WWWW vom 23.12.2013: Super-Kochsalz und Super-Schnecken

Schnecken speichern Chloroplasten ein

Die grüne Farbe der Schnecken wird durch die Kleptoplasten, also durch die „gestohlenen Plastiden“ hervorgerufen.
Die grüne Farbe der Schnecken wird durch die Kleptoplasten, also durch die „gestohlenen Plastiden“ hervorgerufen.

Solarbetriebene Meeresschnecken nutzen Chloroplasten aus Algen, die sie aussaugen, nicht nur um photosynthetisch erworbene Betriebsenergie zu nutzen, sondern auch als Nahrungsvorrat. Die Schnecken können ohne Sonnenlicht dank der Chloroplasten lange Zeiten hungern, ohne zu sterben.

Quellen:
1. Christa G, Zimorski V, Woehle C, Tielens AGM, Wägele H, Martin W, Gould SB (2014). Plastid-bearing sea slugs fix CO2 in the light but do not require photosynthesis to survive. Proceedings of the Royal Society B: Biology. 2013 online first:http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/281/1774/20132493
2. Wägele H, Deusch O, Händeler K, Martin R, Schmitt V, Christa G, Pinzger B, Gould SB, Dagan T, Klussmann-Kolb A, Martin W (2011) Transcriptomic evidence that longevity of acquired plastids in the photosynthetic slugs Elysia timida and Plakobrachus ocellatus does not entail lateral transfer of algal nuclear genes. Mol Biol Evol. 28: 699-706. (online 2010)

Ligand verstärkt Allergiewirkung von Pollen

In jedem Frühjahr, wenn der Wind die Pollen von Bäumen und Sträuchern in der Atemluft verbreitet, leiden viele Menschen unter Heuschnupfen und tränenden Augen, manche erleiden sogar einen lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock. Es handelt sich um allergische Reaktionen, die durch bestimmte Proteine – sogenannte Allergene – ausgelöst werden. Diese Allergene finden sich insbesondere in den Pollen von Birken.
Charakteristisch für diese Gruppe von Allergenen ist eine strukturelle Besonderheit ihrer Moleküle: In ihrem Inneren befindet sich ein auffällige große Höhle. Deren Funktion war bis vor kurzem völlig unklar. Jetzt ist das Rätsel gelöst.

Seutter von Loetzen C, Hoffmann T, Hartl MJ, Schweimer K, Schwab W, Rösch P, Hartl-Spiegelhauer O. The secret of the major birch pollen allergen Bet v 1 – identification of the physiological ligand. Biochem J. 2013 Oct 30. PMID: 24171862 [Epub ahead of print]

Schwamm produziert eigenes Skelett durch Zellabbau

Vor über 540 Millionen Jahren entstand aus einer Gesellschaft vergleichsweise einheitlicher Vorfahren mit weichen Körpern komplexes tierisches Leben. Die evolutionäre Innovation bestand darin, dass die Tiere mineralisierte Hartteile wie Schalen, Stacheln, Nadeln und Außenskelette ausbildeten. Forscher der Universität Göttingen haben jetzt herausgefunden, wie ein verhältnismäßig einfach strukturiertes Tier den Abbau eigener Zellen zur Herstellung von Biomineralen und damit zum Skelettbau nutzt.
Originalveröffentlichung: Daniel Jackson, Gert Wörheide: Symbiophagy and biomineralization in the “living fossil“ Astrosclera willeyana. Autophagy. Doi: dx.doi.org/10.4161/auto.27319.

Forscher entwickeln Roboter mit Bewusstsein

Für Menschen ist es normal: Taucht ein Problem auf, denken sie über unterschiedliche mögliche Handlungsschritte nach, erproben in Gedanken deren Konsequenzen und entscheiden sich dann für eine Vorgehen. Seit Anfang 2011 arbeiten Forscher der Universität Bielefeld daran, dass auch Roboter dieses Probehandeln durchführen können. Dabei haben die Wissenschaftler des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (Cognitive Interaction Technology – CITEC) bei dem von ihnen entwickelten Roboter besondere Fähigkeiten gefunden: Diese deuten darauf hin, dass der Roboter ein Bewusstsein entwickelt hat.

Weitere Informationen:
http://www.emicab.eu

App zeichnet Sternensichtbarkeit auf

Den Stern von Betlehem hätten die drei Könige aus dem Morgenland heutzutage wohl kaum sehen können: Künstliche Beleuchtung bei Nacht erhellt den Himmel so stark, dass die Sterne dagegen verblassen. Wie stark die so genannte Lichtverschmutzung den Himmel weltweit beleuchtet, möchten Wissenschaftler des Projekts „Verlust der Nacht“ herausfinden. Sie haben eine Smartphone-App entwickelt, mit der jeder Interessierte zum Lichtforscher werden kann.

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.cosalux.welovestars – hier kann die App „Verlust der Nacht“ kostenlos heruntergeladen werden

Kochsalz spielt unter Druck verrückt

Bei Hochdruck-Experimenten mit gewöhnlichem Kochsalz haben Forscher neue chemische Verbindungen hergestellt, die es Chemie-Lehrbüchern zufolge gar nicht geben dürfte. Die Studie an DESYs Röntgenquelle PETRA III und anderen Forschungszentren könnte ein neues, universelleres Verständnis der Chemie sowie neuartige Anwendungen ermöglichen, wie die Forschergruppe unter Leitung von Prof. Artem Oganov von der Stony Brook University (State University of New York) und Prof. Alexander Goncharov von der Carnegie Institution in Washington im Fachjournal “Science” berichtet.
Originalveröffentlichung
“Unexpected stable stoichometries of sodium chloride”; Weiwei Zhang, Artem R. Oganov, Alexander F. Goncharov, Qiang Zhu, Salah Eddine Boulfelfel, Andriy O. Lyakhov, Elissaios Stavrou, Maddury Somayazulu, Vitali B. Prakapenka, Zuzana Konôpková; Science, 2013; DOI: 10.1126/science.1244989

Flattr this

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*