WWWW vom 26.5.2014: SONDERSENDUNG ZUR LAGE IN BANGKOK

Selfie von den Anti-Coup-Protesten in Bangkok
Selfie von den Anti-Coup-Protesten in Bangkok
Meine Hörerin Sandra hatte die gute Idee, ich solle doch mal im Podcast erzählen was hier gerade so los ist in Bangkok. Wir haben ja nach dem Putsch jetzt eine Militär-Junta, die das Land regiert, aber viele können sich vielleicht nicht vorstellen, was das für das tägliche Leben bedeutet. Um so viel vorwegzunehmen: Wenig. Im Alltag merkt man so gut wie nichts vom Putsch, von der Ausgangssperre mal abgesehen, die aber auch nicht sehr rigide kontrolliert wird.

Die Lage ist derzeit sicher, es gibt kleine Demonstrationen und ich bin gestern zu zweien dieser Demonstrationen gegangen, um mal mit eigenen Augen zu sehen, wie die Ausmaße sind und wie die Stimmung ist (und um natürlich Aufnahmen für den Podcast zu machen).

Wer derzeit plant nach Thailand zu kommen sollte das auch tun: Abgesehen von der Ausgangssperre (von der wir hoffen dass sie bald aufgehoben wird) gibt es keine Einschränkungen für Touristen. In der Stadt sieht man selten Soldaten, eigentlich nur, wenn es eine Demo gibt, und von solchen Versammlungen sollten sich Touristen ohnehin feenhaften. Natürlich sieht man in Medienberichten vor allem die Demos und die Soldaten, aber so sieht es mitnichten in der ganzen Stadt aus. Es ist die absolute Ausnahme. Aber eine normale Straße gibt natürlich kein gutes Bild für eine News.

An den Stränden, also Phuket, Pattaya, Koh Samui etc. ist wie immer heile Welt.

Wer Fragen hat zur Lage in Thailand, kann hier einen Kommentar schreiben, mich an-twittern auf @wanhoffswissen oder eine mail schreiben an wanhoffs.wissenschaft@gmail.com

So, und hier ein paar Bilder von gestern:

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Anti-Coup protests in Bangkok #thaicoup

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Anti-Coup protests in Bangkok #thaicoup

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WWWW vom 19.5.2014: Gruesse aus Koh Samui

Heute sende ich aus Koh Samui, einer Insel im Süden Thailands. Habe mich mal and den Pool gesetzt und aufgenommen. Ich hoffee Meeresrauschen und das Plätchern des Poolwasser stören nicht zu sehr 🙂

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(Mein Setup: iPad mit Kopfhörer und Mikro, Software Voice Record, das kann auch in MP3 konvertieren und in die Dropbox laden. Nur die ID3-Tags sind nicht vollständig. Hoffe es geht auch so)

Innere Uhr der Maus verändert

Wissenschaftlern um den Biochemieprofessor Florian Heyd von der Freien Universität Berlin ist es gelungen, die circadiane, also innere Uhr, von Mäusen so zu kontrollieren, dass die Tiere sich schneller an andere Zeitzonen gewöhnen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe RNA-Biochemie konnten zeigen, dass das sogenannte alternative Spleißen eines bestimmten Gens die Anpassung der Versuchstiere an andere Zeitzonen kontrolliert.

Biber mischen sich, und das ist gut so

Wissenschaftler des Forschungsinstituts Senckenberg haben mittels genetischer Methoden die Populationsstruktur von Bibern in Mitteleuropa untersucht. Molekulargenetische Analysen konnten erstmals zeigen, dass sich Biber verschiedener Herkunft erfolgreich vermischen und dabei eine erhöhte genetische Vielfalt im Vergleich zu reinen Reliktpopulationen aufweisen. Die Biologen befürworten diese Vermischung und stellen gleichzeitig die bisherige Unterteilung in Unterarten für Mitteleuropa in Frage.

