WWWW vom 30.3.2015: Sauerkraut, Sommerzeit und frühe Menschen

Eltern leiden am meisten unter Zeitumstellung

Dank der Sommerzeit ist es zwar abends eine Stunde länger hell, aber vor allem in der Woche nach der Zeitumstellung sind wir erst einmal deutlich unzufriedener – das haben Wirtschaftswissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unter Verwendung der Daten von zwei Langzeitstudien herausgefunden.
Kuehnle, Daniel and Christoph Wunder (2015): Using the life satisfaction approach to value daylight savings time transitions. Evidence from Britain and Germany. SOEPpaper Nr. 744, Berlin.
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.499075.de/diw_sp0744.pdf

Frühe Menschen war nicht alle gleich groß

Schon die frühesten Vertreter unserer Gattung Homo unterschieden sich in Körpergröße und Statur stark voneinander: Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Tübingen und Cambridge. Bislang war wenig über Gewicht und Körperlänge unserer Vorfahren bekannt, die zwischen 2,5 und 1,5 Millionen Jahren vor heute lebten. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits zu dieser Zeit die für heutige Menschen typische große Bandbreite zu finden ist.
Publikation:
Will, M., Stock, J.T., Spatial and temporal variation of body size among early Homo, Journal of Hu-man Evolution (2015), http://dx.doi.org/10.1016/j.jhevol.2015.02.009
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0047248415000287

Strom aus Sauerkrautsaft

Krautergersheim im Elsass ist (wie der Name schon vermuten lässt) die französische Hauptstadt des Sauerkrautes: 70% des französischen Sauerkrauts werden hier hergestellt. Insgesamt werden ungefähr 80.000 Tonnen Sauerkraut pro Jahr in Frankreich aufbereitet. Ein Großteil wird exportiert, da die Franzosen im Durchschnitt “nur” 0,7 kg pro Jahr essen [1]. Diese riesigen Produktionsmengen benötigen viel Wasser: 30 Millionen Liter Sauerkrautsaft entstehen jedes Jahr durch den Aufbereitungsprozess. Dies entspricht dem Wasserbedarf einer Stadt mit 140.000 Einwohnern.
Quelle: “Du jus de choucroute transformé en biogaz”, Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, 20.03.2015 – http://www.developpement-durable.gouv.fr/Du-jus-de-choucroute-transforme-en.html

Das Schicksal der Besatzungskinder

In Deutschland sind mindestens 200.000 Kinder am Ende des Krieges und in der Nachkriegszeit von Soldaten der vier Besatzungsarmeen gezeugt worden. Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Greifswald haben in einer Studie jetzt erstmals die Bedingungen untersucht, unter denen die Besatzungskinder aufgewachsen sind – und die psychosozialen Folgen für die Betroffenen. Sie sind als “Kinder des Feindes” häufig stigmatisiert und diskriminiert sowie über die Identität ihres Vaters im Unklaren gelassen worden. Viele von ihnen sind auch heute noch psychisch stark belastet.

Mikroorganismen machen Energie aus Eisen

Mikroorganismen haben die bemerkenswerte Fähigkeit, in fast jeder noch so unwirtlichen Umgebung leben und überleben zu können. Aus praktisch jedem Material gelingt es Spezialisten aus dieser Gruppe, Energie zu gewinnen – zum Beispiel aus Eisen. Nun haben Geomikrobiologen vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen entdeckt, dass einige Eisen verwertende Bakterien Eisenminerale auch als Energiespeicher verwenden. Sie können winzige magnetische Partikel, Magnetitnanopartikel, die natürlicherweise in vielen Böden und Sedimenten vorkommen, als wieder aufladbare Batterie nutzen.
Originalpublikation:
Byrne J. M., Klueglein N., Pearce C., Rosso K., Appel E., Kappler A. (2015) Redox cycling of Fe(II) and Fe(III) in magnetite by Fe-metabolizing Bacteria. Science, in press.

Männerherraschaft bei Wikipedia

Forschende von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, der ETH Zürich und der Universität Koblenz-Landau haben in einer Studie sechs unterschiedliche Sprachversionen von Wikipedia mit drei wissenschaftlichen Datenbanken bekannter Personen aus der Zeitgeschichte verglichen und stellten fest, dass die Art und Weise, wie Frauen porträtiert werden, deutlich von der Darstellung von Männern abweicht und so bestehende Rollenbilder festigt.
Die gesamte Studie gibt es hier: http://arxiv.org/abs/1501.06307

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Wannhoff

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