WWWW vom 1.6.2015: Alte Vulkane, Nierentricks und Pflanzenhormone

Nieren austricksen

Herz-OPs gefährden die Nieren: Operationen am offenen Herzen können zu akutem Nierenversagen führen, einen wirksamen Schutz dagegen gibt es bisher nicht. Ein internationales Team um den münsterschen Anästhesiologie-Professor Dr. Alexander Zarbock brachte die Nieren mit einem Trick dazu, sich selbst zu verteidigen.
Originalliteratur:

Zarbock A. et al.: Effect of Remote Ischemic Preconditioning on Kidney Injury Among High-Risk Patients Undergoing Cardiac Surgery: Randomized Clinical Trial. JAMA. Published online May 29, 2015. doi:10.1001/jama.2015.4189

Bei den Galapagos-Inseln ging es einst hoch her

Vor 8 bis 16 Millionen Jahren gab es im Gebiet der heutigen Galapagos-Inseln einen hochexplosiven Vulkanismus. Das zeigt erstmals die Auswertung von Bohrkernen, die im Rahmen des Integrated Ocean Drilling Program (IODP) im Ostpazifik gewonnen wurden.
Originalarbeit:
Schindlbeck, J.C., S. Kutterolf, A. Freundt, S.M. Straub, K.-L. Wang, M. Jegen, S.R. Hemming, A.T. Baxter, M.I. Sandoval (2015): The Miocene Galápagos ash layer record of Integrated Ocean Drilling Program Site U1381: Ocean-island explosive volcanism during plume-ridge interaction. Geology,http://dx.doi.org/10.1130/G36645.1

Keime verbreiten Gene sich durch Härchen

Multiresistente pathogene Keime entstehen durch den Transfer von Resistenzgenen von einem Bakterium auf ein anderes. Forscherinnen der Goethe-Universität und des Max-Planck-Instituts für Biophysik haben nun bestätigt, dass Härchen-artige Strukturen, die wie Fangarme von den Bakterien ausgeworfen werden, für den DNA-Transfer verantwortlich sind.
Publikation:
Vicki A M Gold, Ralf Salzer, Beate Averhoff und Werner Ku?hlbrandt. Structure of a type IV pilus machinery in the open and closed state. eLife 2015;10.7554/eLife.07380

Pflanzenhormone arbeiten zusammen

Bevor der Pollen einer Pflanze in die Welt entlassen wird, muss er durch Nährstoffanreicherung und Wasserentzug überlebens- und flugfähig gemacht werden. Gleichzeitig muss der Staubbeutel austrocknen, um sich pünktlich für die Pollenfreisetzung zu öffnen. Das Pflanzenhormon Jasmonat spielt bei beiden Prozessen eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) haben jetzt an Tomaten nachgewiesen, dass diese Entwicklung des Staubbeutels von einem weiteren Phytohormon, dem Ethylen, beeinflusst wird. Jasmonat und Ethylen sorgen demnach gemeinsam für eine exakte zeitliche Abfolge der Pollenreifung und dessen Freisetzung.

Hohes Gewicht in jungen Jahren fördert Darmkrebs

Wie eine wissenschaftliche Auswertung von 12 Beobachtungsstudien nun zeigt, ist bereits im jungen Erwachsenenalter, d. h. zwischen 18 und 25 Jahren, eine Gewichtszunahme von durchschnittlich 15,2 Kilogramm mit einem um 22 Prozent erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden. Männer sind dabei hinsichtlich einer Krebserkrankung des Dickdarms besonders gefährdet. Bezüglich des Enddarms waren keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zu beobachten.

UND HIER NOCH DER LINK ZUM SCIENCE BOOK FUER LAOS

WWWW vom 25.5.2015: Ein Wissenschaftsbuch aus Laos und Viagra gegen Malaria

Ich fange hier mit dem Thema an, das im Podcast an Schluss kommt. Freunde von mir aus Laos haben ein Projekt gestartet, dass “First Science Book in Laos” heisst. Es geht darum, ein Buch zu schreiben und vor allem zu drucken, dass Laoten Wissenschaft nahebringt, ohne gleich zu überfordern. Autor ist ein laotischer Freund von mir, Mii, der auch einen (bzw. den) laotischen Wissenschaftspodcast macht.
Weil kein Verlag in Laos das Risiko eingehen wird, das Buch vorzufinanzieren, brauchen Mii und Air 7500 Dollar, um das Buch zu drucken (2000 Auflage) und 1000 Exemplare davon zu verschenken.
Etwas mehr Informationen git es auf der Indigogo-Seite. Bitte, schaut es Euch an und helft, das Ganze zu realisieren. Danke!

