WWWW vom 23.9.2013: Quastenflosser-Weibchen sind wählerisch und lange schwanger

Ur-Fisch überrascht Wissenschaftler

Quastenflosser
Zum ersten Mal ist es Wissenschaftlern gelungen, den Nachwuchs trächtiger Quastenflosser-Weibchen genetisch zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass die Brut – anders als bei vielen anderen Fischarten – mit hoher Wahrscheinlichkeit einen gemeinsamen Vater hat. Warum sich die Weibchen jeweils nur mit einem Männchen paaren, ist unklar. Sich mit mehreren Männchen zu paaren, erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Befruchtung, sorgt für eine hohe genetische Variabilität beim Nachwuchs und macht es normalerweise möglich, dass die besten Gene weitergegeben werden.

K.P. Lampert, K. Blassmann, K. Hissmann, J. Schauer, P. Shunula, Z. el Kharousy, B.P. Ngatunga, H. Fricke, M. Schartl (2013): Single male paternity in coelacanths, Nature Communications, doi: 10.1038/ncomms3488

Neue OP-Methode bei Aterienriss erfolgreich eingesetzt

Einrisse der vorderen Hauptschlagader (sog. Typ A Dissektion) führen unbehandelt in der Regel bei 90 % der betroffenen Patienten in den ersten 24 Stunden zum Tod. Bislang galt eine akute Operation mit Herz-Lungen-Maschine als einzige lebensrettende Option. Ein Team um den Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Christian Friedrich Vahl, setzte jetzt erstmals zur Behandlung dieser Erkrankung eine innovative High-Tech-Prothese ein.

Forscher machten Kreuzung in Aschaffenburg supersicher

Kreuzungen sind Unfallschwerpunkte: Rund ein Drittel aller Verkehrsunfälle mit Personenschäden passieren an diesen Knotenpunkten – so das Statistische Bundesamt. Die wohl sicherste Kreuzung Deutschlands befand sich in diesen Tagen in Aschaffenburg. In der unterfränkischen Stadt haben Wissenschaftler der Forschungsinitiative „Kooperative Sensorik und kooperative Perzeption für die Sicherheit im Straßenverkehr“ (Ko-FAS) am 18. und 19. September ihre Ergebnisse in Theorie und in der unmittelbaren Anwendung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Französische Forscher lösen Klimarätsel

Der Beginn der letzten Eiszeit war in der nördlichen Hemisphäre von einer großen Schneeansammlung in hohen Breiten und dem Aufbau einer riesigen Polkappe gekennzeichnet. Für Klimatologen war dies von jeher ein Paradoxon: Schneefälle gehen immer mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und relativ milden Temperaturen einher; Kälteperioden, wie die Eiszeit, zeichnen sich jedoch normalerweise durch trockenes Wetter und geringe Niederschlagsmengen aus. Ein französisches Forscherteam des CNRS (nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) hat dafür jetzt eine Erklärung gefunden.

Meereis erholt sich wie erwartet nach Rekordtief – keine Trendwende

Das jährliche Minimum der Meereisfläche im arktischen Ozean im September beträgt in diesem Jahr im Mittel etwa 5,1 Millionen Quadratkilometer und liegt damit rund 50 Prozent über dem bisherigen Negativrekord von 3,4 Millionen Quadratkilometer aus dem Jahr 2012. „Dieser Wert bedeutet allerdings keine Trendwende“, lautet die gemeinsame Einschätzung der Meereisphysiker Marcel Nicolaus vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und Lars Kaleschke von der Universität Hamburg, KlimaCampus.

Rückzug der arktischen Eisbedeckung, Juli bis September 2013 mit Packeisgrenze im Vergleich zum Vorjahr unter: http://vis.klimacampus.de

Grafiken zum Download:
• Entwicklung der Eisbedeckung, September-Minimum (1970 – 2013)
• Eisbedeckung September 2013
• Packeisgrenze 2013 im Vergleich zum Vorjahr
unter: http://www.klimacampus.de/793.html

Links zu Schmelztümpeln:
• Schmelztümpelbedeckung aus Satellitendaten (Universität Hamburg):http://icdc.zmaw.de/arctic_meltponds.html?&L=1

Feldversuch: Düngung per Software steigert Ertrag

Wie viel Wasser und Düngemittel benötigt ein landwirtschaftlich genutztes Feld für eine optimale Ernte? Welche Nährstoffe stecken im Boden, welche fehlen ihm? Das ttz Bremerhaven und neun weitere Partner entwickelten im EU-geförderten Projekt „OPTIFERT” ein vollintegriertes und softwaregestütztes Düngesystem. Die neue Technologie ermittelt die Mengen an benötigtem Dünger und trägt diesen präzise auf dem Acker aus. Eine deutliche Ertragssteigerung, Ressourcenschonung und der Schutz der Umwelt sind die Folge.

