WWWW vom 30.3.2015: Sauerkraut, Sommerzeit und frühe Menschen

Eltern leiden am meisten unter Zeitumstellung

Dank der Sommerzeit ist es zwar abends eine Stunde länger hell, aber vor allem in der Woche nach der Zeitumstellung sind wir erst einmal deutlich unzufriedener – das haben Wirtschaftswissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unter Verwendung der Daten von zwei Langzeitstudien herausgefunden.
Kuehnle, Daniel and Christoph Wunder (2015): Using the life satisfaction approach to value daylight savings time transitions. Evidence from Britain and Germany. SOEPpaper Nr. 744, Berlin.
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.499075.de/diw_sp0744.pdf

Frühe Menschen war nicht alle gleich groß

Schon die frühesten Vertreter unserer Gattung Homo unterschieden sich in Körpergröße und Statur stark voneinander: Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Tübingen und Cambridge. Bislang war wenig über Gewicht und Körperlänge unserer Vorfahren bekannt, die zwischen 2,5 und 1,5 Millionen Jahren vor heute lebten. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits zu dieser Zeit die für heutige Menschen typische große Bandbreite zu finden ist.
Publikation:
Will, M., Stock, J.T., Spatial and temporal variation of body size among early Homo, Journal of Hu-man Evolution (2015), http://dx.doi.org/10.1016/j.jhevol.2015.02.009
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0047248415000287

Strom aus Sauerkrautsaft

Krautergersheim im Elsass ist (wie der Name schon vermuten lässt) die französische Hauptstadt des Sauerkrautes: 70% des französischen Sauerkrauts werden hier hergestellt. Insgesamt werden ungefähr 80.000 Tonnen Sauerkraut pro Jahr in Frankreich aufbereitet. Ein Großteil wird exportiert, da die Franzosen im Durchschnitt “nur” 0,7 kg pro Jahr essen [1]. Diese riesigen Produktionsmengen benötigen viel Wasser: 30 Millionen Liter Sauerkrautsaft entstehen jedes Jahr durch den Aufbereitungsprozess. Dies entspricht dem Wasserbedarf einer Stadt mit 140.000 Einwohnern.
Quelle: “Du jus de choucroute transformé en biogaz”, Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, 20.03.2015 – http://www.developpement-durable.gouv.fr/Du-jus-de-choucroute-transforme-en.html

Das Schicksal der Besatzungskinder

In Deutschland sind mindestens 200.000 Kinder am Ende des Krieges und in der Nachkriegszeit von Soldaten der vier Besatzungsarmeen gezeugt worden. Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Greifswald haben in einer Studie jetzt erstmals die Bedingungen untersucht, unter denen die Besatzungskinder aufgewachsen sind – und die psychosozialen Folgen für die Betroffenen. Sie sind als “Kinder des Feindes” häufig stigmatisiert und diskriminiert sowie über die Identität ihres Vaters im Unklaren gelassen worden. Viele von ihnen sind auch heute noch psychisch stark belastet.

Mikroorganismen machen Energie aus Eisen

Mikroorganismen haben die bemerkenswerte Fähigkeit, in fast jeder noch so unwirtlichen Umgebung leben und überleben zu können. Aus praktisch jedem Material gelingt es Spezialisten aus dieser Gruppe, Energie zu gewinnen – zum Beispiel aus Eisen. Nun haben Geomikrobiologen vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen entdeckt, dass einige Eisen verwertende Bakterien Eisenminerale auch als Energiespeicher verwenden. Sie können winzige magnetische Partikel, Magnetitnanopartikel, die natürlicherweise in vielen Böden und Sedimenten vorkommen, als wieder aufladbare Batterie nutzen.
Originalpublikation:
Byrne J. M., Klueglein N., Pearce C., Rosso K., Appel E., Kappler A. (2015) Redox cycling of Fe(II) and Fe(III) in magnetite by Fe-metabolizing Bacteria. Science, in press.

