WWWW vom 22.6.2015: Boote in Australien und einfühlsame Kleinkinder

Wie kamen Australier auf eine Insel in Mega-Ur-See?

Geologen und Archäologen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der La Trobe University (Australien) und der University of Wollongong (Australien) haben inmitten der australischen Wüste erstmals Belege dafür gefunden, dass der Lake Mungo-See vor 24.000 Jahren einen größeren Füllgrad hatte, als bislang angenommen. Diese Entdeckung wird maßgeblich dabei helfen, frühere Klimaveränderungen besser zu verstehen.
Originalpublikation:
Kathryn E. Fitzsimmons, Nicola Stern, Colin V. Murray-Wallace, William Truscott, Cornel Pop
The Mungo mega-lake event, semi-arid Australia: non-linear descent into the last ice age, implications for human behaviour
PLOS ONE; 17 June 2015; DOI: 10.1371/journal.pone.0127008

Magnetfelder beeinflussen Spiralarme einer Galaxie

Magnetfeld_Galaxie Magnetfelder existieren überall im Universum. Bisher war wenig darüber bekannt, ob Magnetfelder eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von kosmischen Objekten spielen. Rainer Beck vom MPIfR Bonn ist es gelungen, einen umfangreichen Satz von Radiodaten für die nahegelegene Galaxie IC 342 aus Beobachtungen mit dem amerikanischen VLA und dem 100-m-TeleskopEffelsberg zu erhalten. Die Daten haben es ermöglicht, ein geordnetes Magnetfeld in dieser Galaxie zu entdecken, das überwiegend entlang der optischen Spiralarme dieser Galaxie ausgerichtet ist.

Originalveröffentlichung:

Magnetic fields in the nearby spiral galaxy IC 342: A multi-frequency radio polarization study, von Rainer Beck, Astronomy & Astrophysics, Volume 578, Juni 2015, A93 (DOI: 10.1051/0004-6361/201425572):

http://www.aanda.org/articles/aa/abs/2015/06/aa25572-14/aa25572-14.html

Kleinkinder einfühlsamer als gedacht

Viele Menschen halten Kleinkinder für stur, egoistisch und unfähig, mit anderen zu teilen. Doch Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Manchester in Großbritannien haben jetzt herausgefunden, dass schon dreijährige Kinder über ein überraschendes Maß an Fürsorge und einen intuitiven Sinn für eine opferorientierte Gerechtigkeit verfügen. Kleinkinder geben verlorene Dinge lieber an deren rechtmäßige Eigentümer zurück. Wenn das nicht möglich ist, hindern sie wenigstens andere daran zu nehmen, was ihnen nicht gehört.

Originalpublikation:
Katrin Riedl, Keith Jensen, Josep Call, Michael Tomasello
Restorative Justice in Children
Current Biology, 18 June 2015, DOI: 10.1016/j.cub.2015.05.014

Firma stellt künstlich Spermien her

Da die Zahl aktiver Spermien bei Männern auf der ganzen Welt weiterhin sinkt, versuchen Forscher weltweit seit über 15 Jahren künstliche Spermien zu züchten, um auch diesen Männern den Kinderwunsch erfüllen zu können.
Kallistem ist ein 2012 in Lyon gegründetes Unternehmen, das sich auf die Prävention und Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit spezialisiert hat. Ende 2014 ist es ihm gelungen, in vitro funktionsfähige menschliche Spermien zu züchten, mit denen wiederum eine In-vitro-Fertilisation möglich wäre.

Stammzellproduktion besser verstehen

Blutstammzellen stellen die einzige lebenslange Quelle für täglich Milliarden neuer Blutzellen in unserem Körper dar. Allerdings ist ihre Anzahl sehr gering, und der Erhalt dieser Stammzellen durch ihre Selbsterneuerungsfähigkeit repräsentiert daher eine unabdingbare Voraussetzung für ein funktionierendes Blut- und Immunsystem. Bei der Selbsterneuerung einer Stammzelle entsteht durch Zellteilung mindestens wieder eine Stammzelle. Die molekularen Grundlagen bzw. die Regulation dieses Vorganges sind bis heute nur unzureichend verstanden. Bis jetzt Forscher ein Protein gefunden haben, das ausschlaggebend ist für die Produktion der Stammzellen.
Weitere Informationen:
http://www.cell.com/cell-reports/abstract/S2211-1247(15)00610-5

Materialfehler in 3D sehen

In der Materialwissenschaft waren dreidimensionale Bilder lange Zeit nicht gefragt. Schließlich waren die optoelektronischen Bauteile in Form von planaren Schichten aufgebaut. Innerhalb der Schichten waren die Strukturen homogen, so dass zweidimensionale Schnitte für eine vollständige Darstellung ausreichten. Das ist mittlerweile anders, berichtet PDI-Forscher Dr. Achim Trampert: „Bei Strukturen im Nano-Bereich reicht eine zweidimensionale Projektion nicht mehr aus, um zum Beispiel Defekte finden zu können.“ Daher etablierte er gemeinsam mit seinem Doktoranden Michael Niehle die Elektronentomographie am PDI.

UV-Schutzkleidung soll besser werden

Sommer, Sonne, Sonnenschein – von vielen heiß ersehnt, doch leider nicht ohne Schatten-seiten. Neben Sonnenbrand oder allergischen Reaktionen auf zu viel Sonneneinstrahlung drohen unter anderem bestimmte Formen des weißen Hautkrebses. Vor allem Personen, die häufig im Freien arbeiten, sollten sich darüber im Klaren sein und Vorsorge treffen. Eine Präventionsmöglichkeit besteht im Tragen von UV-Schutzkleidung. Sie wird von den betroffenen Berufsgruppen jedoch wenig genutzt, da Tragekomfort, Design und Pflegeeigenschaften der Schutzkleidung bislang nicht überzeugen konnten.

PODCASTVORSTELLUNG:

Ich Depp habe beim Aufnehmen/Schneiden vergessen das Intro vom Modellansatz Podcast einzubauen, ich bitte um Nachsicht, es war noch früh am Morgen. Text der Webseite:

Bei genauem Hinsehen finden wir die Naturwissenschaft und besonders Mathematik überall in unserem Leben, vom Wasserhahn über die automatischen Temporegelungen an Autobahnen, in der Medizintechnik bis hin zum Mobiltelefon. Woran die Forscher, Absolventen und Lehrenden in Karlsruhe gerade tüfteln, erfahren wir hier aus erster Hand.

Gudrun Thäter und Sebastian Ritterbusch machen diesen Mathematik-Podcast, der sich aber nicht nur an Mathematiker wendet. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.

2 thoughts on “WWWW vom 22.6.2015: Boote in Australien und einfühlsame Kleinkinder”

  1. Ich finde es super das du es machst,Danke
    “”””””””””””””””””
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