WWWW vom 31.10.2016: Asienkrabbe, Pflanzeninvasion, Chinaexpansion

Asiatische Krabbe in der Wismarbucht

strandkrabbeSpektakuläre Funde an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern. Der Meeresbiologe Dr. Wolfgang Wranik von der Universität Rostock, entdeckte bei einem Schnorchelgang im Flachwasser der Wismarbucht eher zufällig neue Einwanderer, also so genannte Aliens. Konkret handelt es sich um die Asiatische Strandkrabbe (Hemigrapsus takanoi) und Vertreter der Kopfschildschnecken.

Selbstbefruchter sind oft erfolgreicher in der Verbreitung

Eine von Ökologen der Universität Konstanz durchgeführte Studie zeigt, dass sich Pflanzen, die in der Lage sind, Samen ohne Partner oder Bestäuber zu produzieren, eher außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes ansiedeln und sich somit besser weltweit verbreiten können.
Originalpublikation:
Mialy Razanajatovo, Noëlie Maurel, Wayne Dawson, Franz Essl, Holger Kreft, Jan Pergl, Petr Pyšek, Patrick Weigelt, Marten Winter & Mark van Kleunen: Plants capable of selfing are more likely to become naturalized.

Chinas großes Projekt

Rohstoffhunger, größere Absatzmärkte und sichere Handelsrouten waren ausschlaggebend für die Volksrepublik China, einen alten Traum wiederzubeleben: die „neue“ Seidenstraße, eine alte Karawanen-Handelsroute. Seit 2013 werden die meisten dieser Großprojekte unter dem Schirmkonzept der “One Belt, One Road” (OBOR) zusammengefasst. Ein riesiges Infrastrukturprojekt, das gegenwärtig etwa 65 Staaten mit einer Gesamtbevölkerung von 4,4 Milliarden Menschen umfasst. Im Wesentlichen geht es darum, die Infrastruktur in Ost- und Zentralasien auf- und auszubauen – grenzüberschreitende Straßen, Eisenbahnlinien, Pipelines, Glasfaserkabel, und künstliche Wasserstraßen.

Eiweißkost hilft bei Fettleber

Wie eine neue Ernährungsstudie unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) zeigt, verringert eiweißreiches Essen innerhalb von sechs Wochen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das Leberfett um bis zu 48 Prozent. Dabei war es egal, ob die Kost vorwiegend auf pflanzlichem oder tierischem Eiweiß basierte.

WWWW vom 24.10.2016: Zittern, Gravastern und selbst heilender Akku

Dem Zittern auf der Spur

Zu viel Kaffee oder eine aufregende Situation können auch bei gesunden Menschen zu einem fühlbaren und sichtbaren Zittern (Tremor) der Hände führen. Ungefähr jeder hundertste Mensch leidet aber an andauerndem und stärker ausgeprägtem Zittern, was das Krankheitsbild des Essentiellen Tremors (ET) bestimmt. Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in Kooperation mit internationalen Arbeitsgruppen nach möglichen Ursachen des ET gesucht und konnten drei Gene identifizieren, die mit dem Zittern in Verbindung stehen.

Akku kann sich selbst nach einem Bruch heilen

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Elektronik, die in Kleidung eingearbeitet werden kann, liegt im Trend. Allerdings hakt es noch etwas bei der Stromversorgung. In der Zeitschrift Angewandte Chemie stellen Wissenschaftler jetzt dünne flexible Lithiumionen-Akkus mit Selbstheilungseigenschaften vor, die sicher am Körper getragen werden könnten. Sogar nach einem vollständigen Bruch wachsen sie wieder zusammen, ohne wesentliche Einbuße bei ihren elektrochemischen Eigenschaften.
Angewandte Chemie: Presseinfo 33/2016

Autor: Huisheng Peng, Fudan University (China),http://www.polymer.fudan.edu.cn/polymer/research/Penghs/main.htm

Link zum Originalbeitrag: http://dx.doi.org/10.1002/ange.201607951

Großer Schritt zur Heilung von Morbus Crohn

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn – allein in Deutschland sind geschätzt 400.000 Menschen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen betroffen. Tendenz steigend. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), der Yale University und des Sonderforschungsbereichs 841 (SFB 841) konnten nun einen grundlegenden molekularen Hebel identifizieren, der mitverantwortlich ist, dass die Darmschleimhaut bei den Patienten nicht ausheilt und die Krankheit chronisch wird.