Männerherraschaft bei Wikipedia

Forschende von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, der ETH Zürich und der Universität Koblenz-Landau haben in einer Studie sechs unterschiedliche Sprachversionen von Wikipedia mit drei wissenschaftlichen Datenbanken bekannter Personen aus der Zeitgeschichte verglichen und stellten fest, dass die Art und Weise, wie Frauen porträtiert werden, deutlich von der Darstellung von Männern abweicht und so bestehende Rollenbilder festigt.
Die gesamte Studie gibt es hier: http://arxiv.org/abs/1501.06307

Bitcoin QR Code
Wannhoff

WWWW vom 23.3.2015: Bitcoin, Placebo und El Niño

Mittagsschläfchen hilft beim Erinnern

old hairdresser sleeping at work
Forscher der Saar-Uni haben nachgewiesen, dass bereits ein kurzer Schlaf von etwa einer Stunde die Gedächtnisleistung deutlich erhöhen kann. In der Studie untersuchten die Forscher 41 Probanden. Die Freiwilligen mussten Wörter und Wortpaare lernen. Anschließend wurde der Lerninhalt geprüft. Nach dieser ersten Prüfung schlief etwa die Hälfte der Teilnehmer, die andere Hälfte schaute eine DVD. Nach dem Schlaf hatte die Hälfte der Teilnehmer, die ein Nickerchen gehalten hatte, noch deutlich mehr Wortpaare im Gedächtnis als die Kontrollgruppe der DVD-Schauer.

Weitere Informationen:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1074742715000362

Quantenmaterie hilft Phasenübergänge zu verstehen

Dynamische Phasenübergänge sind ein grundlegendes Phänomen in der Natur. Man bezeichnet damit den Übergang eines Stoffes von einem Aggregatzustand in den anderen. Ein bekannter dynamischer Phasenübergang ist z. B. das Kondensieren von Wasserdampf zu Wasser oder das Gefrieren von Wasser zu Eis. Die Erforschung dieser Phasenübergänge ist nicht nur für die Physik, sondern auch für die Klimaforschung, die Medizin oder die Kosmologie von großer Bedeutung. Zwei Forschungsteams am Institut für Laser-Physik der Universität Hamburg um Prof. Dr. Andreas Hemmerich und Prof. Dr. Ludwig Mathey haben jetzt eine neuartige Form von Quantenmaterie in einem sogenannten superradianten Zustand untersucht, um das Verständnis dynamischer Phasenübergänge zu vertiefen.

Original-Artikel: Dynamical phase transition in the open Dicke model, Jens Klinder, Hans Keßler, Matthias Wolke, Ludwig Mathey, and Andreas Hemmerich, PNAS March 2015:

http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1417132112

Neue Formel zeigt Umweltbelastung von Lebensmitteln

In einem mehrjährigen Prozess hat ein wissenschaftliches Team des Wuppertal Instituts eine Methode entwickelt, den “ökologischen Fußabdruck” von Nahrung so zu berechnen, dass wesentliche gesundheitliche und umweltwirksame Faktoren integriert werden. Die Formel wurde beispielhalt auf ausgesuchte Mahlzeiten aus der klassischen Mittagsverpflegung angewandt.
Die neue Methode haben Melanie Lukas, Holger Rohn, Michael Lettenmeier, Christa Liedtke und Klaus Wiesen nun in dem wissenschaftlichen “Journal of Cleaner Production” unter dem Titel “The Nutritional Footprint – integrated methodology using environmental and health indicators to indicate potential for absolute reduction of natural resource use in the field of food and nutrition” (DOI: 10.1016/j.jclepro.2015.02.070) veröffentlicht.

Teures Medikament macht Eindruck auf Patienten

Patienten erwarten von einem teuren Medikament eine bessere Wirkung als von einem billigen. Tatsächlich steigert diese Erwartung den Behandlungserfolg. Diesen Zusammenhang belegt eine Pilotstudie mit Parkinson-Patienten, bei der allerdings keine echten Medikamente verabreicht wurden, sondern lediglich Scheinmedikamente (Placebos).
Quellen

Espay AJ, et al: Placebo effect of medication cost in Parkinson disease: A randomized double-blind study. Neurology. 2015 Feb 24;84(8):794-802
LeWitt PA, et al: The pharmacodynamics of placebo: expectation effects of price as a proxy for efficacy Neurology, 2015 Feb 24;84(8):766-7

