WWWW vom 28.10.2013: Wikipedia, Big und Meta Data

Da ich eigentlich im Urlaub bin, habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und meinen Kumpel Arne, der mich hier besucht, einfach vors Mikro gezerrt. Arne Klempert war früher Geschäftsführer bei Wikimedia Deutschland und später sogar im Board der Wikimedia Foundation. Er ist heute Director Digital bei der Kommunikationsberatung Fleishman-Hillard in Deutschland.

Wir unterhalten uns über die Metadaten, die bei der Wikipedia generiert werden und was man damit so machen kann.

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WWWW vom 21.10.2013: Dinos und eine sehr ferne Gravitationslinse

Blick in die Vergangenheit des Alls

Ein Astronomen-Team um Arjen van der Wel vom Max-Planck-Institut für Astronomie hat die bislang am weitesten entfernte Gravitationslinse entdeckt: eine Galaxie die, wie von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagt, das Licht eines deutlich weiter entfernten Objekts ablenkt und verstärkt. Die Entdeckung ermöglicht es, die Masse einer weit entfernten Galaxie direkt zu messen. Aber sie gibt auch ein Rätsel auf: Linsen dieser Art müssten äußerst selten sein. Gemessen an der Zahl der bekannten Beispiele hatten die Astronomen entweder phänomenales Glück oder, wahrscheinlicher: sie haben die Anzahl kleiner, sehr aktiver junger Galaxien im frühen Universum erheblich unterschätzt.

Förster diskutieren Kiefernschädlinge

Vom 15. – 18. Oktober treffen sich Waldschutzexperten aus 22 Ländern erstmalig in Braunschweig, um sich über einen der gefährlichsten Kiefernschädlinge auszutauschen. Lokaler Ausrichter der Tagung ist das Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig. Der Kiefernholznematode, ein Fadenwurm, ist nur ein Millimeter lang und gilt als Quarantäneschadorganismus. Er ist ein Beispiel dafür, wie Schadorganismen weltweit verschleppt werden, fern ihrer Heimat Fuß fassen und beträchtlichen ökonomischen und ökologischen Schaden anrichten.

Flechtenfunde im Yosemite-Park

Ein internationales Team von Wissenschaftlern, darunter der Biologe Dr. Christian Printzen von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, untersuchte die Verbreitung von Flechten im US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark. Zusätzlich zu den 101 bereits erfassten Arten des kalifornischen Nationalparks konnten 461 bisher dort nicht bekannte Flechten und 22 flechtenparasitische Pilze dokumentiert werden.

Dallassaurus größer als gedacht

Grafik: Southern Methodist University
Grafik: Southern Methodist University

Der so genannte „Dallasaurus“ war möglicherweise dreimal so groß wie bisher gedacht. Darauf deuten zumindest Knochenuntersuchungen hin, die Forscher der Universität Bonn zusammen mit Kollegen aus Schweden, Frankreich und den USA durchgeführt haben. Demnach stammen die heute bekannten Fossilfunde eventuell sämtlich von ein- bis zweijährigen Jungtieren. Bislang galt Dallasaurus mit 1,5 Metern Länge als einer der kleinsten Wassersaurier. Ausgewachsen könnte er aber tatsächlich eine Länge von vier bis sechs Metern erreicht haben. Auch in anderer Hinsicht stellen die Knochenfunde aus dem US-amerikanischen Dallas die Wissenschaftler vor Rätsel.

Insektengeschichte neu schreiben

Bei einer groß angelegten Untersuchung eines internationalen Forscherteams zu Insektenfossilien aus dem Karbon entdeckte ein Paläontologe der Universität Bonn auf einem Tonstein aus der früheren Kohlezeche Piesberg bei Osnabrück das bislang älteste Fossil einer Insektenlarve. Damit muss die Entstehung der Komplettumwandlung (Metamorphose) von Insekten um rund 45 Millionen Jahre auf 315 Millionen Jahre vordatiert werden. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachjournals „Nature“ beschrieben.