Herzwurm-Parasit in Stechmücken gefunden – Gefahr für Hunde

Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), Greifswald – Insel Riems, und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Müncheberg, wiesen in einheimischen Stechmücken die Larven mehrerer Mücken-übertragener Fadenwurmarten nach, darunter erstmals den im Mittelmeerraum weit verbreiteten Hundeparasiten Dirofilaria immitis (Herzwurm). Dieser kann zu schweren Beeinträchtigungen von Herz und Lunge bei infizierten Tieren führen.

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WWWW vom 16.9.2013: Erdnuß in der Milchstraße und Schimpansenwaisen

Hefe verjüngt sich genetisch

Im Laufe ihres Lebens verändern sich Lebewesen auf vielfältige Weise und werden älter. Aber offenbar gibt es Ausnahmen: Max-Planck-Forscher haben eine Hefeart entdeckt, die ewig jung bleiben kann: Sie verjüngt sich, wenn sie sich fortpflanzt. Mit dieser Entdeckung lässt sich der Prozess des Alterns besser verstehen. In der Regel teilen sich Mikroorganismen auch bei einer symmetrischen Zellteilung nicht in zwei exakt gleiche Hälften: In Experimenten konnte gezeigt werden, dass geschädigte Bestandteile an die Zellmembran und den Zellkern binden können. Forscher aus Dresden konnten zeigen, dass die Hefe Schizosaccharomyces pombe unter günstigen Bedingungen immun gegen das Altern ist. Wird die Hefe gut umsorgt, dann pflanzt sie sich so fort, dass die beiden entstehenden Tochterzellen Zellbestandteile zu gleichen Teilen erhalten. Da sie so auch beschädigtes Material unter sich aufteilen, erbt jede Tochterzelle nur die Hälfte der Schäden. Die entstehenden Zellen sind beide jünger als vorher.
Originalpublikation:
Miguel Coelho, Aygül Dereli, Anett Haese, Sebastian Kühn, Liliana Malinovska, Morgan E. DeSantis, James Shorter, Simon Alberti, Thilo Gross and Iva M. Tolić-Nørrelykke
Fission yeast does not age under favorable conditions, but does so after stress
Current Biology, 12. September 2013

Schimpansenwaisen spielen mehr, aber kürzer

Schimpansenwaisen beteiligen sich häufiger am Spiel der Altersgenossen als die von den Müttern aufgezogenen Jungen. Ihr Spiel führte jedoch häufiger zu Aggressionen als das Spiel der jungen Schimpansen, die mit einer Mutter aufwuchsen. Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, Nijmegen
Junge Schimpansen, die ohne ihre leibliche Mutter aufwachsen, verfügen über eine geringere Sozialkompetenz als Artgenossen, die von der Mutter aufgezogen wurden. Forscher des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen, Niederlande, haben beobachtet, dass sich Schimpansenwaisen zwar häufig an Spielen ihrer Altersgenossen beteiligen, ihre Spielrunden jedoch deutlich kürzer ausfallen und öfter zu Aggression führen. Offenbar vermitteln Schimpansenmütter ihrem Nachwuchs wichtige soziale Kompetenzen.

Originalpublikation:
Edwin J. C. van Leeuwen, Innocent Chitalu Mulenga, Diana Lisensky Chidester
Early social deprivation negatively affects social skill acquisition in chimpanzees (Pan troglodytes)
Animal Cognition, August 2013

Darmspiegelung: Erfolge besser als bisher angenommen

Bei einer Darmspiegelung können Darmkrebsvorstufen sicher erkannt und entfernt werden. Sie stellt damit eine sehr wirksame Maßnahme zur Krebsverhütung dar. Wie viele Erkrankungs- und Todesfälle sich durch eine Darmspiegelung tatsächlich verhindern lassen, wird derzeit intensiv erforscht. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums haben errechnet, dass der Schutzeffekt dabei deutlich größer ist als Studienergebnisse bisher vermuten ließen.
Hermann Brenner, Christian Stock, Michael Hoffmeister: In the era of widespread endoscopy use, randomized trials may strongly underestimate the effects of colorectal cancer screening. Journal of Clinical Epidemiology 2013, DOI: 10.1016/j.jclinepi.2013.05.008

