WWWW vom 10.12.2012: Flüchtende Fruchtfliegen

Geosmin vertreibt Drosophila

Verdorbene Nahrung kann tödlich sein, wenn sie zusammen mit krankheitserregenden Bakterien in den Verdauungstrakt gelangt. Besonders der Geruchssinn muss vor gefährlich verdorbenen Mahlzeiten schützen. Verhaltens- und Neurobiologen des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena haben jetzt erstmals den Fluchtreflex vor giftiger Nahrung im Gehirn von Fruchtfliegen entschlüsselt.
Originalveröffentlichung:
Marcus C. Stensmyr, Hany K. M. Dweck, Abu Farhan, Irene Ibba, Antonia Strutz, Latha Mukunda, Jeanine Linz, Kathrin Steck, Sofia Lavista-Llanos, Dieter Wicher, Silke Sachse, Markus Knaden, Paul G. Becher, Yoichi Seki, Bill S. Hansson (2012).
A conserved dedicated olfactory circuit for detecting harmful microbes in Drosophila.
CELL, December 7, DOI: 10.1016/j.cell.2012.09.046
http://dx.doi.org/10.1016/j.cell.2012.09.046

Proteine machen Schotten dicht

Marburger und US-amerikanische Biologen haben einen bislang unbekannten Proteinkomplex identifiziert, der Bakterienzellen in verschiedenartige Binnenräume unterteilt – er lässt keine Makromoleküle von der einen Seite auf die andere passieren. Einen derartigen Mechanismus kennt man bisher nur von Lebewesen aus der Gruppe der Eukaryoten, deren Zellen einen echten Kern besitzen.
Originalveröffentlichung: Susan Schlimpert, Eric A. Klein & al.: General Protein Diffusion Barriers Create Compartments within Bacterial Cells, Cell (2012), URL:http://dx.doi.org/10.1016/j.cell.2012.10.046\

Riesenmolekül bietet Platz für andere Substanzen

Bielefelder Riesenmoleküle haben schon mehrfach Schlagzeilen gemacht. Sie bestehen aus 176 Metallatomen – einem Vielfachen herkömmlicher Moleküle. Nun haben Chemiker um den Bielefelder Professor Dr. Achim Müller in der internationalen Fachzeitschrift „Chemistry – A European Journal“ eine ungewöhnliche Entdeckung vorgestellt: Ihr Riesenmolekül kann selbst größere Mengen verschiedener Substanzen aus seiner Umgebung integrieren – ohne dabei seine äußere Form zu verändern.
Publikation: „Chemical Adaptability: The Integration of Different Kinds of Matter into Giant Molecular Metal Oxides”, Chemistry, A European Journal, DOI: 10.1002/chem.201203186 (VIP)

Stadteilsanierung macht Hochhaus zum Passivhaus

Der Freiburger Stadtteil Weingarten-West ist auf einem guten Weg, in Zukunft weniger Energie zu benötigen: Die Gebäude werden saniert und die Fernwärmeversorgung angepasst. Dabei ragt das erste auf Passivhausstandard sanierte Hochhaus nicht nur optisch als Vorzeigeprojekt heraus. Das aktuelle BINE-Projektinfo „Auf dem Weg zum Niedrigenergie-Stadtquartier“ (15/2012) stellt dieses Gebäude vor dem Hintergrund des umfassenden Stadtteilkonzepts vor. Auch eine Informationskampagne für die Bewohner gehört zu den Maßnahmen.
Das BINE-Projektinfo „Auf dem Weg zum Niedrigenergie-Stadtquartier“ (15/2012) ist kostenfrei beim BINE Informationsdienst von FIZ Karlsruhe erhältlich – unter www.bine.info oder 0228 92379-0.

Wenn der Boden austrocknet, schicken Pflanzenwurzeln ein Warnsignal zu den Blättern. Würzburger Forscher haben jetzt herausgefunden, wie der Dürre-Alarm auch direkt in den Blättern ausgelöst wird – und zwar schon dann, wenn nur die Luft trockener wird. Der weltweite Klimawandel sorgt dafür, dass es in vielen Gebieten der Erde weniger regnet. Das kann zu Missernten führen, die besonders in ärmeren Regionen die Nahrungsmittelknappheit weiter verschärfen. Möglicherweise ist die Menschheit in Zukunft also auf neue Pflanzensorten angewiesen, die widerstandsfähiger gegen Trockenheit sind. Wissenschaftler erforschen darum die Mechanismen, mit denen sich Pflanzen gegen Dürre wappnen.
“The Stomatal Response to Reduced Relative Humidity Requires Guard Cell-Autonomous ABA Synthesis”, Hubert Bauer, Peter Ache, Silke Lautner, Joerg Fromm, Wolfram Hartung, Khaled A.S. Al-Rasheid, Sophia Sonnewald, Uwe Sonnewald, Susanne Kneitz, Nicole Lachmann, Ralf R. Mendel, Florian Bittner, Alistair M. Hetherington, and Rainer Hedrich. Current Biology, online publiziert am 6. Dezember 2012, DOI: 10.1016/j.cub.2012.11.022


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