WWWW vom 31.8.2015: 100 Jahre Bildung in Thailand

Rattana Lao holds a doctorate in Comparative and International Education (Political Science) from Teachers College, Columbia University. She's now teaching in Thammasat University, Thailand.
Rattana Lao holds a doctorate in Comparative and International Education (Political Science) from Teachers College, Columbia University. She’s now teaching in Thammasat University, Thailand.
Ab und an erlaube ich mir mal eine Sondersendung zu machen, und heute ist es wieder so weit. Beim monatlichen BKK Scientique meetup hatten wir Rattana Lao zu Gast, die sich mit der Entwicklung der Schulbildung und Ausbildung in Thailand beschäftigt. Sie gab einen Überblick über “100 years of higer Education in Thailand”, und ich dachte mir, das könnte mal ganz interessant sei, weil man so einen Einblick selten bekommt.

Ich bin auf sie durch einen Artikel in der Bangkok Post aufmerksam geworden. Sie studierte in England mit einem Grand der thailändischen Prinzessin, sie pendelte zwischen Hongkong und Bangkok und machte ihren Doktor an der Columbia University in Amerika. Derzeit lehrt sie an der Thammasat University, die als progressiv und pro-demokratisch gilt. Sie schreibt viel, unter anderem bei Open Democracy.

Der Vortrag ist auf Englisch, ich hoffe jene Hörer, die kein Englisch können, werden mir verzeihen. Und ja, der Podcast ist heute viel länger als sonst.

WWWW vom 24.8.2015: Einwanderer, Flüchtlinge und Bomben

Landschaft erholt sich nach Erdrutschen

In Gebirgsregionen verursachen Erdbeben häufig starke Hangrutschungen, die durch starke Regenereignisse noch verstärkt werden können. Diese oft gewaltigen und gefährlichen Massenverlagerungen an steilen Hängen nehmen jedoch im Lauf der Zeit ab, und zwar unabhängig von meteorologischen Ereignissen und Nachbeben.

(Erdrutsch war übrigens das Wort was mir partout nicht einfallen wollte..)
O. Marc, N. Hovius, P. Meunier, T. Uchida, and S. Hayashi, “Transient changes of landslide rates after earthquakes”, GEOLOGY, Advance Online Publication, 21.08.2015; doi:10.1130/G36961.1

Weltweite Erhebung über aus- und eingewanderte Pflanzen

erdeinvasiv
Eine wissenschaftliche Erhebung gibt erstmalig eine globale Übersicht über die Einwanderung von Pflanzenarten auf fremden Kontinenten und ihre Ausbreitung außerhalb ihrer heimischen Territorien. In einer internationalen Kooperation von 38 Forschungseinrichtungen erfassten Biologen unter Leitung von Professor Dr. Mark van Kleunen von der Universität Konstanz Daten aus 481 Festlandgebieten und 362 Inseln, was rund 83 Prozent der weltweiten Landfläche entspricht.

Originalpublikation:
van Kleunen M, Dawson W, Essl F, Pergl J, Winter M, Weber E, Kreft H, Weigelt P, Pyšek P et al. (2015) Global exchange and accumulation of non-native plants. Nature doi:10.1038/nature14910.

Wenn Menschen fliehen müssen, sinken Stickstoffoxidemissionen

Politische und wirtschaftliche Krisen sowie internationale Konflikte können sich kurzfristig und drastisch auf die Schadstoffemissionen in einer Region auswirken. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie am Beispiel des Nahen Ostens herausgefunden. Die Wissenschaftler analysierten die Stickoxidbelastung der Atmosphäre während der letzten zehn Jahre. Die Daten ermittelten sie aus Satellitenmessungen der atmosphärischen Stickstoffdioxidmenge. Demnach sanken die Stickoxidemissionen vor allem in Regionen, in denen bewaffnete Konflikte herrschen und aus denen viele Menschen geflohen sind.

Weitere Informationen:
http://www.mpic.de/aktuelles/pressemeldungen/news/naher-osten-die-atmosphaerisch…

Wissen über Selbstmordprävention steigt

Die Berichterstattung über den Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke hat das Stigma gegenüber der Erkrankung Depression positiv beeinflusst. Die Deutschen sind seitdem eher bereit, bei Depression professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies zeigen Bevölkerungsumfragen im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes zur Aufklärung über Depression und Suizidprävention.