Ackerboden entlässt reinigendes Gas

Ein internationales Team um Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz stellte fest, dass Bakterien in der obersten Bodenschicht beträchtliche Mengen Hydrogennitrit, besser bekannt als salpetrige Säure oder HONO, in gasförmiger Form an die Luft abgeben. Das Gas zerfällt bei Licht rasch in Stickstoffmonoxid und Hydroxylradikale. Letztere reinigen die Luft, weil sie diverse Schadstoffe oxidieren und so beseitigen. Die Erkenntnisse des Forscherteams bieten eine Erklärung, warum in der Atmosphäre mehr HONO gemessen wird, als aus den bekannten Quellen zu erwarten wäre.
Originalpublikation:
R. Oswald, T. Behrendt, M. Ermel, D. Wu, H. Su, Y. Cheng, C. Breuninger, A. Moravek, E. Mougin, C. Delon, B. Loubet, A. Pommerening-Röser, M. Sörgel, U. Pöschl, T. Hoffmann, M.O. Andreae, F.X. Meixner und I. Trebs

Fruchtfliegen-Alter hängt vom gleichgeschlechtlichen Elternteil ab

Wie die Mutter, so die Tochter, und wie der Vater, so der Sohn: Evolutionsbiologinnen und -biologen der Universitäten in Bielefeld und in Uppsala (Schweden) haben jetzt gezeigt, dass diese Redensart für die Vererbung der Lebenserwartung zutrifft – und zwar bei Taufliegen, im Volksmund bekannt als Fruchtfliegen. In einer Studie fand das Forscherteam heraus, dass Nachkommen dieser Insekten ihre Lebensdauer hauptsächlich geschlechtsabhängig erben: Männlicher Nachwuchs wird mit hoher Wahrscheinlichkeit etwa so alt wie sein Vater, beim weiblichen Nachwuchs richtet sich die Lebenserwartung vor allem nach der Mutter.
Originalveröffentlichung:
Anne Lehtovaara, Holger Schielzeth, Ilona Flis und Urban Friberg: Heritability of lifespan is largely sex-limited in Drosophila, American Naturalist, http://dx.doi.org/10.1086/673296, online erschienen am 12. September 2013.

Weitere Informationen:
www.uni-bielefeld.de/biologie/Evolutionsbiologie/04-schielzeth.html

Milchstraße ist in der Mitte eine Erdnuß

Einer der wichtigsten und massereichsten Teile unserer Heimatgalaxie ist der sogenannte Bulge, eine zentrale Verdickung der Milchstraße. Diese riesige, zentrale Wolke aus etwa 10 Milliarden Sternen hat einen Durchmesser von Tausenden von Lichtjahren. Bislang jedoch war es nicht gelungen ihre Struktur und ihren Ursprung nachzuvollziehen. Nun haben zwei Forschergruppen anhand neuer Beobachtungen von mehreren ESO-Teleskopen einen viel klareren Blick auf die Struktur des Bulge bekommen.

Erfolgsrezept: Amerikanisches Ur-Pferd war flexibel in der Nahrung

Das Urpferd Hippotherium war so erfolgreich, dass es binnen kurzer Zeit seine Konkurrenten in Europa vollständig verdrängte. Der Grund für diese Überlegenheit ist bislang ungeklärt. Dabei könnte die Antwort einfach sein: Einer neuen Studie zufolge war Hippotherium entgegen bisherigen Vermutungen kein reiner Grasfresser, sondern ernährte sich auch von Laub oder Früchten. Diese Flexibilität könnte ihm gegenüber anderen Urpferden einen entscheidenden Vorteil verschafft haben.
Publikation: Opportunistic feeding strategy for the earliest Old World hypsodont equids: evidence from stable isotope and dental wear proxies; Thomas Tütken, Thomas M. Kaiser, Torsten Vennemann, Gildas Merceron; PLOS ONE

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WWWW vom 9.9.2013: Lesen lernen und Ehrlichkeit bei Facebook