Literatur:
Penelope Pelczar, Mario Wittkowski, Laura Garcia Perez et al., A pathogenic role for T-cell derived IL-22BP in inflammatory bowel disease.
http://science.sciencemag.org/cgi/doi/10.1126/science.aah5903.

Erste Uterustransplantation in Deutschland

Ein multidisziplinäres Ärzteteam unter der Leitung von Prof. Sara Brucker, Prof. Alfred Königsrainer, Prof. Silvio Nadalin und Prof. Diethelm Wallwiener aus dem Department für Frauengesundheit** und der Universitätsklinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Tübingen hat in Kooperation mit dem Uterustransplantationsteam des Universitätsklinikums Göteborg, Schweden unter der Leitung von Prof. Mats Brännström, Prof. Pernilla Dahm-Kaller und Prof. Niklas Kvarnström die erste Uterustransplantation in Deutschland durchgeführt.

Kork hält Fischbecken sauber

Die Überfischung der Weltmeere ist ein globales Problem. Einen Ausweg liefert die Aquakultur, die schon heute mehr als die Hälfte der weltweit verzehrten Menge an Fisch liefert.
Mit einem jährlichen Wachstum von acht Prozent ist die Branche ein Zukunftsmarkt – die aber auch Umwelt- und Qualitätsstandards permanent überprüfen und verbessern muss.
Experten der Fischereiforschungsstelle des Landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg haben einen Futterzusatz entwickelt, der sich sehr gut für die Produktion in der Aquakultur eignet: Kork.

Doch kein Gravastern entdeckt

Gravasterne sind hypothetische Objekte, die Schwarzen Löchern ähneln, aber mathematisch weniger bizarr sind. Nach der Entdeckung der Gravitationswellen konnten Theoretiker erstmals überprüfen, ob es sie wirklich gibt. Die Modellrechnungen sprechen dagegen, wie Luciano Rezzolla von der Goethe-Universität und Cecilia Chirenti von der Universität Sao Paolo, Brasilien, berichten.

Cecilia Chirenti, Luciano Rezzolla: “Did GW150914 produce a rotating gravastar?”, in Physical Review D 94, 084016 (2016). https://doi.org/10.1103/PhysRevD.94.084016.

Wasserstoff-Tropfen im Weltraum


Radioastronomen der Uni Bonn veröffentlichen Durchmusterung des kompletten sichtbaren Himmels. Jahr für Jahr entstehen in der Milchstraße ein bis zwei neue Sterne von der Masse der Sonne. Bislang war unklar, woher das Material dazu stammt. Den Schlüssel zur Lösung fanden Astronomen in einer neuen, vollständigen Durchmusterung des gesamten Himmels. Dazu kombinierten die Forscher Daten von den beiden weltweit größten Radioteleskopen auf der nördlichen und südlichen Erdhalbkugel. Resultat ist der bislang schärfste Rundumblick auf unsere Heimatgalaxie.
Publikation:
HI4PI collaboration: N. Ben Bekhti, L. Flöer, R. Keller, J. Kerp, D. Lenz, B. Winkel, J. Bailin, M. R. Calabretta, L. Dedes, H. A. Ford, B. K. Gibson, U. Haud, S. Janowiecki, P. M. W. Kalberla, F. J. Lockman, N. M. McClure-Griffiths, T. Murphy, H. Nakanishi, D. J. Pisano, L. Staveley-Smith: HI4PI: A full-sky Hi survey based on EBHIS and GASS; Astronomy & Astrophysics;
DOI: 10.1051/0004-6361/201629178

WWWW vom 17.10.2016: Blinde Fische und römische Schiffe

Römer segelten auch auf Flüssen

Neben dem Wagenrennen liefert die Seeschlacht die spektakulärsten Szenen der Neuverfilmung von Ben Hur. Sie führen einem Millionenpublikum beiläufig vor Augen, welche exzellenten Schiffsbauer die Römer waren. Römische Binnentransportschiffe wirken zwar weniger imposant als geruderte Kriegsschiffe, waren für die Infrastruktur und Logistik des Römischen Reiches aber von enormer Bedeutung. Die Professoren Christoph Schäfer von der Universität Trier und sein Kollege Karl Hofmann von Kapherr von der Hochschule Trier haben für diesen weit verbreiteten Schiffstyp bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen.