Klimawandel beeinflusst Fischfang dramatisch

Schon bei einer Erwärmung um 2 °C über das vorindustrielle Niveau bis 2050 ist mit jährlichen Gesamtverlusten bei den weltweiten Fischfängen im Wert von 17 bis 41 Milliarden US-Dollar zu rechnen. Das geht aus dem letzten Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC; Intergovernmental Panel on Climate Change) hervor. Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Erwärmung von 2 °C kaum mehr zu vermeiden ist, auch wenn die globalen Emissionen von Treibhausgasen in wenigen Jahren völlig eingestellt würden.
Eine Aufbereitung der Daten auf Deustch gibt es jetzt unter http://klimafakten.de.

Der gestörten Fettverbrennung auf der Spur

Schon lange stand eine bestimmte Genregion im Verdacht, für Übergewicht beim Menschen verantwortlich zu sein. Bisher waren die genauen Mechanismen hierfür aber ungeklärt. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM), des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Harvard Medical School und weiteren Partnern konnten jetzt zeigen, dass eine einzige genetische Veränderung in dieser Region die Fettverbrennung hemmt und stattdessen die Speicherung von Fett verstärkt.

Publikation
Claussnitzer M, Dankel SN, Kim K-H, et al. FTO obesity variant circuitry and adipocyte browning in humans. New England Journal of Medicine, August 2015.
DOI: 10.1056/NEJMoa1502214
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1502214

PODCASTEMPFEHLUNG

Heute empfehle ich http://www.fernostwaerts.de, ein Podcast der sich mit Ostasien beschäftigt, vor allem China. Katharin (@whitey_chan) und Nils (@ningwie) machen den Podcast. Bitte mal reinhören!

Bomben in Bangkok

Aus Gründen kann ich im (nicht Googlefâhigen Podcast) mehr sagen als im Googledurchsuchten Blog, aber eine gute Zusammenfassung der Ereignisse in Bangkok vergangene Woche gibt es hier bei der BBC. Grundsätzlich ist zu sagen dass Polizei und Verantwortliche bislang recht hilflos aussehen, offizielle Aussagen sich immer wieder widersprechen und wie so oft man das Ganze am liebsten vergessen und unter den Teppich kehren möchte.
Wer nach Bangkok reisen möchte, kann dies natürlich tun, die Stadt ist nicht mehr oder weniger gefährlich als jede andere Großstadt.

WWWW vom 17.8.2015: Wenn aus Tattoos Blausäure wird

Spielfreudige Affen wachsen langsamer

DE: Wildlebende Assammakakenkinder inspizieren ein Knie (Phu Khieo Wildlife Sanctuary, Thailand). - EN: Wild Assamese macaque infants inspecting a knee at the Phu Khieo Wildlife Sanctuary in northeastern Thailand.
DE: Wildlebende Assammakakenkinder inspizieren ein Knie (Phu Khieo Wildlife Sanctuary, Thailand). – EN: Wild Assamese macaque infants inspecting a knee at the Phu Khieo Wildlife Sanctuary in northeastern Thailand.
Raufen, Klettern, Springen – Spielen macht Spaß und fördert die Entwicklung, ist aber auch sehr anstrengend. Verhaltensbiologen vermuten daher, dass Tiere nur dann intensiv spielen, wenn sie überschüssige Energie zur Verfügung haben oder wenn das Spielen überlebenswichtige Vorteile mit sich bringt. Wissenschaftler um Julia Ostner von der Universität Göttingen und dem Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung haben dies an jungen Assammakaken in ihrem natürlichen Lebensraum in Thailand untersucht. Sie haben herausgefunden, dass die Tiere, die viel und wild spielen, langsamer wachsen als ihre gemütlicheren Artgenossen.
Originalveröffentlichung

Andreas Berghänel, Oliver Schülke, Julia Ostner (2015): Locomotor play drives motor skill acquisition at the expense of growth: a life history trade-off. Science Advances.http://advances.sciencemag.org/content/1/7/e1500451

Wie Zebrafischen wieder Flossen wachsen

Im Gegensatz zum Menschen sind Fische imstande, amputierte Körperteile vollständig wiederherzustellen. Ein prominentes Beispiel ist der Zebrabärbling, der auch als Zebrafisch bezeichnet wird. Seine Schwanzflosse regeneriert nach einer Verletzung innerhalb von drei Wochen vollständig. Wie wird die Produktion neuer Knochenzellen gesteuert, und wie gelingt es dem Zebrabärbling, dass das Skelett der wiederhergestellten Flosse wieder genauso aussieht wie das der ursprünglichen Flosse? Prof. Dr. Gerrit Begemann, Professor für Entwicklungsbiologie an der Universität Bayreuth, und seiner Doktorandin Nicola Blum ist es jetzt gelungen, wichtige Aspekte dieser Prozesse aufzuklären.
Veröffentlichung:
Nicola Blum and Gerrit Begemann, Osteoblast de- and redifferentiation is controlled by a dynamic response to retinoic acid during zebrafish fin regeneration.
Development 2015, Vol 142 / Issue 17; posted ahead of print August 7, 2015,
doi: 10.1242/dev.120204

