WWWW vom 7.10.2013: Materiestrom im Weltall und Heilpflanze in Afrika

Materieströme versorgen Sterne mit Futter

GAlaxie Simulation
Bild einer Galaxie (Bildmitte), in die kalte Materieströme von Gas fließen. Es handelt sich um das Ergebnis einer Supercomputersimulation der Entstehung einer Galaxie. Einer der Materieflüsse wird von hinten von einem entfernten Quasar beleuchtet (unten links, nachträglich ebenso wie der Sternenhintergrund von Hand hinzugefügt). Forscher unter der Leitung von Neil Crighton (MPIA und Swinburne University of Technology) haben jetzt erstmals mithilfe einiger der weltgrößten Teleskope ein solches System beobachtet, in dem urtümliches Gas in eine Galaxie fließt, in welcher laufend in großer Zahl neue Sterne entstehen – und damit theoretische Vorhersagen bestätigt. Die Simulation ist Teil des Projekts “Making Galaxies in a Cosmological Context” (MaGICC) der Theoriegruppe Galaxien und Kosmologie am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA).

Astronomen unter der Leitung von Neil Crighton (Max-Planck-Institut für Astronomie und Swinburne University of Technology) haben kalte Materieströme von Wasserstoff aus der Frühzeit des Universums beobachtet, die in eine ferne Galaxie fließen und dort als Grundstoff für die Entstehung neuer Sterne dienen. Solche Ströme sind ein wichtiger Bestandteil von Modellen, die eine Ära intensiver Sternentstehung vor rund 10 Milliarden Jahren erklären sollen.

Neue Signalwege bei Mitochondrien entdeckt

Mitochondrien verbrennen Zucker und beliefern die Zelle mit Energie. Sie galten lange als von der Zelle stark unabhängige Bestandteile. Carolin Gerbeth, Doktorandin am trinationalen Graduiertenkolleg „Membrane proteins and biological membranes“, zeigt jedoch gleich drei Signalwege auf, mit denen die Zelle Einfluss auf Vorgänge im Mitochondrium nimmt.
Originalpublikation:
Glucose-Induced Regulation of Protein Import Receptor Tom22 by Cytosolic and Mitochondria-Bound Kinases (2013) Carolin Gerbeth, Oliver Schmidt, Sanjana Rao, Angelika B. Harbauer, Despina Mikropoulou, Magdalena Opalińska, Bernard Guiard, Nikolaus Pfanner, and Chris Meisinger. Cell Metabolism, Volume 18, Issue 4, 578-587

Warum Gruppenentscheidungen nicht immer besser sind

Nach der Wahl, die Würfel sind gefallen. Koalitionen und politische Gremien gruppieren sich, neue Abgeordnete starten in den Politikbetrieb. Wie entstehen Fehlentscheidungen in politischen Gremien, wie lassen sie sich verhindern? Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim, und sein Mitarbeiter, Dr. Jan Häusser, forschen über Entscheidungsprozesse in Gruppen.
„Fehlentscheidungen in politischen Gremien: Wie sie entstehen und wie sie sich verhindern lassen”
Andreas Mojzisch/Jan Häuser
Spezialausgabe „Politische Psychologie”
Online-Zeitschrift „The Inquisitive Mind” (psychologische Themen für eine breite Öffentlichkeit)
online: http://de.inmind-magazine.org/article/fehlentscheidungen-in-politischen-gremien-…

Pheromone geben bei Mäusen Hinweis aufs Alter

Pheromone spielen im Sozialverhalten vieler Tiere eine wichtige Rolle, indem sie Artgenossen Informationen über das Geschlecht, den Fortpflanzungszyklus oder den Gesundheitszustand vermitteln. In der nun vorgestellten Studie konnten die Forscher nachweisen, dass ein neu entdecktes Pheromon namens ESP22 Informationen über das Alter bei Mäusen vermittelt.

Institut will Biologen und Paläontologen zusammenbringen

Biodiversität ist mittlerweile auch biologischen Laien ein Begriff – ist sie doch ein Schlüsselwort für Medienberichte über Artensterben, Lebensgrundlagen oder Klimawandel. Doch zu ihrer Erforschung gibt es noch keine einheitlichen Methoden. So gehen z. B. Paläontologen und Biologen bei der Erforschung von Artenreichtum und Artenschwund bislang getrennte Wege; das Wissen über ausgestorbene und noch lebende Arten wird selten zusammengeführt. Das wollen Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) nun ändern.

Heilpflanze überrascht Wissenschaftler

Ein Forscherteam unter der Leitung von Michel De Waard, Forschungsdirektor am Inserm [1] am Institut für Neurowissenschaften in Grenoble (Universität Joseph Fourier, CNRS [2]), hat entdeckt, dass eine afrikanische Heilpflanze große Mengen an schmerzlindernden Molekülen produziert. Was nach der Analyse noch mehr überraschte war die Tatsache, dass das Molekül mit Tramadol identisch ist, einem pharmazeutischen Wirkstoff, der vollsynthetisch hergestellt und weltweit als Analgetikum eingesetzt wird. Nach Angaben der Forscher ist dies das erste Mal, dass ein synthetisches Medikament aus der Pharmaindustrie in so hoher Konzentration in einer natürlichen Quelle gefunden wurde.

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