WWWW vom 15.6.2015: Männer, Fußball und Astronautenhaut

Exoskelett für Fabrikarbeiter

Robo_Mate
Arbeiter in der Produktion heben oft bis zu 10 Tonnen Material täglich. Laut Work Foundation Alliance (Lancaster, UK) leiden 44 Millionen Arbeiter in der EU an arbeitsbedingten Muskel-Skelett-Erkrankungen. Forscher haben im EUProjekt Robo-Mate jetzt ein Exoskelett entwickelt, das die Gewichtsbelastung auf bis ein Zehntel reduziert. Den ersten Prototypen stellten die Projektpartner am 12. Juni am Fraunhofer IAO in Stuttgart vor.

Vernetzte Therapie macht Fortschritte bei Jugendlichen

Wenn Kinder oder Jugendliche psychische Auffälligkeiten zeigen, ist eine multidisziplinäre und vernetzte Versorgung sinnvoll, wie sie in ambulanten Arzt-Praxen geleistet wird, die nach der „Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV)“ arbeiten. Dort arbeiten neben Kinder- und Jugendpsychiatern vor allem Sozial- oder Heilpädagogen sowie Psychologen und Psychotherapeuten, die häufig eine systemische Weiterbildung absolviert haben. Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) begrüßt, dass diese sozialpsychiatrische Arbeit jetzt evaluiert und als sehr erfolgreich bewertet wurde.
Die Evaluationsstudie des Zi ist im Internet veröffentlicht unter:http://www.kbv.de/media/sp/SPV_Abschlussbericht_2014.pdf

Fußballfans mögen Regierung nach einem Sieg ihrer Mannschaft mehr

Männer, die moderat bis extrem auf der Seite einer Fußballmannschaft sind, haben bis zu drei Tage nach einem Sieg bessere Laune, fühlen sich stärker – und finden die aktuelle Regierung besser. Das haben jetzt zwei Forscher anhand von Daten der vergangenen Frauenfußball-WM herausgefunden. Frauen übrigens sind unbeeindruckt vom Ergebnis eines Spiels, zumindest was ihre Laune angeht. Das könnte sooooo vieles erklären.

Effects of Women’s Football Broadcastings on Viewers’ Moods and Judgments: Investigating the Moderating Role of Team Identification and Sex. Holger Schramm and Johannes Knoll, Communication Research, DOI: 10.1177/0093650215583894

Helferproteine sind die Feuerwehr der Zelle

Kleine Hitzeschock-Proteine sorgen dafür, dass andere Proteine bei Stress nicht verklumpen und ermöglichen der Zelle zu überleben. Defekte dieser „kleinen Helfer“ werden mit Krankheiten wie grauem Star oder Krebs in Verbindung gebracht. Nun haben Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) ein kleines Hitzeschock-Protein beim Fadenwurm Caenorhabditis elegans charakterisiert, das speziell für dessen Embryonalentwicklung zuständig ist. Vermutlich gibt es ein ähnliches Protein auch im Menschen.

Originalpublikation:

Tilly Fleckenstein, Andreas Kastenmüller, Martin Lorenz Stein, Carsten Peters, Marina Daake, Maike Krause, Daniel Weinfurtner, Martin Haslbeck, Sevil Weinkauf, Michael Groll, Johannes Buchner:
The Chaperone Activity of the Developmental Small Heat Shock Protein Sip1 Is Regulated by pH-Dependent Conformational Changes, Molecular Cell 58,1-12, June 18, 2015
DOI: 10.1016/j.molcel.2015.04.019

Frag mal ne Fliege wieviel Uhr es ist

Auch Fliegen haben ein Zeitgedächtnis. Das haben Wissenschaftler der Universität Würzburg in einer Reihe von Experimenten herausgefunden. Damit die Tiere ein Gedächtnis entwickeln können, müssen allerdings etliche Bedingungen erfüllt sein. Und unter manchen Umständen funktioniert es gar nicht.
Chouhan et al., Flies Remember the Time of Day, Current Biology (2015),http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2015.04.032

Astro Alex sieht jünger aus, ist aber auch dünnhäutiger geworden

Knapp sechs Monate verbrachte der deutsche Astronaut Alexander Gerst 2014 auf der Internationalen Raumstation ISS. Wie sich Gersts Haut im All verändert hat, konnte Karsten König, Professor für Biophotonik und Lasertechnologie an der Universität des Saarlandes, anschließend untersuchen. Der Forscher hat eine Lasertechnologie entwickelt, mit der er in Hautzellen hineinschauen kann. Die räumliche Auflösung ist dabei tausendmal höher als bei Ultraschallgeräten, weltweit erreicht kein anderes Gerät solche Werte.

DIE NEUE RUBRIK PODCASTEMPFEHLUNGEN

Ich bitte um tausendfache Downloads folgender Podcasts:

Methodisch inkorrekt: Reinhard Remfort und Nicolas Wöhrl senden direkt aus ihrem Uni-Labor. Das ist auch gut so, denn beim traditionellen Live-Experiment kann es während der Aufnahme schon mal knallen oder stinken. Die beiden Physiker stellen einander während der Sendung besonders bemerkenswerte „paper“ vor – unterhaltsam und lehrreich.

KonScience ist der Wissenschaftspodcast aus Konstanz. Die Biologinnen Katrin Leinweber und Mariëlle van Toor berichten sowohl über aktuelle Forschungsergebnisse , als auch über Phänomene und Zusammenhänge aus der Welt der Biologie .

3 thoughts on “WWWW vom 15.6.2015: Männer, Fußball und Astronautenhaut”

  1. Bezüglich der Aufteilung private/Radio-Podcasthörer (hast du leider nicht verlinkt):

    Wurde bei der Untersuchung auch mal einfach die Länge der Episoden verglichen?
    Die von Radiosendern produzierten Podcasts, die ich abonniert habe sind alle im Bereich <=30 Minuten pro Episode einzuordnen. (Die sind die einzige Ausnahme) . Bei den Privatproduktionen bist du die einzige Ausnahme. Die meisten anderen liegen (oft deutlich) über einer Stunde.
    Ich könnte mir da also durchaus eine Korrelation vorstellen.

    Es wäre in jedem Fall schön, wenn du die Analyse hier verlinken könntest.

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