WWWW vom 28.12.2014: Heuschnupfen und Klimawandel

Die Überschrift ist wieder mal geeignet einen Zusammenhang herzustellen, den es in in dieser Ausgabe zumindest nicht gibt. Ich habe nämlich fürchterlichen Heuschnupfen und im Podcast geht es um den Klimawandel und dessen Auswirkungen. Vielleicht aber, wir werden sehen, ändert der Klimawandel auch die Pollenlage 🙂

Bevor ich zur Sache komme: Es gibt einen neuen Stern am Wissenschafts-Podcasthimmel. Sciencepie nennt sich der Podcast, wird gemacht von Annika Brockschmidt und Dennis Schulz aus Heidelberg und hört sich sehr vielversprechend an. Also: Alle mal abonnieren!

Schlaflosigkeit besser verstehen

Marburger Wissenschaftler haben gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen herausgefunden, wie körpereigene Moleküle beeinflusst werden können, die für Schlaflosigkeit verantwortlich sind. Das Team ermittelte die Struktur eines Rezeptors, an den der Wirkstoff Suvorexant bindet, der erst kürzlich von der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde als Medikament gegen Schlaflosigkeit zugelassen wurde.

Originalveröffentlichung: Jie Yin & al.: Crystal structure of the human OX2 orexin receptor bound to the insomnia drug suvorexant, Nature 2014,

Klimamodelle brauchen Realitycheck, wenn es um Weizen geht

wheat / Weizen
Weizen leistet einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung, doch durch den Klimawandel sind seine Erträge gefährdet: Jedes zusätzliche Grad Celsius verringert die Weizenproduktion im Schnitt um sechs Prozent. Weltweit sind das 42 Millionen Tonnen an Ertragseinbußen. Das hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Bonn berechnet. Die Wissenschaftler verglichen in einer einzigartigen Studie verschiedene Ertragsmodelle für Weizen mit Experimentaldaten und nutzten die Modelle für die Ertragsabschätzung unter steigenden Temperaturen.

Publikation: Rising temperatures reduce global wheat production, Nature Climate Change, DOI: 10.1038/nclimate2470

Wälder sind wahrscheinlich stärker gefährdet als bisher angenommen”, sagt Christopher Reyer vom PIK, Koordinator der Sonderausgabe und Leitautor des Übersichtsartikels. “Die beobachteten Veränderungen beeinflussen Wälder auf allen Kontinenten, darunter auch so wichtige wie der Amazonas-Regenwald, und lassen möglicherweise einige von diesen Wäldern auf Kipppunkte zusteuern.” Diese und andere neue Forschungen auf diesem Gebiet sind jetzt in einer Sonderausgabe des Journal of Ecology erschienen.

http://www.journalofecology.org/view/0/specialfeatures.html

Schon die Seeanemone bildet eine Art Gehirn aus

Auf der Suche nach dem Ursprung unseres Gehirns haben Biologen der Universität Heidelberg neue Erkenntnisse zur Evolution des zentralen Nervensystems (ZNS) mit seiner hoch entwickelten biologischen Struktur gewonnen: Die Forscher analysierten auf molekularer Ebene die Neurogenese beim Modellorganismus Nematostella vectensis. Anhand bestimmter Gene und Signalfaktoren konnte das Team um Prof. Dr. Thomas Holstein vom Centre for Organismal Studies zeigen, wie sich der Beginn der Zentralisierung von Nervenzellen bis zu dem diffusen Nervennetz von einfachen und ursprünglichen niederen Tieren wie der Seeanemone zurückverfolgen lässt.