Viagra hat eine neue Nebenwirkung

Der für Malaria verantwortliche Parasit Plasmodium falciparum hat einen komplizierten Entwicklungszyklus, der zum Teil im Menschen und zum Teil in der Anopheles-Mücke stattfindet. Zur Ausrottung dieser Krankheit müssen neue Behandlungsmethoden entwickelt werden, mit denen die Übertragung des Parasiten von den infizierten Menschen auf die Mücken vermieden werden kann. Man hat jetzt Substanzen getestet, die einen wichtigen Übertragungsweg blockieren. Dazu gehört auch Viagra.

Weitere Informationen:

Quellen:
– “Du Viagra pour enrayer le paludisme?”, Artikel der Zeitung Le Monde, 08.05.2015 –http://www.lemonde.fr/sciences/article/2015/05/08/du-viagra-pour-enrayer-le-palu…
– “Le Viagra : nouvelle piste contre la transmission du parasite du paludisme ?”, Pressemitteilung des CNRS, 7.05.2015 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/4023.htm

Brille hilft bei altersbedingter Sehschwäche

Spezialbrille
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) beeinträchtigt zunehmend das Sehen im zentralen Sehbereich. Sie wirkt sich nur auf die Mitte der Netzhaut (Retina) aus, so dass das Sehvermögen im äußeren Gesichtsfeld erhalten bleibt. Die AMD verursacht jedoch eine verschlechterte Sehschärfe, verzerrtes Sehen und vermindertes Kontrastsehen. Das Pariser Start-up-Unternehmen Light Vision hat nun eine „intelligente“ Brille entwickelt. Die Brille verfügt über eine Kamera, die die Umgebung filmt. Das so erhaltene Bild wird anschließend mit einer vom Unternehmen entwickelten Software verarbeitet: Die Kontraste werden erhöht und die Farben mitunter umgekehrt. Ziel ist es, dass sich die Brille automatisch dem Sehvermögen des Trägers anpasst.
Quelle: “DMLA : Light Vision développe une paire de lunettes “intelligente” “, BE France 300, 28.04. 2015 – http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/78363.htm

Klimaziel: Weniger könnte mehr sein

Eine neue Studie zeigt, was für klimapolitische Maßnahmen nötig wären, um die weltweite Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf weniger als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Grundsätzlich wäre eine solche Begrenzung machbar, so die jetzt in Nature Climate Change veröffentlichte Studie eines Teams von Forschern unter anderem des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Das 1,5-Grad-Ziel wird von mehr als hundert Ländern für sicherer gehalten als das international vereinbarte Ziel von 2 Grad Celsius.
Link zum Artikel, sobald er veröffentlicht ist: http://dx.doi.org/10.1038/NCLIMATE2572

Bakterien von der schiefen BAhn abbringen

Manche Bakterienarten fangen in der Nähe von Oberflächen an zu kreisen, ähnlich wie ein Fahrzeug, dessen Räder auf einer Seite von der Fahrbahn abkommen. Wie eng und in welcher Richtung die Bakterien ihre Kreise ziehen, hängt von der Gleitfähigkeit der Oberfläche ab, wie Jülicher Physiker mithilfe von Computersimulationen ermittelt haben. Die Berechnungen zeigen auch, wie sie sich durch modifizierte Oberflächen auf eine gerade Bahn lenken lassen.
Physical Sensing of Surface Properties by Microswimmers – Directing Bacterial Motion via Wall Slip;
Jinglei Hu, Adam Wysocki, Roland G. Winkler, Gerhard Gompper;
Scientific Reports, DOI: 10.1038/srep09586, 20 May 2015 (Web)

Savannen sorgen für CO2-SChwankungen

Seit über 50 Jahren nimmt die Landvegetation mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf, als sie wieder abgibt. Ändert sich diese Senken-Funktion, ist auch der CO2-Gehalt der Atmosphäre und damit das Klima betroffen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie haben nun zusammen mit internationalen Kollegen den Beitrag verschiedener Ökosysteme untersucht: Während Waldökosysteme die Gesamtstärke der Kohlenstoffsenke bestimmen, sind halbtrockene Ökosysteme wie Savannen und Buschland für den Großteil ihrer jährlichen Schwankungen hauptverantwortlich.

