WWWW vom 27.1.2014: Grüner Tee und Birkenextrakt

Studie: Grüner Tee behindert Aufnahme von Betablocker

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Grünem Tee werden vielfältige gesundheitsfördernde, ja sogar heilende Effekte nachgesagt. Das Getränk kann aber auch die Wirkung bestimmter Medikamente abschwächen. Dies haben jetzt Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in Zusammenarbeit mit Forschern der japanischen Universität Fukushima nachgewiesen.

Solarstrom mit Nanoröhren

Winzige Röhren aus Kohlenstoff haben als effiziente Wandler von Licht zu Elektrizität ein größeres Potenzial als bisher geglaubt. Diese Eigenschaft, die Würzburger Forscher offengelegt haben, könnte für optische Sensoren und die Solartechnik dienlich sein.

Triplet-triplet exciton dynamics in single-wall carbon nanotubes, Dominik Stich, Florian Späth, Hannes Kraus, Andreas Sperlich, Vladimir Dyakonov, and Tobias Hertel, Nature Photonics, 8. Dezember 2013, DOI: 10.1038/nphoton.2013.316

Wie die Birke Wunden heilt

Seit Jahrhunderten gelten aus der Birke gewonnene Extrakte als traditionelle Heilmittel, die dafür sorgen, dass sich verletzte Haut schneller wiederherstellt. Prof. Dr. Irmgard Merfort vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität und ihr Team haben auf molekularer Ebene geklärt, wie die wundheilende Wirkung eines Extraktes aus der äußeren, weißen Schicht der Rinde des Baumes zustande kommt.
Originalpublikation:
Ebeling, S./Naumann, K./Pollok, S./Vidal-y-Sy, S./Wardecki, T./Nascimento, J. M./ Boerries, M./Schmidt, G./Brandner, J. M./Merfort, I. (2013): From a traditional medicinal plant to a rational drug: understanding the clinically proven wound healing efficacy of birch bark extract. In: PLOS ONE. DOI: 10.1371/journal.pone.0086147

Staub spielt beim Klima eine große Rolle

m Frühjahr 2010 kehrte der Forschungseisbrecher Polarstern mit einem wissenschaftlichen Schatz aus dem Südpazifik zurück: Meeressedimente aus einem bislang kaum erforschten Teil des Südpolarmeeres. Was für Laien aussieht wie unscheinbarer Schlamm ist für Erdgeschichtsforscher ein wertvolles Archiv, aus dem sie in mehrjährigen Analysen die Klimageschichte der Polargebiete rekonstruieren. Die wiederum ist für das Verständnis der globalen Klimaentwicklung von entscheidender Bedeutung.

Gene entscheiden Kasten bei Ameisen

Neue Gene oder größere genetische Veränderungen spielen offenbar eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Ameisenstaaten mit ihren unterschiedlichen Kasten. Darauf deutet eine Untersuchung von Evolutionsbiologen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hin. Dr. Barbara Feldmeyer vom Institut für Zoologie und ihre Kollegen sind der Frage nachgegangen, wie es zur Ausprägung der sehr unterschiedlichen Kasten kommt.

Gitternetz im Gehirn gefunden

Wie schätzen wir innerlich die Entfernung zwischen zwei Orten? Berliner Wissenschaftler entdecken ein gitterartiges Netzwerk von Nervenzellen im Gehirn, das ähnlich wie Gitterlinien auf Stadtplänen bei der Orientierung helfen könnte.
Originalpublikation:
S. Ray, R. Naumann, A. Burgalossi, Q. Tang, H. Schmidt & M. Brecht (2014): Grid-layout and Theta-modulation of Layer 2 Pyramidal Neurons in Medial Entorhinal Cortex. Science. Advanced Online Publication.

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WWWW vom 20.1.2014: Gen macht Raucher süchtiger

Vielraucher können gar nicht anders


Forscher des Institut Pasteur, des CNRS (Zentrum für wissenschaftliche Forschung) und der UPMC (Universität Pierre und Marie Curie) haben bei Mäusen nachgewiesen, dass das Verlangen nach Nikotin stark von einer sehr häufig beim Menschen auftretenden Genmutation abhängt.
Diese Mutation, die auf den neuronalen Nikotinrezeptor wirkt, stört dessen Funktionsweise und bewirkt damit eine teilweise Inaktivierung des “Belohnungssystems”.