Wie Stabschrecken sich anpassen

Ist Evolution vorhersehbar und wiederholbar? Würde die natürliche Selektion einer Tier- oder Pflanzenart unter ähnlichen Bedingungen beim wiederholten Male ähnlich ablaufen? Eine internationale Studie mit Beteiligung der Universität Göttingen kommt zu dem Ergebnis, dass dies zumindest eingeschränkt gelten könnte. Die Wissenschaftler untersuchten das Genom einer kalifornischen Stabschreckenart. Dabei stellten sie fest, dass sich Teile des Genoms im Laufe der Zeit der jeweiligen geografischen Umgebung und den Lebens- und Ernährungsbedingungen der Tiere anpassen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Science erschienen.

Strömung bestimmt Futtergebiet für Meeresschildkrröten

Erwachsene Meeresschildkröten legen häufig sehr lange Strecken zwischen ihren Brutstätten und ihren Nahrungsgründen zurück. Bisher war jedoch nicht bekannt, woran sie sich bei der Auswahl ihres Lebensraumes orientieren. Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben gemeinsam mit Kollegen aus Großbritannien und Australien einen Zusammenhang zwischen Meeresströmungen und dem Wanderungsverhalten von Meeresschildkröten entdeckt. Die Studie ist jetzt in der internationalen Fachzeitschrift „Ecology“ erschienen.

WWWW vom 12.5.2014: Verliebte Neurotiker und die Gesänge der Nachtigall

Wie Wechselwarme Nerven bei Temperaturschwankungen funktionieren

Are you really get me on the cover of the Vogue?
Warmblütige Tiere wie Säuger und Vögel investieren einen großen Anteil ihrer Energie, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Die Körpertemperatur von wechselwarmen Tieren wie Amphibien und Insekten hingegen folgt der Umgebungstemperatur. Solche Änderungen in der Betriebstemperatur des Nervensystems wirken sich jedoch auf die elektrische Aktivität der Nervenzellen aus und können theoretisch negative Folgen für die Signalverarbeitung nach sich ziehen. Erstaunlicherweise „funktioniert“ das Nervensystem vieler wechselwarmer Tiere trotzdem über eine stark variierende Temperaturskala ohne Beeinträchtigung.
Originalveröffentlichung:
Frederic A Roemschied, Monika J Eberhard, Jan-Hendrik Schleimer, Bernhard Ronacher, Susanne Schreiber (2014): Cell-intrinsic mechanisms of temperature compensation in a grasshopper sensory receptor neuron. eLife.
Weitere Informationen:
http://elifesciences.org/content/3/e02078

Wie, wann und warum Nachtigallen singen

Der Gebrauch und die Anordnung des Gesangs von Nachtigallen ist Thema von zwei Studien, die kürzlich von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Biokommunikation der Freien Universität Berlin publiziert wurden. Pünktlich zum Beginn der diesjährigen Brutsaison der heimischen Singvögel haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um die Juniorprofessorin für Biologie Silke Kipper das Verständnis darüber erweitert, wie die Tiere Nachrichten kodieren sowie austauschen und wie ihre Kommunikation funktioniert.
Literatur
• Weiss, M., Hultsch, H., Adam, I., Scharff, C., Kipper, S. (2014). The use of network analysis to study complex animal communication systems: A study on nightingale song. Proceedings of the Royal Society B. 20140460; doi:10.1098/rspb.2014.0460 (published 7 May 2014)
• Bartsch, C., Wenchel, R., Kaiser, A., Kipper, S. (2014). Singing onstage: Female and male Common nightingales eavesdrop on song type matching. Behavioral Ecology and Sociobiology. DOI 10.1007/s00265-014-1727-6 (published 26 April 2014)

Manschette senkt Blutdruck ohne Nebenwirkungen

Hoher Blutdruck ist weltweit nach Rauchen und Alkoholkonsum das höchste Gesundheitsrisiko. In Deutschland leiden circa 25 Prozent unter einer so genannten arteriellen Hypertonie. Die Mikrosystemtechniker Dr. Dennis Plachta und Prof. Dr. Thomas Stieglitz von der Professur für Biomedizinische Mikrotechnik am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität haben in Kooperation mit den Neurochirurgen Dr. Mortimer Gierthmühlen und Prof. Dr. Josef Zentner vom Universitätsklinikum Freiburg eine neue Manschettenelektrode entwickelt, die den Blutdruck senken kann, ohne Nebenwirkungen hervorzurufen.
Originalveröffentlichung:
“Blood pressure control with selective vagal nerve stimulation and minimal side effects” (D T T Plachta et al. 2014 Journal of Neural Engineering 11 036011).