WWWW vom 22.12.2014: Frühstück, Korallen und Zahnbein-Proben

Studie sieht Zusammenhang zwischen Frühstücksort und Krankheiten bei Kindern

Frühstück
Wie wichtig das tägliche Frühstück für ein gesundes Herz bei Kindern ist, zeigt eine neue Studie zum Zusammenhang zwischen dem Frühstück zu Hause und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Kindheit. Sie basiert auf Daten von Kindern aus acht europäischen Ländern, die am EU-Projekt IDEFICS teilgenommen hatten.
Publikation:
“No breakfast at home: association with cardiovascular disease risk factors in childhood.”
Papoutsou S, Briassoulis G, Wolters M, Peplies J, Iacoviello L, Eiben G, Veidebaum T, Molnar D, Russo P, Michels N, Moreno LA, Tornaritis M. European Journal of Clinical Nutrition. 2014 Jul;68(7):829-34. doi: 10.1038/ejcn.2014.88.

Website zur IDEFICS-Studie: www.ideficsstudy.eu

Interne Wellen schützen Korallen

Kühlende Strömungen aus der Tiefe könnten tropische Korallen vor tödlichem Hitzestress bewahren. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Phuket Marine Biological Center beobachteten in der Andamanensee, wie Interne Wellen Korallen schützen.

Originalpublikation:
Wall M., Putchim L., Schmidt G.M., Jantzen C., Khokiattiwong S., Richter C. (2015), Large-amplitude internal waves benefit corals during thermal stress. Proc. R. Soc. B 282, doi: 10.1098/rspb.2014.0650

Weitere Informationen:
http://www.geomar.de GEOMAR Helmholtz Centre for Ocean Research Kiel
http://www.awi.de Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
http://www.bioacid.de BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification)
http://www.calmaro.eu CALMARO (Calcification by Marine Organisms)

DNA-Müll treibt Evolution an

Bei bestimmten invasiven Ameisen scheinen sogenannte „springende Gene“ (TE, Transposable Elements) eine wichtige Rolle für die Entwicklung von genetischen Veränderungen zu spielen. Zu diesem Schluss sind jetzt Forscher der Universität Regensburg gekommen.
Der Original-Artikel im Internet unter:
www.nature.com/ncomms/2014/141216/ncomms6495/full/ncomms6495.html

Personalisierte Werbung funktioniert besser

Wenn Werbung im Internet personalisiert ist, zieht sie nicht nur mehr Blicke an, man kann sich hinterher auch besser an sie erinnern. Das hat Dr. Kai Kaspar von der Universität zu Köln herausgefunden. Dumm nur, dass die Probanden sich nicht an die Inhalte der Werbung erinnern.

Tsunami-Warnsystem installiert und läuft

Am zweiten Weihnachtstag jährt sich zum zehnten Mal die Tsunamikatastrophe im Indischen Ozean. Eine Viertelmillion Menschen verloren am 26. 12. 2004 ihr Leben, fünf Millionen Menschen bedurften der sofortigen Hilfe und 1,8 Millionen Menschen wurden obdachlos. Die Katastrophe, die intensive Verwüstung weiter Regionen und das damit verbundene Leid, insbesondere in Indonesien, Thailand und Sri Lanka, sprengte alle Maßstäbe und nahm vor allem deshalb solche Ausmaße an, weil es keine Möglichkeit der Warnung und keine Katastrophenvorsorge im Indik gab.
Deutschland und die internationale Staatengemeinschaft reagierten mit sofortiger Unterstützung. Im Rahmen der deutschen Flutopferhilfe erteilte die Bundesregierung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren unter Federführung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ den Auftrag zur Entwicklung eines Tsunami-Frühwarnsystems für den Indischen Ozean.