Überschätzung kann teuer werden

Immer wieder erschüttern Fälschungsskandale wie der Fall Wolfgang Beltracchi Kunstmarkt und Kunstgeschichte. Eine Erklärungshypothese für die sich stetig wiederholenden Betrugs- und Täuschungsversuche besagt, dass Experten sich nach jedem aufgedeckten Fall in der falschen Sicherheit wiegen, ein solcher Betrug werde sich nicht mehr wiederholen – vor allem, weil sie sich im Rückblick sicher sind, dass die Fälschungen tatsächlich einfach zu enttarnen gewesen wären. Mit Hilfe eines Experiments haben nun Nachwuchswissenschaftler des Instituts für Europäische Kunstgeschichte und des Instituts für Psychologie der Universität Heidelberg unter der Leitung des Kunsthistorikers Prof. Dr. Henry Keazor gezeigt, dass dieses Phänomen der rückblickenden Selbstüberschätzung den wiederkehrenden Erfolg von Kunstfälschern erklären kann.

Warmes Wasser schmilzt Polareis

Warmes Wasser aus tieferen Meeresschichten kann signifikant zum Abschmelzen von polaren Eismassen beitragen. Untersuchungen eines internationalen Forscherteams zeigen, dass veränderte Strömungsverhältnisse vor 30.000 Jahren für einen Temperaturanstieg im Bodenwasser des Nordpolarmeers sorgten und eine Eisschmelze im Nordpolarmeer verursachten.
Originalarbeit:
Thornalley, D.J.R., Bauch, H.A., Gebbie, G. Guo, W., Ziegler, M., Bernasconi, S.M., Barker, S., Skinner, L.C., Yu. J. (2015): A warm and poorly ventilated deep Arctic Mediterranean during the last glacial period. Science (online), doi 10.1126/science.aaa9554

Tattooentfernung kann gefährlich sein

Mit der zunehmenden Verbreitung von Tätowierungen steigt auch der Trend, diese wieder zu entfernen. Daten zur Bewertung der Sicherheit der Entfernungsmethoden fehlen jedoch bislang. Das BfR hat nun mittels moderner analytischer Methoden die Spaltprodukte bestimmt, die bei Rubinlaserbestrahlung des kupferhaltigen Pigments Phthalocyanin-Blau entstehen. Dazu gehören 1,2-Benzendicarbonitril, Benzonitril, Benzol sowie Blausäure.
Mehr Infos

http://www.bfr.bund.de/cm/343/anforderungen-an-taetowiermittel.pdf

http://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/taetowierung-4929.html

http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_taetowiermitteln-187854.html

Aussehen verändert Populatiosgrößen

Warum die Populationsgrößen von Pflanzen- und Tierarten mehr oder weniger stark schwanken, ist eine Frage, die die Ökologie schon lange bewegt. Forscher der Linnaeus University in Schweden und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) haben nun ein wichtiges Detail zur Beantwortung dieser Frage gefunden. Dazu untersuchten sie über einen Zeitraum von elf Jahren nachtaktive Falter (Motten) und fanden heraus, dass individuelle Unterschiede der Tiere eine positive und stabilisierende Wirkung auf die Population haben.

Publikation:
Forsman, A., Betzholtz, P-E., and Franzén, M. (2015): Variable coloration is associated with dampened population fluctuations in noctuid moths. Proceedings of the Royal Society B 282: 20142922.
http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2014.2922

PODCASTEMPFEHLUNG

http://www.exponiert.berlin/

“Exponiert” ist ein Museumsspaziergangs-Podcast von Ulrike Kretzmer

WWWW vom 10.8.2015: Ausgrabungen und Leben im All

Vorneweg, ich war etwas müde heute Morgen, deshalb wird die heutige Episode wohl keinen Preis gewinnen…

Ausgrabungen am Hofheimer Kapellenberg

Hofheimausgrabung
Auch 2015 gräbt ein Team von Archäologen wieder am 6000 Jahre alten, jungsteinzeitlichen Fundplatz auf dem Kapellenberg bei Hofheim am Taunus. Bei der mittlerweile sechsten Grabungskampagne auf der etwa 45 Hektar großen Wallanlage sollen Untersuchungen im Vorderbereich des Kapellenbergs Anhaltspunkte zur Art und Dauer der Besiedlung geben. Die Kampagne startet am 7. September.