Kabeljau gegen Dorsch

Der Atlantische Kabeljau ist im Zuge des Klimawandels so weit Richtung Norden gewandert, dass er inzwischen sogar in den Gewässern Spitzbergens in großen Mengen vorkommt.
Zu diesem Ergebnis kommen Biologen des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), nach einer Expedition in jenes arktische Meeresgebiet, das einst vom Polardorsch dominiert wurde. Die Wissenschaftler wollen jetzt untersuchen, ob es zwischen den beiden Dorscharten zu einem Konkurrenzkampf kommt und welche sich besser an die veränderten Lebensbedingungen in der Arktis anpassen kann.

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WWWW vom 14.10.2013: Popcorn ist nicht gut für Kino-Werbung

Wir merken uns Namen, indem wir sie unbewusst lautmalen

kino
Die Kölner Psycholog/inn/en Prof. Dr. Sascha Topolinski, Dipl.-Psych. Sandy Lindner und Dipl.-Psych. Anna Freudenberg fanden heraus, dass der Genuss von Snacks während eines Werbefilms die Wirkung der Werbung verpuffen lässt. Es ist bekannt, dass die Wiedererkennung von Produkten von möglichst leicht wiederholbaren Namen abhängt. Prof. Topolinski und der Würzburger Sozialpsychologe Prof. Dr. Fritz Strack haben in früheren Arbeiten bereits einen dahinter steckenden psychologischen Mechanismus aufgedeckt.
Wenn wir Namen von Personen oder Produkten wahrnehmen, bilden die Muskeln in Lippe und Zunge automatisch die Aussprache dieser Namen nach, ohne dass wir tatsächlich den Mund bewegen. Das Gehirn trainiert also unbewusst das Sprechen dieser Namen. Begegnen wir dann diesen Namen erneut, gelingt diese unbewusste Sprechsimulation leichter. Wir mögen wiederholte Namen mehr als neue. Wird diese Aussprechsimulation aber gestört, beispielweise durch Popcornessen, kann die Artikulation nicht trainiert werden.
http://www.portal.uni-koeln.de/nachricht+M5c21c8e0d26.html

Neue Untersuchungsmethode für junge Schlaganfallpatienten

Die transösophageale Echokardiografie (TEE), eine spezielle Form der Ultraschalluntersuchung, kann bei jungen Menschen mit vermutetem Schlaganfall ohne dokumentiertes Vorhofflimmern in etwa 40 Prozent der Fälle eine potenzielle Quelle für eine Embolie nachweisen. Damit kann in vielen Fällen mit medikamentösen oder operativen Eingriffen einem weiteren Schlaganfall vorgebeugt werden. Das berichtet Dr. Denio Ridjab (Bielefeld) auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Dresden.

Entstehung von antarktischen Vulkanen entschlüsselt

Sie sind nur schwer zu erreichen, wissenschaftlich bisher kaum untersucht und ihre Existenz passt nicht in gängige geologische Modelle: Die Marie Byrd-Seamounts vor der Küste der Antarktis gaben Vulkanologen viele Rätsel auf. In der internationalen Fachzeitschrift „Gondwana Research“ veröffentlichten Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel jetzt mögliche Erklärungen für die Entstehung der einstigen Vulkane und tragen damit zur Entschlüsselung komplexer Vorgänge im Erdinneren bei.
Originalarbeit:
Kipf, A., F. Hauff R. Werner, K. Gohl, P. van den Bogaard, K. Hoernle, D. Maicher, A. Klügel (2013; in press): Seamounts off the West Antarctic margin: A case for non-hotspot driven intra-plate volcanism. Gondwana Research; http://dx.doi.org/10.1016/j.gr.2013.1006.1013

Jäger und Sammler lebten lange Zeit noch mit den Bauern

Einheimische Jäger und Sammler sowie eingewanderte Ackerbauern lebten mehr als 2.000 Jahre lang gleichzeitig in Mitteleuropa, bis die Jäger- und Sammlergemeinschaften verschwanden oder sich der bäuerlichen Lebensweise anschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die am Institut für Anthropologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) erstellt und im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht wurde. Das Team um Univ.-Prof. Dr. Joachim Burger hat dazu Knochenfunde aus der Blätterhöhle in Hagen untersucht, wo sowohl Wildbeuter als auch Bauern bestattet wurden. Gemeinhin wird angenommen, dass die mitteleuropäischen Jäger und Sammler recht bald nach der Ankunft der Ackerbauern verschwunden seien. Tatsächlich behielten die Nachfahren der mittelsteinzeitlichen Menschen ihre Lebensweise als Jäger und Sammler noch mindestens 2.000 Jahre lang bei und lebten parallel zu den eingewanderten Bauern.

