WWWW vom 3.3.2014: Aktuelle Nachrichten aus der Wissenschaft

Habe heute morgen die Oscarverleihung geschaut, deswegen kommt der Podcast etwas später, zumindest für die Nachteulen in Deutschland.

Mutation lässt Kortisol fließen

Kortisol ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird und als Stresshormon viele lebenswichtige Funktionen entfaltet. Einer internationalen Forschergruppe ist es nun gelungen, Genmutationen zu identifizieren, die Ursache für eine ungebremste Produktion und Absonderung von Kortisol sind.

Sahara wäre fast ein Ozean geworden

Das Auseinanderbrechen des Urkontinents Gondwana vor rund 130 Millionen Jahren hätte in einer völlig anderen Form der Kontinente Südamerika und Afrika resultieren können. Südlich der Sahara läge dann heute ein Ozean.

Helfer bei Hitzeschockantwort identifiziert

Nach einer Naturkatastrophe wie einem Brand arbeiten unzählige Helfer zusammen, um Schutt zu beseitigen, behelfsmäßige Unterkünfte zu bauen und Hilfsbedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen. Ist eine Zelle gefährlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, findet ein ganz ähnlicher Prozess statt: die zelluläre Stressantwort, auch Hitzeschockantwort genannt. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried konnten jetzt ein ganzes Netzwerk von zellulären Helfern aufdecken und so neue Regulationsmechanismen dieser Stressantwort identifizieren.

Auch die Wohnumgebung kann krank machen

Menschen, die in sozioökonomisch benachteiligten Regionen leben, sind häufiger von Typ-2-Diabetes und Adipositas betroffen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Daten der telefonischen Gesundheitsbefragung GEDA durch Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und des Robert Koch-Instituts in Berlin. Die Ergebnisse sind im Fachjournal ‚PLOS ONE‘ veröffentlicht.

Moore verhindern Methanausstoß

Methan ist ein Treibhausgas, das dem Klima 25 Mal so stark zusetzt wie Kohlendioxid. Es entsteht unter anderem in Böden, wenn den Bodenbakterien kein Sauerstoff zur Verfügung steht. Solche Bedingungen finden sich zum Beispiel in vielen Mooren, die dafür jedoch reich an Zersetzungsprodukten von Pflanzen und Lebewesen sind, den sogenannten Huminstoffen. Und die werden bevorzugt.

Lebende Tumorzellen unter dem Mikrospkop

Göttinger Wissenschaftler haben an DESYs Forschungslichtquelle PETRA III erstmals lebende biologische Zellen mit hochenergetischer Röntgenstrahlung untersucht. Die neue Technik zeigt deutliche Unterschiede der inneren Zellstruktur im Vergleich zu toten, sogenannten chemisch fixierten Zellen, wie sie häufig analysiert werden.

Carsharing: Stimmen die Zahlen und ihre Interpretation?

Die PRessemeldung: “Der Trend zum Teilen statt Besitzen hält an. Die vom Bundesverband CarSharing e.V. veröffentlichte Jahresbilanz zum deutschen Carsharing zeigt deutlich gestiegene Nutzerzahlen: Mehr als 750.000 Fahrberechtigte setzen mittlerweile auf das Prinzip “Nutzen statt Besitzen” auf deutschen Straßen. Damit hielt der seit Jahren beobachtete Trend zum Carsharing an. Mehr als ein Prozent der Bevölkerung Deutschlands über 17 Jahre nehmen inzwischen am Carsharing teil.” Ich frage mich, wie die Realität aussieht. Wie teilen sich 70 Leute ein Auto?

2 thoughts on “WWWW vom 3.3.2014: Aktuelle Nachrichten aus der Wissenschaft”

  1. Die Frage nach dem Carsharing “wie teilen sich 70 Leute ein Auto” ist einfach beantwortet:
    Problemlos.
    Carsharing ist interessant für Leute, die selten ein Auto benötigen. Wer in der Stadt wohnt (und nur dort gibt es überhaupt entsprechende Angebote) erlebt für viele Wege das Auto als unbequem und lästig, da mehr Zeit dafür draufgeht, dasselbe zu parken, als für die eigentliche Fahrt. Stattdessen gibt es praktikable Alternativen: halbwegs funktionierenden ÖPNV(in Deutschland, wie’s in Thailand aussieht weiß ich nicht), Fahrrad (viele Wege in der Stadt sind von der Strecke her eher kurz).
    Für längere Strecken aufs Land gibts Autovermietungen, Carsharing schliesst die Lücke für kurze Fahrten (für die ein Mietwagen nicht lohnt).
    Wer sein Auto pro Jahr unter 5000km nutzt (bei mir waren es zuletzt unter 2000) sollte einmal durchrechnen, was es ihn in der Zeit kostet, und wieviel Mietwagen, Taxi und Carsharing sich damit bezahlen lässt.
    Wenn man dann sieht, wieviel Lebensraum in deutschen Städten für ruhenden Verkehr verbraten wird, ist jedes “nicht persönlich besessene” Auto ein absoluter Gewinn.
    Letztlich wird mit Carsharing der Verzicht aufs eigene Auto in der Stadt völlig problemlos. Und man wundert sich, was für Probleme man früher unnötig zu lösen hatte.

  2. Ich bind ja der Meinung dass in der Tat viele Leute kein Auto brauchen, es aber ein Luxus ist den sie sich gönnen – vor allem wer in der Stadt lebt. Aber es leider ein psychologisches Problem: Wer ein Auto hat, gehört mindestens zur Mittelschicht, hat es geschafft. Für manche is es sogar noch mehr, Ausdruck von Macht und Stärke. Da kommt man mit logischen Umwelt-Argumenten nicht an, und auch mit Geld nicht.

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