Vielversprechendes Medikament gegen Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung mit hohem Leidensdruck. Ständige Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen machen es den Betroffenen schwer, ein normales Leben zu führen. Ärzte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) testeten nun einen neuen Behandlungsansatz.
Originalveröffentlichung:
Giovanni Monteleone, Neurath MF et al., Mongersen, an Oral SMAD7 Antisense Oligonucleotide, and Crohn’s Disease, N Engl J Med 2015;372:1104-13.
DOI: 10.1056/NEJMoa1407250

El Niño-Vorhersage entscheidend verbessert

Das aktuelle Wetterphänomen „El Niño“ ist von einem Team aus deutschen und israelischen Wissenschaftlern über ein Jahr im Voraus angekündigt worden – so früh wie nie zuvor. Dieser Durchbruch in der Vorhersage des wichtigsten natürlichen Klimaphänomens gelang mit Hilfe eines neuen Algorithmus, der auf einer Netzwerk-Analyse der Lufttemperaturen im Pazifikraum beruht. Solche langfristigen Vorhersagen können Bauern in Brasilien, Australien oder Indien helfen, sich vorzubereiten und die Aussaat entsprechend anzupassen.

Bitcoin in Thailand

Ich war bei einem Bitcointreffen hier in Bangkok und war überrascht dass es zumindest ein paar Läden gibt die Bitcoin akzeptieren. Ich lerne noch eine Menge darüber, wer etwas zum Thema beizutragen hat, kann gerne einen Kommentar hinterlassen.

http://www.bitcoinrealmthai.com

WWWW vom 16.3.2015: Roboter vertreten Studenten und helfen bei der Weinlese

Roboter vertritt kranken Studenten

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Das LearningLab, ein gemeinsames pädagogisches Innovationslabor der Ecole centrale de Lyon und der EMLyon (Business school), hat einen Telepräsenz-Roboter entwickelt, damit Schüler/Studenten, die im Krankenhaus liegen, trotzdem am Unterricht teilnehmen können. Jedoch reichen die möglichen Anwendungen weit über die Welt der Bildung hinaus.
Quelle: “Un robot comme camarade de classe”, Artikel aus Les clés de demain – 02.03.2015 –http://lesclesdedemain.lemonde.fr/education/un-robot-comme-camarade-de-classe_a-..

Roboter hilft bei der Weinlese

Das nationale Forschungsinstitut für Agrar- und Umwelttechnik (IRSTEA) hat auf der internationalen Agrarmesse von Paris (Salon international de l’agriculture, 21.02 – 01.03.2015) den neuen Roboter “Baudet-Rob” präsentiert. Die Ingenieure wollen ihn als tragfähigen autonomen Assistenten bei der Feldarbeit einsetzen. Er wäre insbesondere für den Wein- und Obstanbau geeignet.
Webseite von Effidence (auf Englisch und Französisch): http://effistore.effidence.com

Schwarze Löcher auch in komplezen Systemen berechenbar

Schwarze Löcher sind erstaunlich einfache Himmelskörper, welche nur durch ihre Masse, ihre Rotation und ihre elektrische Ladung charakterisiert werden. Norman Gürlebeck, Wissenschaftler am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM), ist es gelungen diese erstaunliche Einfachheit schwarzer Löcher auch in komplexen astrophysikalischen Situationen zu beweisen, worüber am 03. April 2015 in der Fachzeitschrift Physical Review Letters berichtet wird. Die Erwartungen an diese Entdeckung sind hoch: sie erlaubt den direkten Nachweis der Existenz schwarzer Löcher mit Hilfe von Gravitationswellen sowie Tests der Grundlagen der Gravitationstheorie.