Bessere Verträge können Kleinbauern in Asien helfen

In vielen Entwicklungsländern werden Lebensmittel von Kleinbauern produziert und auf traditionellen Märkten gehandelt. Um eine hohe Lebensmittelqualität gewährleisten zu können, schließen Unternehmen der Ernährungsindustrie zunehmend Lieferverträge mit Landwirten ab. Solche Verträge mit Kleinbauern funktionieren jedoch oftmals nicht, da sich die Bauern entweder betrogen fühlen oder die Unternehmen über zu geringe Liefermengen und die Nichteinhaltung vertraglicher Regeln klagen. Agrarökonomen der Universität Göttingen erforschen deshalb, wie Verträge mit Kleinbauern verbessert werden können.
Originalveröffentlichung: Christoph Saenger et al. (2014). Impact of third-party contract enforcement in agricultural markets – a field experiment in Vietnam. American Journal of Agricultural Economics. Doi: 10.1093/ajae/aau021.

Verliebten Neurotiker geht es besser

Psychologen von den Universitäten Jena und Kassel haben herausgefunden, wie neurotische Menschen von einer romantischen Partnerschaft profitieren. Während einer Liebesbeziehung werden sie emotional stabiler und ihre Persönlichkeit festigt sich. Die entscheidende Rolle spiele die kognitive Ebene, das heißt die innere Gedankenwelt eines Menschen, schreiben die Forscher.
Original-Publikation:
Finn, C., Mitte, K. & Neyer, F.J.: Recent Decreases in Specific Interpretation Biases Predict Decreases in Neuroticism. Evidence From a Longitudinal Study With Young Adult Couples. Journal of Personality (2014), http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jopy.12102/abstract (DOI: 10.1111/jopy.12102).

Gentest für HD bei Schäferhunden

Die Hüftgelenkdysplasie (HD) nimmt in der Hundezucht seit jeher eine wichtige Rolle ein, da sie sehr weit verbreitet ist und bei allen Hunderassen und Mischlingshunden vorkommen kann. Forschern aus dem Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ist es nun gelungen, Genvarianten und die daran beteiligten Stoffwechselwege für die Entstehung der HD beim Deutschen Schäferhund zu identifizieren.
Der genomweite Test für Schäferhunde ist jetzt am Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der TiHo verfügbar und kann von allen Züchtern des Deutschen Schäferhundes genutzt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung (www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/institute/institut-fuer-tierzucht-und-vererbungsforschung/). Für die Berner Sennenhunde steht der genomweite Test bereits zur Verfügung. Die Ergebnisse, die diesen Test ermöglichen, veröffentlichten die Forscher Ende 2012 bei PLOS ONE (http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0049782).

WWWW vom 5.5.2014: Warum manche Vögel länger leben

Fressfeinde entscheidend fürs Altwerden

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Das Altern ist bei Mensch und Tier unausweichlich. Die Dauer eines Lebens jedoch unterscheidet sich von Art zu Art sehr stark. Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben nun einen möglicherweise allgemeingültigen Mechanismus gefunden, der die unterschiedlichen Lebenserwartungen erklären kann. Dazu haben sie Daten von knapp 1400 Vogelarten untersucht und herausgefunden, dass die Anzahl und Verteilung von Fressfeinden die Lebenserwartung der Vögel bestimmt – unabhängig von Körpergewicht und Reproduktionsrate, die auch eine wichtige Rolle spielen.
Originalpublikation:
M. Valcu, J.Dale, M. Griesser, S. Nakagawa, B. Kempenaers
Global gradients of avian longevity support the classic evolutionary theory of ageing
Ecography, 25. April 2014