Regen treibt unbekannten Fisch an die Oberfläche

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Anhand morphologischer Merkmale und mittels DNA-Analysen wiesen Fischforscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin und vom Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK) in Bonn mit Kollegen aus Kurdistan eine neue, unterirdisch lebende, blinde Schmerlenart aus dem Irak nach. Diese Art ist die zweite Spezies einer erst kürzlich aufgestellten Schmerlengattung. Extrem starke Regenfälle im März 2016 spülten die Tiere aus dem Untergrund an die Erdoberfläche.
Quelle:
Freyhof, J., Abdullah, Y. S., Ararat, K., Ibrahim, H., Geiger, M. F. (2016): Eidinemacheilus proudlovei, a new subterranean loach from Iraqi Kurdistan (Teleostei; Nemacheilidae). -.

http://doi.org/10.11646/zootaxa.4173.3.2

Mischwälder sichern Artenvielfalt und Produktivität

Zum ersten Mal haben Wissenschaftler die Biodiversität und ihren Einfluss auf die Produktivität von Wäldern weltweit untersucht. Dafür sind Daten von mehr als 770.000 Probeflächen aus 44 Ländern ausgewertet worden. Die Studie erfasst rund 30 Millionen Bäume, darunter 8700 Baumarten von Mangroven über Bäume in tropischen Feuchtwäldern, Mitteleuropa, Tundren und Trockensavannen bis hin zum Bestand in mediterranen Wäldern. Die Autoren schlussfolgern, dass ein Artenrückgang zu massiven Einschnitten bei der Produktivität der Wälder führt, während in Mischbestände umgewandelte Monokulturen signifikant höhere Holzzuwächse erbringen können.

Antikörper-Therapie könnte auch bei HIV helfen

Weltweit sind laut WHO rund 36 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Ein Heilmittel gegen die tödliche Virusinfektion konnte bislang noch nicht gefunden werden. Nun hat ein internationales Forscherteam, an dem auch Wissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums (DPZ), Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen, beteiligt waren, eine neue Behandlungsstrategie gegen das dem HIV verwandte Simiane Immundefizienz-Virus (SIV) entwickelt.
Originalpublikation

Byrareddy, S.N. et al. (2016): Sustained virologic control in SIV+ macaques following short term ART and alpha4beta7-mAb treatment. Science, 355 (6309), 14. Oktober 2016

Science Slam Weltraum

Die Raumfahrt birgt enorme Erkenntnispotentiale. Technik- und Naturwissenschaften erliegen der Faszination einer ganz speziellen Forschungsumgebung, die exzellente Wissenschaft ebenso wie die Neugier der Forschenden herausfordert. Doch die Gesellschafts- und Geisteswissenschaften partizipieren bis jetzt nur vereinzelt an diesen Ressourcen und Herausforderungen. Fehlt es am Interesse? Am Selbstbewusstsein der Disziplinen? An mangelnden Erfolgsaussichten? Es ist an der Zeit, das zu ändern. Aufgerufen werden daher Kultur-, Gesellschafts- und Geisteswissenschaftlerinnen, sich mit Projektideen für Forschungsprogramme im sogenannten Moon Village auf einen Science Slam zu bewerben.
Utopie im Weltraum – schwerelos und forschungsstark
14. Dezember 2016, 18.00 h im Schader-Forum Darmstadt

WWWW vom 10.10.2016: Motorfrosch, Motorkortex und Motzkast

Mal wieder ein wenig Werbung für andere Podcasts: Heute der Motzcast aus Offenbach. Es geht ums Motzen, wie der Name schon sagt.