Alphabetisierungkurse bringen nicht viel

Die Lernerfolge von Alphabetisierungskursen sind begrenzt. Das ist das Ergebnis einer Studie – dem “Alphapanel” –, in der erstmals untersucht wurde, welches Niveau der schriftsprachlichen Kompetenz die Teilnehmer von Alphabetisierungskursen erreichen. Bernhard von Rosenbladt und Rainer H. Lehmann haben die Ergebnisse für „DIE aktuell“ zusammengefasst und geben Anregungen zu Konsequenzen für die Praxis.
Weitere Informationen:
http://www.die-bonn.de/doks/2013-alphabetisierung-01.pdf
http://www.die-bonn.de/doks/2013-alphabetisierung-02.pdf

Braunalgen Geheimnisse entlockt

Marine Braunalgen verfügen über aromatische chemische Verbindungen (Phenole), die in der Pflanzenwelt einzigartig sind. Diese Verbindungen werden als ″Phlorotannine″ (Gerbstoffe) bezeichnet. Aufgrund ihrer Rolle als natürliche Antioxidantien sind diese Verbindungen von großem Interesse für die Prävention und Behandlung von Krebs, Entzündungen, Herz-Kreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen. Die Extraktion von Phlorotanninen aus Braunalgen, wie sie derzeit in der Industrie verwendet werden, ist komplex und die Verfahren zur Biosynthese dieser natürlichen chemischen Verbindungen waren bislang nur unzureichend bekannt.
Weitere Informationen zur Studie:
[3] ″Analysis of a Type III Polyketide Synthase Function and Structure in the Brown Alga Ectocarpus siliculosus Reveals a Previously Unknown Biochemical Pathway in Phlorotannin Monomer Biosynthesis.″ Laurence Meslet-Cladière, Ludovic Delage, Cédric Leroux, Sophie Goulitquer, Catherine Leblanc, Emeline Creis, Erwan Ar Gall, Valérie Stiger-Pouvreau, Mirjam Czjzek, Philippe Potin, Plant Cell, 27/08/2013, doi:

Studie zeigt, wie ehrlich wir auf Facebook sind

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Wissenschaftler der Universitäten Münster, Mainz und Göttingen haben in aktuellen Studien ermittelt, dass persönliche Profilseiten in sozialen Netzwerken weniger der Selbstidealisierung dienen als die tatsächliche Persönlichkeit der Profilinhaber widerspiegeln. Facebook-Nutzer haben zudem einen genauen Eindruck davon, wie sie auf andere wirken, und sie versuchen nur bezüglich weniger Persönlichkeitsbereiche, einen bestimmten Eindruck zu hinterlassen.
Originaltext zum Thema Facebook-Nutzung

Tief im Innern kann Silizium flüssig werden

Durch aufwändige Computersimulationen ist es Wissenschaftlern der Uni Kassel gelungen, ein 30 Jahre altes Rätsel der Physik zu lösen. Das könnte für die Chip-Produktion der Zukunft von Bedeutung sein.
Wird Silizium mit einem Laserpuls von genügend hoher Intensität angeregt, herrscht schon nach einigen billionstel Sekunden unter den Atomen Durcheinander. Die geordnete Kristallstruktur ist nicht mehr zu erkennen. Wer diesen Prozess versteht, kann die Erkenntnisse möglicherweise in der Oberflächenbearbeitung von Halbleitern nutzen.
Link zum Artikel: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/adma201302559/abstract

Software sucht und findet verlegten Geldbeutel im Haus

Medieninformatiker der Universität Ulm haben eine “Suchmaschine” entwickelt, die in geschlossenen Räumen und sogar in Möbeln nach Gegenständen suchen kann. Dafür werden Schlüsselbund, Geldbeutel oder Sonnenbrille mit speziellen Anhängern bzw. Aufklebern versehen, die mit kleinen Funkmodulen ausgestattet sind. Ein technisch aufgerüstetes “Smart Furniture” macht es über relative Positionierung möglich, den gesuchten Gegenstand zu lokalisieren. Die Suchanfrage wird einfach über ein webbasiertes Interface eingegeben: “Wo ist mein Geldbeutel?”. Informationen über den Fundort liefert schließlich der Computer in verständlichem Deutsch: “Der Geldbeutel liegt zwischen Bett und Schrank!”.

