WWWW vom 21.10.2013: Dinos und eine sehr ferne Gravitationslinse

Blick in die Vergangenheit des Alls

Ein Astronomen-Team um Arjen van der Wel vom Max-Planck-Institut für Astronomie hat die bislang am weitesten entfernte Gravitationslinse entdeckt: eine Galaxie die, wie von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagt, das Licht eines deutlich weiter entfernten Objekts ablenkt und verstärkt. Die Entdeckung ermöglicht es, die Masse einer weit entfernten Galaxie direkt zu messen. Aber sie gibt auch ein Rätsel auf: Linsen dieser Art müssten äußerst selten sein. Gemessen an der Zahl der bekannten Beispiele hatten die Astronomen entweder phänomenales Glück oder, wahrscheinlicher: sie haben die Anzahl kleiner, sehr aktiver junger Galaxien im frühen Universum erheblich unterschätzt.

Förster diskutieren Kiefernschädlinge

Vom 15. – 18. Oktober treffen sich Waldschutzexperten aus 22 Ländern erstmalig in Braunschweig, um sich über einen der gefährlichsten Kiefernschädlinge auszutauschen. Lokaler Ausrichter der Tagung ist das Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig. Der Kiefernholznematode, ein Fadenwurm, ist nur ein Millimeter lang und gilt als Quarantäneschadorganismus. Er ist ein Beispiel dafür, wie Schadorganismen weltweit verschleppt werden, fern ihrer Heimat Fuß fassen und beträchtlichen ökonomischen und ökologischen Schaden anrichten.

Flechtenfunde im Yosemite-Park

Ein internationales Team von Wissenschaftlern, darunter der Biologe Dr. Christian Printzen von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, untersuchte die Verbreitung von Flechten im US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark. Zusätzlich zu den 101 bereits erfassten Arten des kalifornischen Nationalparks konnten 461 bisher dort nicht bekannte Flechten und 22 flechtenparasitische Pilze dokumentiert werden.

Dallassaurus größer als gedacht

Grafik: Southern Methodist University
Grafik: Southern Methodist University

Der so genannte „Dallasaurus“ war möglicherweise dreimal so groß wie bisher gedacht. Darauf deuten zumindest Knochenuntersuchungen hin, die Forscher der Universität Bonn zusammen mit Kollegen aus Schweden, Frankreich und den USA durchgeführt haben. Demnach stammen die heute bekannten Fossilfunde eventuell sämtlich von ein- bis zweijährigen Jungtieren. Bislang galt Dallasaurus mit 1,5 Metern Länge als einer der kleinsten Wassersaurier. Ausgewachsen könnte er aber tatsächlich eine Länge von vier bis sechs Metern erreicht haben. Auch in anderer Hinsicht stellen die Knochenfunde aus dem US-amerikanischen Dallas die Wissenschaftler vor Rätsel.

Insektengeschichte neu schreiben

Bei einer groß angelegten Untersuchung eines internationalen Forscherteams zu Insektenfossilien aus dem Karbon entdeckte ein Paläontologe der Universität Bonn auf einem Tonstein aus der früheren Kohlezeche Piesberg bei Osnabrück das bislang älteste Fossil einer Insektenlarve. Damit muss die Entstehung der Komplettumwandlung (Metamorphose) von Insekten um rund 45 Millionen Jahre auf 315 Millionen Jahre vordatiert werden. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachjournals „Nature“ beschrieben.

Kabeljau gegen Dorsch

Der Atlantische Kabeljau ist im Zuge des Klimawandels so weit Richtung Norden gewandert, dass er inzwischen sogar in den Gewässern Spitzbergens in großen Mengen vorkommt.
Zu diesem Ergebnis kommen Biologen des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), nach einer Expedition in jenes arktische Meeresgebiet, das einst vom Polardorsch dominiert wurde. Die Wissenschaftler wollen jetzt untersuchen, ob es zwischen den beiden Dorscharten zu einem Konkurrenzkampf kommt und welche sich besser an die veränderten Lebensbedingungen in der Arktis anpassen kann.

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4 thoughts on “WWWW vom 21.10.2013: Dinos und eine sehr ferne Gravitationslinse”

  1. Hallo Herr Wanhoff,
    Ich höre sehr gerne Ihren Podcast! Sehr informativ und auch kurzweilig! Weiter so!

    Ich und vielleicht noch viele, viele andere Hörer würde Sie gerne komportable direkt aus der wahrscheinlich verbreitetsten Android App für Pocasts, dem Podkicker, flattern. Doch dafür scheint ein Fehler in der URL des Feeds zu existieren. In Podkicker erscheint bei mir zu Ihrem Podcast kein Flattr-Button.
    Beste Gruße
    H. Friedrich

  2. Ich habe nachgeschaut und ich kann den Fehler nicht finden. Im Feed ist der Button drinnen und zwar so, wie ihn Flattr mir als code ausliefert..

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