WWWW vom 20.4.2015: Pilze, Feinstaub und Salmonellen

Frühmenschen mochten Pilze

little mushrooms
Über die Nahrungsgewohnheiten der Menschen, die im Jungpaläolithikum, dem jüngeren Abschnitt der Altsteinzeit vor 18.000 bis 12.000 Jahren während der archäologischen Kulturstufe des Magdaléniens lebten, ist nur wenig bekannt. Besonders schwer lassen sich pflanzliche Nahrungsstoffe nachweisen, denn sie hinterlassen nur geringe Spuren im menschlichen Körper. Unter der Leitung von Robert Power vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forscherteam den uralten Zahnstein von Menschen aus dem Magdalénien untersucht, deren Überreste man in der El Mirón-Höhle in Spanien ausgegraben hatte. Die Forscher konnten nachweisen, dass diese Menschen bereits im Jungpaläolithikum zusätzlich zu anderen Nahrungsbestandteilen auch verschiedene pflanzliche Nahrungsstoffe und Pilze auf der Speisekarte hatten.
Originalpublikation:
Robert C. Power, Domingo C. Salazar-García, Lawrence G. Straus, Manuel R. González Morales, Amanda G. Henry
Microremains from El Mirón Cave human dental calculus suggest a mixed plant-animal subsistence economy during the Magdalenian in Northern Iberia
Journal of Archaeological Science; April 16, 2015, DOI 10.1016/j.jas.2015.04.003

Quantenwolke ist heiß und kalt zugleich

Eine Wolke aus Quantenteilchen kann mehrere Temperaturen gleichzeitig aufweisen. Das zeigen Experimente, die im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg und der Technischen Universität Wien (Österreich) durchgeführt wurden. Die Ergebnisse der Studie machen es möglich, dass sich die Gesetze der Quantenwelt besser mit einer statistischen Beschreibung zusammenführen lassen.
Originalveröffentlichung:
T. Langen, S. Erne, R. Geiger, B. Rauer, T. Schweigler, M. Kuhnert, W. Rohringer, I. E. Mazets, T. Gasenzer, J. Schmiedmayer: Experimental observation of a generalized Gibbs ensemble, Science 10 April 2015: Vol. 348 no. 6231 pp. 207-211, doi: 10.1126/science.1257026

Salmonellen bekämpfen Tumore

Bakterieninfektionen als Krebstherapie? Das klingt zunächst riskant und tatsächlich sind viele gefährliche Keime nicht das Mittel der Wahl im Kampf gegen Krebs. Zwar können sie zur Rückbildung fester Tumore führen, aber sie schaden auch dem Patienten. Andere Bakterien wiederum sind harmlos für den Kranken, helfen aber nicht gegen den Krebs. Wissenschaftlern am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig ist es nun gelungen, Salmonellen so zu verändern, dass sie zunächst eine aggressive Anti-Tumor-Wirkung besitzen.
Originalpublikation:
Michael Frahm, Sebastian Felgner, Dino Kocijancic, Manfred Rohde, Michael Hensel, Roy Curtiss III, Marc Erhardt, Siegfried Weiss.
Efficiency of Conditionally Attenuated Salmonella enterica Serovar Typhimurium in Bacterium-Mediated Tumor Therapy
mBio, 2015, DOI: 10.1128/mBio.00254-15

Licht verändert Nervenzellen

Ein internationales Team von Forschern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Tokyo Institute of Technology (Tokyo Tech) hat in einer gemeinsamen Studie aufgedeckt, dass sich Nervenzellen auf molekularer Ebene verändern, wenn sie über längere Zeit hin Licht ausgesetzt sind. In der aktuellen Ausgabe von NEURON erklären die Forscher, dass ein neuronaler Rückmeldemechanismus diese Veränderungen verantwortet.

Lernen wie wir verlernen

„Jemanden das Fürchten lehren“ – das ist keine leere Ausdrucksweise, wie Tübinger Neurowissenschaftler immer klarer erkennen. Eine Forschergruppe um Dr. Ingrid Ehrlich (Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen [CIN] / Hertie-Institut für klinische Hirnforschung [HIH]) studiert Mechanismen des bedingten Lernens auf Zellebene, besonders des emotionalen Gedächtnisses. Nun haben die Wissenschaftler einen großen Schritt hin zum besseren Verständnis von erlernten Furchtreaktionen gemacht.
Publikation: Douglas Asede, Daniel Bosch, Andreas Lüthi, Francesco Ferraguti, Ingrid Ehrlich: Sensory Inputs to Intercalated Cells Provide Fear-Learning Modulated Inhibition to the Basolateral Amygdala. Neuron (2015), 2. April 2015 (online-Publikation), 22. April 2015 (Print-Publikation).
http://dx.doi.org/10.1016/j.neuron.2015.03.008

Feinstaub belastet Bundesligaspieler

Die Luftbelastung durch Feinstaub in Deutschland führt zu messbaren Beeinträchtigungen der Leistung von Bundesliga-Profis. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) hervor. Die Autoren werteten detaillierte Spielerdaten über einen Zeitraum von mehreren Jahren aus und verglichen sie mit den Feinstaub-Messwerten am jeweiligen Spielort. Bereits bei Luftwerten deutlich unterhalb der geltenden EU-Grenzwerte ließen sich negative Produktivitätseffekte nachweisen, die sich bei extremer Luftverschmutzung vervielfachen.
Andreas Lichter, Nico Pestel und Eric Sommer
Productivity Effects of Air Pollution: Evidence from Professional Soccer
IZA Discussion Paper No. 8964, April 2015
http://ftp.iza.org/dp8964.pdf

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