Per Dronenflug Kitze gerettet

Im Mai, wenn die Wiesen saftig sind und die Kräuter in voller Blüte stehen, bringen die Rehe ihre Jungen zur Welt. Während die Ricke nach Nahrung sucht, verharren die Kitze im hohen Gras, um Raubtiere nicht auf sich aufmerksam zu machen. Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität Jena haben jetzt die Setzplätze von Rehkitzen per Drohnenflug erkundet und den Landwirten der Geratal Agrar GmbH und Co. KG Andisleben mitgeteilt. Dr. Christian Thiel überflog mit einem Oktokopter – einer Drohne mit acht Propellern – einen Luzerneschlag von etwa 200 mal 700 Meter Größe, wobei das Areal fotografiert wurde. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sina Truckenbrodt wertete die Daten aus und machte dabei mutmaßlich acht Rehkitze aus.

WWWW vom 18.5.2015: Quasar-Quartett, Unfruchtbarkeit und Bienenverhalten

Riesenglück: Vier Quasare in einer Region entdeckt

quasarquartett
Mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii haben Astronomen unter Leitung von Joseph Hennawi vom Max-Planck-Institut
für Astronomie das erste Quasar-Quartett entdeckt: vier seltene aktive Schwarze Löcher in direkter Nachbarschaft zueinander. Das Quartett befindet sich in einer der massereichsten Strukturen, die je im fernen Universum nachgewiesen wurden, und ist von einem Nebel aus kaltem Gas umgeben. Handelt es sich nicht um eine Zufallsentdeckung, Wahrscheinlichkeit eins zu zehn Millionen, müssten die Kosmologen ihre Modelle der Entwicklung der Quasare und der großräumigen kosmischen Strukturen noch einmal überdenken.

Gendefekt macht Männer unfruchtar

Bei mindestens einem Drittel der ungewollt kinderlosen Paare in Deutschland liegt die Ursache beim Mann. Meist funktioniert seine Spermienbildung nicht richtig. Ein Team aus Forschern der Universität Münster hat nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Pittsburgh (USA) und der Akademie der Wissenschaften in Poznan (Polen) einen Gendefekt als eine der Ursachen für diese Fehlfunktion identifiziert.
Weitere Informationen:
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406192 Link zur Studie

Zusammenspiel der Gene regelt Sozialverhalten bei Bienen

Das Sozialverhalten von Bienen ist nicht von einem einzigen Gen abhängig, sondern von einem hochkomplexen Zusammenspiel mehrere Genverbunde. Das hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) herausgefunden. Die Forscher haben zehn Bienen-Genome analysiert und miteinander verglichen, um herauszufinden, ob es gemeinsame genetische Grundlagen für das Sozialverhalten unterschiedlicher Bienenarten gibt.
Quellen:
Kapheim et al. 2015. Genomic Signatures of Evolutionary Transitions from Solitary to Group Living. Science, 14.05.2015; DOI: 10.1126/science.aaa4788

Sadd et al. 2015. The genomes of two key bumblebee species with primitive eusocial organization, Genome Biology, dx.doi.org/10.1186/s13059-015-0623-3

Barribeau et al. 2015. A depauperate immune repertoire precedes evolution of sociality in bees, Genome Biology, dx.doi.org/10.1186/s13059-015-0628-y

The Dress -Effekt lag am Licht

Ein Schnappschuss, auf dem ein spitzenbesetztes Kleid zu sehen ist, hat vor einigen Wochen weltweit in den sozialen Netzwerken für Kopfzerbrechen gesorgt. Warum sehen die einen ein blau-schwarzes, die anderen dagegen ein weiß-goldenes Kleid? Wahrnehmungspsychologen und -psychologinnen der Universitäten Gießen und Bradford sind der Frage in einem Experiment nachgegangen. Ein Ergebnis: „Mit einem roten Kleid wäre das nicht passiert“.
Titel der Publikation:
Karl R. Gegenfurtner, Marina Bloj and Matteo Toscani: “The many colours of ‘the dress’“, Current Biology 25, R1–R3, June 15, 2015

Micropayments durch Rechenleistung

Seitenaufrufe und „Likes” schmeicheln vielleicht dem Ego von Journalisten und Webmastern, damit werden aber keine Rechnungen bezahlt. Forscher der Universität Luxemburg haben jetzt eventuell eine Lösung gefunden. Sie fanden einen sicheren und anonymen Weg, wie Leser, Zuschauer und Gamer für Online-Inhalte zahlen können, ohne dass sie Geld überweisen müssen.

