WWWW vom 9.3.2015: Männer, Mars und Mäuse

Mäuse sind kein gutes Modell für Sprache

Die menschliche Sprache ist einzigartig, wir können Dinge und Ideen bezeichnen und sind in der Lage, durch Kombination von Silben und Wörtern unendlich viele Äußerungen zu produzieren. Eine wichtige Voraussetzung für Sprache ist die Fähigkeit, Laute nachzuahmen, also akustische Information abzuspeichern und die eigene Lautgebung daran auszurichten. Göttinger Wissenschaftler zeigen, dass die Nager nicht geeignet sind, um das Erlernen von Sprache zu erforschen.

Originalveröffentlichung
Hammerschmidt, K., Whelan, G., Eichele, G. & Fischer, J. Mice lacking the cerebral cortex develop normal song: Insights into the foundations of vocal learning. Sci. Rep. 5, 8808, DOI:10.1038/srep08808 (2015).

Handystrahlung kann Tumore beeinflussen

Elektromagnetische Strahlung fördert das Wachstum von Tumoren in Mäusen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der Jacobs University im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz, die heute veröffentlicht wurde. Die Daten der Wissenschaftler aus Bremen bestätigen nicht nur eine Pilot-Studie des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) aus dem Jahr 2010, sondern erweitern die bisherigen Erkenntnisse um zwei wichtige Ergebnisse.

Männer mögen Fleisch abhängig vom kulturellen Hintergrund

Der Verzehr von Fleisch wird in vielen kulturellen Traditionen als Ausdruck ‚wahrer Männlichkeit‘ angesehen und gesellschaftlich anerkannt. Wie sehr beeinflussen solche Werturteile die Ernährungsgewohnheiten in der Bevölkerung? Eine deutsch-niederländische Studie, an der Dr. Hanna Schösler von der Universität Bayreuth maßgeblich beteiligt war, kommt zu dem Ergebnis: Die Vorstellung, ein hoher Fleischkonsum sei charakteristisch für eine maskuline Lebenseinstellung, ist in Milieus mit unterschiedlichen kulturellen Traditionen verschieden stark ausgeprägt. Je stärker sie das Selbstbild von Männern beeinflusst, desto mehr erschwert sie deren Hinwendung zu einer fleischärmeren Ernährung.
Hanna Schösler, Joop de Boer, Jan J. Boersema, Harry Aiking,
Meat and masculinity among young Chinese, Turkish and Dutch adults in the Netherlands,
in: Appetite, Volume 89, 2015, DOI: 10.1016/j.appet.2015.02.013

Mittelgroßes Schwarzes Loch füllt Lücke

Der Nachweis eines Schwarzen Lochs in der Galaxie NGC 2276 gibt einen wichtigen Hinweis zum Auffüllen einer Lücke in der Entwicklungsgeschichte von Schwarzen Löchern. Dies gelang einem Forscherteam unter der Leitung von Mar Mezcua (Harvard-CfA), zu dem auch Andrei Lobanov (MPIfR Bonn) gehört. Die Kombination von Radio- (EVN) und Röntgenmessungen (Chandra) ermöglicht das “Abwiegen” des Schwarzen Lochs mit dem Ergebnis, dass es ca. 50000mal massereicher ist als die Sonne. Damit füllt es eine Lücke zwischen stellaren supermassereichen Schwarzen Löchern.
Originalveröffentlichung:

The powerful jet of an off-nuclear intermediate-mass black hole in the spiral galaxy NGC 2276, von M. Mezcua, T.P. Roberts, A.P. Lobanov & A.D. Sutton, 2015, MNRAS, Vol. 448, p. 1893:http://adsabs.harvard.edu/abs/2015MNRAS.448.1893M

Mars hatte mächtig viel Wasser

ESO/M. Kornmesser/N. Risinger (skysurvey.org)
ESO/M. Kornmesser/N. Risinger (skysurvey.org)

Einst hat ein großer Ur-Ozean die Marsoberfläche bedeckt. Er beinhaltete mehr Wasser als das Nordpolarmeer und bedeckte einen größeren Anteil der Planetenoberfläche als der Atlantik auf der Erde. Diese Erkenntnis gewann ein internationales Team aus Wissenschaftlern, das mit dem Very Large Telescope zusammen mit Instrumenten am W. M. Keck-Observatorium und der Infrared Telescope Facility der NASA über einen Zeitraum von sechs Jahren die Planetenatmosphäre beobachtete. Daraus erstellten sie eine Karte mit den Wassereigenschaften in unterschiedlichen Teilen der Atmosphäre des Mars.

3D nicht immer ein Erfolgsgarant

3-D-Streifen mit dem Zuschauer entgegenfliegenden Drachen galten in der Filmindustrie lange als Retter oder gar als “Heilsbringer”. Aber weit gefehlt: “Nur der Faktor 3-D allein ist lange noch kein Garant für einen Filmerfolg”, fand Dr. Ann-Kristin Knapp (30) heraus. Die Ökonomin, die jüngst einen der Dissertationspreise der Universität Münster erhalten hatte, ermittelte sogar, dass die deutlich teurere dreidimensionale Machart “schädlich” für die Zuschauerzahlen eines Films sein kann.

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