WWWW vom 14.10.2013: Popcorn ist nicht gut für Kino-Werbung

Wir merken uns Namen, indem wir sie unbewusst lautmalen

kino
Die Kölner Psycholog/inn/en Prof. Dr. Sascha Topolinski, Dipl.-Psych. Sandy Lindner und Dipl.-Psych. Anna Freudenberg fanden heraus, dass der Genuss von Snacks während eines Werbefilms die Wirkung der Werbung verpuffen lässt. Es ist bekannt, dass die Wiedererkennung von Produkten von möglichst leicht wiederholbaren Namen abhängt. Prof. Topolinski und der Würzburger Sozialpsychologe Prof. Dr. Fritz Strack haben in früheren Arbeiten bereits einen dahinter steckenden psychologischen Mechanismus aufgedeckt.
Wenn wir Namen von Personen oder Produkten wahrnehmen, bilden die Muskeln in Lippe und Zunge automatisch die Aussprache dieser Namen nach, ohne dass wir tatsächlich den Mund bewegen. Das Gehirn trainiert also unbewusst das Sprechen dieser Namen. Begegnen wir dann diesen Namen erneut, gelingt diese unbewusste Sprechsimulation leichter. Wir mögen wiederholte Namen mehr als neue. Wird diese Aussprechsimulation aber gestört, beispielweise durch Popcornessen, kann die Artikulation nicht trainiert werden.
http://www.portal.uni-koeln.de/nachricht+M5c21c8e0d26.html

Neue Untersuchungsmethode für junge Schlaganfallpatienten

Die transösophageale Echokardiografie (TEE), eine spezielle Form der Ultraschalluntersuchung, kann bei jungen Menschen mit vermutetem Schlaganfall ohne dokumentiertes Vorhofflimmern in etwa 40 Prozent der Fälle eine potenzielle Quelle für eine Embolie nachweisen. Damit kann in vielen Fällen mit medikamentösen oder operativen Eingriffen einem weiteren Schlaganfall vorgebeugt werden. Das berichtet Dr. Denio Ridjab (Bielefeld) auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Dresden.

Entstehung von antarktischen Vulkanen entschlüsselt

Sie sind nur schwer zu erreichen, wissenschaftlich bisher kaum untersucht und ihre Existenz passt nicht in gängige geologische Modelle: Die Marie Byrd-Seamounts vor der Küste der Antarktis gaben Vulkanologen viele Rätsel auf. In der internationalen Fachzeitschrift „Gondwana Research“ veröffentlichten Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel jetzt mögliche Erklärungen für die Entstehung der einstigen Vulkane und tragen damit zur Entschlüsselung komplexer Vorgänge im Erdinneren bei.
Originalarbeit:
Kipf, A., F. Hauff R. Werner, K. Gohl, P. van den Bogaard, K. Hoernle, D. Maicher, A. Klügel (2013; in press): Seamounts off the West Antarctic margin: A case for non-hotspot driven intra-plate volcanism. Gondwana Research; http://dx.doi.org/10.1016/j.gr.2013.1006.1013

Jäger und Sammler lebten lange Zeit noch mit den Bauern

Einheimische Jäger und Sammler sowie eingewanderte Ackerbauern lebten mehr als 2.000 Jahre lang gleichzeitig in Mitteleuropa, bis die Jäger- und Sammlergemeinschaften verschwanden oder sich der bäuerlichen Lebensweise anschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die am Institut für Anthropologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) erstellt und im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht wurde. Das Team um Univ.-Prof. Dr. Joachim Burger hat dazu Knochenfunde aus der Blätterhöhle in Hagen untersucht, wo sowohl Wildbeuter als auch Bauern bestattet wurden. Gemeinhin wird angenommen, dass die mitteleuropäischen Jäger und Sammler recht bald nach der Ankunft der Ackerbauern verschwunden seien. Tatsächlich behielten die Nachfahren der mittelsteinzeitlichen Menschen ihre Lebensweise als Jäger und Sammler noch mindestens 2.000 Jahre lang bei und lebten parallel zu den eingewanderten Bauern.

Rätsel um Epstein-Barr-Virus gelöst

Über 90 % der Weltbevölkerung trägt das Epstein Barr Virus in sich. Doch zum Glück erkrankt nur ein Bruchteil der Infizierten: bei den meisten Menschen verbleibt das Virus unbemerkt lebenslang im Körper, zumindest so lange das Immunsystem intakt ist. In einigen Fällen kann das Virus jedoch unterschiedliche Krankheiten auslösen: in Europa und Nordamerika das Pfeiffersche Drüsenfieber, in Äquatorialafrika das Burkitt-Lymphom und in Südostasien das Nasopharynxkarzinom. Warum EBV-Infektionen so unterschiedlich verlaufen, war bisher unklar.

Telomerase spielt wichtige Rolle bei Krebs

Im Deutschen Krebsforschungszentrum hatten Wissenschaftler um Dr. Rajiv Kumar kürzlich beim bösartigen schwarzen Hautkrebs eine weitverbreitete Erbgutveränderung entdeckt. Die Mutation betrifft die als „Unsterblichkeitsenzym“ bezeichnete Telomerase. Um die Bedeutung dieser Erbgut-Veränderung bei anderen Krebsarten aufzuklären, analysierten die Forscher nun gemeinsam mit Kollegen vom schwedischen Karolinska-Institut das Tumorerbgut von 327 Blasenkrebs-Patienten. Bei 65 Prozent der Tumoren entdeckten sie die identische Veränderung.

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2 thoughts on “WWWW vom 14.10.2013: Popcorn ist nicht gut für Kino-Werbung”

  1. Randbemerkung: Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man angeblich schneller lesen kann, während der Mund beschäftigt ist – z.B. durch Kaugummi. Auch hier spart sich das Gehirn das stille Aussprechen der Worte und es bleibt mehr “Rechenleistung” fürs Lesen 😉
    Überprüft habe ich diese Aussage noch nicht, passt aber zur Aussage der Popcorn vs. Kino-Werbung Ergebnisse.

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