WWWW vom 3.12.2012: Mausmakis wissen, ob Daddys Verwandschaft ruft

Ruf verrät Madagaskar-Affen die Verwandschaftslinie

Graue Mausmakis sind nachtaktiv und kommen ausschließlich auf Madagaskar vor, wo sie im dichten Gebüsch des Tropenwaldes zu Hause sind. Foto: S. Kessler
Graue Mausmakis sind nachtaktiv und kommen ausschließlich auf Madagaskar vor, wo sie im dichten Gebüsch des Tropenwaldes zu Hause sind. Foto: S. Kessler
Um Inzucht zu vermeiden, haben Säugetiere verschiedene, zum Teil sehr aufwändige, Strategien entwickelt, Männchen aus ihrer väterlichen Ahnenreihe zu identifizieren. Bei einigen Affen wie Pavianen, Makaken oder Menschenaffen wird diskutiert, dass die Weibchen ihre männliche Verwandtschaft visuell erkennen, so dass sie Paarungen mit ihren männlichen Verwandten vermeiden. Bisher wurde angenommen, dass nur Säugetiere mit verhältnismäßig großen Gehirnen, die in komplexen sozialen Gemeinschaften leben, ihre väterliche Verwandtschaft erkennen können. Wissenschaftlerinnen aus dem Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und der Arizona State University berichten jetzt im Journal BMC Ecology (www.biomedcentral.com/1472-6785/12/26/abstract), dass auch die kleinsten Primaten der Welt, die Mausmakis, väterliche Verwandte erkennen können, und zwar an der Stimme.

Teilnehmer gesucht für Studie über Missbrauchs-Opfer

Eines von vier Mädchen und einer von elf Jungen wird in Deutschland Opfer eines sexuellen Missbrauchs, zehn Prozent der Kinder erleben körperliche Misshandlung. Die meisten entwickeln nach einem solch belastenden Erlebnis eine Posttraumatische Belastungsstörung: Schmerzliche Erinnerungen kehren immer wieder, die Jugendlichen leiden unter Albträumen, fühlen sich gefühlstaub und ständig angespannt. An der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Goethe-Universität Frankfurt wurden bisher zwölf Betroffene erfolgreich nach einem neuen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Konzept behandelt.
Informationen: Dr. Franziska Schreiber, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23973, schreiber@psych.uni-frankfurt.de oder Dipl.-Psych. Jana Gutermann, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23989, gutermann@psych.uni-frankfurt.de

Peripherie ist ein politisches Problem, nicht ein geographisches

In zwei Buchveröffentlichungen erklären Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), welche Prozesse dazu führen, dass Regionen, Städte oder Stadtteile zur Peripherie werden. Dahinter steckt die Grundannahme, dass Peripherie deutlich mehr ist als nur eine Randlage. Vielmehr führt ein komplexes Zusammenspiel von Abstiegsprozessen dazu, dass Orte eingeschränkte Handlungsspielräume besitzen. „Versteht man diesen Prozess, kann man auch über Auswege nachdenken“, sagen Dr. Matthias Bernt und Dr. Matthias Naumann.
– Bernt, Matthias; Liebmann, Heike (Hrsg.): Peripherisierung, Stigmatisierung, Abhängigkeit? Deutsche Mittelstädte und ihr Umgang mit Peripherisierungsprozessen. Heidelberg u.a.: Springer VS, 2013, 234 Seiten, ISBN 978-3-531-18596-5

-Fischer-Tahir, Andrea; Naumann, Matthias (Hrsg.): Peripheralization. The Making of Spatial Dependencies and Social Injustice. Heidelberg u.a.: Springer VS, 2012, 320 Seiten, ISBN 978-3-531-18332-9

Honigtopf lockt Spambots an – 87 Milliarden Mails pro Monat

Um Angreifern im Internet auf die Schliche zu kommen, wechseln die RUB-Forscher um Prof. Dr. Thorsten Holz zum Schein die Seiten: Schlecht geschützte Netzwerkressourcen dienen als Köder für die Schädlinge. Ist sie das System einmal kompromittiert, können die Forscher in aller Ruhe genau beobachten, was die Angreifer darauf treiben. Dieses Wissen fließt dann in Schutzmaßnahmen ein.

Neu Erkenntnisse über Nassfäule

Nassfäule verursacht hohe Schäden in der Landwirtschaft, indem sie Obst, Gemüse und Kulturpilze in matschigen Brei verwandelt. Deutsche Forscher haben mithilfe bildgebender Massenspektrometrie, genetischen und bioinformatischen Methoden (“Genome Mining”) nun die Substanz entdeckt, mit der die Bakterien die Pilze zersetzen. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, könnte die Jagaricin genannte Substanz ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Antimykotika sein.


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