Weitere Informationen:
http://orbilu.uni.lu/handle/10993/19655 – Link zur Publikation
http://www.uni.lu – Homepage der Universität Luxemburg

Unbekannte Materie füllt dunkle Kugelsternhaufen

Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der ESO in Chile haben eine neue Klasse „dunkler“ Kugelsternhaufen um die riesige Galaxie Centaurus A zu Tage gebracht. Diese mysteriösen Objekte sehen normalen Sternhaufen zwar ähnlich, enthalten aber deutlich mehr Masse und könnten entweder unerwartet große Mengen an dunkler Materie enthalten oder tragen massereiche Schwarze Löcher in sich – keines von beiden hätte man erwartet, geschweige denn verstanden.
Die hier präsentierten Forschungsergebnisse von M. Taylor et al. erscheinen unter dem Titel “Observational evidence for a dark side to NGC 5128’s globular cluster system” in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal.

http://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso1519/eso1519a.pdf – Fachartikel

WWWW vom 11.5.2015: Rachegefühle, Orientierung von Waldmäusen und Blaulichtrezeptor

Waldmaus benutzt Magnetfeld zur Orientierung

waldmaus
Dass Zugvögel dank des Erdmagnetfelds den Weg zu ihren Winter- und Brutquartieren finden, ist schon lange bekannt. Dass dieser sechste Sinn auch ganz ähnlich bei der Waldmaus zu finden ist, fand ein internationales Team um Dr. E. Pascal Malkemper von der Universität Duisburg-Essen (UDE) heraus. Sie veröffentlichten die Ergebnisse jetzt in der Wissenschaftszeitschrift Nature Scientific Reports.
Weitere Informationen: http://www.nature.com/srep/2015/150429/srep09917/full/srep09917.html

Molekül unterstützt Heilung nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall verändert das Molekül Stat3 in Gefäßzellen das Milieu, das die Zellen umgibt, die sogenannte Matrix, und beeinflusst dadurch die Plastizität der noch intakten Nervenzellen. Forscher des Centrums für Schlaganfallforschung Berlin haben herausgefunden, dass der Transkriptionsfaktor Stat3 das Gefäßwachstum nach einem Schlaganfall stimuliert und überraschenderweise auch Einfluss auf das Milieu im geschädigten Gehirngewebe nimmt. Vermutlich wird die Plastizität der überlebenden Nervenzellen so gefördert und in der Folge die funktionelle Erholung verbessert.
Christian J. Hoffmann, Ulrike Harms, Andre Rex, Frank Szulzewsky, Susanne A. Wolf, Ulrike Grittner, Gisela Lättig-Tünnemann, Michael Sendtner, Helmut Kettenmann, Ulrich Dirnagl, Matthias Endres, Christoph Harms. Vascular Stat3 Promotes Angiogenesis and Neuroplasticity Long-Term After Stroke. Circulation. March 2015. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.114.013003.

Biologische Prozesse mit Licht steuern

Ein synthetischer Ionenkanal kann durch blaues Licht gesteuert werden, um damit die Aktivität von Nerven oder Muskeln zu kontrollieren. Eine aktuelle Studie stellt nun einen synthetischen Kaliumionen (K+)-Kanal vor, der reversibel durch blaues Licht aus einem inaktiven Zustand in einen aktiven Zustand geschaltet werden kann.
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org/content/348/6235/707.full?sid=d6aeb20c-cd82-42bb-884a-… Die Originalpublikation in “Science”
Mehr zum Thema in der hoch³forschen Winter 2014/15: „Viren als Vorbild“

Verwendung für Sonnenblumenstengel

Ingenieure des nationalen Forschungsinstituts für Agrar- und Umwelttechnik (IRSTEA) haben einen neuen Prozess entwickelt, um die sogenannten Nebenprodukte der Sonnenblumenölherstellung zu verwerten.Am Ende kommen Dämmstoffe heraus.

Quelle: “Le tournesol a la fibre isolante”, Artikel aus Le Moniteur, 21.04.2015 –http://www.lemoniteur.fr/article/le-tournesol-a-la-fibre-isolante-28282134

Gütesiegel für Anti-Milben-Matrazen

8 von 24 Stunden des Tages verbringt der Mensch durchschnittlich mit Schlafen. Aufs Jahr hochgerechnet sind es also fast 3000 Stunden, in denen man sich im Bett bzw. auf der Matratze aufhält. Hier fühlen sich allerdings nicht nur Menschen wohl, sondern auch ca. 0,1 – 0,5 mm große Milben. Für Milben herrschen in Matratzen perfekte Bedingungen: Eine durchschnittliche Temperatur von 25 Grad, eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 70 Prozent sowie Hautschuppen des Menschen, von denen sich die weißen Spinnentiere ernähren. Zu finden sind Milben aber nicht nur in Matratzen, sondern auch in Bettwaren, Polstermöbeln und Teppichen.
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de/de/inline/pressrelease_99585.xhtml?excludeId=99585

Süße Rache kann auch Unbeteiligte treffen

Psychologen der Universität Marburg zeigen: Rache kann selbst dann „süß“ sein, wenn sie gegen eine unbeteiligte Person gerichtet ist – allerdings nur, wenn diese Person und der ursprüngliche „Täter“ einer gemeinsamen Gruppe angehören. In drei Untersuchungen mit mehr als 300 Teilnehmern untersuchten die Forscher Rachehandlungen an Tätern und Stellvertretern. Die Ergebnisse der Studien wurden im „Journal of Experimental Social Psychology“ veröffentlicht.