Quelle: Pressemitteilung des CNRS – 13.12.2013 –http://www2.cnrs.fr/sites/communique/fichier/cp_nicotine_13_12_2013.pdf

Raucheranteil sinkt

Weltweit ist der prozentuale Anteil der Bevölkerung, die jeden Tag raucht, gesunken. Die Zahl der Raucher insgesamt ist aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums jedoch gestiegen, so neuste Forschungsergebnisse des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der Universität in Washington.
In Australien ist der Raucheranteil seit 1980 deutlich zurückgegangen. Bei den Männern hat sich der prozentuale Anteil der Raucher seither fast halbiert und ist von 34,3% 1980 auf 18,3% 2012 gesunken. Bei den Frauen hat der Anteil ähnlich stark von 27,3% im Jahr 1989 auf 15,4% abgenommen.

Biomasse in der Tiefsee wird abnehmen

Eine internationale wissenschaftliche Studie, unter Mitwirkung des Labors für Klima- und Umweltwissenschaften (LSCE) [1], quantifiziert anhand von Klimamodellen der letzten Generation erstmals den zu erwartenden regionalen Rückgang der Biomasse in der Tiefsee.
Die Studie zeigt, dass selbst die unzugänglichsten Ökosysteme der Tiefsee nicht von den Auswirkungen des Klimawandels verschont bleiben, und dass sich ihre Biomasse voraussichtlich stark verringern wird.
Quelle: “Des réductions régionales importantes de biomasse dans l’océan profond à l’horizon de 2100”, Pressemitteilung der Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA) – 07.01.2014

Deutsche Fußballfans sketpisch gegenüber internationalisierung

Was Fußballfans an ihren Verein bindet und wie diese die zunehmende Globalisierung der Fußballindustrie bewerten , untersucht Daniel Maderer vom Lehrstuhl für Internationales Management der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in seiner aktuellen Studie. Nun stellt er erste Zwischenergebnisse vor.

Deutschland exportiert mehr Strom

Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr Strom an seine europäischen Nachbarn exportiert als importiert und somit einen Exportüberschuss von über 50 % im Vergleich zu 2012 verzeichnet. Der monetäre Exportüberschuss beträgt 1,2 Mrd. €.
Im Jahr 2013 wurden insgesamt 77,3 TWh Strom von Deutschland in benachbarte Länder exportiert, importiert hingegen 43,0 TWh. Dies ergibt ein Exportsaldo von 34,3 TWh. Damit wurde eine Steigerung um 52 % im Vergleich zum Vorjahresüberschuss von 22,5 TWh erzielt.

Rolle von Protein bei Blutdruck aufgeklärt

Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Berlin und Hamburg klärten Humangenetiker des Universitätsklinikums Jena einen Regelmechanismus für die Kontraktion der Wände von großen und sehr kleinen Blutgefäßen auf. In ihrer jetzt im Journal of Clinical Investigation veröffentlichten Untersuchung schlagen sie den Kalzium-aktivierten Chlorid-Kanal TMEM16A/ANO1 als möglichen Angriffspunkt für die Behandlung von Bluthochdruck vor.

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WWWW vom 13.1.2014: Eine ganz normale Geburtstagssendung

Überflutungen bringen neue Fischart hervor

rundkopffischVeränderungen von Umweltbedingungen können zur Entstehung neuer Tierarten führen. Eine ideales Ökosystem zur Untersuchung dieser sogenannten parapatrischen Artenbildung scheint der afrikanische Kwando-Fluss zu sein, wie jetzt Zoologen der Universitäten in Regensburg, Heidelberg und Johannesburg bei der Entdeckung einer neuen Nilhecht-Art festgestellt haben.

