WWWW vom 18.8.2014: Sternenstaub und Gewächshausspinnen

Software gegen Five Eyes

Eine Journalistengruppe hat heute über die Spionagesoftware „Hacienda“ berichtet. Mit dieser identifizieren laut dem Bericht fünf westliche Geheimdienste angreifbare Rechner weltweit, um sie übernehmen und für eigene Zwecke nutzen zu können. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben eine freie Software entwickelt, die dabei helfen kann, eine solche Identifizierung und damit auch eine Kaperung der Computer zu verhindern.
Die Software gibt es hier: https://gnunet.org/knock

Schrecksekunde hält Minuten lang

Nach einer Schrecksekunde – etwa einem Beinahe-Unfall – verhalten sich Autofahrer oft nicht etwa vorsichtiger. Im Gegenteil: Viele drücken auf den Kilometern danach erst recht auf die Tube. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Leuphana Universität Lüneburg in einer aktuellen Studie. An der Untersuchung nahmen insgesamt 79 Probanden teil. Sie mussten in einem Fahrsimulator einen Testparcours bewältigen und im Anschluss ihre Emotionen zu Protokoll geben. Dabei wurden sie mit verschiedenen typischen Verkehrssituationen konfrontiert.

Golfstrom hängt vom Meereis in der Framstraße ab

Die Stärke des Golfstromes wurde in den zurückliegenden 30 000 Jahren maßgeblich von der Meereis-Situation in der Framstraße beeinflusst. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in einer neuen Studie.

Staub im All ist anders aus als gedacht

Mit der Untersuchung von interstellarem Staub ist ein internationales Wissenschaftlerkonsortium der Urmaterie auf der Spur, die als Grundlage für Leben gilt, wie wir es kennen. Das Konsortium aus 33 Forschungseinrichtungen, dem auch Wissenschaftler der Universität Heidelberg angehören, analysiert seit acht Jahren Staub aus interstellarer Materie, der von der Raumsonde Stardust eingefangen wurde. In einer Studie in „Science“ wurden nun erste Ergebnisse veröffentlicht. Diese zeigen, dass die Teilchen in ihrer Elementzusammensetzung, Kristallstruktur und Größe heterogen sind und deutlich von bisher angenommenen Eigenschaften abweichen.
Originalveröffentlichung:
Westphal et al.: Evidence for interstellar origin of 7 dust particles collected by the Stardust spacecraft. Science, 14. August 2014, doi: 10.1126/science.1252496

Viele aktive Gene in der Gewächshausspinne

Die Wissenschaftler haben alle aktiven Gene der Gewächshausspinne Parasteatoda tepidariorum entschlüsselt.  Universität Göttingen
Die Wissenschaftler haben alle aktiven Gene der Gewächshausspinne Parasteatoda tepidariorum entschlüsselt.
Universität Göttingen

In einer Gewächshausspinne sind deutlich mehr Gene aktiv als im Menschen. Außerdem verfügt sie über alle wichtigen Gene, die auch die Embryonalentwicklung des Menschen vorantreiben. Das hat ein internationales Forscherteam unter der Führung von Wissenschaftlern des Göttinger Zentrums für Molekulare Biowissenschaften (GZMB) der Universität Göttingen herausgefunden. Mithilfe neuester Sequenziermethoden haben die Wissenschaftler alle aktiven Gene der Gewächshausspinne Parasteatoda tepidariorum entschlüsselt.
Originalveröffentlichung: Nico Posnien et al. „A comprehensive reference transcriptome resource for the common house spider Parasteatoda tepidariorum”, PLOS ONE, Doi:http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0104885

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