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WWWW vom 2.9.2013: Riesenvogel war ein Pflanzenfresser

Salzreduktion sinkt auch Erkrankungsrisiko

Wer viel Kochsalz konsumiert, hat ein erhöhtes Risiko, eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zu entwickeln. Das zeigt die Auswertung von Daten aus einer großen Bevölkerungsstudie, die von einer Kölner Forschergruppe auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurden. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Reduktion der Natrium-Aufnahme von einem hohen auf ein moderates Niveau das Risiko, im späteren Leben eine Herzinsuffizienz zu entwickeln, vermindern könnte“, fasste Studienautor Priv.-Doz. Dr. Roman Pfister vom Herzzentrum der Universitätsklinik Köln zusammen.
Quelle: ESC Abstract 2478 – Urinary sodium excretion and risk of heart failure in men and women in the EPIC-Norfolk study

Gastornis war Tierfreund

Gastornis. Foto: Dr. Thomas Tütken
Der Riesenvogel „Gastornis“ lebte vor etwa 56 bis 40 Millionen Jahren. Wissenschaftler nahmen lange Zeit an, dass er Jagd auf Säugetiere machte und mit seinem großen Schnabel deren Knochen knackte. Forscher unter Federführung der Universität Bonn wiesen nun anhand von Isotopenanalysen nach, dass der vermeintliche Topräuber offenbar friedlicher war als gedacht. Er ernährte sich etwa wie pflanzenfressende Säugetiere.

Affen können in Kulturlandschaften überleben

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass Affen in großer Zahl in gemischten tropischen Agrarlandschaften überleben können. Bisher galt dies nur für Vögel und Schmetterlinge, die bei der Frage nach dem Artenvorkommen in der Umgebung von Schutzgebieten oft als Indikatorgruppen verwendet wurden. Weil die Weltbevölkerung zunimmt und der Bedarf an Ackerland steigt, schwindet in weiten Teilen der Tropen der Regenwald dramatisch. Schutzgebiete sollen die Biodiversität bewahren, sind aber zunehmend isoliert und oft zu klein, um langfristiges Überleben von Wildtieren zu sichern. Derzeit wird in vielen Studien untersucht, wie sich die Agrarlandschaft gestalten lässt, um den Schutz der Biodiversität trotz intensiver Nutzung zu garantieren.
Originalveröffentlichung: Victor Blanco, Matthias Waltert (2013): Does the tropical agricultural matrix bear potential for primate conservation? A baseline study from Western Uganda. Journal for Nature Conservation. Doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.jnc.2013.04.001.

Klimawandel kann sauerstoffarme Zonen vergrößern

Sauerstoffarme Zonen in tropischen Ozeanen sind ein natürliches Phänomen. Sporadisch können sich in diesen Gebieten jedoch große Mengen an giftigem Schwefelwasserstoff bilden, mit verheerenden Folgen für die Flora und Fauna. Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel entdeckten eine Vielfalt von Bakterien, die den Schwefelwasserstoff zersetzen können.
Originalarbeit:
Schunck, H., G. Lavik, D. K. Desai, T. Großkopf, T. Kalvelage, C. R. Löscher, A. Paulmier, S. Contreras, H. Siegel, M. Holtappels, P. Rosenstiel, M. B. Schilhabel, M. Graco, R. A. Schmitz, M. M. M. Kuypers, J. LaRoche (2013): Giant Hydrogen Sulfide Plume in the Oxygen Minimum Zone off Peru Supports Chemolithoautotrophy. PLoS One,
http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0068661

Weitere Informationen:
http://www.geomar.de Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
http://www.sfb754.de/de Der Sonderforschungsbereich 754

http://www.mpi-bremen.de Das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie
http://biology.dal.ca/ Department of Biology, Dalhousie University, Halifax, Canada

Kriterien für gesunde Adipositas benötigt

Adipositas nimmt weltweit zu. Wissenschaftler und Mediziner sprechen von metabolisch gesunder Adipositas, wenn der Body-Mass-Index (BMI) über 30 ist, aber kein erhöhtes Risiko für Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen vorliegt. Daher könnte es wichtig sein, schwer übergewichtige Personen mit geringem Risiko früh von solchen mit erhöhtem Risiko zu unterscheiden. Der Arzt kann somit Risikopatienten möglicherweise rechtzeitig behandeln, wie die Wissenschaftler Prof. Dr. Matthias Schulze und Prof. Dr. Norbert Stefan vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in der aktuellen Ausgabe von „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ feststellen.

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