Der Original-Artikel unter:
www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/00222933.2013.807950#.Us5xWBCFfps

Gleich zwei Supersternhaufen beschleunigen die Milchstraße

Die Lokale Gruppe, in der sich unser Milchstraßensystem befindet, rast mit rund zwei Millionen Stundenkilometern durch das Weltall. Wissenschaftler rätseln, was die Ursache für diese kosmische Raserei ist. Ein internationales Forscherteam unter wesentlicher Beteiligung von Physikern der Universität Bonn kommt zu dem Schluss, dass neben dem gigantischen Shapley-Superhaufen eine weitere riesige Masse mit ihrer Gravitation die Lokale Gruppe auf Touren bringt.
Publikation: Measuring cosmic bulk flows with Type Ia Supernovae from the Nearby Supernova Factory, Journal “Astronomy & Astrophysics”, DOI: 10.1051/0004-6361/201321880

65-Jährige können gut zuhören

65-Jährige hören genauso aufmerksam zu wie 19-Jährige – wie sie hören, da gebe es kaum Altersunterschiede, so Bernhard Leipold. Der Psychologe untersucht, welche Rolle Musik im Lebenslauf spielt. Was sie hören – da gehen die Vorlieben von Jüngeren und Älteren auseinander. 19- bis 35-Jährigen bevorzugen „das Lautere, Schnellere, Modernere”. Bernhard Leipold befasst sich in seiner Habilitation an der Universität Hildesheim mit der Bedeutung und Funktion von Musik im Lebenslauf. In einer Studie wurden 470 Leute zwischen 19 und 85 Jahren in Niedersachsen und Berlin untersucht. Menschen hören Musik, etwa weil sie die Stücke mögen oder um sich abzulenken.

Seltener Hördefekt bei Mäusen untersucht

Wissenschaftler der Saar-Uni sowie der Universitäten Tübingen und Ulm haben mit weiteren Forschergruppen eine seltene Schädigung des Hörsystems an Labormäusen beobachten können, die sich deutlich von klassischen Hörschäden unterscheidet. Die Übertragung der Erregung des Hörnervs läuft langsamer und schwächer ab als bei den gesunden Mäusen. Damit haben die Forscher einen Grundstein für weitere Arbeiten gelegt, die klären können, ob eine ähnliche Schädigung auch beim Menschen auftritt.

Fruchtfliegen können Krebszellen riechen

In einem internationalen Kooperationsprojekt hat eine Forschergruppe um den Konstanzer Neurobiologen und Zoologen Prof. Dr. Giovanni Galizia erstmals nachweisen können, dass Fruchtfliegen über ihren Geruchssinn Krebszellen von gesunden Zellen unterscheiden können. In einem am 6. Januar im internationalen Wissenschaftsmagazin „Scientific Report“ im Nature-Verlag veröffentlichten Artikel stellen die Forscher der Universität Konstanz und der Universität La Sapienza in Rom, Italien, dar, wie sich anhand von transgenen Drosophilae eindeutige Muster der durch die Gerüche aktivierten Duftrezeptoren zeigen.
Originalveröffentlichung:
Martin Strauch, Alja Lüdke, Daniel Münch, Thomas Laudes, C. Giovanni Galizia, Eugenio Martinelli, Luca Lavra, Roberto Paolesse, Alessandra Ulivieri, Alexandro Catini, Rosamaria Capuano and Corrado Di Natale: More than apples and oranges – Detecting cancer with a fruit fly’s antenna (2014).

Gehirn bevorzugt Gesamtpaket beim Lernen

Wenn Kinder Fahrrad fahren lernen, fangen sie oft mit Stützrädern an. Doch wie lange sollen diese dran bleiben? Lieber nur kurz. Sonst lernen sie es nicht so schnell. Warum das so ist, haben jetzt Wissenschaftler der Humboldt-Universität bewiesen.
Jeder weiß aus eigener Erfahrung, etwa beim Skifahren: Komplexe Bewegungsabläufe sollten möglichst früh als Gesamtpaket geübt werden. Einzelne Prozesse dürfen nicht zu spät zusammengefügt werden.

Weitere Informationen
http://link.springer.com/article/10.3758/s13421-013-0382-x
T. Strobach, T. Schubert, H. Pashler, T. Rickard, Memory and Cognition, The specificity of learned parallelism in dual-memory retrieval

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WWWW vom 6.1.2014: Spinnenphobien und Hundegeschäfte

Hunde richten Geschäft nach Norden aus

Hundegschäfte

Der beste Freund des Menschen, der Hund, ist bekannt für sein ausgezeichnetes Hörvermögen und seinen feinen Geruchssinn. Neu ist die Erkenntnis, dass er auch einen Magnetsinn hat und sich deshalb möglicherweise auch besonders gut orientieren kann. Diese Eigenschaft wurde bereits bei grasenden Kühen, jagenden Füchsen oder landenden Wasservögeln festgestellt. In der Regel richten sie sich bei ihrem Geschäft an der Nord-Süd-Achse aus. Das klappt nur nicht wenn das Magnetfeld gestört ist – wie in meinem Bild, dass ich von meinem Hund Pimmy gemacht habe just als er sich entleerte.

