WWWW vom 21.7.2014: Stille Sonne, alte Elefanten und schlafende Bienen

Bienen schlafen mit Kollegen

A forager bee has clamped itself between two combs using its head and the end of its abdomen so it can sleep. This image comes from a hive and was taken using an endoscope with an infrared light.
A forager bee has clamped itself between two combs using its head and the end of its abdomen so it can sleep. This image comes from a hive and was taken using an endoscope with an infrared light.

Bienen arbeiten nicht nur in recht festgelegten Gruppen, sondern schlafen auch mit ihren Kollegen – damit ist sich Ausruhen gemeint. Manche können sich übrigens zwischen Zellen festkrallen und lassen dann Beine und Antennen baumeln.

Barrett Klein, Martin Stiegler, Arno Klein, Jürgen Tautz: “Mapping sleeping bees within their nest: spatial and temporal analysis of worker honey bee sleep”, PLoS ONE 2014, July 16

Sonne macht ne Pause

Am 17. Juli gab es eine Besonderheit an der Sonne: Keine Sonnenflecken! Das ist nicht ganz ungewöhnlich, aber auch nicht jeden Tag der Fall. Das letzte mal war die Sonne 2011 fleckenlos. Zu bedeuten hat das nichts, außer das im Moment die Aktivität eher bring ist. Aber das kann sich auch bald wieder ändern.

Folie schützt Wundränder

Die Idee ist einfach und kostengünstig, aber sehr effektiv: Wundinfektionen treten nach einer Operation deutlich seltener auf, wenn die Wundränder während der OP mit einer bakterienundurchlässigen Folie geschützt werden. Dies ergab eine aktuelle Studie der Klinik für Chirurgie am Klinikum rechts der Isar der TU München. Erstmals wurde belastbare Daten generiert.

Verständnis über Müllentsorgung in der Zelle

Viele neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington gehen mit der Ansammlung von anormalen und verklumpten Proteinen einher. Zellulärer „Müll“ dieser Art kann in zellulären Recyclingstationen beseitigt werden – in den sogenannten Lysosomen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried haben jetzt eine neue Familie von Helferproteinen entdeckt, die markierten Proteinmüll erkennen und zu den Lysosomen geleiten, wo er dann zerlegt und recycelt wird.
Originalpublikation:
K. Lu, I. Psakhye and S. Jentsch: Autophagic clearance of polyQ proteins mediated by the conserved CUET protein family. Cell, July 17, 2014.
DOI: 10.1016/j.cell.2014.05.048

Studie zeigt, wo noch mehr Nahrung angebaut werden kann

Forscher der Universität Bonn haben zusammen mit US-Kollegen eine Weltkarte von Strategien gegen den Hunger veröffentlicht. Sie beschreibt diejenigen Maßnahmen, die je nach Region und Feldfrucht besonders sinnvoll sind, um die Lebensmittelversorgung nachhaltig zu sichern.
Publikation: P. C. West, J. S. Gerber, N. D. Mueller, K. A. Brauman, K. M. Carlson, E. S. Cassidy, P. M. Engstrom, M. Johnston, G. K. MacDonald, D. K. Ray, und S. Siebert (2014); Leverage points for improving food security and the environment; Science 345:325-328.

Clovis-Menschen jagten Elefanten-Verwandte

Über eine Ausgrabungsstätte in Mexiko bringt ein Forscherteam unter Beteiligung der Universität Tübingen Menschen der Clovis-Kultur und ausgestorbene Gomphotherien in Verbindung. Die Gomphotherien bezeichnen eine ausgestorbene Art von Rüsseltieren, die einst in Nord- und Südamerika weit verbreitet waren. Bisher glaubte man, dass die großen Säugetiere in Nordamerika nicht mehr existierten, als die ersten Menschen das Gebiet erreichten. Nun hat ein Forscherteam aus den USA, Mexiko und Deutschland, zu dem auch Dr. Susan Mentzer vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen gehört, an einer neuen Ausgrabungsstätte in Nordmexiko Überreste dieser Tiere gefunden. Sie ließen sich auf ein Alter von 13.400 Jahren datieren. Das macht sie zu den letzten bekannten Gomphotherien in Nordamerika. Zudem entdeckten die Forscher im Zusammenhang mit den Tierknochen Steinwerkzeuge, die sie der Clovis-Kultur zuordnen konnten.

Originalpublikation:
Guadalupe Sanchez, Vance T. Holliday, Edmund P. Gaines, Joaquín Arroyo-Cabrales, Natalia Martínez-Tagüeña, Andrew Kowler, Todd Lange, Gregory W. L. Hodgins, Susan M. Mentzer, and Ismael Sanchez-Morales: Human (Clovis)–gomphothere (Cuvieronius sp.) association ∼13,390 calibrated yBP in Sonora, Mexico. Proceedings of the National Academy of Sciences, doi: 10.1073/pnas.1404546111

Meteorit hatte auch Einfluss auf Meeresbewohner

Ein desaströser Meteoriteneinschlag am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren machte nicht nur den riesigen landbewohnenden Dinosauriern den Garaus – auch die Artenvielfalt im Meer erlitt heftige Einbußen. Paläontologen des Museums für Naturkunde Berlin untersuchten anhand von versteinerten Muscheln und Schnecken aus Patagonien, wie sich marine Ökosysteme von diesem Schock erholten.
Veröffentlicht in: Aberhan, M. & Kiessling, W. 2014. Rebuilding biodiversity of Patagonian marine molluscs after the end-Cretaceous mass extinction. Plos One (doi: 10.1371/journal.pone.0102629).

2 thoughts on “WWWW vom 21.7.2014: Stille Sonne, alte Elefanten und schlafende Bienen”

  1. “…außer das im Moment die Aktivität eher _b_ring ist.” 😉

    Ansonsten auch diesmal wieder: Vielen Dank für eine kurzweilige Folge.
    Es macht echt Spaß Dir zuzuhören.

  2. Gering war das Wort das gemeint war 🙂 Danke für den Hinweis und das Lob

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