WWWW vom 1.12.2014: Bienen-Parasiten, Superkamera und Blick ins Gehirn

Asiatischer Parasit bedroht Honigbiene in Europa

HonigbieneWissenschaftler der Freien Universität und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig sehen eine verstärkte Gefährdung der Honigbiene in Europa. Sie fanden heraus, dass die Verbreitung eines asiatischen Honigbienen-Parasiten in Europa durch einen Anstieg der weltweiten Temperaturen begünstigt wird. Dieser Parasit verursacht Nosemose, eine schwere Erkrankung der Honigbiene.

Publikation
Natsopoulou ME, McMahon DP, Doublet V, Bryden J, Paxton RJ. (2015) Interspecific competition in honey bee intracellular gut parasites is asymmetric and favours the spread of an emerging infectious disease. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences. 20141896.http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2014.1896

Aller Gesang hat biologische Grundlagen

Vogelgesang und menschliche Musik folgen gemeinsamen Prinzipien – das behauptet ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer aktuellen Studie, an der auch der Neuropsychologe Dr. Dominik Endres von der Philipps-Universität beteiligt ist. Kulturelle Verhaltensweisen sind demnach zumindest teilweise biologisch vorgegeben.
Originalveröffentlichung: Emily L. Doolittle & al.: Overtone-based pitch selection in hermit thrush song: Unexpected convergence with scale construction in human music, Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) 111/2014, 16616-16621,

Wissenschaftler finden Tür zum Gedächtnis

Einem internationalen Team unter der Federführung von Forschern der Universität Magdeburg und des DZNE ist es gelungen, den Entstehungsort von Erinnerungen mit bislang unerreichter Genauigkeit zu bestimmen. Dafür nutzten die Wissenschaftler eine besonders präzise Form der Magnetresonanz-Tomographie (MRT).

Originalveröffentlichung
„Laminar activity in the hippocampus and entorhinal cortex related to novelty and episodic encoding”, Anne Maass, Hartmut Schütze, Oliver Speck, Andrew Yonelinas, Claus Tempelmann, Hans-Jochen Heinze, David Berron, Arturo Cardenas-Blanco, Kay H. Brodersen, Klaas Enno Stephan, Emrah Düzel, Nature Communications, 2014, doi: 10.1038/ncomms6547

Konzepte zur Nutzung von angeholzten Regenwaldflächen

Wie lässt sich die Abholzung von tropischen Regenwäldern eindämmen? Ein Ansatz ist, brach liegendes Kulturland wieder zu bewirtschaften, wie ein internationales Forschungsteam* in Nature Communications zeigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten Bergregionen in Ecuador: Dort war neben der Aufforstung die intensive Graslandnutzung besonders erfolgreich. Beide Konzepte haben nicht nur eine günstige Ökobilanz, sondern auch klare wirtschaftliche Vorteile.
Publikation:
Afforestation or intense pasturing improve the ecological and economic value of abandoned tropical farmlands; Thomas Knoke, Jörg Bendix, Perdita Pohle, Ute Hamer, Patrick Hildebrandt, Kristin Roos, Andrés Gerique, María L. Sandoval, Lutz Breuer, Alexander Tischer, Brenner Silva, Baltazar Calvas, Nikolay Aguirre, Luz M. Castro, David Windhorst, Michael Weber, Bernd Stimm, Sven Günter, Ximena Palomeque, Julio Mora, Reinhard Mosandl & Erwin Beck, Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms6612.

Wissenschaftler simulieren Strömungsabriss

Der Luftstrom ist die wichtigste Grundlage und zugleich die größte Gefahr des Fliegens: Reißt die Strömung an den Tragflügeln oder an den Triebwerken ab, kommt es zum so genannten Überziehen und damit zum Verlust des Auftriebes. Im schlimmsten Fall kann auch ein Flugzeugabsturz die Folge sein. Diesen flugphysikalischen Grenzbereich auszuloten zählt zu den größten Herausforderungen der Luftfahrtforschung. Jedoch ist die praktische Erprobung im Flug mit hohen Risiken und Kostenverbunden; eine theoretische Berechnung der komplexen Vorgänge war bisher nahezu unmöglich.
Nun ist es einer an der TU Braunschweig angesiedelten Forschergruppe gelungen, diesen Grenzbereich erstmals mithilfe von Simulationen zu betreten..

Der angesprochene Artikel bei den Scienceblogs

Bei Bettwanzen ist Alter der Spermien wichtiger als Gene

Die bei einer Paarung aktivierten Gene des Weibchens reagieren viel stärker auf den Lebenswandel des Männchens, als auf seine Gene. Das hat ein Wissenschaftlerteam aus Deutschland und Großbritannien unter Leitung des neu an die TU Dresden berufenen Open-Topic-Professors Klaus Reinhardt gezeigt. Die Ergebnisse ihrer Studie an Bettwanzen sind auch für den Menschen interessant.

Weitere Informationen:
http://beheco.oxfordjournals.org/content/early/2014/11/19/beheco.aru209.full?key…

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