Minilabor misst Schadstoffe im Regenwasser

Bei Gewitter erhöht sich die Gefahr der Verschmutzung der Wasserläufe, weshalb eine sorgfältige Überwachung erforderlich ist. Um diese zu verbessern, hat das Irstea [1] ein Minilabor entwickelt, mit dem Schadstoffspitzen sofort messbar werden. Diese Spitzenbelastungen treten auf, wenn die Kanalisationsnetze überlaufen.
Quelle: Pressemitteilung des IRSTEA – 09.12.2013 – http://www.irstea.fr/toutes-les-actualites/actualites-de-linstitut/innovation-po…

Künstliches Knochenmark soll Stammzellen wachsen lassen

Künstliches Knochenmark kann dazu dienen, blutbildende Stammzellen zu vermehren. Einen Prototypen haben Wissenschaftler des KIT sowie des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme Stuttgart und der Universität Tübingen nun entwickelt. Die poröse Struktur bildet die grundlegenden Eigenschaften des natürlichen Knochenmarks nach und weist den Weg zur Vermehrung von Stammzellen im Labor.
Annamarija Raic, Lisa Rödling, Hubert Kalbacher, Cornelia Lee-Thedieck: Biomimetic macroporous PEG hydrogels as 3D scaffolds for the multiplication of human hematopoietic stem and progenitor cells. Biomaterials. DOI: 10.1016/j.biomaterials.2013.10.038

Knut starb an Hirnhautentzündung

Knut ist 2011 in einem Wassergraben des Berliner Zoos ertrunken. Der Eisbär, der weltweit für Schlagzeilen sorgte, hatte zuvor an Krämpfen gelitten. Die endgültigen Ergebnisse über die Todesursache veröffentlichte jetzt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach extrem aufwendigen Untersuchungen: Knut litt an einer Enzephalitis, einer Entzündung des Gehirns – höchstwahrscheinlich verursacht durch eine Vireninfektion.

Kräfte in der Zelle entschlüsselt

Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Universität Göttingen hat einen zentralen Mechanismus der Zellteilung entschlüsselt. Ein auffälliges Merkmal der Zellteilung ist die Kondensation oder Verdichtung von Chromosomen. Den Göttinger Forschern gelang es nun erstmals, in einer sich teilenden Zelle eine Kraft nachzuweisen, die diesen Prozess vorantreibt.
Originalveröffentlichung: Bryan J. Wilkins et al. A Cascade of Histone Modifications Induces Chromatin Condensation in Mitosis. Science 2014. Doi: 10.1126/science.1244508.

Raupen wehren sich mit Nikotin im Atem

Raupen nutzen unterschiedliche Strategien, um sich vor Feinden zu schützen: Viele Raupenarten tarnen sich oder warnen durch grellen Farben, andere haben Brennhaare oder sondern giftige Substanzen ab. Manche richten sich sogar zu Drohgebärden auf. Einem bislang völlig unbekannten Schutzmechanismus sind Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena auf die Spur gekommen: Tabakschwärmerraupen leiten einen winzigen Teil des mit der Nahrung aufgenommenen, hochgiftigen Nikotins in ihre in ihre Körperflüssigkeit und von dort aus in das Atmungssystem. So atmen sie das Nikotin wieder aus und schrecken dadurch Feinde ab.
Originalveröffentlichung:
Kumar, P., Pandit, S. S., Steppuhn, A., Baldwin, I. T. (2014). A natural history driven, plant mediated RNAi based study reveals CYP6B46’s role in a nicotine-mediated anti-predator herbivore defense. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. DOI 10.1073/pnas.1314848111
http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1314848111

Spinnenangst verändert Wahrnehmung

Psychologen vom Otto-Selz-Institut der Universität Mannheim haben herausgefunden, dass Arachnophobiker Spinnen anders sehen als gesunde Menschen. Es ist die erste Studie, die wissenschaftlich belegt: Wie die Welt für Angstpatienten aussieht, liegt im Auge des Betrachters.

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