Zusammenfassung und Volltext des wissenschaftlichen Artikels:

https://journals.aps.org/prl/accepted/40074Yc6I731354154cc21e2620a83227ec611919

http://arxiv.org/abs/1503.03240

Ohren können auch Schall entsenden

Die meisten von uns ahnen nicht, dass die menschlichen Ohren – und diejenigen vieler Tiere – nicht nur hören, sondern auch selbst Schall aussenden können. Diese unhörbaren Töne, sogenannte otoakustische Emissionen, erzeugt das Ohr entweder ohne äußere Einwirkung oder aufgrund gezielter akustischer Reize. Dass sich die Emissionen bei Menschen, Vögeln und Echsen ungeachtet der sehr unterschiedlichen Innenohren verblüffend ähneln, hat ein Forscherteam herausgefunden.
„Salient features of otoacustic emissions are common across tetrapod groups and suggest shared properties of generation mechanisms“, by Christopher Bergevin, Geoffrey A. Manley, and Christine Köppl, PNAS.
http://www.pnas.org/content/early/2015/03/02/1418569112

Geschmacksreize bis ins Hirn verfolgt

Unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) ist es nun Wissenschaftlern erstmals gelungen, anhand von neuronalen Aktivitätsmustern des menschlichen Gehirns vorherzusagen, ob eine Person etwas Süßes, Salziges, Saures oder Bitteres schmeckt. Wie die Forscher zudem zeigen, erreichen die über die Zunge wahrgenommenen Geschmackssignale sehr viel schneller das Gehirn als angenommen. Sie zählen somit zu den ersten neuronalen Informationen, die zum Gesamtgeschmackseindruck beitragen, der auch durch andere Sinne wie zum Beispiel den Geruchssinn geprägt ist.
http://www.dife.de

Kinder von alten Eltern haben weniger Kinder

Sich in höherem Alter fortzupflanzen kann Risiken bergen, die das eigene Leben sowie das der Kinder beeinträchtigen, wie beispielsweise eine geringere biologische Fitness der Nachkommen. Diese am Menschen und in Laborexperimenten an Tieren gewonnene Erkenntnis hat nun erstmals ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen zusammen mit Kollegen aus England und Neuseeland in einer Langzeitstudie an wildlebenden Tieren nachgewiesen. Sie fanden in einer Haussperling-Population, dass Nachkommen von alten Eltern selbst weniger Nachwuchs produzieren. Dieser generationenübergreifende Effekt ist wichtig für das Verständnis der Evolution von Langlebigkeit.

WWWW vom 9.3.2015: Männer, Mars und Mäuse

Mäuse sind kein gutes Modell für Sprache

Die menschliche Sprache ist einzigartig, wir können Dinge und Ideen bezeichnen und sind in der Lage, durch Kombination von Silben und Wörtern unendlich viele Äußerungen zu produzieren. Eine wichtige Voraussetzung für Sprache ist die Fähigkeit, Laute nachzuahmen, also akustische Information abzuspeichern und die eigene Lautgebung daran auszurichten. Göttinger Wissenschaftler zeigen, dass die Nager nicht geeignet sind, um das Erlernen von Sprache zu erforschen.

Originalveröffentlichung
Hammerschmidt, K., Whelan, G., Eichele, G. & Fischer, J. Mice lacking the cerebral cortex develop normal song: Insights into the foundations of vocal learning. Sci. Rep. 5, 8808, DOI:10.1038/srep08808 (2015).

Handystrahlung kann Tumore beeinflussen

Elektromagnetische Strahlung fördert das Wachstum von Tumoren in Mäusen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der Jacobs University im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz, die heute veröffentlicht wurde. Die Daten der Wissenschaftler aus Bremen bestätigen nicht nur eine Pilot-Studie des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) aus dem Jahr 2010, sondern erweitern die bisherigen Erkenntnisse um zwei wichtige Ergebnisse.

Männer mögen Fleisch abhängig vom kulturellen Hintergrund

Der Verzehr von Fleisch wird in vielen kulturellen Traditionen als Ausdruck ‚wahrer Männlichkeit‘ angesehen und gesellschaftlich anerkannt. Wie sehr beeinflussen solche Werturteile die Ernährungsgewohnheiten in der Bevölkerung? Eine deutsch-niederländische Studie, an der Dr. Hanna Schösler von der Universität Bayreuth maßgeblich beteiligt war, kommt zu dem Ergebnis: Die Vorstellung, ein hoher Fleischkonsum sei charakteristisch für eine maskuline Lebenseinstellung, ist in Milieus mit unterschiedlichen kulturellen Traditionen verschieden stark ausgeprägt. Je stärker sie das Selbstbild von Männern beeinflusst, desto mehr erschwert sie deren Hinwendung zu einer fleischärmeren Ernährung.
Hanna Schösler, Joop de Boer, Jan J. Boersema, Harry Aiking,
Meat and masculinity among young Chinese, Turkish and Dutch adults in the Netherlands,
in: Appetite, Volume 89, 2015, DOI: 10.1016/j.appet.2015.02.013