Kleiner Frosch mit Motorsound

frosch
Senckenberg-Wissenschaftler haben in Brasilien zwei neue Pfeiffrosch-Arten entdeckt. Einer der neu beschriebenen Amphibien hat den Beinamen „Motörchen“ erhalten – der Ruf der winzigen männlichen Frösche erinnert an ein Motorengeräusch. Das internationale Wissenschaftlerteam analysierte über 2000 Froschrufe und konnte anhand der akustischen, morphologischen und genetischen Merkmale die Artenzahl von bisher 18 auf 20 Arten erhöhen.
Two New Species of Pseudopaludicola (Anura: Leptodactylidae: Leiuperinae) from Eastern Bolivia and Western Brazil. André Pansonato, Ana Cristina P. Veiga-Menoncello, Jessica R. Mudrek, Martin Jansen, Shirlei M. Recco-Pimentel, Itamar A. Martins, and Christine Strüssmann. Herpetologica 2016 72 (3), 235-255. DOI:http://dx.doi.org/10.1655/Herpetologica-D-14-00047.1

Hormone mit monatlichem Einfluss auf weibliches Gehirn

Unser Gehirn besitzt selbst im Erwachsenenalter keine starre Struktur. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben nun eine weitere erstaunliche Beobachtung gemacht: Das Gehirn kann sich nicht nur wie bisher angenommen in langfristigen Prozessen an die Umwelt anpassen. Vielmehr gelingt ihm das jeden Monat aufs Neue. Die Forscher haben beobachtet, dass bei Frauen parallel zum Rhythmus des Östrogenspiegels über ihren Monatszyklus hinweg auch die Struktur ihres Hippocampus variiert – einer Hirnstruktur, die für Gedächtnis, Stimmung und Emotionen besonders wichtig ist.
Originalpublikation:
Barth, C. et al.
In-vivo Dynamics of the Human Hippocampus across the Menstrual Cycle.
Nature Scientific Reports 6, 32833

Kunststoffe aus Biofasern

Aus Abfällen der Papierproduktion lassen sich hochwertige Kunststoffe herstellen. Wie das geht, haben Fraunhofer-Forscher herausgefunden. Den Straubinger Forschern geht es nicht um kompostierbare Plastiktüten, sondern um stabile High-Performance-Kunststoffe für spezielle Anwendungen, die sich umweltfreundlich herstellen lassen. An dem Straubinger Institutsteil BioCat des IGB, das Professor Volker Sieber leitet, wurden Verfahren für die Umwandlung von Terpenen, sprich Reststoffen der Cellulosegewinnung aus Holz, zu Biotensiden, biobasierten Epoxiden oder Monomeren für besonders schlagfeste, kältestabile Polyamide entwickelt.

Maiszünsler sind anders

Wie findet eine männliche Motte die richtige Partnerin, wenn zwei ähnliche Stämme weiblicher Motten mit ihren Pheromonen locken? In vielen Arten sind die Unterschiede in den Insektenantennen, mit denen die Mottenmännchen die Lockstoffe riechen, für die Wahl der Partnerin verantwortlich. Beim Maiszünsler scheinen jedoch Veränderungen im Hirn der Männchen die Wahl zwischen den zwei zur Verfügung stehenden Weibchenstämmen zu bestimmen.
Originalveröffentlichung:
Koutroumpa, F. A., Groot, A. T., Dekker, T., Heckel, D. G. (2016). Genetic mapping of male pheromone response in the European Corn Borer identifies candidate genes regulating neurogenesis. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (Early Edition), DOI: 10.1073/pnas.1610515113
http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1610515113

Pasta oder Proteine

Kohlenhydrate machen krank und dick? Ganz im Gegenteil, wie die University of Sydney meldet. Eine kohlenhydratreiche Ernährung unterstützt die Produktion eines Hormons, das den Appetit zügelt, die Gesundheit erhält und auch als lebensverlängernd gilt.