Wissenschaftler entdecken neuen Mechanismus der vorgeburtlichen Lungenreifung

Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko, an Funktionsstörungen der Lunge zu erkranken. Die Ursache dafür liegt unter anderem darin, dass die Lunge dieser Frühgeborenen während der embryonalen Entwicklung nicht vollständig gereift ist. Bei einer drohenden frühen Geburt versucht man daher, die Lungenreifung zu forcieren. Wissenschaftler des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, das Team um Professor Dr. Jens Kroll, haben jetzt im Rahmen einer experimentellen Studie eine zukunftsweisende Entdeckung gemacht. Sie stellten fest, dass Blutgefäße eine wichtige, aktive Funktion bei der embryonalen Lungenreifung haben.

Weitere Informationen:
http://dmm.biologists.org/content/early/2014/04/30/dmm.014266.abstract

UEFA Turnierregeln auf dem Prüfstand

Für viele Fußballfans macht es einen besonderen Reiz aus, dass bei Welt- oder Europameisterschaften gegen Ende der Gruppenphase nicht nur das eigene Spiel zählt, sondern auch die Resultate der anderen Begegnungen. Für andere stellt dieser Umstand eine grobe Ungerechtigkeit dar. Auch Yannick Berker, Doktorand am Institut für Experimentelle Molekula-re Bildgebung der RWTH, stellte sich die Frage: Darf ein Spiel zwischen zwei Fußballmannschaften die Reihenfolge zweier anderer Mannschaften beeinflussen?
Quelle: Yannick Berker. Tie-breaking in round-robin soccer tournaments and its influence on the autonomy of relative rankings: UEFA vs. FIFA regulations.

Weitere Informationen:
http://www.tandfonline.com/eprint/NQsbzu7rtSKfY2yISEUc/full

Impfstoff für Leishmanione entwickelt

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen Impfstoff entwickelt, der vor Leishmaniose schützt. Diese Infektionskrankheit ist eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionserkrankung, die durch einzellige Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen wird. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science Translational Medicine* veröffentlicht.
*Shantanabha Das, Anja Freier, Thouraya Boussoffara, Sushmita Das, Detlef Oswald, Florian O. Losch, Melanie Selka, Nina Sacerdoti-Sierra, Gabriele Schönian, Karl-Heinz Wiesmüller, Karin Seifert, Matthias Schroff, Christiane Juhls, Charles L. Jaffe, Syamal Roy, Pradeep Das, Hechmi Louzir, Simon L. Croft, Farrokh Modabber, Peter Walden: Modular Multiantigen T Cell Epitope–Enriched DNA Vaccine Against Human Leishmaniasis. In: Science Translational Medicine, 30 April 2014, Vol 6 Issue 234.

Verschiedene Ladezyklen schonen Batterie

Störungsfreies Laden ist eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen. Mit knapp 120.000 gefahrenen Kilometern hat das Projekt RheinMobil nachgewiesen, dass für die Batterieleistung eine Kombination aus schnellem und herkömmlichem Laden ideal ist: Der gesteuerte Mix ermöglicht eine hohe Auslastung der Fahrzeuge und schont die Batterie.

Müll schwimmt mittlerweile überall

Ein internationales Forscherteam hat erstmals großflächig die europäischen Meere auf Müll untersucht und ist dabei in jeder Region fündig geworden: von küstennahen Gebieten bis hinab in die Tiefsee. Die Ergebnisse dieses Zensus erscheinen am 1. Mai im Online-Fachblatt PLOS ONE. Wie sich dieser Müll auf die Meeresbewohner und schließlich auch auf uns Menschen auswirken wird, ist jedoch bislang weitestgehend unbekannt.
Das Paper erschien am 1. Mai 2014 mit dem Originaltitel Marine litter distribution and density in European Seas, from the shelves to deep basins im online Fachmagazin PLOS ONE. http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0095839