Rätsel um Epstein-Barr-Virus gelöst

Über 90 % der Weltbevölkerung trägt das Epstein Barr Virus in sich. Doch zum Glück erkrankt nur ein Bruchteil der Infizierten: bei den meisten Menschen verbleibt das Virus unbemerkt lebenslang im Körper, zumindest so lange das Immunsystem intakt ist. In einigen Fällen kann das Virus jedoch unterschiedliche Krankheiten auslösen: in Europa und Nordamerika das Pfeiffersche Drüsenfieber, in Äquatorialafrika das Burkitt-Lymphom und in Südostasien das Nasopharynxkarzinom. Warum EBV-Infektionen so unterschiedlich verlaufen, war bisher unklar.

Telomerase spielt wichtige Rolle bei Krebs

Im Deutschen Krebsforschungszentrum hatten Wissenschaftler um Dr. Rajiv Kumar kürzlich beim bösartigen schwarzen Hautkrebs eine weitverbreitete Erbgutveränderung entdeckt. Die Mutation betrifft die als „Unsterblichkeitsenzym“ bezeichnete Telomerase. Um die Bedeutung dieser Erbgut-Veränderung bei anderen Krebsarten aufzuklären, analysierten die Forscher nun gemeinsam mit Kollegen vom schwedischen Karolinska-Institut das Tumorerbgut von 327 Blasenkrebs-Patienten. Bei 65 Prozent der Tumoren entdeckten sie die identische Veränderung.

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WWWW vom 7.10.2013: Materiestrom im Weltall und Heilpflanze in Afrika

Materieströme versorgen Sterne mit Futter

GAlaxie Simulation
Bild einer Galaxie (Bildmitte), in die kalte Materieströme von Gas fließen. Es handelt sich um das Ergebnis einer Supercomputersimulation der Entstehung einer Galaxie. Einer der Materieflüsse wird von hinten von einem entfernten Quasar beleuchtet (unten links, nachträglich ebenso wie der Sternenhintergrund von Hand hinzugefügt). Forscher unter der Leitung von Neil Crighton (MPIA und Swinburne University of Technology) haben jetzt erstmals mithilfe einiger der weltgrößten Teleskope ein solches System beobachtet, in dem urtümliches Gas in eine Galaxie fließt, in welcher laufend in großer Zahl neue Sterne entstehen – und damit theoretische Vorhersagen bestätigt. Die Simulation ist Teil des Projekts “Making Galaxies in a Cosmological Context” (MaGICC) der Theoriegruppe Galaxien und Kosmologie am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA).

Astronomen unter der Leitung von Neil Crighton (Max-Planck-Institut für Astronomie und Swinburne University of Technology) haben kalte Materieströme von Wasserstoff aus der Frühzeit des Universums beobachtet, die in eine ferne Galaxie fließen und dort als Grundstoff für die Entstehung neuer Sterne dienen. Solche Ströme sind ein wichtiger Bestandteil von Modellen, die eine Ära intensiver Sternentstehung vor rund 10 Milliarden Jahren erklären sollen.

