WWWW vom 16.12.2013: Graphenstreifen und ein sterbender Planet

Stern saugt Planet ein

Künstlerische Darstellung des Planeten Kepler-91b, der in (astronomisch gesehen) kurzer Zeit von seinem Stern verschlungen werden wird.  Bild: David Cabezas Jimeno
Künstlerische Darstellung des Planeten Kepler-91b, der in (astronomisch gesehen) kurzer Zeit von seinem Stern verschlungen werden wird.
Bild: David Cabezas Jimeno

Eine Gruppe von Astronomen, zu der auch Amelia Bayo und Luigi Mancini vom Max-Planck-Institut für Astronomie gehören, hat einen Planeten gefunden, der nur noch rund 55 Millionen Jahre zu leben hat – auf astronomischen Zeitskalen einen sehr kurzen Zeitraum. Dann wird er von seinem Stern verschluckt werden.

Nanodiamenten mit besonderen Eigenschaften

Diamanten lieben es extrem: Für die Entstehung des Kohlenstoffgitters, das ihnen ihre ungewöhnlichen Eigenschaften verleiht, sind sehr hohe Temperaturen und Drücke erforderlich. Auf der Erde findet man diese Bedingungen nur tief im Erdinneren, ergiebige Fundstätten sind daher selten. Im Weltraum dagegen trifft man die zur Bildung von Diamanten geeigneten Extrembedingungen häufig an. Wissenschaftler der Universität Stuttgart haben nun Diamanten untersucht, die unter interstellaren Bedingungen gebildet wurden – und fanden dort zu ihrer Überraschung Nanodiamanten, die nur etwa 500 Kohlenstoffatome umfassen.

Originalpublikation: Igor I. Vlasov, Andrey A. Shiryaev, Torsten Rendler, Steffen Steinert, Sang-Yun Lee, Denis Antonov, Márton Vörös, Fedor Jelezko, Anatolii V. Fisenko, Lubov F. Semjonova, Johannes Biskupek, Ute Kaiser, Oleg I. Lebedev, Ilmo Sildos, Philip. R. Hemmer, Vitaly I. Konov, Adam Gali and Jörg Wrachtrup: Molecular-sized fluorescent nanodiamonds, Nature Nanotechnology, DOI: 10.1038/NNANO.2013.255,http://www.nature.com/nnano/journal/vaop/ncurrent/full/nnano.2013.255.html

Graphenstreifen schlagen Silizium als Halbleiter

Forschern des Max-Planck-Institutes für Polymerforschung (MPI-P) um Xinliang Feng und Klaus Müllen ist es gelungen, Graphenstreifen in bisher unerreichter Größe und mit definierter Struktur in Lösung herzustellen. Das neuartige Syntheseverfahren wurde im Fachjournal „Nature Chemistry“ vorgestellt. Bei dieser Herstellungsmethode werden Moleküle auf Kohlenstoffbasis zu Graphenstreifen in gewünschter Form und Größe zusammengesetzt. Erst dann entfaltet sich das entscheidende Merkmal des Materials: die defektfreien Graphenstreifen zeigen exzellente Halbleitereigenschaften.

Mehr Ostdeutsche kehren aus dem Westen zurück

Nach einer aktuellen Studie des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kehren immer mehr nach Westdeutschland abgewanderte Beschäftigte in die neuen Länder zurück. Seit 2006 ist ein Anstieg der Rückkehrrate auf durchschnittlich gut acht Prozent zu beobachten. Spitzenwerte erreichen die westthüringischen Landkreise Eichsfeld und Hildburghausen mit 18,6 bzw. 14,9 Prozent. Deutlich schlechter schneiden dagegen die größeren Städte wie Frankfurt (Oder), Schwerin und Halle (Saale) ab.

Enzym im Bakterium könnte Problem des Wasserstoffspeichers lösen

Wasserstoff ist eine klimafreundliche Alternative für die Energieversorgung der Zukunft. Eine sichere und effiziente Möglichkeit, diesen zu speichern, haben die Frankfurter Biowissenschaftler Kai Schuchmann und Volker Müller von der Goethe-Universität nun entdeckt. Wie sie in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science berichten, fanden sie in einem Bakterium ein Enzym, das Wasserstoff und Kohlendioxid zu Ameisensäure umsetzt. Im Unterschied zu gasförmigem Wasserstoff kann diese Flüssigkeit wie konventionelle Treibstoffe gelagert und transportiert werden. Der Vorteil: Wasserstoff würde erst am Verbrauchsort zur Umsetzung in einer Brennstoffzelle wieder freigesetzt.
Publikation: Kai Schuchmann und Volker Müller, Direct and reversible hydrogenation of CO2 to formate by a bacterial carbon dioxide reductase, Science doi: 10.1126/science.1244758

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