Mittelgroßes Schwarzes Loch füllt Lücke

Der Nachweis eines Schwarzen Lochs in der Galaxie NGC 2276 gibt einen wichtigen Hinweis zum Auffüllen einer Lücke in der Entwicklungsgeschichte von Schwarzen Löchern. Dies gelang einem Forscherteam unter der Leitung von Mar Mezcua (Harvard-CfA), zu dem auch Andrei Lobanov (MPIfR Bonn) gehört. Die Kombination von Radio- (EVN) und Röntgenmessungen (Chandra) ermöglicht das “Abwiegen” des Schwarzen Lochs mit dem Ergebnis, dass es ca. 50000mal massereicher ist als die Sonne. Damit füllt es eine Lücke zwischen stellaren supermassereichen Schwarzen Löchern.
Originalveröffentlichung:

The powerful jet of an off-nuclear intermediate-mass black hole in the spiral galaxy NGC 2276, von M. Mezcua, T.P. Roberts, A.P. Lobanov & A.D. Sutton, 2015, MNRAS, Vol. 448, p. 1893:http://adsabs.harvard.edu/abs/2015MNRAS.448.1893M

Mars hatte mächtig viel Wasser

ESO/M. Kornmesser/N. Risinger (skysurvey.org)
ESO/M. Kornmesser/N. Risinger (skysurvey.org)

Einst hat ein großer Ur-Ozean die Marsoberfläche bedeckt. Er beinhaltete mehr Wasser als das Nordpolarmeer und bedeckte einen größeren Anteil der Planetenoberfläche als der Atlantik auf der Erde. Diese Erkenntnis gewann ein internationales Team aus Wissenschaftlern, das mit dem Very Large Telescope zusammen mit Instrumenten am W. M. Keck-Observatorium und der Infrared Telescope Facility der NASA über einen Zeitraum von sechs Jahren die Planetenatmosphäre beobachtete. Daraus erstellten sie eine Karte mit den Wassereigenschaften in unterschiedlichen Teilen der Atmosphäre des Mars.

3D nicht immer ein Erfolgsgarant

3-D-Streifen mit dem Zuschauer entgegenfliegenden Drachen galten in der Filmindustrie lange als Retter oder gar als “Heilsbringer”. Aber weit gefehlt: “Nur der Faktor 3-D allein ist lange noch kein Garant für einen Filmerfolg”, fand Dr. Ann-Kristin Knapp (30) heraus. Die Ökonomin, die jüngst einen der Dissertationspreise der Universität Münster erhalten hatte, ermittelte sogar, dass die deutlich teurere dreidimensionale Machart “schädlich” für die Zuschauerzahlen eines Films sein kann.

WWWW vom 2.3.2015: Zwangsstörungen, Froschsterben und Vielteilchensysteme

Fehldiagnose Psychische Erkrankung?

Der Anteil von Frühberentungen im Jahr 2013 wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen bei Frauen liegt bei 48 Prozent, bei Männern gehen 35 Prozent wegen einer psychischen Erkrankung vorzeitig in den Ruhestand. Interessant: Wegen körperlicher Leiden erfolgen Frühberentungen in der Regel drei Jahre später. Experten diskutieren am 4. März in Rostock das Thema: „Psychische Gesundheit, Arbeit und Gesellschaft“.

Zwangsstörungen oft spät diagnostiziert

In Deutschland leiden jedes Jahr etwa 2,3 Millionen Menschen unter den Symptomen einer Zwangsstörung. Die Krankheit beeinträchtigt nicht nur stark das eigene Leben, sondern auch das der Angehörigen. Trotzdem finden Zwangsstörungen im Versorgungssystem heute nur wenig Beachtung. Häufig werden sie falsch, spät oder gar nicht diagnostiziert.

Weitere Informationen:
http://www.dgppn.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article//zwangsstoer..

