013, http://dx.doi.org/10.1130/G34044.1

Tiefes Wasser hat Einfluss aufs Klima

Natürliche Klimaschwankungen können viele Ursachen haben und spielen sich auf ganz unterschiedlichen Zeitskalen von Monaten bis Jahrhunderten ab. Bei den langzeitlichen Klimaschwankungen sind häufig Vorgänge im Ozean entscheidend. Wie eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigt, beeinflusst die Tiefenwasserbildung im Südlichen Ozean die globale Durchschnittstemperatur auf Zeitskalen von Jahrhunderten.

Weitere Informationen:
http://www.geomar.de

Rotalge soll helfen, Klimaarchiv aufzubauen

Der Salzgehalt in Teilen des Nordatlantiks ist in den vergangenen Jahren messbar niedriger geworden. Unklar ist, ob es sich um eine Folge des Klimawandels oder um eine natürliche Schwankung handelt. Historische Daten zum Vergleich gibt es nur sehr wenige. Jetzt soll eine Rotalgenart helfen, ein Klimaarchiv aufzubauen.

Originalarbeit:

Hetzinger, S., J. Halfar, T. Zack, J. V. Mecking, B. E. Kunz, D. E. Jacob, W. H. Adey (2013): Coralline algal Barium as indicator for 20th century northwestern North Atlantic surface ocean freshwater variability. Sci. Rep. 3, 1761; http://dx.doi.org/10.1038/srep01761

Software soll Kreditkartenbetrüger entlarven

Noch mal eben schnell auf den Kontostand geschaut – doch was ist das? Obwohl man die letzten Wochen im Büro saß und sich definitiv nicht in anderen Ländern aufgehalten hat, macht einem die Abrechnung weis, man hätte sowohl Elektronik in der Türkei gekauft als auch Restaurant-quittungen in Frankreich beglichen. Der Kunde muss in einem solchen Fall meist nur bei der Bank anrufen, um das Geld zurückzuerhalten. Die Kreditinstitute bleiben allerdings oft auf den Kosten sitzen.

Doch wie lassen sich die Karten besser schützen? Einfach auf sein Portemonnaie aufzupassen und die Karten bei der Bezahlung nicht aus der Hand zu geben, reicht nicht aus. Die Software »MINTify rule« unterstützt die Mitarbeiter der Banken daher – und hilft ihnen, die passenden Regeln zu erstellen. Entwickelt haben die Software die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin gemeinsam mit ihren Partnern des Unternehmens PAYMINT.

http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2013/Mai/kreditkartenbetr..

Flattr this