WWWW vom 7.7.2014: Archaeopteryx und Schlafentzug

Wespe schützt Nest mit toten Ameisen

In den Wäldern Südostchinas hat ein deutsch-chinesisches Team eine Wespe mit einem einzigartigen Nestbauverhalten entdeckt: Die „Ameisenmauer-Wespe“ verschließt ihr Nest mit einer Kammer voller toter Ameisen, um ihre Nachkommen vor Feinden zu schützen, wie Michael Staab und Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein vom Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg sowie Wissenschaftler des Museums für Naturkunde Berlin und der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking zeigen. Ein vergleichbares Verhalten ist bislang im gesamten Tierreich noch nicht gefunden worden.
Originalpublikation:
Staab, M., Ohl, M., Zhu, C.D., Klein, A.M. 2014. A unique nest-protection strategy in a new species of spider wasp. PLOS ONE. doi: 10.1371/journal.pone.0101592

Gravitationslinse mit Spezialeffekt

Ein internationales Astronomenteam hat zwei Galaxien entdeckt, die auf ungewöhnliche Weise als Linsensystem zusammenwirken. Eine sechs Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxie mit starker Gravitationskraft lenkt die Strahlung einer zweiten noch weiter entfernten Galaxie ab und verstärkt die Strahlung dabei. Das zweite Himmelsobjekt ist so dunkel, dass es ohne den Linseneffekt überhaupt nicht sichtbar wäre.
M. Haas et al. (2014): 3C220.3: a radio galaxy gravitationally lensing a submillimetre galaxy, The Astrophysical Journal, DOI: 10.1088/0004-637X/790/1/46

Federn des Archaeopteryx hatten viele Funktionen

Paläontologen der LMU untersuchen detailliert das bislang besterhaltene Federkleid eines Archaeopteryx. Ihre Ergebnisse zeigen, wie und wofür Federn entstanden sind, und verraten Entscheidendes über die Entwicklung der Flugfähigkeit.

Archaeopteryx rekonstruktion
Archaeopteryx rekonstruktion

Deutsche finden Hobbyangeln unproblematisch

Die meisten Deutschen glauben, dass Fische Schmerzen empfinden können. Dennoch akzeptiert ein Großteil der Bevölkerung das Angeln aus moralischer Sicht, insbesondere wenn es zur Nahrungsbeschaffung oder zur Gewässerhege erfolgt. Auch das vom Angler selbstentschiedene Zurücksetzen von großen, entnahmefähigen Fischen nach dem Fang aus ökologischen Gründen hält das Gros der Bevölkerung für unproblematisch.

Wie das Gehirn Störungen filtert

Wer gerade eine Nummer aus dem Gedächtnis ins Telefon eintippt, muss sich besonders stark konzentrieren, wenn plötzlich eine beliebige Zahl dazwischen gerufen wird. In solchen Situationen muss unser Gehirn den Störreiz so gut es geht ignorieren, um wichtige Informationen nicht aus dem Arbeitsgedächtnis zu verlieren.
Originalveröffentlichung:
Simon Jacob, Andreas Nieder: Complementary Roles for Primate Frontal and Parietal Cortex in Guarding Working Memory from Distractor Stimuli. Neuron, 2. Juli 2014,
DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.neuron.2014.05.009

Schlafentzug verwirrt uns

24-stündiger Schlafentzug kann bei gesunden Menschen zu Zuständen führen, die der Schizophrenie ähnlich sind. Das hat ein internationales Forscherteam unter Federführung der Universität Bonn und des King’s College London herausgefunden. Die Wissenschaftler verweisen darauf, dass dieser Zusammenhang bei Menschen näher untersucht werden sollte, die nachts arbeiten müssen. Zudem könne Schlafentzug als ein Modellsystem für die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Psychosen dienen.
Publikation: Sleep deprivation disrupts prepulse inhibition and induces psychosis-like symptoms in healthy humans, The Journal of Neuroscience, DOI: 10.1523/JNEUROSCI.0904-14.2014

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