Kernaussagen zum System: https://media.gfz-potsdam.de/gfz/wv/05_Medien_Kommunikation/Dokumentarchiv/GITEW…
Website: http://www.gitews.de
GFZ-Berechnung des GPS Shield am Beispiel des Tohoku-Bebens: http://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/bildarchiv/gps-schild-zur-tsunami…

Zahnbein letzter Zeuge für Drogenkonsum

Zähne sind oft das letzte Gewebe, das von einem Toten übrig bleibt. Bislang gab es aber keine Möglichkeit, an ihnen einen Drogentest zu machen. Nun haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg um Dr. Merja Neukamm und Prof. Dr. Volker Auwärter vom Instituts für Rechtsmedizin gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Altenburger von der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie ein Verfahren entwickelt, mit dem sie Morphin, Kokain, Ecstasy und fünf weitere Stoffe in Zähnen nachweisen können. Die Methode, die sehr wenig Probenmaterial benötigt, entwickelten sie an speziell präparierten Rinderzähnen.
Titel der Original-Arbeit: Determination of drugs of abuse in bovine dentin using liquid chromatography–electrospray ionization tandem mass spectrometry

DOI: 10.1002/jms.3464

Hautkrankheiten gehen bei vielen mit psychischen Erkrankungen einher

Nesselsucht als Folge unterdrückter Wut, Neurodermitis durch zu viel Stress – eine Vielzahl von Hauterkrankungen hat seelische Ursachen. Eine neue europäische Studie belegt nun, dass fast jeder dritte Hautkranke auch unter psychischen Problemen leidet. In Anbetracht dieser Ergebnisse fordert die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM), bei der Behandlung von Hautkrankheiten Diagnostik und Therapie gleichzeitig auftretender seelischer Erkrankungen stärker als bisher zu berücksichtigen.
Quelle:
Dalgard F, Gieler U et al (2014): The psychological burden of skin diseases: a cross-sectional multicenter study among dermatological out-patients in 13 European countries Journal of Investigative Dermatology, epub ahead of print

WWWW vom 15.12.2014: River-Kwai-Brücke und Neues aus der Tierwelt

Der Hellfire Pass

RiverKwai

Hellfire pass

Hellfire pass

Ich war am Wochenende in Kanchanaburi im Westen Thailands. Dort befinden sich die River Kwai Brücke und der Hellfire Pass, beides Zeugnisse von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs. Thailand hatte sich mit den Japaner geeinigt um einen Krieg zu vermeiden und ließ ihnen freie Hand beim Bau der Thai-Burma-Railway. Über 90.000 asiatische Zwangsarbeiter starben und über 20.000 Kriegsgefangene der Allierten. Wie so soft gibt es nur Gedenkstätten für die westlichen Toten, die Asiaten werden nur kurz erwähnt. Und über die Rolle Thailand erfährt man in den Museen noch weniger…

Vögel orten Höhe mit dem Kopf

Im Gegensatz zu Säugetieren haben Vögel keine Außenohren. Der äußere Teil der Ohren hat eine wichtige Funktion: Tiere können damit Laute identifizieren, die aus unterschiedlichen Höhen kommen. Aber auch Vögel hören, ob sich eine Schallquelle über ihnen, unter ihnen oder auf gleicher Höhe befindet.
The Avian Head Induces Cues for Sound Localization in Elevation;
Hans A. Schnyder, Dieter Vanderelst, Sophia Bartenstein, Uwe Firzlaff and Harald Luksch; PLOS ONE, November 2014, DOI: 10.1371/journal.pone.0112178,http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0112178

Stammbaumforschung braucht neue Rechenmodelle

Rund 95 Prozent der über 10 000 bekannten Vogelarten entwickelten sich erst nach dem Aussterben der Dinosaurier vor rund 66 Millionen Jahren. Computeranalysen der genetischen Daten zeigen auch, dass sich die heutige Vielfalt explosionsartig aus wenigen Spezies bereits nach 15 Millionen Jahren entwickelt hatte. KIT-Forscher entwarfen die Algorithmen für die umfassende Analyse der Vogel-Evolution.
Web-Site der Forschungsgruppe von Alexandros Stamatakis:

http://www.exelixis-lab.org
http://www.informatik.kit.edu/309_6333.php

Schon die Augennetzhaut filtert Beute

Sehen – erkennen – handeln. Diese drei Worte beschreiben, wie ein Sinneseindruck zu einer gezielten Bewegung führen kann. Wie und wo das Gehirn äußere Eindrücke in Verhaltensantworten umwandelt, ist jedoch größtenteils unbekannt. Nun konnten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried bei München wichtige Schaltkreis-Stationen des Beutefangverhaltens junger Zebrafische aufklären. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits die Nervenzellen der Augen-Netzhaut Beuteobjekte aus anderen Umweltsignalen herausfiltern.

