WWWW vom 3.11.2014: Jede Menge Verhaltensforschung

Das Weisse in Deinen Augen…

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Augen sind bekanntlich der Spiegel der Seele – aus dem Blick lässt sich oft auf die Gefühlsverfassung unseres Gegenübers schließen. Auch Säuglinge nehmen offenbar solche Signale wahr. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben entdeckt, dass schon sieben Monate alte Säuglinge unbewusst auf ängstliche Augen reagieren. Dabei reicht es aus, wenn sie nur das „Weiße“ in den Augen sehen, also die weiße Lederhaut des Augapfels, die sogenannte Sclera. Auf direkte und abgewandte ängstliche Blicke sprechen Säuglinge unterschiedlich an.
Originalpublikation:
Sarah Jessen & Tobias Grossmann
Unconscious discrimination of social cues from eye whites in infants
PNAS online, 27. Oktober 2014

Einzelner kann Gruppe beeinflussen

Wie bringt man als Einzelner seine Mitmenschen dazu, sich sozial zu verhalten? Das ist eine der zentralen Fragen von sozialen Dilemmas in der Spieltheorie. Bisherige Untersuchungen sind davon ausgegangen, dass sich Kooperation in großen Gruppen kaum steuern lässt. Doch nun haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie nachgewiesen, dass jeder von uns Einfluss auf das Kooperationsverhalten anderer nehmen kann. Allerdings sind die Möglichkeiten des Einzelnen vor allem in großen Gruppen begrenzt.
Originalpublikation:
Christian Hilbe, Bin Wu, Arne Traulsen & Martin A. Nowak
Cooperation and control in multiplayer social dilemmas
PNAS online, 27 October 2014

Kleinkinder folgen Altersgenossen

Kinder und Schimpansen richten sich oft nach der Mehrheit, wenn sie etwas Neues lernen möchten. Aber geben sie, um sich Gleichaltrigen anzupassen, auch eigene Vorlieben auf? Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Jena hat jetzt im direkten Vergleich zwischen Menschenaffen und Kindern herausgefunden, dass die Bereitschaft, eigene Vorlieben zugunsten Anderer aufzugeben, beim Menschen besonders stark ausgeprägt ist – und das bereits bei Kleinkindern im Alter von zwei Jahren.
Originalpublikation:
Daniel B.M. Haun, Yvonne Rekers, and Michael Tomasello
Children Conform to the Behavior of Peers; Other Great Apes Stick With What They Know

Tanzen lernen: Abschauen ist am Besten

Wie lässt sich eine Tanzfolge am besten lernen? Um diese Frage ging es in einem Projekt, für das die Universität Bielefeld sich mit der Palucca Hochschule für Tanz Dresden zusammengetan hat. Wissenschaftler entwickelten das Projekt zusammen mit Tänzern und Tanzpädagogen. Sie erforschten gemeinsam, ob Tänzer eine Abfolge besser durch Sehen oder Hören lernen – beispielsweise wenn ein Tanzlehrer diese zunächst vormacht oder wenn er sie erst ausschließlich mündlich erklärt.
Originalveröffentlichung:
Bettina Bläsing, Jenny Coogan, José Biondi, Liane Simmel, Thomas Schack: Motor learning in dance using different modalities: visual vs. verbal models. Cognitive Processing,http://dx.doi.org/10.1007/s10339-014-0632-2, erschienen im September 2014

Blasentang ist robuster als gedacht

Der Blasentang Fucus vesiculosus ist eigentlich eine der wichtigsten Braunalgenarten im nordatlantischen Raum. In der Ostsee gehen die Bestände aber seit Jahren zurück. Auf der Suche nach den Gründen haben Biologen des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel jetzt Abwehrmechanismen des Blasentangs gegenüber bakteriellen Schädlingen analysiert. Das überraschende Ergebnis: Die Abwehr erwies sich auch bei Umweltveränderungen als überaus robust.

3 thoughts on “WWWW vom 3.11.2014: Jede Menge Verhaltensforschung”

  1. Hallo Thomas

    der/die Flattr Buttons sind wech :-(((

    API oder Absicht?

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