Neue Signalwege bei Mitochondrien entdeckt

Mitochondrien verbrennen Zucker und beliefern die Zelle mit Energie. Sie galten lange als von der Zelle stark unabhängige Bestandteile. Carolin Gerbeth, Doktorandin am trinationalen Graduiertenkolleg „Membrane proteins and biological membranes“, zeigt jedoch gleich drei Signalwege auf, mit denen die Zelle Einfluss auf Vorgänge im Mitochondrium nimmt.
Originalpublikation:
Glucose-Induced Regulation of Protein Import Receptor Tom22 by Cytosolic and Mitochondria-Bound Kinases (2013) Carolin Gerbeth, Oliver Schmidt, Sanjana Rao, Angelika B. Harbauer, Despina Mikropoulou, Magdalena Opalińska, Bernard Guiard, Nikolaus Pfanner, and Chris Meisinger. Cell Metabolism, Volume 18, Issue 4, 578-587

Warum Gruppenentscheidungen nicht immer besser sind

Nach der Wahl, die Würfel sind gefallen. Koalitionen und politische Gremien gruppieren sich, neue Abgeordnete starten in den Politikbetrieb. Wie entstehen Fehlentscheidungen in politischen Gremien, wie lassen sie sich verhindern? Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim, und sein Mitarbeiter, Dr. Jan Häusser, forschen über Entscheidungsprozesse in Gruppen.
„Fehlentscheidungen in politischen Gremien: Wie sie entstehen und wie sie sich verhindern lassen”
Andreas Mojzisch/Jan Häuser
Spezialausgabe „Politische Psychologie”
Online-Zeitschrift „The Inquisitive Mind” (psychologische Themen für eine breite Öffentlichkeit)
online: http://de.inmind-magazine.org/article/fehlentscheidungen-in-politischen-gremien-…

Pheromone geben bei Mäusen Hinweis aufs Alter

Pheromone spielen im Sozialverhalten vieler Tiere eine wichtige Rolle, indem sie Artgenossen Informationen über das Geschlecht, den Fortpflanzungszyklus oder den Gesundheitszustand vermitteln. In der nun vorgestellten Studie konnten die Forscher nachweisen, dass ein neu entdecktes Pheromon namens ESP22 Informationen über das Alter bei Mäusen vermittelt.

Institut will Biologen und Paläontologen zusammenbringen

Biodiversität ist mittlerweile auch biologischen Laien ein Begriff – ist sie doch ein Schlüsselwort für Medienberichte über Artensterben, Lebensgrundlagen oder Klimawandel. Doch zu ihrer Erforschung gibt es noch keine einheitlichen Methoden. So gehen z. B. Paläontologen und Biologen bei der Erforschung von Artenreichtum und Artenschwund bislang getrennte Wege; das Wissen über ausgestorbene und noch lebende Arten wird selten zusammengeführt. Das wollen Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) nun ändern.

Heilpflanze überrascht Wissenschaftler

Ein Forscherteam unter der Leitung von Michel De Waard, Forschungsdirektor am Inserm [1] am Institut für Neurowissenschaften in Grenoble (Universität Joseph Fourier, CNRS [2]), hat entdeckt, dass eine afrikanische Heilpflanze große Mengen an schmerzlindernden Molekülen produziert. Was nach der Analyse noch mehr überraschte war die Tatsache, dass das Molekül mit Tramadol identisch ist, einem pharmazeutischen Wirkstoff, der vollsynthetisch hergestellt und weltweit als Analgetikum eingesetzt wird. Nach Angaben der Forscher ist dies das erste Mal, dass ein synthetisches Medikament aus der Pharmaindustrie in so hoher Konzentration in einer natürlichen Quelle gefunden wurde.

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WWWW vom 1.10.2010: HIV und Ölbekämpfung

Bakterien sollen bei Ölkatastrophen helfen

Internationale Forscherteams haben die Wirkungsweise von zwei Bakterienarten entschlüsselt, die künftig zur Bekämpfung von Ölkatastrophen eingesetzt werden könnten. Alcanivorax borkumensis wandele Kohlenwasserstoffe in Fettsäuren um und baue diese in die Zellmembran ein, schreiben Wissenschaftler der Helmholtz-Zentren für Umweltforschung und Infektionsforschung im Fachjournal Applied and Environmental Microbiology. Neue Erkenntnisse über das Bakterium Oleispira antarctica seien wichtig um die Anpassung an niedrige Temperaturen zu verstehen und könnten helfen, Strategien gegen Ölpests in Polarmeeren oder der Tiefsee zu entwickeln

Was Lithium genau im Gehirn macht

Bekannt ist das Metall Lithium vor allem aufgrund seines Einsatzes in wieder aufladbaren Batterien. Doch seit Jahrzehnten wird Lithium auch in der Behandlung bei so verschiedenen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Manien und bipolaren Störungen eingesetzt. Die genaue biologische Wirkungsweise in bestimmten Gehirnregionen ist jedoch noch kaum verstanden. Bekannt ist, dass Lithium die Stimmung aufhellt und das Aggressionspotential senkt.
Jetzt hat man genauere Erkenntnisse erhalten, in welchen Bereichen des Gehirns Lithium arbeitet.