Julia Semmelhack, Joseph Donovan, Tod Thiele, Enrico Kuehn, Eva Laurell, Herwig Baier
A dedicated visual channel for prey detection in larval zebrafish
eLife, 9. Dezember 2014

Grillenweibchen können sich gut riechen

Wie können Grillenweibchen Inzucht vermeiden? Diese Frage beantworten Ulmer Wissenschaftlerinnen in einem Fachbeitrag in “Current Biology”. Sie haben gezeigt, dass Grillenweibchen ihren Eigengeruch ständig mit dem Duft eines potentiellen Partners abgleichen. Für die Fortpflanzung wählen sie dann Männchen, die möglichst verschieden riechen. Der individuelle Geruch gibt nämlich unter anderem Auskunft über die Familienzugehörigkeit. In einem komplexen Experiment, bei dem der Eigengeruch von Weibchen manipuliert wurde, fanden die Biologinnen Belege für die so genannte chemosensorische Selbstreferenz.
Alexandra Capodeanu-Nägler, James Rapkin, Scott K. Sakaluk, John Hunt, Sandra Steiger: Self-recognition in crickets via on-line processing. Current Biology. DOI:http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2014.10.050

Ur-Krokodil: Genom entschlüsselt

Die Letzten ihrer Gruppe: Vor 240 Millionen Jahren trennten sich die Ahnenlinien von Krokodilen und Vögeln, den bis heute überlebenden Archosauria. Damit stehen Krokodile den Vögeln näher als Schildkröten, Schlangen und Echsen. Ein internationales Team mit münsterischer Beteiligung hat jetzt das Erbgut ihres gemeinsamen Urahnen zum Teil rekonstruiert. „Jurassic Park” bleibt aber Science Fiction: Das rekonstruierte Genom ist fragmentarisch, und wie dieser Urahn aussah, kann die Wissenschaft nicht klären.

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WWWW vom 8.12.2014: Bedrohte Arten schaffen es nicht in Naturschutzmodelle

Wenig Daten heisst nicht relevant

Grüner Kobold Waldsteiger (Leptopelis barbouri), der in den Udzungwa Bergen, Tansania vorkommt und vom Aussterben gefährdet ist.
Grüner Kobold Waldsteiger (Leptopelis barbouri), der in den Udzungwa Bergen, Tansania vorkommt und vom Aussterben gefährdet ist.
Aufgrund begrenzter Ressourcen müssen beim Naturschutz räumliche Prioritäten gesetzt werden. Deshalb werden auch für die Planung von Schutzgebieten Verbreitungsmodelle von Arten herangezogen. Diese Verbreitungsmodelle sind jedoch nur bedingt geeignet, um bedrohte Arten zu schützen, denn aufgrund geringer Daten zum Vorkommen werden gerade sie oft nicht eingerechnet.

Publikation:
Platts, Philip J. et al. Conservation implications of omitting narrow-ranging taxa from species distribution models, now and in the future (2014) – Diversity and Distributions. DOI: 10.1111/ddi.12244

Hefe hilft, Zellprozesse besser zu verstehen

Neue Erkenntnisse zur Nährstoffversorgung von Zellen im Modellorganismus Bäckerhefe
Heidelberger Forscher charakterisieren eine weitgehend unbekannte Hefe-Protease – ein Enzym, das eine wichtige Rolle beim Transport von Nährstoffen spielt.

