WWWW vom 3.5.2012: Immunabwehr und Klimaänderung

Ozean wird schneller sauer als je zuvor

Eine internationale Forschergruppe mit Beteiligung von Wolfgang Kiessling vom Berliner Museum für Naturkunde untersuchte die Belege für Ozeanversauerung in der geologischen Vergangenheit und nimmt den Klimawandel-Skeptikern gehörig Wind aus den Segeln. Wahrscheinlich war der Eintrag des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre und das Meerwasser noch nie so groß wie heute. Das Wasser wird dadurch zwar nicht so sauer wie in einer Sprudelflasche, aber es reicht aus, den Organismen, die ein Skelett aus Kalk ausscheiden, das Leben schwer zu machen. Dazu gehören zum Beispiel Korallen und Muscheln, aber auch winziges Plankton, das am Anfang der Nahrungskette steht.

Bild: Fossile Kalkschaler, deren heutige Verwandte unter Ozeanversauerung leiden. Im Uhrzeigersinn: Planktonische Foraminifere, Plättchen einer planktonischen Kleinalge, Steinkoralle. www.naturkundemuseum-berlin.de

Neues Kontrastmittel soll alzheimer-Plaques besser sichtbar machen

Forscher des MIRCen haben ein neues Protokoll für MRT-Untersuchungen (Magnetresonanztomographie) entwickelt, um die β-Amyloid-Plaques bei Alzheimer-Patienten schneller zu erkennen. Diese Plaques sind die Ursache für eine Reihe von Ereignissen, die zur Alzheimer-Demenz führen. Zahlreiche therapeutische Ansätze zielen auf die Zerstörung dieser Plaques ab, um die Entwicklung der Krankheit zu verlangsamen. Bislang waren diese aber schwer zu erkennen. Abhilfe schafft nun ein Mangankontrastmittel.

Chip erkennt Krebszellen im Blut

Bereits im Frühstadium einer Krebserkrankung befinden sich einzelne Krebszellen im Blut. Bestimmte Untergruppen dieser zirkulierenden Tumorzellen können Auslöser für Metastasierungen sein. Bei Brustkrebs ist bekannt, dass diese sich von den ursprünglichen Tumorzellen unterscheiden können, eine Therapie überleben und später zu einem Rückfall führen können. Entsprechend aufschlussreich kann es sein, sie im Blut nachzuweisen und genauer zu untersuchen. Forscher von der University of Washington (Seattle, USA) beschreiben in der Zeitschrift Angewandte Chemie nun eine neue chipbasierte Methode, mit der sich winzige Konzentrationen solcher Zellen in Blut bestimmen und isolieren lassen.
Autor: Daniel T. Chiu, University of Washington, Seattle (USA), http://depts.washington.edu/chem/people/faculty/chiu.html

Angewandte Chemie, Permalink to the article: http://dx.doi.org/10.1002/ange.201108695

Mechanismus für Stammzellensterben entschlüsselt

Im Alter wird das Immunsystem meist schwächer. Eine Ursache dafür ist das allmähliche Schwinden der Stammzellen, aus denen der Körper immer neue Immunzellen bilden kann. Forscher der Universität Ulm haben jetzt gemeinsam mit Kollegen vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig den dafür verantwortlichen Mechanismus identifiziert. DNA-Schäden, wie sie sich im Lauf des Lebens in allen Zellen ansammeln, aktivieren ein Gen, das die Stammzellen zu „fertigen“ Abwehrzellen ausreifen lässt. Dadurch büßen sie die Fähigkeit zur ständigen Selbsterneuerung ein – und gehen schließlich verloren.
Originalpublikation:
A Differentiation Checkpoint Limits Hematopoietic Stem Cell Self-Renewal in Response to DNA Damage. Cell, Vol. 148, Issue 5, 1001–1014, March 2, 2012.

Spermien sind gute Rechner

Wie schnell die Kalzium-Konzentration in der Zelle sich ändert, bestimmt das Schwimmverhalten von Spermien. Sie können die Kalzium-Dynamik berechnen und darauf reagieren. Dabei entpuppen sie sich als wahre Rechenkünstler.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*