Motor-kortex nicht nur ausführend bei Entscheidungen

Tübinger Neurowissenschaftler finden Hinweise, dass der Motor-kortex unsere Entscheidungsfindung beeinflusst ‒ und bei “Ent-weder-Oder”-Entscheidungen für abwechselnde Reaktionen sorgt. Die Forscher haben nun Hinweise gefunden, die dieser Unterteilung in „entscheidende“ und „reagierende“ Hirnregionen widersprechen. Demnach finden sich in motorischen Arealen unseres Gehirns Echos vorhergehender Entscheidungen, die Einfluss auf unsere nächsten Entscheidungen haben.
Publikation:
Anna-Antonia Pape, Markus Siegel: Motor Cortex Activity Predicts Response Alternation during Sensorimotor Decisions. Nature Communications (2016). http://dx.doi.org/ncomms13098

WWWW vom 3.10.2016: Gute Menschen, alte Menschen und müde Menschen

Neuer EEG-Algorithmus hilft Übererregung zu vermeiden

Tagesmüdigkeit ist ein belastendes Symptom, das sowohl bei psychischen Störungen wie Depression, Angst und Schlafstörungen als auch bei diversen nicht-psychiatrischen Erkrankungen häufig berichtet wird. Neurophysiologen des Universitätsklinikums Leipzig haben nun eine Methode entwickelt, die dazu beitragen soll, zu erkennen, ob die Erschöpfung bei einem Patienten mit einem zu niedrigem oder einem zu hohen zentralnervösen Erregungsniveau einhergeht.
Quelle:
Ulrich Hegerl, Tilman Hensch. The vigilance regulation model of affective disorders and ADHD. Neuroscience an Biobehavioral Reviews 44 (2014) 45-57

Energieverbrauch kann im Alter steigen

Wie ernährt man sich im Alter optimal? Das ist eine zentrale Frage in unserer Gesellschaft, die sich im demographischen Wandel befindet. Die Gießener Senioren Langzeitstudie (GISELA), die am Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) vor mehr als 20 Jahren begonnen hat, bringt Licht in die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit im Alter.

Arschloch bleibt Arschloch, auch in der Not

Denken Menschen in Gefahrensituationen nur an sich selbst? In einer Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports erschienen ist, haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung gezeigt, dass Hilfsbereitschaft gerade im Notfall stark von der Persönlichkeit abhängt. Die Ergebnisse zeigen: Soziale Menschen helfen in der Not, Egoisten nicht.
Moussaïd, M., & Trauernicht , M. (2016). Patterns of cooperation during collective emergencies in the help-or-escape social dilemma. Nature Scientific Reports. doi:10.1038/srep33417

Kleine Städte von Klimawandel besonders betroffen

indonesien
Nicht Megacitys, sondern kleine und mittelgroße Städte wachsen rapide und sind besonders verwundbar gegenüber Extremereignissen und Klimawandel und müssen daher besser geschützt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine von einem internationalen Forscherteam unter der Federführung von Prof. Jörn Birkmann (Universität Stuttgart) erarbeite neue Studie, über die das Fachmagazin NATURE berichtet. Insbesondere sollten die schnellwachsenden Klein- und Mittelstädte in Afrika und Asien bei der in wenigen Tagen beginnenden Weltkonferenz für Städte mehr Beachtung finden.
Birkmann, Joern; Welle, Torsten, Solecki, William; Lawsa, Shuaib and Garschagen, Matthias (2016): Boost resilience of small and mid-sized cities, smaller settlements are growing faster than megacities — and they need more protection from extreme events, in: NATURE (vol. 537), Seiten 605-608. Onlineversion und ergänzende Materialien:
http://nature.com/articles/doi:10.1038/537605a

Spermidin hilft Synapsen

Gedächtnisdefizite im Alter können einer deutsch-österreichischen Studie zufolge unter Umständen durch die Einnahme des Polyamin-Moleküls Spermidin gemindert oder behoben werden. Diese natürliche Substanz könne bewirken, dass Synapsen im Gehirn ihre Fähigkeit auch im Alter beibehielten, Nervenzellen zu verbinden, fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Stephan Sigrist von der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. André Fiala von der Georg-August-Universität Göttingen und Prof. Dr. Frank Madeo von der Karl-Franzens-Universität Graz durch Untersuchungen an der Fruchtfliege Drosopila melanogaster heraus.
Quelle: PLOS Biology | DOI:10.13 71/journal.pbio.1002563 September 29, 2016

Wie hochenergetische Partikel an der Erde abprallen

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“