Originalpublikation:
D. Avci, S. Fuchs, B. Schrul, A. Fukumori, M. Breker, I. Frumkin, C. Chen, M.L. Biniossek, E. Kremmer, O. Schilling, H. Steiner, M. Schuldiner and M.K. Lemberg (2014). The Yeast ER-Intramembrane Protease Ypf1 Refines Nutrient Sensing by Regulating Transporter Abundance. Molecular Cell 56, 630-640 (4 December 2014), doi:10.1016/j.molcel.2014.10.012

Stammzellen helfen bei Parkinsontherapie bei Ratten

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Bielefeld und Dresden haben zum ersten Mal adulte menschliche Stammzellen verwendet, um die Parkinsonsche Erkrankung bei Ratten zu heilen. Diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung könnten eines Tages dazu führen, eine Zelltherapie für die volle Heilung von Parkinson auch bei Menschen zu entwickeln.

Rapsöl hilft bei Adipositas und Cholesterinproblemen

Wie eine Pilotstudie unter Leitung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) nun zeigt, verbessert der tägliche Konsum von 50 g Rapsöl im Vergleich zu Olivenöl in einem Untersuchungszeitraum von vier Wochen den Cholesterinspiegel sowie die Leberwerte übergewichtiger Männer. Zudem fand das Team um die Mediziner Michael Kruse und Andreas F. H. Pfeiffer vom DIfE Hinweise darauf, dass die Aufnahme von Rapsöl zwar kurzfristig die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen im Unterhautfettgewebe stimuliert, jedoch langfristig chronischen Entzündungsreaktionen entgegenwirkt.

Keine guten Nachrichten vom Schelf-Eis

Die Wassertemperaturen auf dem westantarktischen Schelf steigen. Grund dafür ist vor allem warmes Wasser aus größeren Tiefen, das im Zuge globaler Veränderungen jetzt vermehrt auf die flachen Schelfmeere gelangt. Dort könnte es von unten die Gletscherschmelze beschleunigen und noch mehr große Gletscher ins Rutschen bringen.
Originalarbeit:
Schmidtko, S., K. J. Heywood, A. F. Thompson, S. Aokih (2014): Multi-decadal warming of Antarctic Waters. Science, http://dx.doi.org/10.1126/science.1256

Weitere Informationen:
http://www.geomar.de Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Das Tote Meer verliert immer mehr Wasser

Das Tote Meer ist nicht nur besonders salzig, es wird auch immer weniger: Der Was-serspiegel ist in den vergangenen 30 Jahren um 28 Meter gesunken – und das hat Konsequenzen für Mensch und Umwelt. Wissenschaftliche Taucher von der TU Berg-akademie Freiberg waren gemeinsam mit Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) sowie Mitarbeitern des Unternehmens EvoLogics vor Ort, um Frischwasserzutritte am Seeboden zu finden, die helfen können, das System besser zu verstehen.
Weitere Informationen:
http://tu-freiberg.de/presse/wissenschaftlicher-taucheinsatz-im-toten-meer

WWWW vom 1.12.2014: Bienen-Parasiten, Superkamera und Blick ins Gehirn

Asiatischer Parasit bedroht Honigbiene in Europa

HonigbieneWissenschaftler der Freien Universität und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig sehen eine verstärkte Gefährdung der Honigbiene in Europa. Sie fanden heraus, dass die Verbreitung eines asiatischen Honigbienen-Parasiten in Europa durch einen Anstieg der weltweiten Temperaturen begünstigt wird. Dieser Parasit verursacht Nosemose, eine schwere Erkrankung der Honigbiene.

