WWWW vom 4.8.2014: Photosythese, Quantenmechanik und die Chinesen

Pflanzenwachstum muss ins Klima eingerechnet werden

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Veränderungen der langfristigen Trends der globalen Photosyntheseleistung und damit der Vitalität der Pflanzen werden bislang meist dem Klimawandel zugeschrieben. Eine im Fachjournal „Remote Sensing“ erschienene Studie analysierte nun den auf Satellitendaten basierenden Vegetationsindex Normalized Difference Vegetation Index (NDVI) – mit dem Ergebnis, dass zur Erklärung der Veränderungen künftig auch die menschlichen Einwirkungen herangezogen werden sollten. Denn diese sind global für über 20% der Variabilität der NDVI-Trends verantwortlich. Auch in die globalen Klimamodelle sollten Landnutzungseffekte deshalb künftig verstärkt eingehen.
Link zur englischsprachigen Pressemitteilung der NASA:
www.nasa.gov/content/goddard/more-people-means-more-plant-growth-nasa-data-show/#.U9iwM1YQZQp

Komplizierte Messungen am absoluten Gefrierpunkt

Ein Bleistift, der auf der Spitze steht, wird durch eine noch so kleine Störung in die eine oder die andere Richtung kippen. In der Quantenwelt ist es prinzipiell möglich, dass die Teilchen eines Systems gleichzeitig nach links und nach rechts fallen. Dieses „und“ – die sogenannte Quantenverschränkung der Teilchen – vom klassischen „oder“ zu unterscheiden, stellt eine experimentelle Herausforderung für die Forschung dar. Wissenschaftler des Kirchhoff-Instituts für Physik der Universität Heidelberg haben nun eine neue und allgemeine Methode entwickelt, die den Nachweis der Verschränkung für beliebige Zustände von großen atomaren Systemen erlaubt.
Wer es genauer wissen will: http://www.kip.uni-heidelberg.de/matterwaveoptics

Sind deutsche Städte China-ready?

Vier Studierende des Bachelor-Studiengangs Öffentliches Management der Hochschule Osnabrück haben fünf deutsche Städte auf ihre Attraktivität und ihre Marketing-Potenziale für Besucherinnen und Besucher aus dem Reich der Mitte überprüft. Wolfsburg, Münster, Dresden, Magdeburg und Mainz können unter anderem mit der Nähe zu großen Flughäfen, Shoppingmöglichkeiten sowie mit Weingütern und Natur im Umland punkten.
Weitere Informationen:
http://www.wiso.hs-osnabrueck.de/oeffentliches-management.html

Mausmodell gibt mehr Auskunft über Autismus

In der Inselrinde des Gehirns werden Emotionen, Rückmeldungen der Sinnesorgane und kognitive Informationen miteinander verflochten. Veränderungen der Inselrinde werden mit psychiatrischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen und Autismus in Verbindung gebracht. Wissenschaftler der Harvard Universität und des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried beschreiben nun deutliche Veränderungen in der Inselrinde von Mäusen mit Autismus-Symptomen. Das Verhältnis von hemmenden und erregenden Kontakten war aus dem Gleichgewicht geraten – es konnte jedoch medikamentös wieder hergestellt werden. Die Ergebnisse könnten helfen verbesserte Diagnose- und Therapieansätze zu entwickeln.
Originalveröffentlichung:
Nadine Gogolla, Anne E. Takesian, Guoping Feng, Michela Fagiolini, Takao K. Hensch
Sensory integration in mouse insular cortex reflects GABA circuit maturation
Neuron, 31. Juli 2014

Armut ist nicht alleine eine Geldfrage

Vielen Menschen in Deutschland fehlt es an Zeit. Das zeigt eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg, die in Kürze in der Fachzeitschrift „Journal of Economic Inequality“ erscheint. Die Forscher zeigen darin, dass zu wenig Zeit die Lebenszufriedenheit ähnlich beeinträchtigt wie zu wenig Geld. Sie schlagen daher einen neuen Armutsbegriff vor, der auch den Mangel an Freizeit berücksichtigt. Nach dieser Definition liegt in Deutschland jeder achte Erwerbstätige unter der Armutsgrenze. Bei Alleinerziehenden ist jeder Fünfte betroffen, bei Selbstständigen sogar jeder Dritte.
Merz, J. , & Rathjen, T. (2014). Multidimensional time and income poverty: Well-being gap and minimum 2DGAP poverty intensity – German evidence. Journal of Economic Inequality, 1-26; DOI: 10.1007/s10888-013-9271-6

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