Integrinstörung kann Krebs fördern

Zusammenhalten gegen Krebs: Anheftungsproteine interagieren gezielt mit dem Zellgerüst, um die Beweglichkeit von Tumorzellen zu fördern. Das zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Marburg, Göttingen, Heidelberg und Turku (Finnland), indem sie den zugrunde liegenden Mechanismus beschreiben. Wenn die beteiligten Verbindungen nicht richtig zusammenwirken, können sich Krebserkrankungen ausbreiten.
http://Originalveröffentlichung: Ying Wang & al.: FMNL2 regulates β1-integrin and cell invasion, Devel. Cell 2015, http://www.cell.com/developmental-cell/abstract/S1534-5807%2815%2900422-0

Erste Netzhautprothese im Osten

Zum ersten Mal nach 15 Jahren völliger Blindheit konnte Bernd Burkhardt wieder Lichtflecke erkennen – und das an seinem 62. Geburtstag. Möglich wurde dies durch die Implantation einer Netzhautprothese, durchgeführt von den Augenärzten am Universitätsklinikum Leipzig. Der Eingriff war der erste dieser Art am UKL, und auch der erste im ostdeutschen Raum.

Warum unser Herz sich nicht repariert

Herzversagen ist weltweit die häufigste Todesursache. Der Hauptgrund dafür ist bekannt: Schäden am menschlichen Herzen verursachen das Absterben von Herzmuskelzellen. Dies führt wiederum zu einer Reduktion der Herzfunktion und damit zum Tod. Anders bei Zebrafischen und Lurchen. Sind deren Herzen geschädigt und Herzmuskelzellen abgestorben, können sich die noch vorhandenen Herzmuskelzellen wieder vermehren – mit der Folge, dass sich die Herzen regenerieren. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben jetzt eine mögliche Erklärung gefunden, warum dies bei menschlichen Herzzellen nicht funktioniert.
Das Paper gibt es unter http://dx.doi.org/10.7554/eLife.05563

Homer 1a wichtig bei Depressionstherapien

Homer1a als Schaltstelle im Gehirn für antidepressive Wirkung von Medikamenten und Schlafentzug identifiziert: Medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapien für die Depression wurden bisher meist zufällig durch klinische Beobachtungen entwickelt, ohne dass man die neurobiologischen Wirkmechanismen verstanden hat.
Originaltitel der Arbeit: Increased Signalling via Adenosine A1 Receptors, Sleep Deprivation, Imipramine and Ketamine Inhibit Depressive-like Behaviour via Up-regulation of Homer1a

Polarisationsfilter können Leben im All entdecken

Ein neuer Ansatz, um nach Leben auf anderen Planeten zu forschen: Ein internationales Team hat herausgefunden, dass Biopigmente, so genannte biologische photosynthetische Pigmente, von Pflanzen spezifische Spuren in dem von ihnen reflektierten Licht hinterlassen. Diese Biosignaturen hat Prof. Dr. Svetlana Berdyugina mithilfe von Polarisationsfiltern nachgewiesen.
Svetlana V. Berdyugina, Jeff R. Kuhn, David M. Harrington, Tina Šantl-Temkiv and E. John Messersmith. “Remote sensing of life: polarimetric signatures of photosynthetic pigments as sensitive biomarkers.” International Journal of Astrobiology. doi:10.1017/S1473550415000129.
http://dx.doi.org/10.1017/S1473550415000129

Schlechtes Verhalten schadet Zara und Co. nicht

Warum haben Unternehmen, die dem Thema Nachhaltigkeit scheinbar wenig Beachtung schenken, trotzdem Erfolg? Das hat eine Würzburger Studentin am Beispiel von Billigkleidung untersucht. Sie blickt dabei auch kritisch auf Organisationen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen..
Deutschlandfunk-Bericht http://www.deutschlandfunk.de/primark-kunden-niedrige-preise-wichtiger-als-schlechtes.697.de.html?dram:article_id=326677

PODCASTEMPFEHLUNG

http://countdown-podcast.de/ von Christopher van der Meyden und Frank Wunderlich-Pfeiffer. Die beiden reden über Raumfahrt, Raketentechnik und was von sonst so im All erleben kann.

