WWWW vom 25.8.2014: Neandertaler und Bundesliga-Spieler

Erstmal zwei Dinge in eigener Sache: Es kann sein dass die Datei heute zeitweise nicht zur Verfügung steht, weil mein Host seinen Server umzieht. Ich bitte da um Verständnis und Geduld. Dann habe ich ein merkwürdiges Klicken vernommen, dass ich mir nicht erklären kann, weil meine Hände beim Aufnehmen eigentlich ruhig sind. Mache ich Klicklaute beim Sprechen?
Und dann schon mal der Hinweis: Weil ich in Deutschland bin, wird es nächet Woche keinen Podcast geben.

Weniger Antobiotika in der Schweinezucht

Forscher haben eine Möglichkeit gefunden, die Verwendung von Antibiotika in der Schweinezucht durch den Einsatz von antimikrobiellen Peptiden deutlich zu reduzieren. Die Ergebnisse der Studie wurden im Online-Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht.
Aktuelle Publikation:
Speck S, Courtiol A, Junkes C, Dathe M, Mueller K, Schulze M (2014): Cationic synthetic peptides: assessment of their antimicrobial potency in liquid preserved boar semen. PLOS ONE.

Vohergehende Publikation:
Schulze M, Junkes C, Mueller P, Speck S, Ruediger K, Dathe M, Mueller K (2014): Effects of cationic antimicrobial peptides on liquid-preserved boar spermatozoa. PLOS ONE 9(6): e100490. doi: 10.1371/journal.pone.0100490

Fluglärm gefährlich für Herzpatienten

Eine neue Studie der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz belegt: Fluglärm führt bei Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung (KHK) bzw. einem hohen Risiko für eine KHK zu einem deutlichen Gefäßschaden, erhöhtem Blutdruck und zu einer verminderten Schlafqualität. All dies sind Befunde, die die gesundheitsgefährdende Wirkung von Fluglärm weiter belegen.
Die Originalarbeit mit den Forschungsergebnissen ist abrufbar unter:
http://link.springer.com/journal/392

Weiterführende Informationen zu den Probanden und zur Durchführung der Studie finden Sie unter:https://www.youtube.com/channel/UCdRqJEmZIvB0KdD9qTJ6PAA.

Manonen sollen Rechner schneller machen

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Die Störung der lokalen magnetischen Ordnung kann sich in einem Material wie eine Welle ausbreiten. Diese Welle nennt man Spinwelle und ihre kleinste physikalische Einheit ist das Magnon. Physiker der TU Kaiserslautern schlagen die Anwendung von Magnonen anstelle von Elektronen in der Informationsverarbeitung vor. Diese Technologie eröffnet den Zugang zu einer neuen Generation von Computern, bei denen Datenverarbeitung ohne die Bewegung realer Partikel wie eben Elektronen erfolgt. Dies geht mit einer Verminderung von Hitzeverlusten und folglich geringerem Energieverbrauch einher. Außerdem führen die besonderen Eigenschaften von Magnonen bei den neuen Datenverarbeitungskonzepten zu einer drastischen Zunahme von Geschwindigkeit und Effizienz.
Die Arbeiten wurden veröffentlicht in:
Andrii V. Chumak, Alexander A. Serga, Burkard Hillebrands: Magnon transistor for all-magnon data processing, Nature Communications 2014 doi 10.1038/ncomms5700 (http://www.nature.com/naturecommunications).

Bundesliga ist defensiver geworden

Obwohl die in der Saison 1995/96 eingeführte Drei-Punkte-Regel eine offensivere Spielweise begünstigen sollte, wird in der 1. Fußball-Bundesliga heute defensiver gespielt als in den 90er Jahren. Das geht aus einer Studie von RWI und WHU hervor. Demnach nahm durch die defensivere Spielweise die Siegwahrscheinlichkeit der Auswärts-Teams signifikant zu. Die durchschnittliche Zahl an Toren pro Spiel blieb hingegen trotz insgesamt weniger Torschüssen nahezu gleich.

Neandertaler starben vor 39000 Jahren aus

Die letzten Neandertaler sind vor spätestens 39.000 Jahren ausgestorben. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, an dem Wissenschaftler der Universität Tübingen beteiligt waren. „Das Verschwinden der Neandertaler muss früher angesetzt werden“, sagt Professor Nicholas Conard von der Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen. Auch für die bisherige Annahme, dass Neandertaler im Süden der Iberischen Halbinsel besonders lange überlebt hätten, ließen sich bei erneuter Prüfung keine Hinweise finden.
Originalpublikation:
Tom Higham et al.: The timing and spatiotemporal patterning of Neanderthal disappearance. Nature, 21. August 2014, doi 10.1038/nature13621.

Robben brachten wohl die Tuberkulose nach Amerika
Die Tuberkulose ist offenbar nicht von den spanischen Eroberern, sondern zuvor bereits von Meeressäugern nach Amerika eingeschleppt worden. Wie ein internationales Forscherteam, koordiniert durch Professor Johannes Krause vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen, feststellen konnte, kam der Erreger deutlich vor der Ankunft der Europäer in die Neue Welt. Wahrscheinlich wurden die ersten Tuberkulosebakterien von Seelöwen und Robben auf Menschen in Südamerika übertragen. Darauf deutet die Analyse von rund 1.000 Jahre alten Skeletten hin. Darüber hinaus fanden die Forscher Hinweise darauf, dass sich die gefährliche Infektionskrankheit vermutlich erst vor rund 6.000 Jahren entwickelte.
Publikation:
Kirsten I. Bos, Kelly M. Harkins, Alexander Herbig, Mireia Coscolla, Nico Weber, Iñaki Comas, Stephen A. Forrest, Josephine M. Bryant, Simon R. Harris, Verena J. Schuenemann, Tessa J. Campbell, Kerrtu Majander, Alicia K. Wilbur, Ricardo A. Guichon, Dawnie L. Wolfe Steadman, Della Collins Cook, Stefan Niemann, Marcel A. Behr, Martin Zumarraga, Ricardo Bastida, Daniel Huson, Kay Nieselt, Douglas Young, Julian Parkhill, Jane E. Buikstra, Sebastien Gagneux, Anne C. Stone, and Johannes Krause: Pre-Columbian Mycobacterial Genomes Reveal Seals as a Source of New World Human Tuberculosis. Nature, Online-Vorabveröffentlichung am 20. August 2014, doi: 10.1038/nature13591

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