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WWWW vom 4.5.2015: Vom Weltraum ins Innere der Zelle

Säulen der Schöpfung jetzt in 3D

säulenderschöpfung
Astronomen haben mit MUSE am Very Large Telescope (VLT) der ESO die erste vollständige dreidimensionale Ansicht der berühmten “Säulen der Schöpfung” erstellt. Die Beobachtungen zeigen, wie sich die staubhaltigen Strukturen im Raum verteilen und machen viele neue Details sichtbar – darunter auch ein bislang unbeobachteter Materiestrahl, der von einem jungen Stern ausgestoßen wird.

– Fachartikel
Fotos vom Very Large Telescope der ESO
Webversion der Pressemitteilung mit weiteren Bildern (auch in höher aufgelösten Versionen).

Helium im Quantenzustand

Einen vor 40 Jahren von dem russischen Theoretiker Efimov vorhergesagten Quantenzustand haben Physiker der Goethe-Universität in einem Molekül aus drei Helium-Atomen entdeckt. Das vergleichsweise riesige Molekül kann nur in dem von der Quantenphysik eröffneten Tunnelbereich existieren.
Publikation:
M. Kunitski et al.: Observation of the Efimov state of the helium trimer, in Science, 1. Mai 2015

Rezeptoren spüren Bewegungen

Alles Leben basiert auf der Fähigkeit, Reize aus der Umwelt wahrnehmen und darauf reagieren zu können. Rezeptoren übernehmen dabei eine wichtige Funktion. Bei der Untersuchung einer speziellen Klasse von Rezeptoren haben Wissenschaftler der Uni Würzburg jetzt eine unerwartete Entdeckung gemacht.
Scholz et al., The Adhesion GPCR Latrophilin/CIRL Shapes Mechanosensation, Cell Reports (2015)

http://for2149.uni-wuerzburg.de Mehr Informationen zur Forschergruppe
http://dx.doi.org/10.1016/j.celrep.2015.04.008 Zur Originalpublikation

Wie Ribosomen Eiweiße produzieren

Ribosomen, die die Eiweiße der Zellen herstellen und dabei einem festgelegten genetischen Programm folgen, entstehen selbst nach einem streng hierarchischen Aufbau-Plan. In einem interdisziplinären Ansatz haben nun Wissenschaftler um Prof. Dr. Ed Hurt vom Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg (BZH) und Prof. Dr. André Hoelz vom California Institute of Technology in Pasadena den Mechanismus entschlüsselt, der diesen Ablauf regelt. Dabei entdeckten sie ein bisher unbekanntes Protein: Dieses steuert die Vorgänge im Zellkern, die es der Zelle erlauben, ribosomale Proteine in der korrekten Reihenfolge in das entstehende Prä-Ribosom einzubauen.
Originalpublikation:
P. Stelter, F. M. Huber, R. Kunze, D. Flemming, A. Hoelz, E. Hurt: Coordinated ribosomal L4 protein assembly into the pre-ribosome is regulated by its eukaryote-specific extension. Molecular Cell (April 30, 2015), doi: 10.1016/j.molcel.2015.03.029.

Lavasee-Bilder vom Mond Io

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Mit den ersten detaillierten Beobachtungen eines Lavasees auf einem Mond des Planeten Jupiter erweist sich das “Large Binocular Telescope” (LBT) in Arizona als Wegbereiter für die nächste Generation von Riesenteleskopen (Extremely Large Telescopes, oder ELTs). Die hier angewandten interferometrischen Bildverarbeitungsmethoden für hohe Bildauflösung wurden von einem internationalen Forschungsteam entwickelt, zu dem Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn und vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg gehören.

Wissenschaftliche Veröffentlichung im Astronomical Journal (Englisch)

Gerät soll im Notfall Beatmung übernehmen

Die Sensatronic GmbH in Wismar hat in enger Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Rostock ein neuartiges sprechendes Notfall-Beatmungsgerät für die Unterstützung der Reanimation von Notfallpatienten durch Laien entwickelt. Dieses Gerät soll, anders als die bisher üblichen Beatmungsgeräte, autark arbeiten, also unabhängig von einer festen Gas-und Stromversorgung und durch Laien bedienbar sein.