WWWW vom 28.10.2014: Nervenenden, Staudämme und Dinosaurier

Datenbank zeigt Auswirkungen von Staudammbau

Mekong River Commission in Laos
Mekong River Commission in Laos

Angesichts des weltweiten Booms der Wasserkraft fordern Wissenschaftler verbesserte Standards für den Bau und Betrieb von Anlagen. Noch gehörten Binnengewässer zu den artenreichsten Ökosystemen weltweit. Diese Vielfalt sei bereits heute stark gefährdet, das Artensterben werde sich weiter beschleunigen, befürchten die Forscher. Sie präsentieren jetzt erstmals eine globale Datenbank, die es erlaubt, den Umfang und die möglichen Auswirkungen der zukünftigen Dämme zu bestimmen.
Zur Studie:
Die vollständige Studie wurde in Aquatic Sciences: Research across Boundaries veröffentlicht:
Zarfl, C, Lumsdon AE, Berlekamp J, Tydecks L, Tockner K (im Druck): A global bloom in hydropower dam construction. Aquatic Sciences (DOI: 10.1007/s00027-014-0377-0).

Lipide wichtiger für Insulin als Kalorien

Insulin reagiert auf das, was wir essen: Gerade bei Nahrung mit viel Kohlenhydraten steigt der Blutzuckerspiegel an, woraufhin mehr Insulin ausgeschüttet wird. Eine ganze Kette an Signalen wird dazu aktiviert, die so letztlich Faktoren wie Wachstum, Entwicklung und Lebensdauer eines Organismus an die jeweils verfügbare Nahrungssituation koppeln. Forscher des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben nun Lipidmoleküle untersucht, die in Fruchtfliegen wichtige Informationen über die Zusammensetzung der aufgenommenen Nahrung an das Gehirn senden. Die Fette regulieren auf diese Weise den Insulinhaushalt. Dabei spielt der Kaloriengehalt der Nahrung keinerlei Rolle, sondern lediglich die genaue Zusammensetzung des Futters: Entscheidend ist, welche Fette darin enthalten sind.
Marko Brankatschk, Sebastian Dunst, Linda Nemetschke, Suzanne Eaton
Delivery of circulating lipoproteins to specific neurons in the Drosophila brain regulates systemic Insulin signaling

Nervenenden haben Notfall-Pack

Während Nervenzellen Informationen in ihrem Inneren schnell als elektrische Signale weiterleiten, kommunizieren sie untereinander an speziellen Kontaktstellen, den Synapsen. Dort werden chemische Botenstoffe, die Neurotransmitter, in sogenannten Vesikeln gespeichert. Wird eine Synapse aktiv, verschmelzen einige dieser Vesikel mit der Zellmembran und schütten ihren Inhalt aus. Damit bei diesem Prozess keine wertvolle Zeit verloren geht, halten Synapsen stets einige akut freisetzbare Vesikel bereit.
Originalpublikation:
Imig, C., Min, S.-W., Krinner, S., Arancillo, M., Rosenmund, C., Südhof, T.C., Rhee, J.-S., Brose, N. and Cooper, B.H.
The morphological and molecular nature of synaptic vesicle priming at presynaptic active zones.
Neuron 84, 416-431 (23. Oktober 2014)

Warum Vögel rufen

Annähernd die Hälfte aller Vogelarten sind Singvögel. Nur sie haben die Fähigkeit, komplizierte Lautmuster zu erlernen, die wir allgemein als Gesang bezeichnen. Zahlreiche Studien belegen, dass die Gesänge der Singvögel hauptsächlich der Partnerwahl und der Verteidigung eines Territoriums dienen. In den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel singt meist nur das Männchen. Die Frage ist, welche Rolle die Rufe spielen bei Vogelpaaren.

Weitere Informationen:
http://www.orn.mpg.de/3453725/news_publication_8716905?c=2162
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0109334

Federn machten Dinos schön

Schon zu Zeiten des Evolutionsforschers Charles Darwin im 19. Jahrhundert wurde vermutet, dass Vögel und Dinosaurier nahe Verwandte sind. Gewissheit brachten aber erst über 130 Jahre später die zahlreichen Funde gefiederter Dinosaurier, vor allem aus chinesischen Lagerstätten. Dank dieser Fossilien weiß man, dass die Vögel aus einem Zweig mittelgroßer Raubsaurier entstanden sind, den sogenannten Theropoden. Vertreter dieser zweibeinigen Fleischfresser sind Tyrannosaurus rex oder auch die aus dem Film „Jurassic Park“ bekannten Velociraptoren. Wie später die Vögel trugen auch diese Raubsaurier Federn – lange bevor der Urvogel Archaeopteryx sich in die Lüfte erhob. Warum war das so, obwohl diese Dinosaurier gar nicht fliegen konnten?

Publikation: Beyond the rainbow, Fachjournal „Science“, DOI: 10.1126/science.1258957

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