Oxytocin kann Alkoholikern helfen

Neurobiologen und Psychologen der Universität Regensburg und der University of Sydney haben nachgewiesen, dass das Neuropeptid Oxytocin, auch bekannt als „Kuschelhormon“, den negativen Einfluss von Alkohol auf motorische Fähigkeiten deutlich verringert.
Der Original-Artikel im Internet unter:
www.pnas.org/content/early/2015/02/17/1416900112.full.pdf+html

Menschliches Hirn-Gen gefunden

Rund 99 Prozent der Gene haben wir Menschen mit den Schimpansen gemeinsam, der kleine Rest unterscheidet uns. Ein wichtiger Unterschied: Das Gehirn des Menschen ist dreimal so groß wie das von Schimpansen. Im Laufe der Evolution müssen also in unserem Genom Veränderungen erfolgt sein, die dieses Gehirnwachstum ausgelöst haben. Forschern am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden ist es gelungen, ein Gen zu identifizieren, das nur im Menschen vorkommt und zur Vermehrung der sogenannten basalen Hirn-Stammzellen beiträgt.
Originalpublikation:
Marta Florio, Mareike Albert, Elena Taverna, Takashi Namba, Holger Brandl, Eric Lewitus, Christiane Haffner, Alex Sykes, Fong Kuan Wong, Jula Peters, Elaine Guhr, Sylvia Klemroth, Kay Prüfer, Janet Kelso, Ronald Naumann, Ina Nüsslein, Andreas Dahl, Robert Lachmann, Svante Pääbo, Wieland B. Huttner
Human-specific gene ARHGAP11B promotes basal progenitor amplification and neocortex expansion

Umweg stoppt Ebola-Viren

Um in die Wirtszellen zu gelangen, spannt das tödliche Ebola-Virus die Zellmaschinerie ein – unter anderem bestimmte Calcium-Kanäle der Zellwand. Die lassen sich mit einem Wirkstoff blocken, was im Tiermodell die Infektion stoppt.

Froschpilz nun auch auf Madagaskar

Baumfrosch
Der für Amphibien tödliche Chytridpilz wurde erstmals auf Madagaskar nachgewiesen. Die Seuche erreicht damit einen Hotspot der Artenvielfalt. Auf der Insel im Indischen Ozean gibt es rund 290 Amphibienarten, die nur dort leben. Weitere 200 Froscharten, die noch nicht beschrieben sind, werden zudem dort vermutet.
Publikation:
Molly C. Bletz, Gonçalo M. Rosa, Franco Andreone , Elodie A. Courtois, Dirk S. Schmeller, Nirhy H. C. Rabibisoa, Falitiana C. E. Rabemananjara, Liliane Raharivololoniaina, Miguel Vences, Ché Weldon, Devin Edmonds, Christopher J. Raxworthy, Reid N. Harris, Matthew C. Fisher, Angelica Crottini (2015): Widespread presence of the pathogenic fungus Batrachochytrium dendrobatidis in wild amphibian communities in Madagascar. Sci. Rep. 5, 8633; DOI:10.1038/srep08633
http://nature.com/articles/doi:10.1038/srep08633
http://dx.doi.org/10.1038/srep08633

Modell zeigt wie Atome beim Tunneln kontrolliert werden können

Die Bewegungen mehrerer, miteinander wechselwirkender Körper zu verstehen, gehört zu den zentralen Forschungsfragen in der Physik. Während zunächst das Verständnis der Bahnen von Himmelskörpern im Vordergrund stand, hat diese Fragestellung in quantenmechanischen Vielteilchensystemen, beispielsweise bei der Beschreibung von Elektronen in einem Festkörper, seine moderne Entsprechung gefunden. Physikern der Universität Heidelberg ist nun der erste Schritt auf einem neuen Weg zur Klärung solcher Zusammenhänge gelungen.
Originalveröffentlichung:
S. Murmann, A. Bergschneider, V. M. Klinkhamer, G. Zürn, T. Lompe, S. Jochim: Two Fermions in a Double Well: Exploring a Fundamental Building Block of the Hubbard Model,
doi: 10.1103/PhysRevLett.114.08040