Publikation
Natsopoulou ME, McMahon DP, Doublet V, Bryden J, Paxton RJ. (2015) Interspecific competition in honey bee intracellular gut parasites is asymmetric and favours the spread of an emerging infectious disease. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences. 20141896.http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2014.1896

Aller Gesang hat biologische Grundlagen

Vogelgesang und menschliche Musik folgen gemeinsamen Prinzipien – das behauptet ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer aktuellen Studie, an der auch der Neuropsychologe Dr. Dominik Endres von der Philipps-Universität beteiligt ist. Kulturelle Verhaltensweisen sind demnach zumindest teilweise biologisch vorgegeben.
Originalveröffentlichung: Emily L. Doolittle & al.: Overtone-based pitch selection in hermit thrush song: Unexpected convergence with scale construction in human music, Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) 111/2014, 16616-16621,

Wissenschaftler finden Tür zum Gedächtnis

Einem internationalen Team unter der Federführung von Forschern der Universität Magdeburg und des DZNE ist es gelungen, den Entstehungsort von Erinnerungen mit bislang unerreichter Genauigkeit zu bestimmen. Dafür nutzten die Wissenschaftler eine besonders präzise Form der Magnetresonanz-Tomographie (MRT).

Originalveröffentlichung
„Laminar activity in the hippocampus and entorhinal cortex related to novelty and episodic encoding”, Anne Maass, Hartmut Schütze, Oliver Speck, Andrew Yonelinas, Claus Tempelmann, Hans-Jochen Heinze, David Berron, Arturo Cardenas-Blanco, Kay H. Brodersen, Klaas Enno Stephan, Emrah Düzel, Nature Communications, 2014, doi: 10.1038/ncomms6547

Konzepte zur Nutzung von angeholzten Regenwaldflächen

Wie lässt sich die Abholzung von tropischen Regenwäldern eindämmen? Ein Ansatz ist, brach liegendes Kulturland wieder zu bewirtschaften, wie ein internationales Forschungsteam* in Nature Communications zeigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten Bergregionen in Ecuador: Dort war neben der Aufforstung die intensive Graslandnutzung besonders erfolgreich. Beide Konzepte haben nicht nur eine günstige Ökobilanz, sondern auch klare wirtschaftliche Vorteile.
Publikation:
Afforestation or intense pasturing improve the ecological and economic value of abandoned tropical farmlands; Thomas Knoke, Jörg Bendix, Perdita Pohle, Ute Hamer, Patrick Hildebrandt, Kristin Roos, Andrés Gerique, María L. Sandoval, Lutz Breuer, Alexander Tischer, Brenner Silva, Baltazar Calvas, Nikolay Aguirre, Luz M. Castro, David Windhorst, Michael Weber, Bernd Stimm, Sven Günter, Ximena Palomeque, Julio Mora, Reinhard Mosandl & Erwin Beck, Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms6612.

Wissenschaftler simulieren Strömungsabriss

Der Luftstrom ist die wichtigste Grundlage und zugleich die größte Gefahr des Fliegens: Reißt die Strömung an den Tragflügeln oder an den Triebwerken ab, kommt es zum so genannten Überziehen und damit zum Verlust des Auftriebes. Im schlimmsten Fall kann auch ein Flugzeugabsturz die Folge sein. Diesen flugphysikalischen Grenzbereich auszuloten zählt zu den größten Herausforderungen der Luftfahrtforschung. Jedoch ist die praktische Erprobung im Flug mit hohen Risiken und Kostenverbunden; eine theoretische Berechnung der komplexen Vorgänge war bisher nahezu unmöglich.
Nun ist es einer an der TU Braunschweig angesiedelten Forschergruppe gelungen, diesen Grenzbereich erstmals mithilfe von Simulationen zu betreten..

Der angesprochene Artikel bei den Scienceblogs

Bei Bettwanzen ist Alter der Spermien wichtiger als Gene

Die bei einer Paarung aktivierten Gene des Weibchens reagieren viel stärker auf den Lebenswandel des Männchens, als auf seine Gene. Das hat ein Wissenschaftlerteam aus Deutschland und Großbritannien unter Leitung des neu an die TU Dresden berufenen Open-Topic-Professors Klaus Reinhardt gezeigt. Die Ergebnisse ihrer Studie an Bettwanzen sind auch für den Menschen interessant.

Weitere Informationen:
http://beheco.oxfordjournals.org/content/early/2014/11/19/beheco.aru209.full?key…