WWWW vom 16.2.2015: Adipositas-Gene, Nachthimmel und Single-Leben

Wie aus Wolken ein schweres Gewitter wird

Kumulus
Satellitenmessungen aus dem Weltall könnten künftig dabei helfen, zeitiger vor Starkregen, Hagel und Blitzschlägen zu warnen. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) haben dazu die Temperaturen an der Wolkenoberkante von Gewittern in Mitteleuropa während ihres Wachstums ausgewertet. Dabei zeigten sich typische Veränderungen bereits eine halbe bis eine Stunde vor der Gewitterhauptphase.

Publikation:
Fabian Senf, Felix Dietzsch, Anja Hünerbein, and Hartwig Deneke (2015): Characterization of Initiation and Growth of Selected Severe Convective Storms over Central Europe with MSG-SEVIRI. J. Appl. Meteor. Climatol., 54, 207–224.
http://dx.doi.org/10.1175/JAMC-D-14-0144.1

Wie Gene den BMI mit-bestimmen

Weltweit nimmt Übergewicht in einem Umfang zu, dass schon von einer regelrechten Epidemie gesprochen werden kann. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind beträchtlich: Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, aber auch Krebs können in der Folge von Übergewicht und Fettleibigkeit entstehen. Insgesamt wurden die Ergebnisse von über 100 internationalen Studien mit mehr als 300.000 Teilnehmern ausgewertet. Berücksichtigt wurde u.a. auch die Heinz Nixdorf Recall Studie, die seit 2000 am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) durchgeführt wird. Die Arbeit ist der erste Schritt auf der Suche nach einzelnen Genen, die möglicherweise eine Schlüsselrolle in Bezug auf die Körperform und das Gewicht spielen. Insgesamt haben die Forscher 97 Regionen im Genom identifiziert, die Übergewicht beeinflussen — dreimal mehr als bislang bekannt waren.

BMI-Studie
Adam E Locke, Bratati Kahali, Sonja I Berndt, et al. Genetic studies of body mass index yield new insights for obesity biology. Nature 12.2.2015
doi:10.1038/nature14177

Genom-Studie
Dmitry Shungin, Thomas W Winkler, Damien C Croteau-Chonka, et al. New genetic loci link adipose and insulin biology to body fat distribution. Nature 12.2.2015
doi:10.1038/nature14132

Kohlenmonoxid in Zeitlupe

Ein internationales Forschungsteam hat erstmals die flüchtigen Zwischenstufen beobachtet, die sich bilden, wenn Kohlenmonoxid auf einer heißen Ruthenium-Oberfläche, einem einfachen Katalysator, oxidiert. Sie nutzten dafür ultrakurze Röntgenblitze und Laserpulse .

In Deutschland gibt es immer mehr Singles

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der Singles in Deutschland immer mehr zugenommen. Zwischen 1993 und 2009 ist der Anteil der Menschen ohne Partner im Alter bis zu 60 Jahren um 8,5 Prozent gestiegen. Die Ursachen dafür hat der Heidelberger Soziologe Jan Eckhard auf Basis der für Deutschland repräsentativen Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im DIW Berlin näher ergründet. Unterschiedliche sozialwissenschaftliche Theorien zum Singledasein wurden dabei empirisch überprüft. Eine überraschend große Rolle für die zunehmende Zahl der Singles spielen demnach „demografische Engpässe“ auf dem sogenannten „Partnermarkt“.

Eckhard, Jan (2014): Der sozialstrukturelle Kontext der zunehmenden Partnerlosigkeit in Deutschland. Zeitschrift für Soziologie, Jg. 43, Heft 5: 341-360

http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3179

Der Nachthimmel ist alles, nur nicht dunkel

Rund um den Globus erstrahlt der Nachthimmel heute mehrere hundert Mal heller als noch vor der Einführung des künstlichen Lichts. Festgestellt haben das Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der Freien Universität Berlin, der Universität Bremen und des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP). Gemeinsam mit einem internationalen Team aus Europa, Nordamerika und Asien untersuchten sie die weltweite Aufhellung des natürlichen Nachthimmels und fanden dabei heraus, dass diese durch künstliches Licht und Wolken sogar viel stärker variiert als die des Tages.

3 thoughts on “WWWW vom 16.2.2015: Adipositas-Gene, Nachthimmel und Single-Leben”

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*