WWWW vom 3.8.2015: Schnecken könnten MH370 finden helfen

EU-Rat ist kompliziert und komplex

EU Flag
Die Abstimmungsregeln des Rats der Europäischen Union, wie sie im Vertrag von Lissabon festgelegt wurden, weisen eine weltweit einmalige Komplexität auf, wenn sie spieltheoretisch interpretiert werden. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Bayreuth.
Sascha Kurz and Stefan Napel,
Dimension of the Lisbon voting rules in the EU Council: a challenge and new world record,
in: Optimization Letters, July 2015, DOI: 10.1007/s11590-015-0917-0

Sensation Seeker wollen dominante Partner

Welche Eigenschaften haben Menschen, die sich zu einem dominanten Partner hingezogen fühlen? Dieser Frage gingen Psychologen an der Universität Konstanz nach. In einer Online-Untersuchung kamen Dr. Gilda Giebel und ihre Kollegen zum Ergebnis, dass Menschen, die ein hohes Erregungslevel brauchen und aufregende soziale Aktivitäten suchen, starke Tendenzen hin zu einem dominanten Partner zeigen.
Originalpublikation: Gilda Giebel, James Moran, Anne Schawohl und Roland Weierstal, The thrill of loving a dominant partner: Relationships between preference for a dominant mate, sensation seeking, and trait anxiety. Personal Relationships, Volume 22, Issue 2, 275–284, June 2015. DOI:10.1111/pere.12079

Frauen als Chef so hart wie Männer

An Deutschlands Führungsspitzen gelangen vor allem Frauen, die ihre männlichen Kollegen in Sachen Unverträglichkeit noch übertreffen und ihnen in Punkto Machtwillen und Selbstdarstellung in nichts nachstehen. Diesen Schluss scheint eine Studie der Universität Hohenheim und der German Graduate School of Management and Law nahezulegen.

Schnecken könnten sagen wie MH370 ist

Auf der Insel La Réunion wurde am 29. Juli ein Flugzeug-Wrackteil angeschwemmt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gehört es zu der seit März 2014 vermissten Malaysia-Airlines-Maschine MH 370. Anhand des Wrackteils könnten der Kölner Geologe Prof. Dr. Hans-Georg Herbig und der Biologe Dr. Philipp Schiffer die Absturzstelle identifizieren. An dem Trümmerstück kleben womöglich Organismen, die es nur in bestimmten Gebieten der Erde gibt.
Ein Videostatement von Professor Herbig unter folgendem Link:

https://www.youtube.com/watch?v=WwOO6-24wPU&feature=youtu.be

Verzwickte Sache: Gute Hodentumore werden böse

Bestimmte Arten von Hodentumoren können sich von einer relativ gutartigen in eine aggressivere Form umwandeln. Dazu reicht es aus, wenn sie mit Zellen außerhalb des Hodens in Kontakt treten. Das konnten Forscher der Universität Bonn zusammen mit spanischen Kollegen in einer umfangreichen Studie zeigen.
Publikation: Daniel Nettersheim, Sina Jostes, Rakesh Sharma, Simon Schneider, Andrea Hofmann, Humberto J. Ferreira, Per Hoffmann, Glen Kristiansen, Manel B. Esteller und Hubert Schorle: BMP inhibition in seminomas initiates acquisition of pluripotency via NODAL signaling resulting in reprogramming to an embryonal carcinoma; PLOS Genetics; DOI: 10.1371/journal.pgen.1005415

Warum wir Altern? Es sind die Proteine…

Die Frage, warum wir Altern, ist eine der spannendsten Fragen der Menschheit, bislang aber nicht annähernd geklärt. Wissenschaftler am FMP sind der Antwort näher gekommen. In einer Studie konnten sie erstmals zeigen, dass ein bestimmter Bereich einer Zelle, das sogenannte Endoplasmatische Retikulum, im Alter seine oxidative Eigenschaft verliert. Geht dieses Lebenselixier verloren, können viele Proteine nicht mehr korrekt reifen.

Mädchen HIV-frei nach früher Medikation

Ein 18 Jahre altes französisches Mädchen, das sich perinatal mit HIV infizierte, ist in Remission, obwohl sie seit 12 Jahren keine Behandlung mehr bekommen hat.
Pierre Frange et al., „HIV-1 virological remission for more than 11 years after interruption of early initiated antiretroviral therapy in a perinatally-infected child“, 8th IAS Conference on HIV Pathogenesis, Treatment and Prevention, July 19-22, Vancouver (Canada), abstract n°MOAA0105LB, oral communication, July 20th, 2015.

PODCASTEMPFEHLUNG

Cells in Motion ist der Podcast der Westfälischen Wilhelms-Universität und wird gemacht von Frank Schlegel. Der Podcast ist noch recht jung, aber es gibt schon 11 Folgen. Darin geht es weitgehend um Forschungsprojekte der Uni. In der Regel werde Forscher interviewt.