Molekulare Schere soll gegen HIV helfen

Neueste Forschungsergebnisse zur antiviralen Wirkung der Tre-Rekombinase in Tiermodellen machen Hoffnung auf eine zukünftige Heilung von HIV/AIDS: Erstmals ist es Molekularbiologen von der TU Dresden und Virologen am Hamburger Heinrich-Pette-Institut gelungen, die Wirkung einer molekularen Schere (Tre-Rekombinase), welche gezielt HIV-Gene aus dem Erbgut von infizierten Wirtszellen entfernt, in humanisierten Mausmodellen zu demonstrieren.
Veröffentlichte Arbeit: Hauber I, Hofmann-Sieber H, Chemnitz J, Dubrau D, Chusainow J, Stucka R, Hartjen P, Schambach A, Ziegler P, Hackmann K, Schröck E, Schumacher U, Lindner C, Grundhoff A, Baum C, Manz MG, Buchholz F, Hauber J (2013). Highly Significant Antiviral Avtivity of HIV-1 LTR-Specific Tre-Recombinase in Humanized Mice. PLOS Pathogens (www.plospathogens.org).

Informatiker untersuchen Sex, um Algorithmus zu entwickeln

Die Natur produziert die besten Lösungen: Keine Maschine klettert so wendig engste Rohre hinauf wie eine Ratte. Und eine effektivere Schmutzabwehr als bei der Lotusblüte gibt es kaum. Den Erfolg der Evolution in der Natur auf die Informatik übertragen, will nun ein internationales Team, an dem auch Prof. Dr. Tobias Friedrich von der Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligt ist.

Asiatische Medizin greift Rochen an: Wissenschaftler versuchen gefährdete Arten zu bestimmen

Rochen
Getrocknete Rochenkiemen gelten neuerdings in der asiatischen Volksmedizin als wirksames Mittel gegen vielerlei Beschwerden. Da lediglich die Kiemen zum Verkauf angeboten werden, konnte bisher nicht bestimmt werden, welche Rochen-Arten genau vom Trend auf den Märkten Asiens betroffen sind und für welche Arten Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.
Originalpublikation:
The filter pads and filtration mechanisms of the devil rays: Variation at macro and microscopic scales; E.W. Misty Paig-Tran, Thomas Kleinteich und Adam P. Summers; Journal of Morphology 274: 1026–1043. doi: 10.1002/jmor.20160
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jmor.20160/abstract

Retroviren verhindern Heilung bei MS

„Schlafende“ oder inaktive Viren, die im Laufe der menschlichen Evolution durch Virusinfektionen ins menschliche Erbgut gelangt sind, können bei einer Reaktivierung die Selbstheilungskräfte des zentralen Nervensystems stören. Das hat eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern um den Zellbiologen Prof. Dr. Patrick Küry von der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf jetzt nachgewiesen. Forscher vermuten schon länger, dass diese sogenannten humanen endogenen Retroviren (HERV) auch den Krankheitsverlauf sowie die Regeneration bei Multipler Sklerose beeinflussen. Diesem möglichen Nachweis sind die Wissenschaftler nun ein Stück näher gekommen.
Originalveröffentlichung:
Kremer D, Schichel T, Förster M, Tzekova N, Bernard C, van der Valk P, van Horssen J, Hartung HP, Perron H, Küry P.
HERV-W envelope protein inhibits oligodendroglial precursor cell differentiation. Ann Neurol. 2013 Jul 8. doi: 10.1002/ana.23970. [Epub ahead of print]

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